Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1823 (28.10.1960)
- Date
- 1960-10-28
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Viernes, 28 de Octubre de 1960 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXI. — No. 1823 — 3 DIE EREIGNISSE DER WOCHE Council-Tagung in. New York Vor wenigen Wochen trat die Leitung des Council of Jews from Germany in New York zusammen, an der erstinaiig auch Vertreter der in Lateinamerika lebenden Juden aus Deutschland im Auftrag der Centra teilnah. men. Die letzte Executiv- Sitzung der Centra in Montevideo vom Juli 1960 hatte beschlossen, dass sie eine Delegation aus den Herren Dr. Landau (Santiago de Chi. le), Rudi Hirschfeld (Montevideo). Dr. Feuereisen (San Paolo) und Dr. Hardi Swarsensky nach New York entsenden wolle. Als der Council in einem New Yorker Hotel zu seiner ersten Arbeitssitzung zusammentrat, waren erschienen: Dr. Siegfried Moses, der frühere Präsident der Zionistischen Vereinigung für Deutschland, jetzt Staatskontrolleur Israels (Jerusalem), sowie die Herren Prof. Benno Cohn, Dr. Tramer und Dr, Gerling, sämtlich Israel, die Herren Dr. Reichm^inn, Dr. Berent und Baer (London), Rabbi Grünewald, Dr. Müller und Dr. Simon (New York), R. Hirschfeld und Dr. Hardi Swarsensky (für Lateinamerika), und die Herren Prof. Simon, Jerusalem, Dr. Robert Weltsch, London, und Adler-Rudel (Jerusalem) Im Laufe der Tagung nah- ¡men auch andere Persönlich, keiten, insbesondere aus New York, an den Beratungen als Experten teil. Am ersten Abend fand eine grundsätzliche Aussprache über die Aufgaben des Council statt, die von Rabbiner Grünewald eingeleitet wurde und in deren Verlauf Dr. Swarsensky den grundsätzlich-ideologischen Standort der in Lateinamerika lebenden Juden fixierte, der nicht unerheblich von der Position abwich, die etwa Dr. Hans Reichmann einnahm. Die auf einem hohen Niveau geführte Auseinandersetzung führte zu einer Klärung der künftigen Council.Aufgaben, die nicht unwesentlich von der bisherigen Linie abweiehen werden. Hierbei spielt allerdings das Auftreten der lateinamerikanischen Centra eine erhebliche Rolle, die ihre Gedanken über die Arbeit in einem Memorandum auseinandergesetzt hatte, das von dem Centra.Vorsitzenden Herrn R. Hirschfeld, in einer meisterhaften Form verfasst worden war. Arbeitssitzungen! Die Tagung des Council 'stand im Zeichen der nüchternen Arbeit. Abgesehen von einer akademischen Feier des 20jährigen Bestehens der American Federation der aus Zentraleuropa stammenden Juden wurden nur Arbeitsthemen behandelt, GUENSTIGE PREISE für Reisebüro VIA WINK §25 de Mayo 189 - T. E. Teppichhaus - IHocier; UNERREICHTE AUSWAHL AN HANDGEKNÜPFTEN TEPPICHEN IN ERSTKLASSIGEN QUALITÄTEN FUER JEDES GEMUETLICHE HEIM. Eigene Fabrikation — Unverbindliche Vorführung; Auf Wunsch Zahlungserleichterungen \ 1 MASCHINENTEPPICHE IN ALLEN FARBEN UND GROESSEN. AUSLEGEN VON APPARTEMENTS MIT REIN WOLLENEM VELOUR. Verkauf an Private nur Samstag und Sonntag von 9—19 Uhr im Aussteilungshaus | Calle ANDONAEGUI 2083 4 Quader von Station Urquiza Y Muf&us WaU^uimtiiv MODERNE WOHN. UND SCHLAFZIMMER¬ EINRICHTUNGEN — SESSELGARNITUREN Sarmiento 1147 Cabildo 774 AUTO „ REPARATUR - WERKSTATT „BENO“ ' ÜHO