Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1824 (1.11.1960)
- Date
- 1960-11-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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CENTRA-Tagung in Montevideo Ereignisse de* In der vorigen Woche trat die 3. Konferenz der CEN¬ TRA, der Dachorganisation der G-ineinden und Organi. Nationen unseres zentraleuropäischen Kreises in Lateinamerika, in Montevideo zusammen. Die Gründungskonferenz hatte ebenfalls in Montevideo vor vier Jahren etattgefunden, während die 2. Konferenz vor zwei Jahren in Buenos Aires in Gegenwart des Gastes Prof, Ernst Simon getagt hatte Vielleicht waren die ersten Stunden der Konferenz in Montevideo von einer spürbaren Unruhe getragen, z-umal hierzu die eigenartige Konstellation in Argentinien beigetragen hat. Zwei Faktoren liessen diese 3. Konferenz zu einem besonderen Erfolg werden, mit dem sie sich würdig an die beiden vorhergehenden CEN. TRA-Konferenzen anschloss: die freundschaftliche Atmosphäre Montevideos und der gute Willen aller Teilnehmer sowie die sachliche Form, mit der an die Erfüllung der selbst gestellten Aufgaben geschritten wird. Die Gemeinde in Montevideo unter der Präsidentschaft- Von Dr. Fedor Hirschlaff Und die CENTRA haben alles getan, um den würdigen Und freundschaftlichen Rahmen für die Arbeit und für die Delegierten zu schaffen, in diesem Zusammenhang muss die unermüdliche und gehr tatkräftige Arbeit von ICans Leschnitzer anerkennend hervorgehoben weiden. Der Tagung ging eine Rabbiner-Konferenz voraus, die ihre Beschlüsse der Centra präsentierte, wobei es sich Nachträglich herausstellen " >11 te, dass gewisse Modaliten dringend ratsam er- :heinen. Folgende Rabbiner ären erschienen, die auch arm anschliessend an der ntra-Tagung teilnahmen: on Löwenstein (Santiago Chile), Prof. Dr. Pinkuss an Paolo), Dr. Winter Montevideo) und die Herren 'arf, Hirsch, Dr. Blum. Dr. penheimer und Dr. Schleinger aus Buenos Aires. Die Centra-Tagung war n Delegierten aus Brasin, Chiie, Argentinien, Pe- und Uruguay beschickt ordea. Herr Rabbiner Harf rtrat gleichzeitig die Geeinde fit Öali (Kolumbien), gänzend sei bemerkt, dass eben Gemeinden und Orgaationen aus Buenos Aires ihre Vertreter nach MontevL deo geschickt haben. Herr Curt Braun nahm als Mitglied der alten Exekutive teil. Dem Tagespräsidium der Konferenz gehörten aus Buenos Aires die Herren Katz und Heinz Braun in ihrer Eigenschaft als Präsidenten der NGl bzw. des Bet Israel an. — Arbeitsberich* und Debatte jüAiMONioes »>11*!;*>•* iJnjGctfvnfcbwcfc i 650.— VERLAG OMEGA, BUENOS AffiEh. OURRUCHAGA tttt — T. *. TIjSJM R« baalehan durch «Ile eln»chliigigep bendlungen und durch die JUEDISCHE WOCHENSCHAU NUCTItREDON IM 1* — T. E. M4MI y»«» bisher mit der Arbeit der Centra und ihren Planungen nicht vertraut gewesen sind, und die deswegen vom Präsidenten in unsere besondere Problematik eingeführt werten konnten. Zwei wesentliche Punkte Nach einer feierlichen Eröffnung, die sich durch ein hervorragendes Referat von Rabb. Prof. Pinkuss auszeichnete, gab in der 1. Arbeitssitzung der Präsident der CENTRA, Herr Rudi Hirschfeld (Montevideo), einen um. fassenden Bericht über die geleistete Tätigkeit und die künftigen Aufgaben der CENTRA ab. Hirschfeld, der seit der 1. Tagung an der Spitze dieser Arbeit steht, hat es verstanden, aus einer Idee des Zusammenschlusses unserer Gemeinden und Organisationen sehr bald eine Wirklichkeit zu machen. Ihm und seinen langjährigen Mitarbeitern Leschnitzer, Treitel, Cohen, Furdanski, Schwed, Günter Kaufmann, Ernst Stern und manchen anderen, die hier nicht namentlich erwähnt wurden, gelang es, aus einem schönen Gedanken eine lebendige und wichtige Institution zu schaffen, von der Rabb. pinkuss in seiner Schlussrede sagte, man müsste sie aufs neue ins Leben rufen, wenn es sie nicht schon geben würde. Das dürfte eine glückliche Formulierung und eine würdige Kritik an der Arbeit der Centra