Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1960-11-04 · 1825 (4.11.1960) · p. Seite 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1825 (4.11.1960)
Date
1960-11-04
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/9616703-9611224-9611968--0849-9611971
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Viernes, 4 de Noviembre de I960 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Afie XXI-N». 1825 — 3 Kritik an Oesterreich Der Angriff Erich Lueths, ¡Pressechef des Hamburger ßenats, auf die üesterreichieche Wiedergutmachungspoüitik hat unter den Oester- ¡reichern und ex-Oesterreichern Israels vollsten Aniklang gefunden. Lueth ist Gründer der Gesellschaft für Christlich- Jüdische Zusammenarbeit in Deutschland und ein erprobter Freund Israels. Er beendete kürzlich seinen fünften (Besuch in Israel; bei seinem ersten, 1953, musste er noch, um seine deutsche Identität vor dem breiten Publikum Bu verbergen, unter dem Pseudonym “Julius Berman“ das 'Land bereisen. Vor seiner Abreise gab er in Haifa der Presse eine Erklärung ab, wonach „die schadhafteste Lücke in unserer Wiedergutmachung der Mangel einer Zahlung an jüdische HJ eber leben de aus Oesterreich“ ist. „Hitler wurde von Millionen von Oesterreichern als Führer willkommen geheissen“, sagte Lueth. „In der SS nnd in den Konzentrationslagern gab es zahlreiche Oesterreicher, die ebenso aktiv wie ihre Henken-Kollegen aus Deutschland die Juden verfolgten. Oesterreich raubte jüdischen Besitz und vernichtete jüdisches Leben. Es äst unhaltbar md unanständig, dass Oesterreich seinen Teil der Verantwortung nicht tragen will.“ von BENNO WEISER „Es ekelt einen, wenn man denkt“, fuhr Lueth fort, „dass Oesterreich Dollar- Millionen aus Westdeutschland als. Wiedergutmachung für seine jüdischen Ueberlebenden bekommt und nicht darauf sieht dass das Geld jene erreicht, für die es bestimmt ist. Die österreichischen Juden haben das Recht nicht einfach Almosen zugeworfen zu bekommen, sondern eine angemessene Entschädigung zu erhalten. Oesterreichs Haltung ist ein Skandal und Oesterreich verdient den Respekt nicht, den Israel ihm gegenüber ari den Tag legt. Oesterreichs Benehmen ist eine Verhöhnung der Wahrheit und der Moral.“ Herr Lueth hat gewiss Tausenden in Israel aus dem Herzen gesprochen. „Die Oesterreicher haben halt Glück“, kommentierte ein ex.Wiener der jetzt Arzt im Hadassa-Spital in Jerusalem ist. „Das alte Renommee von der wiener Gemütlichkeit und die rührseligen Heurigenlieder brachten es mit sich, dass die Welt Bestialität und Oesterreich nicht assozieren konnte. Daher fand das Märchen von Oester reichs Vergewaltigung durch j Hitler willige Ohren, und es j gelang Oesterreich nach dem j Krieg, sich als unschuldiges j Opfer Nazi-Deutschlands hin. zustellen. Wann immer von Wiedergutmachung die Rede ist, sagen die Oesterreicher: ,Wer? Wir? Wir haben doch selbst gelitten.* Ein Teil dieses Leidens bestand in der Uebernahme der jüdischen Geschäft«, die von den Nazis enteignet wurden.