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Jüdische Wochenschau · 1960-11-22 · 1829 (22.11.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1829 (22.11.1960)
Date
1960-11-22
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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/a Jêntanà J&uuelîéa PUEYHHEDON 89.2813 No. J829 BUENOS AIRES, MARTES 22 DE NOVIEMBRE DE 'I960 Año XXI. Ill I Mr La Casa ZOA de Tel Av3v Nueva York. — En el transcurso del año pasado asistieron doscientos mil personas a los diversos actos culturales, que se desarrollaron en la Casa ZOA de Tel Aviv. Entre los concurrentes había doce mil turis tas extranjeros, en su mayoría procedentes de los Estados Unidos, y los demás de If países distintos. El informe al respecto fué expuesto por el Sr. Abraham Goodman, presidente del Comité Nortéame» icano por Casa ZOA, E.l informante dijo al mismo tiempo que el número de educandos de la escuela agrícola israelí 'Kfar Sil ver" hat llegado a 180. Esta es la segunda gran institución que la Organización Sionista Norte, americana ha edificado y sostiene en Israel, Una sala de sesiones para maestres en el nuevo edificio central de "Kfar Silver", que se acaba de estrenar, ha recibido el nombre de Samuel Vien, de Melbourne, uno de los dirigentes más insignes del Sionismo General de Australia, donde se recaudaron los toados para le construcción de la sala. El solemne acto de inauguración del nuevo edificio asistió el propio Sr. Vien, acompañado de su señora esposa, que vinieron Tel Aviv. — Die Fahnen van 34 Ländern, einschliesslich die der Deutschen Bundesrepublik, waren im grossen ~aal der Habima geflaggt, in dem der XV. Kongress des intei nationalen Verbandes lokaler Behörden abgehalten wird. Staatspräsident Jizchak Ben Zwi wohnte an der Spitze hoher israelischer Funktionäre der Eröffnung bei. Ben Zwi begrüsst« die Deh gierten in Englisch und Hebräisch, und ebenso hiessen .Ausseniminister Golda Meir und Innenminister Mosche Shapiro die Gäste willkommen. Anwesend waren ebenfalls Mitglieder des Kabinetts, hohe Beamte, das diplomatische Korps und die Bürgermeister vieler israelischer Städte. Nur die städtischen Vertreter der Cherut boykottierten d_e Konvention als Protest gegen die Hissung der deutschen Fahne. Als Ben Zwi den Saal betrat, spielte eine Militärkapelle die Hatikwa. Der Bürgermeister von Berlin, Wi.ly Brandt, überreichte rem Bürgermeister von Tel Aviv Mordechai Namir feierlich die Fahne des Verbandes, die seit dem letzten Kongress in seiner Auibewahrung geblieben war. Bürgermeister Namir verwies in seiner Ansprache aut das beeindruckende Wachsen Tel Avivs seit Gründung des Staates. Präsident Ben Zwi boo hervor, dass die Stadtverwaltungen eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Länder spielen, denn als der Staat Israel proklamiert wurde, konnte er sich auf die aktiven lokalen Behörden stützen, weiche unter der Mandatsregieiung gebildet worden waren. Bürgermeister Willy Brandt zog' einen Vergleich zwischen Berlin und Jerusalem, zwei geteilte Städte, die trotzdem in ihrer Entwicklung nicht behindert weiden. Er bat die Israelis zu glauben, dass die verantwort, liehen Leule in Deutschland ernsthaft bemüht seien, aus der Vergangenheit zu lernen und sich die Lehren der Geschichte zunutze zu machen. Er sprach englisch. Brandt, der bei der Machtübernahme Hitlers ins Exil ging und von Norwegen aus die Nazis bekämpfte, wurde von den Delegierten, ein. schliesslich einiger hundert Israelis warm applaudiert. WIE ICH ES SEHE Als die Scheiben klirrten von JEHUDA GOTTHEIMER Die Kristallnacht war die Generalprobe für die nazistischen Machthaber, wie ein Pogrom im gr össten Massstab