bedeuten. Hirschfeld war in seinem Bericht ungewöhnlich ausführlich. In einem beinahe dreistündigen Referat informierte er die Delegierten über Bemühungen, Erfolge und Erreichtes, über Pläne und Debatten, über Schwierigkeiten und deren Lösungsversuche. Ein so ausführlieher Bericht hat sein pro und contra, wie so viele Dinge und Erscheinungen ihre Licht- und ihre Schattenseiten haben. Dennoch waren alle Delegierten für die Aus. führlichkeit dankbar, weil sie sich einen Ueberblick und damit ein Urteil über das Geleistete bilden konnten. Dies war besonders wichtig, weil eine Reihe von Delegierten teilnahmen, die In seinen ausgezeichneten Ausführungen hob Hirschfeid hervor, dass die CEN¬ TRA auf zwei Gebieten besondere Erfolge verzeichnen könne, auf dem Gebiet der Jugenderziehung und der internationalen Beziehungen. Was die Centra für die Planung künftiger Jugendarbeit geleistet hat, muss festgehalten werden. Hier wurde eine Leistung vollbracht, die als eine sichere Grundlage für die spätere Arbeit dienen kann. Die Jugend hat sich in Anlehnung an die Centra nach der Abhaltung von Jugendseminaren — über die an dieser Stelle damals berichtet worden ist — selbst zu einer Art Jugend-Centra organisiert und auch in Buenos Aires, in dem sich die Erwachsenen , Organisationen bisher nicht verständigen konnten, eine einheitliche Organisationen geschaffen. Dass die Centra auf dem Gebiet der Jugendarbeit erfolgreich war, und dass die Ausführungen von Hirschfeld zu dieser Frage nicht theoretischen Charakter trugen, das bewiesen die Jugendlichen selbst, die aus Argentinien, Chile und Uruguay erschienen, mit grossem Interesse und mit Aufmerksamkeit den Verhandlungen folgten und in die Debatte eingriffen. Wir können sogar stolz auf diese Jugend sein, die den ernsten Willen hat, in unserer Gemeinschaft aufzugehen und alles dafür zu tun, das Werk der Väter fortzusetzen, mit den Modalitäten selbstverständlich, die eine neue Jugend und eine neue Zeit für erforderlich hält, wie auch von unserer Generation so vieles anders und — wie wir glauben — besser gemacht worden ist, als von der Generation der Väter, die in einer ganz anderen Epoche der allgemeinen Entwicklung gross wurde wie wir. Die Jugendarbeit wird mit aller Energie fortgesetzt wer. den. Die Bahnen, in denen sich diese Arbeit bewegt, sind aufgezeigt. Neue Seminare sind geplant, neue Gruppen sollen entstehen, der Anschluss weiterer Jugendverbände an INDRA und Centra wird im Laufe der nächsten Jahre vollzogen werden. Die Voraussetzungen sind gegeben, sodass die Hoffnung vorhanden ist. dass die CENTRA auch in Zukunft auf diesem — wahrscheinlich wichtigsten — Ge. biet unserer jüdischen Arbeit mit Erfolg und Fortschritt rechnen darf. Das Gebiet der internationalen Beziehungen habe der Oentra ebenfalls grosse Erfolge gebracht. Nach unendlich langwierigen und komplizierten Verhandlungen, die u. a. von dem Bericht er. stattenden Präsidenten, den Herren Dr. Swarsensky, Treitel, Furdanski und Curt Braun, in den verschiedensten Gremien geführt worden sind, konnte dann schliesslich doch ein positiver Abschluss durch Anschluss an den Council of Jews from Germany erzielt werden. Man muss feststellen, dass eine Frage der Zugehür.g. keit der in Lateinamerika lebenden deutschsprechenden oder aus Deutschland stammenden Juden nicht nur „an sich'’ eine Selbstverständlichkeit darstellt, sondern in ideeller und materieller Hinsicht wichtig ist. Es ist auch interessant, dass die aus Deutschland verjagten Juden eine Art Weltverband wenige Jahre nach ihrer Vertreibung schaffen konnten, wahrend z. B. die sefardischen Juden hierfür einen Prozess von mehreren Jahrhunderten durchmachen mussten. Deswegen ist unser „Weltverband” auch homogener. Trotzdem aber sind s'ch alle beteiligten Glieder des deutschjüdischen „Welt Verbandes", den der Council darstellt, darüber im Klaren, dass der Charakter „deutsch” und wenn auch nur in der Sprache, in