“ Besonderen Anklang fanden Lueths Worte, dass Oesterreich nicht den Respekt, den Israel ihm zollt, verdient. Israel hat nicht nur diplomatische Beziehungen mit Oesterreich, sondern es existiert auch eine israelisch-österreichische Freundschaftsliga. Während deutsche Filme in Israel verboten sind — sogar der sehr pro-israelische Film! „Paradies und Feuerofen“, der im deutschen Sprachgebiet für Israel unbezahlbare Propaganda gemacht hat, durfte bisher in Israel nicht aufgeführt werden — sind österreichische Filme zugelassen. Es besteht kein Zweifel, dass die Regierung die herzlichsten Beziehungen mit Deutschland wünscht, doch hat sie auf die Gefühle von hunderttausenden. KZ-Ueber. lebenden und von noch grösseren Kreisen, die Familienmitglieder oder ganze Familien in Europa verloren haben, Rücksicht zu nehmen. Gemordet wurde im Namen Deutschlands und nicht Oesterreichs. Daher erweckten die herzlichen Beziehungen die mit Oesterreich bestehen, bisher keinen Protest. Bezeichnenderweise sind die am meisten ob dieser Herzlichkeit Unzufriedenen unter österreichischen oder exösterreichischen Einwohnern Israels zu finden. „Die anderen kennen die wiener Lieder“, erklärte ein gewesener Kommerzialrat, der heute in einer Bank arbeitet. „Wir waren dabei als das „goldene Wienerherz“ erwachte. Wir können da ein anderes Liedchen singen.“ Die einzige Entschädigung, die Oesterreich bisher seinen Juden zukommen liess, war eine Notstandshilfe bis zu höchstens 1.000 Dollar für Notdürftige über 65 Jahret Der Gesamtbetrag dieser LA SEMANA ISRAELITA BISEMANARIO INDEPENDIENTE Ba. A_s — PUEYRREDON 2190, 1» i*q. — T. E. 83-2613 14. Marcheschwan 5721 4, Ncvemäber 1960 nicht auf Juden begrenzten Hilfe ist 6 Millionen Dollar. Vor etlichen Wochen hiess es, dass Oesterreich eine weitergehende Entschädigung plane, doch war die betreffende Verlautbarung so vage, dass sie weitgehenden Skeptizismus auslöste. „Geld ist gewiss nicht alles und kann nicht alles rein, waschen“, bemerkte ein junger jüdischer Soldat, dessen Eltern aus Oesterreich stammen. „Doch als ich unlängst in Europa war, fühlte ich mich eigentümlicherweise in der Gegenwart von Deutschen weniger befangen, als in der von Oester reichern. Zweifellos stammt der Unterschied dieser meiner Einstellung aus der Haltung der beiden Völker in der Wiedc-gutmachungsfrage. Die Bereitschaft, eine Schuld — sei es auch in noch so bescheidenem Masse — abzuzahlen, ist zweifellos wesentlich sympath,scher als das Alibi: ,Ich war ja gar nicht dabei.* “ Herr Lueth erklärte auch, Deutschland wäre moralisch verpflichtet, Israel nach Ablauf des Wiedergulmachungs. Vertrages durch Geldanlagen und andere ökonomische Massnahmen weiter zu hei- ‘ fen. lülilf Aus aller Welt GUENSTIGE PREISE für! ¡Flüge nach Europa und USAj ij¡Reisebüro VIA WINDj |25deMayo 189 - T. E. 3" '_2^| 'roische Führung im Kampf des Germanentums um die Befreiung Europas von den : Juden“ hingewiesen. Der Na- , „ . . , i zi weigerte sich, die Mitglieds Aussenmmister Golda j derzahl sejner Partei anzu. geben, die auf rund 800 Anhänger geschätzt, wird. (ITA) Golda Meir als Uebersetzerin Vereinte Nationen. — rg| UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKN.üPFTEN< TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigene Fabrikation — Unverbindliche Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichterimgen MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samstag und Sonntag von 9—19 Uhr im Ausstellungshaus Calle ANDONAEGUI 2083 Station Urquiza 1 Quader vor Mu£BL€S Wdlefrnuiniv MODERNE WOHN. UND SCHLAFZIMMER¬ EINRICHTUNGEN — SESSELGARNITUREN Sarmiento 1147 Cabildo 774 AUTO - REPARATUR . WERKSTATT! „BENO* BEHO HUTSCHNECKER AWk. CONSTITUYENTES 4902 íEdke Meturoe) T.IH - JS05 Meir übernahm es jüngst die Rede einer aus der Ukraine stammenden russischen Delegierten