Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1824 (1.11.1960)
- Date
- 1960-11-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/9616703-9611224-9611959--0840-9611962- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Marie», 1? de Noviembre de 1960 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXI, — No 1824 — 3 Tiberias - das verhinderte Karlsbad Die Sonne stand schon tief im Westen, als uns der Bus den gewundenen Weg zum Tiberiassee hinabfuhr. Nicht z'im erstenmal haben wir tuese Strecke durchmessen, nicht zum erstenmal diese Landschaftsbilder gesehen. Doch immer wieder verfällt man dem Bann ihres Zaubers: in der Tiefe liegt er da — der See — so unwahrscheinlich blau, so ruhig und glattgeschliffen wie ein Spiegel. In der Tiefe liegt er da — der See — gehüllt in sein unergründliches Schweigen, verhüllt von leichten Nebeln, in dem seine uralten Träume und Mären weben. Sacht lehnen sich die rätselhaft versonnenen Wasser an den harten verschlossenen Fels, schweigen zu ihm hinauf, und der Fels sieht stumm mit seiner rauhen, ewigen Stirn ins Blau des Seeauges hinab. Oft wird die Schönheit des Galil mit der Schweiz verglichen. Aber wie falsch ist dieser Vergleich! Wie idyllisch nehmen sich die schwei zcr, wie aus dem Kinderbiljderbuch geschnittenen blink. Isauberen und bunten Dürf- 'lein aus, wenn wir hier an sie zurückdenken. Hier, wo die Natur noch ungezähmt,!noch etwas von der Allgelwalt des Elements spüren ¡lässt, wo ihr Odem so barsch ¡und gestrenge, die abendliche Stille voll einer 'Andacht und Weihe äst, die ¡sich jede Weichheit in Wehmut und sentimentale Sehn- | siichte versagt. Wie prächtig, ¡wie erhaben, wie gebieterisch ist diese Stille, vor der ’ du tief deinen Kopf neigst, i in die du eintauchst, wie in | einen klaren, kalten bis ins;Innerste läuternden Born. I Kein Wunder, wenn sich Herr August Schirmer, Präsident des Internationalen Kurort-Verbandes bei seijnem Besuch im Jahre 1937 von der Gegend zutiefst be- | eindruckt zeigte. Nachdem er eine Stunde am Ufer des ¡Kineret geruht und ihn späjter von der Höhe bewundert i hatte, wandte er sich plötzlich an seinen israelischen ISRAEL - BRIEFMARKEN AN WIEDER VERKAEUFEH — ALLE NEU AUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIAMONTE 550, I/B — Buenos Aire», Rep Argentina y Teppichhaus - M. Hochberg! UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKNÜPFTEN $ TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN ♦ FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. J Eigene Fabrikation — Unverbindliche Vorführung Auf Wunsch Zahlungserleichterungen $ ♦ MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND ♦ GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS * MIT REIN WOLLENEM VELOUR. ♦ Verkauf an Private nur Samstag und Sonntag n von 9—19 Uhr im Ausstellungshaus ▼ Calle ANDONAEGUI 2083 : 4 Quader vor Station Urquiza >♦♦♦♦♦♦♦♦♦* ÁflutBLt: Walctmoimi MODERNE WOHN. UND SCHLAFZIMMER¬ EINRICHTUNGEN — SESSELGARNITUREN Sarmiento 1147 Cabildo 774 Restaurant »Paso " ntrn Paso 452 (al fondo) — T. E. 87-9259$ Unter Aufsicht de» Vaad Harabonim der Kehlll* <’ MITTAGS- und ABENDTISCH Anrichten von kleinen Festlichkeiten | und Banketten | AUTO - REPARATUR . WERKSTATT] „BRNO“ «ENO mrrsCHNECKER Arda. CONSTITUYENTES (Edte Motyroe) T. £. 