kurzen Jahren verloren gegangen sein wird, und dass sich bestenfalls die Erinnerung an die gemeinsame grosse Tradition, an „das Erbe des deutschen Judentums” wird erhalten können. Die nächste Generation, mit noch grösserer Sicherheit die Generation der Enkel wird nicht mehr als die bewussten Zusammenarbeit iórd* Träger einer deutschjüdischen Kultur zu betrachten sein. Demgegenüber haben die sefardischen Juden ihren Sondercharaktev mit allen sich aus ihm ergebenden Konsequenzen über die Jahrhunderte hinweg bewahrt. Der gewaltige Amalgamierungsprozess, in dem das „deutsche” Judentum aufgerieben wird, zertrümmerte das sefardische Juden, tum nicht. Die geistige Auseinandersetzung Es muss als ein erfreuliches Symptom angesehen werden und spricht für den Geist, in dem die Centra- Exekutive ihre Arbeit aufge. fasst hat, dass man einer Debatte über unseren geistigen Standort einen recht breiten Raum gewährt hat, die mit Referaten von Dr. Alfred Hirschberg und Dr. Hardi Swarsensky eingeleitet worden ist. Es würde selbst den Rahmen eines ausführlichen Berichtes bei weitem überschreiten, wollte man hier den Versuch machen, die Inhalte der Referate wiederzugeben. Wir werden die Wortlaute veröffentlichen, wenn diese uns von der Centra-Leitung zur Verfügung gestellt werden. Die sich anschliessende Generaldebatte zeigte, dass unser Kreis durchaus in der Lage ist, eine auf hohem Niveau stehende Aussprache zu führen und um die unsere Zeit bewegenden Fragen in ihrer Bedeutung und Wirkung auf uns zu betrachten, Bemerkungen über Freiheit des Denkens uni Erziehung (Curt Braun) oder über die Position unserer Jugend zur Landespolitik (Frau I. Sadler) oder iiber das „freiwillige Ghetto”, die von den Diskussionsteilnehmern gemacht wurden, unter ihnen die Rabbiner Winter, Löwenstein und Pinkuss, bewiesen, dass ein echtes Inter, esse für derartige Gespräche vorhanden ist. Deswegen fiel der Vorschlag, den Dr. Swarsensky gemacht hatte, die Centra möge einmal ohne jede technische Belastung ein Symposion zur Erörterung unserer geistigen Position in dieser Welt der Atome und umwälzenden Weltereignisse ansetzen, auf einen frucht. baren Boden und wurde mit Nachdruck von Rabbiner Dr. Blum (Buenos Aires) wiederholt. der durch sein erstmaliges Auftreten in unserem Kreis sich viele Sympathien erworben haben dürfte *;; aiist^f- . vertrete" Jjea .Mas5'iahm ft ^fordern" “““"'"n 711 finde „-listen i“ , " Idealist« 1 die; >ren eine neue <C¡ia> i*»«*-’ Ä*8 sich u. Herren jasiti. Hirschfeh Them«1 und Br In einem weit« In diese — wenn auch in sich abgeschlossenen Debatte — gehörte das Referat auf der Centra.Konferenz, das der Rabbiner Löwenstein über die „Förderung der Alijah” hielt, und den Beifall aller fand, wenn auch wohl nicht alle inhaltlich einverstanden waren. Hier begegneten sich Temperamente und Weltanschauungen, die „Realisten” und die „Idealisten”, repräsentiert die einen durch den Rabbiner Prof. Pinkuss, die anderen dß Rabbiner aber die Kle‘ ladt schilderte d die Notwendige Weiterung des t btetes der Centra dg kleinen un. Gruppen, die üb tiaent zerstreut Möglichkeit habe Leben weiterzu: interessante, mit genommene Re iu einer kleinen deren Verlauf F wenstein über c der Kleingemeii berichtete, derer gen durch da Erdbeben in C gen Sekunden den waren. An beteiligte siet Hirschberg (Sar mit Recht d< durch Doppe' bestehende, n wordene Gern Handelsausta usch A rgentinien-Israel In den Räumen der israelischen Schiffahrtsgesellschaft „ZIM" in Buenos Aires fand ein Empfang für den Delegierten des israelischen Handelsministeriums, Herrn Jehuda Elkin, und den Kapitän des ZIM-Schiffes „Lachisch”, Herrn Rafael Spinat, statt, dem auch der Konsul Israels, Dr. Joel Baromi, und Herr Verbitzky, der Pressechef der Israelischen Botschaft, sowie Don Alfredo Korn, der Präsident der argentinisch-israelischen Han. delskammer, beiwohnten. Zu dieser Konferenz waren auch viele Vertreter der argentinischen