zu übersetzen. Dies geschah bei dem jährlich von Frau Meir in New York veranstalteten Frühstück für die weiblichen Delegierten, die der UN _ Generalversammlung beiwohnen. Der Sowjetblock, der in letzter Zeit offen um die Gunst der Araber wirbt, entsendet gewöhnlich eine einzige weibliche Repräsentantin. Die israelischen Dele. gierten waren überrascht, als Z. V. Mirenova aus Russland, und Alla G. Bondar aus der Ukraine und Zofio Dembinska aus Polen die Einladung annahmen. Frau Meir forderte u. a. Frau Bondar auf, einige Worte zu sagen. Frau Meir, die in Russland geboren wurde und kn Alter von 8 Jahren mit ihren Eltern nach Milwaukee übersiedelte, erklärte sich bereit, die Rede der ukrainischen Delegierten zu übersetzen, was sie auch tat. (ITA) Sachverständiger nach Chile Haifa. — Prof. B. Horwitz von der Abteilung für Städtebau des Technions ist als Berater der Regierung nach Chile eingeladen worden, nachdem er unter den Auspi. zien der USOM eine Studie zur Stadtplanung in Chile ausgearbeitet hatte. Die Erdbeben machen seine Hilfe doppelt notwendig. (AWZ) Gefängnis für Rassenhetzer Kopenhagen. — Sven Saliclath, der dänische Naziführer wurde zu einer Wo. che Gefängnis verurteilt, weil er das dänische Gesetz zum Schutz rassischer Minderheiten verletzt hat. In seiner Zeitschrift hat Saliclath häufig antisemitische Kommentare veröffentlicht und wiederholt auf „Hitlers intelligente und he. Jordanwasser für den Negew Tel Aviv. — Die Arbeiten zur Durchführung des Jor. dan.Projekts sollen beschleunigt werden, und innerhalb von drei Jahren wird das Jordanwasser den Negew bewässern, wie Ben Gurion den Einwohnern der im Negew gelegenen Stadt Dimona erklärte, die er am Vorabend von Simchat Tora besuchte. Ben Gurion besichtigte in Khakihosen und offenem Hemd die lokale Textilfabrik und unterhielt sich mit den Arbeitern. (ITA) e vor Bei Carlton ist man bestens gerüstet, um den Herren mit ihren Söhnen viel Freude mit passenden Geschenkn zu bereiten. MASSANZUEGE aus importierten und hiesigen Oberstoffen. STABILOFORM-FERTIGKLEIDUNG für Gesellschaft, Be-* ruf. Sport und Reise. HERREN - AUSSTATTUNG: Oberhemden, Sporthemden, Schlafanzüge. Morgenröcke, Rauchröcke. Unterwäsche, Krawatten und Socken. Ein Feiertagseinkauf für die Herren und ihre Söhne ist bei Carlton ein Erlebnis lind was Sie auch wählen, man wird Sie darum beneiden. Und wenn Sie zur F'eiertagszeit mehr Wünsche als Bar-, geld haben, so müssen Sie deshalb auf das ersehnte Carlton-Geschenk nicht verzichten. — Bei Carlton macht man Ihnen den Einkauf leicht durch die grosszügige und billige Finanzierungsmöglichkeit. — Nichts braucht so auf Ihrem Gabentisch zu fehlen, was Sie sich ersehnten. Wer praktisch denkt, kauft bei Carlton sein Geschenk! Spezialgeschäft für Qualiläiskleidung: MAIPU 484, 1. St. T. E. 31.7845 Spezialgeschäft für Qualiläis-Ausstattung: MAIPU 982 T. E. 31-0357 lllllllllllllll JURIDICO INTERNACIONAL ¡! Dr. Hardi Swarsenskyj Asuntos Europeos exclusivamente Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag y. 15- -18 Uhr í 0 i 0 0 i 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 PUEYRREDON 2190 esq. Av. LAS HERAS — T E. 83.2613 Dr. Günter Frey Asuntos Argentinos y Sudamericanos TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN VERTRAECE - VERWALTUNGEN BUEROZEIT: 10-12 und 15-18 Uhr - 0 0 0 0 0 0 0 0 0 * 0 0 0 0 0 0 0

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.