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Jüdische Wochenschau · 1960-11-18 · 1828 (18.11.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1828 (18.11.1960)
Date
1960-11-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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If PUEYRREDON 2190 — 1’ i*q- JûxJèmxÀH&D[sA&jeJJ£cL ’S. E. 872613 Año XXI. BUENOS AIRES, VIERNES 18 DE NOVIEMBRE DE 1960 No. 1828 Ftüchtlin Vereinte Nationen. — Das Problem der aiabiscben Flüchtlinge überschattet einen jeden Entschluss von Bedeutung im Mittelosten und bängt wie eine drohende ¡Wolke über dem Weltfrieden. Die Worte stammen aus dem Munde des UNWRA-Direktors John Davis, der erklärte. er könne keine günstige Lösung der arabisch-israelischen Spannung voraussehen. Selbst we.in die Lage sich in absehbarer Zeit entschärfen sollte, so führte er aus, werde für ein Jahrzehnt oder länger auf der internationalen Gemeinschaft die Verantwortung lasten, die arabischen Flüchtlinge zu nützlichen Mitgliedern der Gesellschaft zu machen. Die Frage kompliziere sich mit jedem Jahr, das verfliesse, mehr und mehr, betonte Dr. Davis vor der Politischen Sonderkoonmission, der er seinen kürzlich fertiggestellten Jahresbericht unterbreitete. Er erbat eine grössere Summe zur Eerweiterung der Berufsausbildung für die | jugendlichen Flüchtlinge. |Das Comité verschob die De- | batte. | Bei dieser Debatte erwartet man die üblichen antiisraelischen Ergüsse der arabischen Delegierten. Als erster Redner dürfte Achmed Shukairy, der Präsident der sauditischen Delegation sprechen, der als besonders aggressiv bekannt ist. In diesem Jahr wird ein neuer An. greifer auftreten. Es handelt sich um den Flüchtling Emil Ghoury, einen geschworenen Feind der Israelis, der zur Partei des Exmufti von Jerusalem gehört. KRIEGSFANFAREN Vereinte Nationen. — Die UN wurden von einem der arabischen Sprecher davon in Kenntnis gesetzt, dass, sollten nicht sofort Massnahmen zur Wied&ransiedlung der arabischen Flüchtlinge in Palästina an ihren alten Wohnstätten ergriffen werden, die Araber in den Krieg ziehen würden, auch wenn „wir bis zum letzten Mann sterben müssten.” Diese Ankündigung wurde von Achmed Shukairy. dem WIE ICH ES SEHE sauditischen Delegierten gemacht, der als erster Redner in der jährlich stattfindenden Debatte das Wort ergriff. Shukairy verlangte, die sterbende Ausgleichs-Kommission für Palästina, die heute aus Repräsentanten der USA. Frankreich und der Türkei besteht, müsse durch die UN neu angekurbelt werden. Die Kommission solle, so forderte er, die Flüchtlinge „repatriieren'’. Ferner müsse sie erweitert werden, sodass sie insgesamt neun Mitglieder umfasst. Von den neuen sechs Mitgliedern müssten nach Sbukairys Ansicht drei Vertreter des sowjetischen Blocks und drei Angehörige der im afroasiatischen Block ..nicht kompromittierten Nationen” sein. (ITA) Durch einen grossen Krieg .jn von JEHUDA GOTTHEIMER Die Verwirklichung des königlichen Traumes von der Wiedererrichtung Zions ging nicht nach einem, sondern nach zwei Weltkriegen vor sich, in die „alle Völker . verwickelt“ waren, wie es Moses Mendelssohn vorausgesagt hat. Die beiden grossen Kriege unseres Jabrhun. derts — wie die Menschheit hofft, die letzten, die geführt worden sind, — weisen für uns Juden sehr erhebliche Unterschiede auf. Auch im ersten Weltkrieg verloren viele Juden als Soldaten wie eis Zivile ihr Leben. Aber die systematische Ausrottung des jüdischen Volkes im zweiten Krieg durch die Nazis machte aus ihm die grösste Katastrophe unserer Geschichte überhaupt. Im zweiten Weltkrieg stand das Dritte Reich gegen die Juden. Für das jüdische Volk gab