durchzufübren ist, und mit welcher Reaktion man rechnen muss. Unter dem Vorwand einer Mitverantwortlichkeit aller Juden an der Tat eines einzelnen haben die braunen Horden in der Nacht vom 9. zum 10. November 3938 die Synagogen in Deutschland auf Befehl von oben angesteckt, die Geschäfte geplündert, alle Fensterscheiben zertrümmert, Wohnungen zerstört und tausende jüdischer Männer in die Konzentrationslager verschleppt. „Schlagartig“, wie die Aktion begonnen hatte, hörte sie auch wieder auf, als die Regierung ihre Mord- und Raubkolonnen zurückrief. Von dieser Sekunde ab wurde keinem mehr offiziell ein Haar gekrümmt. Die Gestapo setzte — wenigstens in Berlin und anderen Grosstädten — ihre Verhaftungen fort. Ihre Opfer wurden auch noch an den folgenden Tagen in die KZ gezerrt, wo ein grosser Teil von ihnen umgekommen oder todeskrank geworden ist. Diese „Kristallnacht“, wie sie jetzt von den Deutschen genannt wird, war der Anfang vom Ende. Die .meisten Juden trugen sich immer noch mit der Hoffnung, dass ein modus vivendi, dass eine Lebensmöglichkeit, für sie gefunden werden könne. Sie hatten erwartet, dass die judenfeindliche Gesetzgebung mit den Nürnberger Gesetzen ihren Abschluss gefunden hätte, sie gaben sich der Hoffnung hin, dass es von Enttäuschung zu Enttäuschung nun nicht mehr schlimmer werden könne. Und dann kam die schreckliche Kristallnacht. Düster stiegen die Rauchwolken in den grau-kalten Novemberhimmel. Mürrisch und unzugänglich standen die Feuerleute neben den brennenden Synagogen, ohne einzugreifen. Hatten sie doch den Befehl, nur eine Ausbreitung des Feuers zu verhüten, die jüdischen Gotteshäuser aber abbrennen zu lassen. Menschen mit dichterischer Begabung können vielleicht einen Eindruck dieses trau¬ Am 6. März 1961 Eichmann-Prozess Jerusalem, — Die Gerichtsverhandlung gegen Adolf Eichmann, der der Verbrechen gegen das jüdische Volk und gegen die Menschlichkeit angeklagt ist, findet am Montag, den 6. März, um 9 Uhr morgens statt. Dies besagt die offizielle Ankündigung, nachdem sich die verschiedenen Regierungsstellen, nämlich das Justizministerium, die Staatsanwaltschaft und das 6. Büro, welches die Untersuchungen durchführt, über die Einzelheiten des Prozesses geeinigt haben. Das 6. Büro übergab dem Generalstaatsanwalt Informationen über den Fall Eichmann. Das Memorandum ist aufgrund von belastendem Material aus den Archiven in Washington und verschiedenen europäischen Ländern zusammengestellt worden. Einige der im Dossier enthaltenen Angaben stammen von Eichmann selbst, der diese in den Verhören gemacht hat. Das Justizministerium setzte Eichmanns Verteidi. ger, den Anwalt Dr. Robert Servatius aus Köln, von dem Prozessdatum in Kenntnis. (ITA) rigen Erlebnisses vermitteln, dieser Verworfenheit der einen, die die Macht hatten, diese Unterwürfigkeit der anderen, die sie über sich ergehen liessen, und diese Verzweiflung der Gehetzten, die bereits zermürbt waren, als dieser Schlag sie traf. Immer erneut sollen wir uns daran erinnern und es der Welt draussen sagen, die schon nicht mehr weiss, was alles geschah, dass dieses Feuer des 9. November das Sturmsignal für eine Menschheit gewesen ist, die nicht glauben wollte, was dann mit der Unvermeidbarkeit eines Naturgesetzes geschah. Die Flammen, die sich an unseren Gotteshäusern entzündeten, verwandelten ganz Europa in einen trostlosen Trümmerhaufen, verschlangen Millionen Menschen und zerstörten Kulturwerke und Werte von ungeheurem Ausmass. Es war der Anfang vom Ende... Wie eine Krankheit sich nicht in Schranken lässt, sondern über die von den Menschen künstlich gezogenen Grenzen hinweg nach Opfern greift, so lassen sich die vernichtenden Ideen