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Jüdische Wochenschau · 1960-11-01 · 1824 (1.11.1960) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1824 (1.11.1960)
Date
1960-11-01
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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eutun. uns gen ■ns un) user itik -wenn auch in ’lossenen Dehat- 5 das Referat auf Konferenz, ler Löwenstein ■Förderung der ■ und den Beid. wenn auch ®He inhaltlich i waren. Hier »ich Tempera- Weltanschauiwlisten'’ und die epräsentrert die den Rabbiner . die anderen der Woche fördert die Ziele durch Dr. Hardi Swarsensky. Dass heute die Möglichkeit besteht, eine Komposition der realistischen — von Dr. Pinkuss vertretenen praktisehen Massnahmen mit den Glaubensforderungen der Idealisten zu finden, beweist, dass die Idealisten imstande waren, eine neue Realität zu schaffen, nämlich den Staat Israel. An der Alijah-Debatte beteiligten sich u. a. auch die Herren Hirschfeld und Furdanski. Themen und Beschlüsse In einem weiteren Referat, das Rabbiner Dr. Winter über die Kleingemeindea hielt, schilderte der Referent die Notwendigkeit einer Erweiterung des Aufgabengebietes der Centra im Dienste der kleinen und kleinsten Gruppen, die über den Kontinent zerstreut, kaum die Möglichkeit haben, jüdisches Leben weiterzuführen. Das interessante, mit Beifall aufgenommene Referat führte zu einer kleinen Debatte, in deren Verlauf Rabbiner Löwenstein über das Schicksal der Kleingemeinde Valdivia berichtete, deren Einrichtun. gen durch das diesjährige Erdbeben in Chile in. wenigen Sekunden zerstört wor. den waren. An der Debatte beteiligte sich auch Dr. Hirschberg (San Paolo), der mit Recht davor warnte, durch Doppelorganisierung bestehende, nun einmal gewordene Gemeinden zu stören. — Die Resolutions - Kommission. die unter dem Vorsitz von Dr. Swarsensky getagt ren Hirschfeld und Rabb. Dr. Winter (Montevideo), Rabb. Hart (Buenos Aires), sowie den Herren Dr. Alfred Hirschberg (Brasilien) und Rabb. Löwensteir. (Chile) bestand. legte eine Reihe von Beschlüssen vor, die einstimmig angenommen wor. den sind. Inzwischen hatte auch die Wahlkommission ihre Tätigkeit abgeschlossen, deren Ergebnis vom Vorsitzenden dieser Kommission. Herrn Dr. Feuereisen (San Paolo) und von Dr. Hans Reich (Santiago) mitgeleilt wurde. Es wurde eine grosse Exekutive geschaffen, an de. ren Spitze wiederum die Herren aus Montevideo stehen, vor allem Hirschfeld als Präsident und Leschnitzer als Sekretär. Die Wahlen, bei denen ern. ste Schwierigkeiten überwunden werden konnten, fielen jedoch, wie nachher mehrfach gesagt worden ist, nicht zur Zufriedenheit aus. da wertvolle Mitarbeiter durch die nicht sonderlich erfreulichen Wahlvorschläge aus Buenos Aires nicht die ihnen zustehenden Plätze in der Exekutive erhalten konn. ten. Leo Baeck-Institut und Jugend Der letzte Vormittag der Tagung, die mit einem Bankett abgeschlossen wurde, das der Gemeindevorstand der NUEVA CONGREGA- Autoreifen und i für Israel, hritt der Induverkennbar die sind chemiscke ottasche, Inset landwirschaftliilien, Autoreife* id die ZIM-Fkit- >n alle Häfen der Vus Argentiniei :1 den grösste! Fleichbedarfe e und Lederpro- 1$ Zahlen der Staats?™- xg die bebaute aftliche Fläche» Millionen Dunau, i Jahre M ** lillionen Dun® 270 Millionen gesteigert, was einen kleinen Ueberblick über die Energie und den Fleiss des jüdischen Volkes geben mag. Israels Industrie verlegt sich jetzt hauptsächlich auf die Steigerung der Erzeugung von Brom, Pottasche, Zement, Farben, Anilinstoffen und Düngemitteln und beginnt nun auch, seine Patente auch in anderen Län. dern auszuwerten; so steht man z. B. mit argentinischen Firmen in Unterhandlungen wegen der Auswertung des israelischen Patens zur Ausnützung der Sonnenenergie, das hier bald industriell verwendet werden dürfte. Vortrag von Dr. Ludwig Fiachskampf Als letzten und vielleicht interessantesten Vortrag der vergangenen Saison innerhalb der Institución Cultural Argentino-Germana hörten wir einen Vortrag, der das Thema ‘ El Plus Ultra Espa¬ ñol“ behandelte, ein immens prägnanter Ausdruck, den Karl V. prägte, um die geschichtliche Sendung Spaniens und Portugals seiner Zeit zu formulieren und zu rechtfertigen. Die