Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1828 (18.11.1960)
- Date
- 1960-11-18
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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t — Vienne», 18 da Noviembre da IM JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXL — No. 1828 Durch einen grossen Krieg (5ch)uss von Sene 1) worden ist: Regiert, <- den Zionismus bedeutete die Erklärung des Lord Balfour nicht nur einen Markstein auf einem allzu langen Wege . einer Majestät betrachtet mit Weht wollen die Schaffung einer nationalen Heimstätte iri Palästina für das jüdische Vo'k und wird die grössten Anstrengungen machen, um i die Errichtung des Zieles zu e leichtern, wocei klar ver- , standen werde, dass nichts;nur durch sie wurde es dem Ereignisse zu erinnern, ist eine angemessene Haltung, die darauf schliessen lässt, dass eine Gemeinschaft trazur Freiheit, sondern geraj ditionsgebunden ist und Ehrdezu das Fundament für die furcht vor ihrer Vergangenkünftige Arbeit. Aus diesem heit empfindet. Es deutet Grunde dürfte es angebracht gleichzeitig auf ein Ver- Isein, dieser Deklaration stets ständnis für die Fortsetzung dankbar zu gedenken, denn getan werden soll, was die bürgerlich^.. und religiösen Rechte u d die politische Stellung der JucPm in irgendeinem anderen L nde beeinträchtigen könnte.'* Ich bitte diese Erklärung zur Kenntnis der zionistischen Föderation zu bringen.“ Der Text der Deklaration Ist nicht sehr stark. Er enthalt Vorbehalte und Verklausulierungen, die unklar sind. Mehr war damals nicht zu erreichen. Es war ein ungeheurer Erfolg. Das war die Ane kennung der Rechte des (jüdischen Volkes auf sein Liand. ausgesprochen von der führenden Weltmacht ihrer Eeit. unter dem Beifall der ¡Verbündeten und im Einverständnis mit Frankreich, dem Vatikan. Italien und den Vereinigten Staaten von Nordamerika. Der Widerhall, der durch diese Deklaration ausgelöst wurde, war ein gewaltiger Er veranlasst? sogar die Türkei dazu, den Ju_ de« nun plötzlich von sich aus die freie Einwanderung »ach Palästina zu versprechen um ein Gegengewicht gegen den Balfour-Brief zu schaffen. Für die jüdische Welt, für Dr FREY 1 Abogado P0EYRREDOM 2188 verzweifelten Volk ermögi licht, neue Hoffnungen zu j schöpfen und einer, brauch- I baren Weg in eine bessere Zukunft zu suchen. Dass die ¡Juden in ihrer Mehrzahl ver. j sagten, dass sie nicht verstanden haben, diese einana- .lige historische Chanoe aus- | zunutzen, das wird immer ’ eine Enttäuschung und wahr. unserer geschichtlichen Exi. stenz hin, auf das Bewusstsein. dass Vergangenheit und Gegenwart in einem unlösbaren Zusammenhang stehen. Aber all diese Beziehungen zur Vergangenheit, so wichtig und anerkennenswert sie auch sein mögen, reichen nicht aus. Man muss verlangen, dass jeder einzelne wie die Gesamtheit sich die ¡Frage stellen, was wir aus scheinlich auch unsere . der Vergangenheit zu lernen Schuld bleiben. Aus solchen Fehlern, die gemacht wurden. sollten heute alle Juden lernen und begreifen, dass politische Möglichkeiten ausgewertet werden müssen, so lange sie sich bieten, dass man nicht warten darf, sondern zugreifen muss, um in ¡haben. Erst wenn wir aus [dieser Fragestellung auch die Konsequenzen ziehen, haben [historische Reminiszenzen einen Wert: ansonsten verlieren sie sich allmählich in der unsichtbaren Welt der