des Hasses und der Verfolgung bestimmter Gruppen nicht aufhalten. Die Pest des braunen Faschismus befiel wie ekles Laster zahlreiche Länder, immer nach neuen Opfern Ausschau haltend. Denn die Nazis hatten sie gelehrt, dass Hass und Verfolgung zu einem einträglichen Geschäft gestaltet werden können, wenn man nur dreist genug ist, von seiner Macht einen schonungslosen Gebrauch zu machen. Ueberall lockte leichter Verdienst, man konnte plündern und rauben, man konnte als der waffenstrotzende Triumphator auftreteh, in Frankreich wie in Polen, in Italien wie in Norwegen, von Ost nach West und von Nord nach Süd. Aber es waren „Ein Deutscher, der in Israel das Weit eigreift”, erklärte Brandt, „trägt den Ballast der fürchterlichen Vergangenheit auf sejnen Schultern. Die grosse Hoffnung des heutigen Deutschland ist die junge Generation, die eine Brücke über die geschehenen Verbrechen bauen muss. Sie werden die Männer sein, die die Verantwortung für die Welt von morgen tragen müssen.” Seit seiner Ankunft in Israel wird Brandt von den israelischen Beamten als „sehr wichtiger Gast” behandelt. Brandt, der der Kandidat der deutschen Sozialistischen Partei für die kommenden Bundeskanzler-Wahlen ist, erklärte, sollte er zum Bundeskanzler Westdeutschlands gewählt werden, so werde er sich für normale diplomatische Beziehungen zwischen seinem Land und Israel einsetzen. In einer Pressekonferenz bestritt er das Vorhandensein irgendeiner nazistischen oder neonazistischen. Organisation in Berlin, da die letzten beiden Zellen im vergangenen Januar behördlicherseits aufgelöst wurden. Ueber den bevorstehenden Eichmann- Prozess im Jerusalem äusserte er, dieser sei eher eine Frage der Moral als der Justiz. Willy Brandt wurde von Ausscnminister Golda Meir zu einem Bankett eingeladen. Er konferierte mit Finanzminister Levi Esbkol und wurde von Ministerpräsident Ben Gurion empfangen. (ITA) al efecto desde Australia. Come es de conocimiento público, Kfar Silver" es una escuela secundaria de agricultura, construida por la ZOA en unión de la Organización de Sionistas Generales de Israel. HERBERT FEANKENSTEÍN New York. — Im Lauf des verflossenen Jahres wohnten 200 000 Menschen den verschiedenen Kulturveranstaltungen bei, die im ZOA.Haus siattfnnden. Unter den Teilnehmern waren 12.000 ausländische Touristen, in ihrer Mehrzahl aus den Vereinigten Staaten, und die übrigen aus 16 verschiedenen Ländern. Dr betreffende Bericht wurde von Abraham Goodman, dem Präsidenten des nordamerikanischen Comites für das ZOA-Haus eistattet. Er erwähnte gleichzeitig, dass die Zahl der Lehrkräfte ar. der israelischen Landwirt, schaftsschule „Kfar Silver” auf 18© gestiegen ist. Dies' ist die zweite grosse Institution, welche die.'nordamerikanische Zionistische Organisation in Israel gegründet hat und. unteihält. Der Sitzungssaal im neuen Zentralgebäude von Kfar Silver, der kürzlich eingeweiht wurde, erhielt den Namen von Samuel Vien aus Melbourne, eines der bekanntesten Führer des Allgemeinen Zionismus in Australien, wo die Fonds für den Bau des Saales gesammelt wurden. Der feierlichen Einweihung wohnte Herr Vien selbst in Begleitung seiner Gattm bei, die beide zu diesem Zweck aus Australien gekommen waren. Bekanntlich ist Kfar Silver eint höhere landwirtschaftliche Schule, die von der ZOA in Gemeinschaft mit der Organisation der Allgemeinen Zionisten in Israel gegründet worden ist. HERBERT FRANKENSTEIN. schliesslich nicht nur die Juden, die seufz-ten, alle europäischen Länder erlitten einen Zusammenbruch, von dem sie sich bis heute nur schwer erholen konnten. Es war zu einer Wahrheit -geworden, dass sich die braune Pest und die bräune Gefahr nicht lokalisieren lassen. Man soll nur nicht glauben, dass sich die Dinge heute grundlegend geändert haben. Geschichtliche Gesetze passen sich nicht so einfach weisen freuen Gegebenheiten an. 