Zeitungen erschienen, was das grosse Interesse Argentiniens an einem inten, siven Handelsaustausch mit IsraeL beweist. Dr. Barramar von der Botschaft stelLte die Gäste den Journalisten vor und sprach über die schnelle Entwicklung der israelischen Wirtschaft in den zwölf Jahren seit Bestehen des Staates, zu der die militärischen Erfolge und der riesige Bevölkerungszuwachs bei getragen haben. Er verwies darauf, dass das Land vor allem unter starken Wassermangel leidet, doch in den letzten Jahren konnte die Wasserversorgung verdoppelt und so die Wüste in blühenden Boden verwandelt werden. Unter den Flüchtlingen. die nach Israel strömen, befinden sich erstklassige Fachleute, die die moderne Industrie aufz-ubauen mitgeholfen haben. Herr Elkin unternimmt zur Zeit als Repräsentant der israelischen Industrie eine Informationsreise durch Südamerika und sucht neue Absatzmärkte für die israelischen Produkte, die sowohl an Güte als auch an Preis konkurrieren können. Er besuchte 14 Länder, in denen er bereits israelische Erzeugnisse vorfand, die gern gekauft werden. Herr Elkin will neue Beziehungen ankniipfen, denn Israel ist in der Lage, gute und gangbare Waren zu liefern. Der Staat Israel stützt in jeder Weise die neue Industrie, mit Krediten und der Anschaffung modernster Maschinen, die von versierten Fachkräften bedient werden, was schon dazu geführt hat. dass man bereits gute und billige Produkte herstellen kann, die sowohl in Europa als auch in Nord- und Südamerika abgesetzt werden, wenn auch der Käufer nicht immer weiss, dass es sich um israelische Fabrikate handelt. So fahren in Argentinien viele Autos mit israelischen Reifen; die „Lachisch" brachte eine grosse Ladung israelischer Autoreifen und ladet Fleisch für Israel. Der Fortschritt der Industrie ist unverkennbar die Hauptartikel sind chemische Produkte, Pottasche, Insektenpulver, landwirschaftliche Chemikalien, Autoreifen. Bleistifte, und die ZIM-Flotte läuft schon alle Häfen der Welt an. Aus Argentinien bezieht Israel den grössten Teil seines Fleichbedarfs, Wolle, Mate und Lederprodukte u. a. Sprechende Zahlen Zur Zeit der Staatsgründung betrug die bebaute landwirtschaftliche Flächein Israel lVz Millionen Dunam, während im Jahre 1959 bereits vier Millionen Dunam bearbeitet wurden. So fehlten früher viele lebensnotwendige Nahrungsmittel, die heute bereits in solcher Menge erzeugt werden, dass man exportieren kann. 1949 erzeugte Israel für 2 Millionen Pottasche und Nebenprodukte, während jetzt 11 Millionen erzeugt werden. Die ZIM-Flotte wurde von 4 Schiffen bei Staatsgründung auf 41 erhöht. Der Import belief sich 1949 auf 253 Millionen Dollar, gegenüber 433 Millionen heute; der Export wurde von 46 Millionen auf 270 Millionen einen kleine über die Ene Fleiss des jüc geben mag. Is verlegt sich jf lieh auf die : Erzeugung voi asche, Zement linstoffen und und beginnt n Patente auch i dem auszuwe nan z, B. mit Firmen in Ui wegen der / israelischen P uützur.g der das hier bald wendet werdi Vortrag toi Dt. Ludwig Als letzten interessantest vergangenen hall> der Inst Argentino-(k wir einen V Thema ‘ El ] behan ®ens prägn kn Karl V geschichtlich mens und ] Zeit zu fori fechtfertigen zuvor b f. “herquere ^■der Israel - Marken te rÜMttr Auswahl: «. a. VIERER BLOCKS — MARKEN MIT PLATTENNUM- MER — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (plaachaa) — VOLL. STAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN - ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWUERDIGE BERATUNG Alfons« MORITZSON Guanacache 2351, dep. 2 m. CABRUDO OMAMMi MÜSatSM * i k 1 LU ACH (Kai Dienstag, den 1, November Mittwoch, den 2. November Donnerstag, den 3. Noveaktr Freitag, den 4. November Sonnabend, den 5, Novembr Parschat Vayera 1. B. Ma Haftara II K%?e ¡y , " X Sonntag, den 6. November Montag, den 7. November Dienstag, den 8. November Mittwoch, den 9. Novembet Jahrestag der Synagogenvj^ Donnerstag, den 10. Noven^