es keine Wahl. Jeder an. . dere: Mensch konnte zum Nationalsozialismus Stellung nehmen. Selbst ein Deutscher konnte diese destruktive Bewegung ablehnen, und , es gab auch einige, die unter Einsatz ihres Lebens die Schande des braunen Reiches nicht mitgemacht haben. Im ersten Weltkrieg standen Juden gegen Juden an der Front, im zweiten nicht mehr. Für kein Volk hatten die beiden Kriege so Verhängnis . olle Folgen wie für uns. Am Ende beider Kriege | standen jüdische Massen [ausgeplündert und verelendet in einer hoffnungslosen Situation; sie wären als die letzten verspäteten Opfer des Katastrophen untergegangen, wenn ihnen nicht soziale und politische Hilfe durch ihr Volk geleistet worden wäre. Aber die beiden Kriege brachten in ihren Folgeerscheinungen zugleich auch grosse politische Möglichkeiten für das jüdische Volk, die zu einem grundlegenden Wandel unserer Existenz geführt haben. Der erste Schritt auf diesem Wege zur Sicherung der jüdischen Zukunft war die Balfour-Dejklaration, die am 2. Novem-!ber 1917 erlassen wurde.! Wenn wir heute mit einigen Worten dieses Ereignisj ses gedenken, so mag darin nicht nur ein Akt der Dank- Eine Anfrage in der Knesset Jerusalem. — Die Frage, wer die Verteidigung Adolf Eichmanns finanziert, der für die Tötung von Millionen von Juden in Europa zur Verantwortung gezogen wird, wurde vom Deputierten der Achdut Awoda, Bar Jehuda, in der Knesset gestellt. Bar Jehuda führte aus, dass die für die Verteidigung notwendigen Gelder von der Familie Eichmanns weder bereitgestellt noch garantiert worden seien. Er fügte hinzu, die Bekanntgabe der Quelle, aus der diese Summe kommt, könnte Aufklärung über interessante Angelegenheiten geben. Namens der Regierung entgegnete Justizminister Pinehas Rosen, er habe diesen Fall nicht untersucht und sähe keinen Grund dafür, dies zu tun Die Regierung, so erklärte er, sei mit der Person des Verteidigers, Dr. Servatius, einverstanden, der kein Nazi sei. Die Zeitung „Haaretz“ übte inzwischen Kritik an dem Vertrag, den die Regierung mit der newyorker Gesellschaft für Rundfunk- und Fernseh-Sendungen geschlossen hat, der sie das Alleinrecht zugestanden hat, bei den Verhandlungen im Eichmann-Prozess Filme zu drehen und Sprechaufnahmen zu machen. (ITA) jbarkeit und der Erinnerung erblickt werden, der Dankbarkeit und der Erinnerung an Tatsachen und an Menschen, deren Namen mit die. sem Geschehnis für alle Zeiten verbunden bleibt, Wir als die Söhne und Töchter eines alten Volkes wissen, dass die spätere Entwicklung ohne die Balfour-Deklaration undenkbar ist Wie die Räder eines Uhrwerkes unaufhörlich ineinander greifen, soll die Uhr ihre Funktion erfüllen, so bilden die Ereignisse des täglichen Lebens und die Menschen, die sie ausführen, das sich ständig bewegende Räderwerk des historischen Geschehens. Das jüdische Volk ist in die beiden Weltkriege ohne ernstere Vorbereitungen hineingeschleudert worden. Die Ueberraschung über ein Geschehen, an das keiner recht glaubte, weil er nicht glauben wollte, was ihm unbequem war, schuf Schrekken und Panik. Die Juden in Deutschland haben ebenso wenig wie die anderen Bürger dieses Landes nach den Schüssen von Sarajewo eine Vorstellung davon gehabt, was Krieg bedeutet und wel. che vernichtenden Folgen dieser sinnlose Kampf, der von Ignoranz und Ehrgeiz bestimmt wurde, für die ganze Welt haben würde. Man rechnete ernsthaft damit, dass „zu Weihnachten wieder Frieden“ herrschen würde. Es sollte aber ganz anderes kommen. Zu denen, die vom Krieg überrumpelt wurden, gehörte auch die zionistische Exekutive. Dass sie ihren Sitz aus Deutschland — damals die Zentrale der zionistischen Bewegung — in ein neutrales Land ver. legen musste, war klar. Der grösste Teil der Exekutive siedelte also nach Kopenhagen über, wo er den Krieg über blieb. Aber auch in Holland und England sassen aktive Zionisten, die von dem Wunsche beseelt waren, Israel in der UNESCO Paris. — Die II. Generalkonferenz der Organisation für Erziehung, Wissenschaft und Kultur der Vereinten Nationen (UNESCO) wurde unter Teilnahme einer zahlreichen israelischen Delegation ei öffnet, an deren Spitze Mosche Avidor, der frühere Generaldirektor des Erziehungsministeriums steht. Der Delegation gehören Vertreter bedeutender internationaler jüdischer Organisationen an. (ITA) die Organisation und ihre politischen Ziele aus dem Kriege in einen Frieden hinüberzuretten. So spiegelten die Schwierigkeiten der Zionistischen Exekutive im kleinen die enormen Probleme des jüdischen Volkes im ganzen wider. Da der letzte Vorkriegspräsident ein deutscher Jude gewesen ist, konnte er natürlich nicht in seinem Amt verbleiben. Die Bewegung war damit ohne eine eigentliche Leitung. Die Initiative ergriff Chaim Weizmann, dessen reiche Persönlichkeit sich in diesen schweren Jahren entfalten sollte, und der gemeinsam mit Männern wie Sokolow, Jabotinsky und manchen anderen an der Verwirklichung der zionistischen Ziele unermüdlich arbeitete. Die gewaltigen Schwierigkeiten der Lage des jüdischen Volkes boten auch politische Vorteile, die von den in England lebenden Zionisten mit grosser Geschicklichkeit ausgenutzt wurden. Noch war das jüdische Volk, noch waren die amerikanischen Juden nicht entschlossen, auf wessen Sei. te sie sich stellen würden, wenn man eine endgültige Entscheidung von ihnen fordern sollte. Die amerikanischen Juden zeigten grössere Sympathie für die Sache der Mittelmächte, obwohl ihnen der kaiserliche Imperialismus zuwider war. Aber die Mit- Mueva York. — Hay proporcionalmenie menos gente joven —menores de 35 años— entre los judíos que entre los protestantes o católicos. Y Ja natalidad judia en este país es de sólo 80% del promedio nacional. Estos datos surgen del estudio demográfico realizado por la Oficina Estadounidense de Censo. El porcentaje de casamientos dentro de la misma rc’igión es de 7,2% para los judíos, 27% para Jos católicos y f,6% para los protestantes. El ingreso promedio del jefe de familia judío es de 6 000 dólares, comparado con 4.000 dólares para el protestante y 4.000 dólares para el católico. Las comunidades judias deben ahora comenzar sus propios estudios demográficos, a fin de conocer mejor su situación. De los dalos existentes se deduce que el tamaño de la familia judía es algo menor que el de les familias no-judías en circunstancias económicas similares. El promedio de divorcios es más bien bajo en comparación con el promedio nacional, lo mismo que la delincuencia juvenil judia. Empero quedan todavía muchos aspectos de la vida de familia judía por estudiar. Hay muchas indicaciones, por ejemplo, de que los jovenes judíos están menos orientados con respecto a sus tradiciones que los protestantes y los católicos. BORIS SMOLAR Die jüdischen Familien in USA New York. — Es gibt verhältnismässig weniger junge Leute — unter 35 Jahren — unter den Juden als unter den Protestanten oder Katholiken. Und die jüdische Geburtenziffer beträgt nur 80% vom Durchschnitt im Lande. Diese Zahlen ergeben sich aus der von der nordamerikanischen Volkszählungsstelle durchgeführten demographischen Eihebung. Der Prozentsatz der Heiraten innerhalb einer gleichen Region beträgt 7.2 Prozent für die Juden. 