'Heute wie gestern wird der Nazifaschismus seine Fangarme wieder über alle erreichbaren Länder ausstrek. ken, wenn er nur die Macht hierzu haben würde. Dies ist eine Lehre und Mahnung für alle Nationen, die inzwischen vergessen haben sollten, was sich vor wenig mehr als zwanzig Jahren abgespielt hat. Auch das ist eine Warnung und Erkenntnis der schauerlichen November-Ereignisse des Jahres 1938. Gerade in letzter Zeit haben viele Menschen in. lateinamerikanischen Ländern, dern, darunter auch viele Juden die bekannten üblen Briefe des schwedischen Judenhassers Einar Aberg erhalten, die — voller Verleumdungen und Unwahrheiten — den einzigen Zweck verfolgen, Völker und Menschen gegeneinander aufzuhetzen. Seit vielen Jahren treibt Aberg sein Unwesen und leistet damit der faschistischen Internationale „wertvolle“ Dienste als Wegbereiter ' neuer antisemitischer Aktionen. Der Fall Eichmann bietet hierfür einen Vorwand. Man wird sich der verschiedenen Kampagnen erinnern, die in diesem Jahr von den Antisemiten Janziert worden sind, um die Oeffentlichkeit nicht zur Ru. he kommen zu lassen. Mit Spruchbändern und Wandbesebmierungen fingen diese Aktionen an, die ganz offensichtlich von einer Zentrale geleitet worden sind, an der Herr Aberg nicht unbeteiligt sein dürfte. In einigen Ländern kam es zu schweren Ausschreitungen. Die Regierungen reagierten j einheitlich und meist mit einer gewissen Energie und Entschlossenheit. Aber nirgends wurden Schritte unternommen, die tiefgreifende Aenderungen brachten und gegen das De bei in seinen Wurzeln vorgingen. Unzweifelhaft hat die deutsche Regierung verhältnismässig gründlich geantwortet, weil sie — wahrscheinlich besser als jede andere — di« drohenden Folgen des Treibens der antisemitisch-faschistischen Gruppen kennt. In Deutschland wissen alle Kreise aus eigener Erfahrung, dass es „so anfängt“. Manche wollen das Ende verhüten, manche sehnen die Zeiten herbei, in denen sie schreien und marschieren konnten. Dort weiss man auch, dass man gegen die Juden lärmt und die demokratischen Versuche des Lebens zu vernichten wünscht. Dort weiss man, dass gegen eine verschwindend kleine Minderheit pole, misiert und gehetzt wird, dass aber nicht ihr, sondern der freiheitlichen Ordnung in Deutschland 'wie in dej ganzen Welt der Kampf au: diesem Umwege a«gesagi werden soll. Alle Bemühungen der zentralen jüdischen Körperschaften, die schwedische Re gierung zu einem Einschreiten gegen Aberg zu bewege«: sind bisher ohne Ergebnis verlaufen. Aberg bedient sich einer höchst einfachen Methode. Er verschickt sein* Flugblätter und sonstiger Pamphlete mit der Post, wo bei er sieh die Adresse! willkürlich zusammen schreibt und seinen Massenversand in die Welt hinausschickt. Wer den Brief be kommt, ist ein präsumptives Opfer seiner Propaganda Wer schon Antisemit ist wird sich freuen, wer noch keiner ist, könnte nach Abergs Spekulation vielleicht durch seine Propaganda Schriften überzeugt werden (Schluss auf Seite 2) Goldmann bei Adenauer Bonn. — Dr. Nachm Goldmann, der Präsidei der Konferenz für mat rielle Ansprüche s Deutschland, wurde i der vorigen Woche voi westdeutschen Bunde kanzler Dr. Konrad Ad nauer empfangen, m dem er über die Wiede: gutmachung und Entschi digungen betreffende Fragen konferierte. Am darauffolgenden T; ge suchte Dr. Goldman den Präsidenten der S< zialdemokratischen Pa: tei, Erich Ollenhauer, au lieber diese Unterredun verlauteten keine Einze heiten. (ITA)

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