Mission, nie zuvor befahrene Meere zu überqueren, nie gesehene Länder der katholischen Ü A CH j Noveni den . den Kalender) 11. Marcheschvai Hovem^ 12. Marcheschvai den 3. No¥e**,er 33. Marcheschvai i NofCintlir 14- Marcheschvai ' c November 15. Marcheschvai NieralAM- XVHI. 1 - XXII, 24 ha I'K(W‘ge IV. 3—23 . fjove®11* 16. Marcheschwar c*eD, 37. Marcheschwar Jen <■ «¿SÄ*. den jíoven'W’ 18. Marcheschwai ¡fove®*1* 10. Marcheschwai S>T>aS#“ülbrennung in Deutschland jO, jfoveßuer 20. Marcheschwai Kirche zu unterwerfen und ihren Bewohnern den alleinseligmachenden Glauben der ecclesia militans mit Feuer und Schwert aufzuzwingen, war der leitende Gedanke dieser Epoche. Gleichzeitig mit dieser “Conquista” gingaber auch das Werk der „Reconquista“, d. h. die Vertreibung des Islams aus der Iberischen Halbinsel, ihrem letzten Stützpunkt' in Europa vor sich, die mit dem Fall der Stadt Granada im Jahre 1492 besiegelt wurde. Dieses Jahr wurde gleichzeitig das Jahr der Entdeckung Amerikas und der Vertreibung der Juden aus Spanien nach einem halben Jahrhundert grösster Blüte von jüdischer Wissenschaft und Kunst in Spanien. Die Eiferer eines Glaubens waren Krieger, Priester und Dichter in einer Person, bei denen Glaube und Wissenschaft keinen Widerspruch bildeten, sondern sich zu einer Einheit zusammenfanden die bald verloren gehen sollte, und die ihre Philosophie sowohl von Maimonides, seltsam genug, als auch von seinem Antipoden Thomas von Aquino entlehnten. Ihre religiöse und nationale „Sendung“ spiegelte sich auch deutlich in der damaligen Literatur und Dichtkunst wider, von ^enen wir in. der Form herrliche Beispiele von Fray Luis de León, Hernando de Acuña, Alonso de Ercilla zu Gehör bekamen. Das Verständnis dieser über ihre Zeitbedingtheit hinaus durch ihre Schönheit wirkende Poesie wurde der zahlreichen Hörerschaft durch den formvollendeten Vortrag des Redners in deutscher und in portugiesischer Sprache und die Originalwiedergabe in Spanisch von Dr. Moncayo bedeutend erleichtert. Verblüffend war die fach- GEMEINDE: GRUNDLAGE JEDER ARBEIT CION ISRAELITA den Delegierten gab, war dem Leo Baeck-Institut und der Juhatte, und die aus den Hergendarbeit gewidmet. Ueber das Leo Baeck-Institut referierte Herr Curl Wilk, dessen Ausführungen den ungeteilten Beifall der Anwesenden fanden, die praktische Konsequenzen zu z-iehen ent. schlossen waren. Eine kurze und lebhafte Debatte spiegelte das Interesse wider, mit dem heute das Institut rechnen darf. —- Die Jugend kam dann noch einmal, wenn auch reichlich kurz, zu WTort. Chawer Melchior sprach über die Ergebnisse der INDRA.Tagung, die mit der Konferenz der Centra parallel gelaufen ist, und verlas die von der Jugend in Vorschlag gebrachten Resolutionen. die als Empfehlungen an die neue Exekutive von der Centra-Leitung übernommen worden sind. Wir wollen an dieser Stelle nochmals unterstreichen, dass der Einsatz und der Ernst der Jugend, mit dem sie an die Erfüllung ihrer Aufgaben geht, beeindrukkend ist und zeigt, dass hier junge Menschen an der Ar. beit sind, die wissen, was sie wollen, und von dem Gedanken getragen werden, fortzusetzen, was von ungezählten Generationen vor ihnen begonnen worden ist. Das ist auch Leitmotiv der Centra . Arbeit überhaupt: FORTZUSETZEN, was wir übernahmen, nicht es zu. konservieren! — Hoffen wir, dass es den gemeinsamen Anstrengungen aller gelingen möge, diese Arbeit fiir die Zukunft zu leisten und damit zur Entstehung eines lieh bis in das letzte Detail eingehende, auch rein rhetorisch fesselnde Erläuterung der geschichtlichen Zusammenhänge, die ein aussergewöhnliches Wissen dieser schwieligen Materie verriet. Als Ergänzung und historische Fortsetzung folgte dann, die Darstellung der absteigenden Linie des spanischea Imperialismus, die im Jahre 1810 in der Unabhängigkeits- Erklärung der lateinamerikanischen Völker durch San Martin und durch Artigas und Bolivar ihren Ausdruck fand. Die Dichtungen eines Rüben Dario spiegelten in nicht geringerer harmonischer Schönheit als wahre Poesie diese neuere Epoche wider, die nicht als geiitge sondern nur als politische Loslösung zu verstehen .ist- Denn Spanien blieb bis auf den heutigen Tag die „Madre Patria”, und das deutliche Zeichen dieser geistigen und