91 - 2205 Begleiter mit einem geschäftlichen Vorschlag: „Verpachtet uns Schweizern die Heilbäder und ei-;nen Teil der Kineret-Küste. ¡Sowohl ihr Israelis, als auch ¡wir, werden ein gut Stück Geld daran verd:enen, und ¡ihr werdet die Gegend nach 'zehn Jahren nicht wiedereri kennen.” Und nach einer Weile des Schweigens fügte er hinzu: „Seltsam, ihr, Israelis, habt fast nichts mehr von dem berühmten jüdi- 1 sehen Geschäftssinn. Ihr habt euch in Bauern, Arbeiter und Fischer verwandelt. Wo ist eure alte kaufmännische Tüchtigkeit geblieben?” | Und Herr Schirmer, der; Sachkenner von internatio-! nalem Rang für Kurortfra-; gen, ist nicht der einzige, der seine Bewunderung für! Tiberias und seine ganz be- ' sondere Eignung als Heilbad zum Ausdruck brachte. Schon alte Chroniken berichten uns: eine ähnliche ¡Meinung hat noch im Jahre 11806 der deutsche Tourist I Sitzahn geäussert, der die heissen Quellen von Tiberias als Wasser von unvergleichlicher Heilkraft rühmte. Und dabei konnte er doch nicht wissen, dass die Heilquellen von Tiberias deshalb zu den wertvollsten in der WTelt gehören, weil sie eine ungemein gesundheitsfördernde und dabei in keiner Weise schädliche radioaktive Wirkung ausüben. | Aber Tiberias mit all sei- ¡nen landschaftlichen und i kurörtlichen Vorzügen hat ¡kein Glück. Es ist wie jeder j Edelstein, der nicht zur Gelitung kommen kann, weil er 'nicht in die Hand des Meisters gelangt, der ihm die entsprechende Fassung geben würde. Während der ¡langen Zeit arabischer Verwaltung entstanden die im türkischen Stil gebauten, ¡primitiven Gebäude der Badeanstalten. Ein greiser Araber überwachte 50 Jahre lang den Zu_ und Abfluss der Heilwasser in die Bäder. Bei seiner schweren Arbeit von früh bis in die Nacht hinein, wurde der Alte manchmal vom Schlaf überwältigt. Und während die Wasser langsam den Graben entlang in die Becken flössen, lag er da, die Hand am Beckenrand, bis seine Fingerspitzen den Schmerz der heissen Berührung verspür, ten, dann wachte er auf — es war an der Zeit, den Zufluss zu sperren, damit die Räume nicht überschwemmt werden. Dieser Zustand wurde selbstverständlich geändert. Rings um die 17 Quellen wurden Kanäle gebaut, damit die Wasser vor der Aufnahme unnützer Substanzen bewahrt werden. Aber leider wird immer nur noch ein kleiner Teil der Wasser ausgenützt! Die Baderäume sind zwar mit marmornen Fussböden ausgelegt und sie bieten einen angenehmen Anblick. Man kann in Tiberias Schlammbäder, Dampfbäder, auch Kuren gegen Frauenleiden nehmen. Die Heilwasser und der Schlamm sind — wie gesagt — wertvoller als in den europäischen therapeutischen Bäj dern und trotzdem bleibt der ¡Strom der Kurgäste aus verschiedenen Ländern aus. ¡Warum — fragt man sich. Warum fährt man nach Karlsbad, nach Baden Baden 'und Marienbad und nicht nach Tiberias? j Auf diese Frage erhält man von Fachleuten die 'Antwort: Tiberias ist ein ¡verhindertes Karlsbad, es ist das Opfer der Quadratur des ¡Kreises. Die ausländischen ■Gäste kommen nicht, weil j die Dienste hier noch immer ¡viel zu wünschen übrig lassen und auf niedrigem Niveau stehen. Und die Regierung lehnt es ab, Kapitalien in die Entwicklung des Badeortes für die Errichtung ¡moderner Hotels und Unter- 'haltungslokale zu investie- ¡ren, mit der Begründung, dass die Kurgäste Tiberias nicht besuchen. Dabei beweist die Tatsache, dass „Ga-! lej Kineret”, ein Hotel von europäischem Niveau, das ganze Jahr über voll ist, wie sehr gerade solche Unterkünfte fehlen. Herr Meiri.; der das ganze Problem, wie seine Westentasche kennt, klagt: „Wenn schon Investo- |ren kommen, so ziehen sie! sich bald wieder zurück. ¡Wenn die Regierung , draui ssen” bleibt, dann wollen auch sie kein Geld hinein- I stecken.” | Nach Massgabe Herrn Meiris sind 5 Millionen IL nötig. Dieser