27 Prozent für die Katholiken und 8,6 % für die Protestanten. Das durchschnittliche Einkommen des jüdischen Familienoberhauptes beläuft sich auf 6.000 Dollar im Vergleich mit 4 000 . Dollar für Protestanten und 4.300 Dollar für Katholiken. Die jüdischen Gemeinden müssen nun ihre eigenen demographischen Untersuchungen beginnen, um die Lage besser zu erkennen. Aus den vorhandenen Ziffern geht hervor, dass die Mitgliederzahl der jüdischen Familie etwas geringer ist als die der nichtjiiilischen Familien in ähnlichen wirtschaftlichen Verhältnissen. Der Durchschnitt der Scheidungen ist relativ niedrig im Vergleich mit dem nationalen Durchschnitt ebenso wie das Verbrechertum unter der jüdischen Jugend. Allerdings sind noch viele Aspekte des Lebens der jüdischen Familie zu untersuchen. Viele Anzeichen deuten z. B. darauf hin, dass die jüdische Jugend weniger über ihre Traditionen unterrichtet ist als Protestanten und Katholiken. BORIS SMOLAR telmächte standen auf der Seite der ^Freiheit und des Fortschritts, wenn man auch diese Feststellung nur mit gewissen Vorbehalten treffen konnte. Für die amerikanischen Juden, deren Verwandte zu einem grossen Teil noch im zaristischen Russland lebten, war es ein abstossender Gedanke, zu wissen, dass dieses zurückgebliebene 'Land unter dem grausamen System des alles beherrschenden Zaren und der Rechtlosigkeit der Bauern und vor allem der Juden, dass dieses mittelalterlich-rückschrittliche Land ein Verbündeter der Engländer und der Franzosen war. Diese unheilige Allianz, so dachten die amerikanischen Juden, war nicht ihre Sache. Sie schwankten. Es war nicht leicht, der öffentlichen Meinung in Amerika klar zu machen, dass der Kriegseintritt an der Seite der Allierten der richtige Weg der amerikanischen Politik sei. Diese Konstellation bewirkte eine grössere Bereitwilligkeit der britischen Regierung und der Kabinette ihrer Verbündeten, die natio. nale Forderung der Juden mit grösserem Wohlwollen als bisher zu betrachten und aus dem Stadium der Sympathien in das der Taten überzuwechseln. Die Entwicklung im Mittleren Osten der allmählich sichtbare Verfall des Türkenreiches, die ungeschickten politischen und militärischen Manöver der deutschen Kriegsführung, die zur Empörung der Weltöffentlichkeit führten, all diese Fakten und viele andere mehr begünstigten die Pläne und Ziele, als deren Repräsentant Weizmann angesehen wurde. So kam es dann nach unendlichen Verhandlungen und Bemühungen zur Balfour-Deklaration, durch welche sich die britische Regierung zur aktiven Förderung des Gedankens einer nationalen Heimstätte des jüdischen Volkes verpflichtete. Aus vielen Gründen ist es interessant, sich den Wortlaut der Erklärung, die so berühmt werden sollte, noch einmal zu vergegenwärtigen und sich dessen zu erinnern, was von der späteren zionistischen Führung unter Prof. Weizmann mit diesem schwa. chen Dokument begonnen wurde, um aus einem Stück Papier Leben werden zu lassen. Der Brief des englischen Lords lautete: „Es bereitet mir grosse Genugtuung, Ihnen namens der Regierung SM felgende Sympathie - Erklärung mit den jüdisch-zionistischen Be. Strebungen zu übermitteln, die dem Kabinett unterbreitet und von ihm gebilligt (Schluss auf Seite 2) Alleinvertrieb New York. — Die New York Broadcasting Company kündigte an, dass sie mit der Regierung von Israel einen Vertrag abgeschlossen habe, der ihr das Recht zugesteht, bei dem bevorstehenden Eich. mann-Prozess Film, und Fernseh _ Aufnahmen zu machen und diese durch ihre Oragnisation in der Welt zu vertreiben. Frank Smith, der Psäsident der Firma, erklärte, die Gesellschaft werde die Spruchbänder und Filme an alle Interessenten zum Selbstkostenpreis abgeben. (ITA)

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