HUTSCHNECmt Afán. CONSTITUYENTES 4902 (Icke Monroe) T.E.K » < jbi i i die schliesslich mit der Verteilung der zur Verfügung stehenden Fonds abgeschlossen wurden, wobei die Centra erstmalig bei der Verteilung berücksichtigt worden ist. In Abänderung der beste, henden Council-Praxis wurden auch Mittel für andere als Hilfszwecke disponiert, wobei sich erfreulicherweise der von der Centra entwikkelte Gedanke der konstruktiven Arbeit durchsetzte. Interessant war festzustellen, dass die Organisation der aus Deutschland gekommenen Juden recht erheblich von der südamerikanischen Formation unserer Organisationen und Gemeinden abweicht. Es sei darauf hingewjesen, dass der Centra-Gedanke. der in diesen Blättern lange Jahre hindurch propagiert woiden war, bevor es 1 dem Herausgeber dieser Zeiitung gelang, ihn durch Griinj düng der Centra in die Tat umzusctzen, deswegen auf ei. j nen hier so fruchtbaren Bo. i den fiel, weil trotz der in 1 Südamerika recht bedeutsamen Entfernungen die Struktur aller unserer lateinamerikanischen Gemeinden un. I sercs Sektors gleichartig ge- ,wesen ist. Welchen Einfluss bei dieser Entwicklung die [„Jüdische Wochenschau“ gespielt ¡rat, das mag ein späterer Betrachter feststellen, der sich das entsprechende Material zugänglich gemacht hat. Die Tatsache bleibt bestehen: die Gemeinden in Montevideo, Santiago, Rio de Janeiro, San Paolo oder Buenos Aires tragen alle eine Reihe gemeinsamer Grundzüge, die sich von dem Weg unterscheiden, den die Juden aus dem gleichen deutsch _ jüdischen Kulturkreis etwa in England gegangen sind, wo es unseres Wissens auch nicht eine einzige derartige Gemeinde gibt. Einiges aus den USA So erfreulich es war, in New York bei der Council- Tagung viele alte Freunde, Gesinnungsgenossen wie Vertreter anderer Auffassun- , gen wiederzufinden, mit de- 1 nen die alten freundschaftlichen Beziehungen sofort J wiederauflebten, den Stui diengenossen Dr. Gerling, i den letzten Präsidenten der jZVfD, Benno Cohn, der in! Israel Präsident des Diszipli. i narhofes war und heute Ver- I waitungsrecht an der Univer. sität Tel Aviv lehrt, den hier bekannten Professor Dr. Ernst Simon, der darum bat, auf diesem Wege alle seine Freunde in den südamerikanischen Ländern zu grossen, und der sich besonders gern des Besuches im Heim San Miguel erinnert, oder den früheren Syndikus des CV, Dr. Hans Reichmann, so erfreulich es also war, diese und manche anderen alten Freunde 'wiederzusehen, so kalt wirkte die Atmosphäre, in der sich die Council-Tagung vollzog. Es ist zwar festzustellen, dass sich die nordamerikanische Beschäftigungstherapie unserer Menschen bemächtigt hat, die offensichtlich aber nur das gelernt haben, was von Schiller in Wallensteins Lager so nett umschrieben wur. de, das Aeusserliche, und die Nüchternheit mit Sachlichkeit verwechselten. In einem hierzu geradezu wohltuenden Gegensatz zur Ungastlichkeit der American I ederation, ihres Vorsitzen, den und Geschäftsführers, stand die herzliche Gastlichkeit der Gemeinde in Montevideo, die zwar nicht von Männner mit so klingenden Namen, wohl aber von Män- und Frauen mit jüdi- , schem Herz und echtem jüdischem Empfinden geleitet wird. Ihr müsst umlernen Wer bisher