kulturellen Verbundenheit der ehemaligen „Conquistadores” mit der nun politisch emanzipierten „Neuen Welt“ zeigt sich im Dekret von Hipólito Yrigoyen vom Jahre 1922 (dessen Text in Spanisch und Deutsch verlesen wurde), wo der 12. Oktober eines jeden Jahres als der Tag der Verbundenheit der ganzen spanisch _ sprechenden Welt erklärt wurde. Ein derartig umfassendes Thema konnte nur durch einen Wissenschaftler vom Format eines Dr. Flachkampf gestaltet werden, dem die Schilderung dieser Epoche nicht nur eine Wissens-, sondern auch eine Herzensangelegenheit ist, was sich besonders in der Auswahl der dichterischen Beispiele zeigte. Langanhaltcndcr, herzlicher Beifall belohnte den Redner für diesen aussergewöhnlichen Abend. H. D. neuen lebendigen und blühenden Zweiges des jüdischen Volkes in Lateinamerika beizutragen. Diese Entwicklung hat längst dadurch ihren Ausdruck gefunden, dass unsere Menschen wie Organisationen und Gemeinden einen engen Kontakt mit allen Teilen der jüdischen Kollektivität gefunden haben. Alle Gemeinden und Organisationen gehören den zentralen Vereinigungen in ihren Ländern an, der DATA, der AMIA, den Zentralcomites in Uruguay. Chile usw., wobei diese Koordinierung und Zusammenarbeit in Brasilien besonders weit vorgeschritten ist. Alle unsere Gemeinden sind durch diese Angehörigkeit zur organisierten jüdischen Kollektivität feste Bestandteile des Jüdischen Weltkongresses geworden, an dessen Arbeiten sie einen lebhaften Anteil nehmen oder nehmen sollten. Aus vielen Gründen, vor allem aus einem Gefühl der Dankbarkeit gegenüber dem Präsidenten der Z.O. und des Jüdischen Weltkongresses. Dr. Nachum Goldmann, sollten die Centra-Mitglieder die Aktion unterstützen und materiell fördern, die jetzt zwecks Errichtung eines Hauses der Galut in Israel geführt wird. Hierauf wurde während der Centra-Konferenz von Dr. Swarsensky, Mitglied der Weltkongress- Exekutive, besonders und unter Beifall der Delegierten hingewiesen. Eine Schlussbemerkuc * Ueber den Centra - Kon. gress wäre noch sehr viel z« sagen, zumal der erfreuliche Verlauf gezeigt hat, dass in unseren Kreisen zahlreich« konstruktive Kräfte am Wer. ke sind. Der Kongress spiegelte den Wulen zum Aufbau wieder, der im Laufe der Debatte besonders in den Worten zum Ausdruck kam. die Frau Jacobi vom Hilfsverein in Buenos Aires über jüdische Sozialarbeit und die Rabbiner über die kulturellen Notwendigkeiten gefunden haben. Das grösste Positivum aber bleibt die Mitarbeit der Jugend, die durch die Centra-Exekutive unter Führung von Rudolf Hirschfeld auch für die Zukunft gesichert ist. flgs Leo Baeck Institut sucht folgende Jahrgänge der Allgemeinen Zeitung des Judentums 38. Jahrgang. 1874 49. Jahrgang. 1885 50. Jahrgang. 1886 52. Jahrgang. 1888 53. Jahrgang. 1889 Wer diese Jahrgänge besitzt oder wer auch nur einen der genannten Bände hat, wird gebeten, der Redaktion der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU hiervon Mitteilung zu machen (Buenos Aires, Pueyrredön 2190, Tel.: 83-2613) -★- PUBLIKATIONEN DES IEO BAECK INSTITUTES SCHRIFTENREIHE WISSENSCHAFTLICHER ABHANDLUNGEN DES LEO BAECK INSTITUTES J. C. B. MOHR (PAUL SIEBECK) TUEBINGEN 1 S. ADLER-RUDEL OSTJUDEN IN DEUTSCHLAND 1880 — 1940 ZUGLEICH EINE GESCHICHTE DER ORGANISATIONEN, DIE SIE BETREU¬ TEN, MIT EINEM GELEITWORT VON SIEGFRIED MOSES Eine matertalreiche sozialpolitische Studie über das Wandersctuckaal einer jüdisches Gruppe im Schatten des Antisemitismus und zweier Weltkriege.? ERNST SIMON AUFBAU IM UNTERGANG JUEDISCHE ERWACHSENENBILDUNG IM NATIONALSOZIALISTISCHEN DEUTSCHLAND ALS GEISTIGER WIDERSTAND Eine Darstellung des einzigartigen Kampfes der deutschen Juden um Selbstbehauptung durch die Macht der Bildung angesichts der drohendes Vernichtung durch physische Gewalt. -★- 3 MARGARETE SUSMAN Die geistige Gestalt Georg Simmels Eine Würdigung und Deutung des allzu wenig bekannten Gedankenguts de« Metaphys.xers. Geschichtsphilosophen und Soziologen — zugleich »ln Denk- «nal der greisen Schülerin und Freundin für Simm«! WERDE AUCH DU MITGLIED des Leo Baeck-lnstituts Anmeldungen im Büro der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU PueyrredÄn 2190, 1“ ixq. (83 2613)

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