Gefühle. Die Balfour-Deklaration Kurz vor der Entlarvung Der im April in Israel anlaulende Monstre-Prozess des Massenmörder« Eichmann wird wahrscheinlich eine nicht 3breissende Kette schwerwiegender Enthüllungen zur Folge haben. Nicht nur dem. Anschein nach sehr distinguierte politische Persönlichkeiten in der Bundesrepublik werden die „Opfer” dieser Enthüllungen werden, sondern auch aahlreiche Helfershelfer und Mitarbeiter der braunen Schergen in den Nazi-Jahren, die sich im Ausland befinden und im öffentlichen Leben wieder aktiv sind. Zum Teil handelt es sich um Leute, die getarnt, unter angenommenem Namen, eine Tätigkeit auf der politischen oder der verwaltungsmässigen Ebene ausüben zum Teil um schwer kompromittierte Hitlerianer, die sich nicht scheuen, unter ihrem wahren Namen aufzutreten. Adolf Eichmann hat im Verlaufe seiner Vernehmun- 1 gen in einer wahrhaft vernichtenden Weise ausgepackt, i Davon abgesehen befinden sich zahllose Dokumente in der j , Hand der israelischen Untersuchungsbehörden, die gewisi se überlebende Verbrecher der Nazi-Jahre, sowohl in Deutschland wie in verschiedenen anderen Ländern aufs stärkste belasten. Die Frage stellt sich nun. ob diese Kompromittierten auf ihre Chance hoffen und den Ausbruch der Explosion abwarten werden, oder ob sie es verziehen, schon vorher zu verschwinden. KURT KAISER.BLUETH la Semana Israelita . Bisemanario — aparece los Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky Pueyrredón 2190. 1'* izq. T. E. 83-2613 Argentinien: $ 60.— pro Quartal Abon„-Preise: dieser harten Welt, der rau- (beweist oder lehrt uns ein ^en Wirklichkeiten zu bei Mehrfach^ Zunächst beistehen, zu bauen, zu leben 'stätigte sie die grosse Herzllund mit Aussicht auf Erfolg sehe Vision und die Sehnzu kämpfen. Wie oft hat man schon darauf hingewiesen. was dem jüdischen Volk erspart geblieben wäre, wenn man den Ruf gehört und mit der [aber zeigte sie, Kolonisierung Israels begon- ^neue Zeit neue nen hätte, als die Balfour- Deklaration uns die Chancen bot. Aber die Juden verstan- ¡Aktion erfordere, wie sie den das Gebot der Stunde j von Herzl eingeleitet, von nicht. Jeder meinte den an- ¡Weizmann. weitergeführt dern, wenn es darum ging, juod in unseren Tagen volldie Mittel zu mobilisieren, [endet worden ist. Durch die um den Kampf gegen die sucht des jüdischen Volkes von der Wiedererweckung Ziems und der Möglichkeit für das jüdische Volk, in sein Land zurückzukehren. Dann dass eine Methoden der Arbeit, der Verteidigung der Rechte, der politischen te den Juden eine Erklärung /Landesgesetzen und von übergeben, mit der ihnen I freier Entwicklung ihrer kul- Hilfe zugesagt und Rechte | turellen Eigenart z-u föreingeräumt worden waren.;dern." Die kaiserliche Regierung sah sich veranlasst, das folgende Communiqué herausaugeben: „Wir würdigen die auf Wüste fahren peldor das Volk noch nicht reif war, nach so langen Jahrhunderten der Verzweiflung und der Hoffnung. Und wenn wir heute auf die Möglichkeiten blicken, die uns durch die Balfour-Deklaration trat das ■ jüdische Volk sozusagen £ Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 TE. 49-5850 fwwwHWwwmv* J. Liebling FOURNIERE — SPERRHOELZER DIAZ VELEZ 5224 «I «6 ' T. E 43-2349/0340 y 3021 . und gegen die Ge- [jüdische vottc sozusagen al3 aufzunehmen. Trumoffizieller Partner in die musste fallen, weil [moderne Geschichte ein, anerkannt als Nation unter den Nationen. Die Reaktion der Türkei auf das Echo, das die Balfour-Deklaration in der Welt _ _ __ gefunden hatte, war nicht die Schaffung des Staates Israel einzige Antwort, die von eiidisrh« , ... - geboten sind, so müssen wir . ner Weltmacht gegeben [lassun? in Aon n™ le<äfr erneut dieselbe Frage stellen, wurde. Das kaiserlicbe! Aufnahmefähiizke f^^T^ ob wir unsere Möglichkeiten ¡Deutschland, das schon im- ¡deg vo „ Lan genutzt haben, um die Zumer grosses Interesse für die ^‘Iicher Selbstverkunft unserer Kinder zu si- , mittelöstlichen Fragen gechem. j zeigt hatte, trat auf den Plan. Sich grosser historischer Entwicklung ihrer Kultur und Eigenart gerichteten Wünsche der jüdischen Minderheit in den Ländern, in ¡Regierung denen sie ein stark entwik.! keltes Eigenleben haben bringen ihnen volles Ver-! ständnis entgegen und sind zu einer wohlwollenden Unterstützung ihrer diesbezüglichen Bestrebungen bereit. Hinsichtlich der von der Judenheit, insbesondere von den Zionisten verfolgten Bestrebungen in Palästina, be. grüssen wir dahe.- die Erklärungen. die der Grossvesit Talaat-Pascha kürzlich abgegeben hat, insbesondere die Absicht der kaiserlich-osmanischen Regierung, gemäss ihrer den Juden stets bewiesenen freundlichen Haltung die aufblühende jü-! Man kann sagen,- das ist Idie „deutsche Balfour-Deklaration". Wenn sie auch nicht Iso geschickt abgefasst wur-; d®, wie die echte Balfourj Erklärung, enthält sie man- | che Parallelen, die interessant sind. Auch die deutsche spricht von „Aufnahmefähigkeit“ (Landes offensichtlich nur aus dem Grunde, um die ¡Drosselung der Einwar.de- Irung ihrem eigenen Kriterium zu unterwerfen und damit die Möglichkeit einzu. (räumen, gerade das zu tun (und das zu unterlassen, was ¡ihnen selbst gefällt. Man ,wird bei der Gegeniibersteltlung der beiden Erklärungen jzugeben, dass die Aehnlichkeit dieses entscheidenden ¡Passus verblüffend ist. Den ¡Deutschen jedenfalls scheint Selbstmord eines K Z-Kommandanten I! Toronto. — Der in Kanada ■ lebende estnische Einwanderer Alexander Laak hat vor ¡kurzem in Winnipeg Selbst- | mord begangen, nachdem! ihn die sowjetische Nachrichtenagentur Tass beschul- ¡digt hatte, während des Krie. jges Kommandant des Konzentrationslagers Jagala in -der Nähe von Reval gewesen zu sein. Die Sowjets behaupteten, Laak sei für den Tod mehrerer tausend Häftlinge verantwortlich. Ausserdem soll er sich mit Hilfe von Wertgegenständen, die er seinen Opfern angeblich raubte, in Winnipeg ein Haus gekauft haben. Laak gab vor Journalisten zu, der Beschuldigte zu sein, der j bestritt aber, für Morde ver_ des , antwortlich gewesen zu sein. AWZ) sehr gut gefallen zu haben, was die Engländer schrieben. Wie bekannt ist, sollte tat- Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSER OESCHAEFTEN Menuda Pedrasa 2538 pl. b. Dp. B T. E. »0-7344 Al&ïthà (Zhapeaiix HUTSALON Jetzt in Belgrano MOLDES 2561 T. E. 73-9229 73-9155 Herzl hatte sich bereits darum bemüht. Wilhelm II, für seine Pläne zu gewinnen. In einer' theatralischen Begegnung in Palästina hatte Herz! versucht, den deutschen Kaiser zu einer ernsten Aktion zu bewegen. Bülow war ein Feind dieser Pläne, die er geschickt zu verhindern wusste. Jetzt aber lagen die Dinge anders. 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