Betrag würde als Grundlage zum Heranziehen fremder Investoren dienen. Mit ihrer Hilfe könnte man dann Tiberias allen Anforde- I rungen der modernen Kur-; orttechnik anpassen. Es besteht bereits ein fertiger Plan, demzufolge im Laufe von drei Jahren in Tiberias zwei Dienstgebäude, Sportanlagen und Unterhaltungslokale entstehen sollen. Ein grosses Hotel mit 200 Zimmern und einem Speisesaal für 150 Personen, eine Bootanlegestelle und eine Station für Liebhaber des Angelsports, ein Schwimmbass.n, grosse Cafes entlang der Küste, Tanzböden, Parks, Kino und ein Museum sind vorgesehen. Museum? Wozu? Für geologische Attraktionen aus fernen Zeiten, die dem jüdischen Gast aus der Bibel, dem Christen aus dem Neuen Testament bekannt sind. Und hier äussert Herr Meiri sein Kredo: „Bedenken Sie doch — es g.m in der Welt nicht viele Orte, die so gute objektive Bedingungen für die Wintertouristik wie Israel und insbesondere Tiberias bieten. Unsere Heilquellen übertreffen die europäischen an Wert und während dort Frost und Schneestürme wüten, kann der Kurgast bei uns Sonne und Wärme geniessen. Für Reklame im Ausland wird ¡bereits gesorgt, und schon ¡für die nächste Saison ist mit einer Gästewelle zu rechnen.” Aber werden wir die Gäste trotz der günstigen objektiven Bedingungen befriedigen können? Das ist die Frage. Denn anstatt die Häuser und Hotels, so nah, wie möglich, am Kineret und an den Badeanstalten zu 'bauen, hat man die neue ¡Stadt auf die Höhe veri drängt, was zu langen und auch beschwerlichen Gängen ¡zwingt. Man wollte aus Tiberias mit Gewalt eine Arbeiterstadt machen. Und nun ist es weder eine Arbeiterstadt noch ein Kurort, wie er seiner natürlichen Beschaffenheit nach sein sollte. Man hat bei der.Entwicklung der Ortschaft nach kurzsichtigen Blickpunkten gehandelt, von heute auf morgen gedacht und sich deshalb verrechnet. „Die breite Perspektive — nur die hätte man im Auge haben müssen”, sagt Herr Meiri. ..So wie sie der schweizer und internationale Fachmann August Sclvrmer auf den ersten Blick erkannte.” "V im:. Nur die besten Stoffe, die zuverlässigsten Zutaten und sorgfältigste Verarbeitung helfen uns einen CARLTON- Kunden zum Stammkunden zu machen. Vom Faden bis zur Fertigstellung gelten für Cnrlton- Kleidung strenge Herstellungsvorschriften Stabiloform - Fertig- KJeidung Feinste Massarbeit Herren Ausstattung Maipú 982 T. E. 31-0357 €icti Tested Maipú 484, 1. Stock T. E. 31-7845 Maipú 982 T. E. 31-0753 CATECA S. A. ♦ Directorio 5555 Buenos Aires; T. E. 68 -1017/18 y 1264 SUAVANDAR el calzado legítimo de espuma de goma t ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Die Neonazis in der Bundesrepublik Bonn. — Die neonazistische Reichspartei vervielfachte bei den letzten Wahlen ihre Sitze in den städtischen Distrikten der Provinz Rhein. land-Pfalz, wie die nunmehr bekanntgegebenen Ziffern besagen. Diese Partei, die in den letzten Wochen des Wahlkampfes ein offen antisemitisches Programm vertocht. vertilgt jetzt über 16 Sitze im Vergleich zu vier Sitzen bei den Wahlen vom Jahre 1956. Die Partei erhielt 19.500 Stimmen, d. b. 1,1 % der gesamten Stimmenzahl, während sie 1956 nur 0,30 r;i der Stimmen erlangte. (ITA) Dr. Hardi Swarsensky ¡ Í Asuntos Europeos exclusivamente Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15_18 Uhr Dr. Günter Frey Asuntos Argentinos y Sudamericanos TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN VERTRAEGE - VERWALTUNGEN í RUEROZEfT: 10—12 und 15—18 Uhr 't PITKYRREDO.V 2190 e, Av. I.AS HERAS - T E 83.2613 * _ f •~v