glaubte, die Juden in Nordamerika hätten Geld, die irrten sich. Wir, die lateinamerikanischen Brüder, die man bisher immer „betreuen“ wollte, wie es von Dr. Müller auf der Council-Tagung formuliert wurde, wir sind die reichen, die wohlhabenden, die glück, liehen Brüder, die mit den nordamerikanischen Juden, jedenfalls soweit sie aus Zentraleuropa kommen, Mitleid haben müssten. Deswegen müssten z.B. alle Gelder, die dem Council zur Verfügung stehen, ohne jeden Abzug der American Federation zufliessen, ein Standpunkt, ¡den man auf der Tagung ernsthaft vortrug, und dem auch bei der Verteilung des Budgets weitgehend Rechnung getragen worden ist. Auch den lateinamerikanischen Delegierten bei der Council-Tagung war es bis-! her unbekannt, wie arm die I nordamerikanischen Juden Isind, sodass wenigstens vom! Schreiber dieser Zeilen eige- |ne Erhebungen nach der Ta- | gung angestellt wurden, um sich mit diesem Thema vertrauter zu machen. Die er. sten Informationen, die bereits in New York bei einigen aktiven Gemeinde-Arbei. tern eingezogen wurden, stehen mit der Darstellung in Widerspruch, die man auf der Couneil-Tagung gegeben hat. Und das ist erfreulich. Die Emigration der Juden aus Deutschland hat sich in allen Ländern, wo keine ausländerfeindliche Restriktionen bestehen, schon aus dem Grunde glänzend eingeordnet, weil diese Emigranten beruflich gut vorbereitet gewesen sind. Das war nicht ihr Verdienst, sondern entsprach der ernsten Auffas. sung eines Berufes und der allgemein - hervorragenden beruflichen Vorbereitung, wie sie in Deutschland üblich war und auch für jüdische Kinder und junge Men. sehen galt. Deswegen gab es nur dort ernstere Schwierigkeiten, wo es darum ging, solche Akademiker einzuordnen, deren Berufe ortsgebunden waren wie etwa die Juristen. Da nach Nordamerika besonders qualifizierte Men- LA SEMANA ISRAELITA BIS EM AN ARIO INDEPENDIENTE Bs. Aire* — PUEYRREDON 2190, 1? ixq. - T. E. 83-26L 7. Mareheschvan 5721 28. Okiofcer I960 sehen auswanderten, haben sie sich dort auch im allge- 1 meinen sehr gut in das Leben, vor allem auch in das Wirtschaftsleben, eingeordnet. Manche von ihnen vollzogen ihre Eingliederung in den Amerikanismus zu gut, sodass sie schon vollkommen vergessen haben, woher sic stammen und welche jüdischen Pflichten sie erfüllen müssten. Ein kluger Tagungsteilnehmer, Vertreter der American Federation und Finanzfachmann, sagte mir, es sei so schwer, „von unseren Leuten“ Geld zu erhalten... Das mag sein. Leicht ist es nirgends. Dennoch dürfte unsere Gemeinschaft, wenn sie in dieser Richtung ernst und verantwortungsbewusst geführt wird, bisher immer ihren jüdischen, insbesonderen sozialen Verpflichtungen nachge. kommen sein. Dies war die Gelegenheit, dem Council mitzuteilen, dass die südamerikanischen Juden in allen Ländern Lateinamerikas, ihre sozialen Probleme zu lösen versuchten, sich nicht auf andere verliessen, sondern zunächst einmal erst im eigenen Kreise die erforderlichen An. strengungen machten, um das Gebot der Nächstenhilfe zu erfüllen. Mit besonderem Nachdruck wurde den Delegierten der Council-Tagung ein Bild der grandiosen Hilfsarbeit des bonaerenser Hilfsvereins gegeben, der mit seiner Arbeit ein Beispiel von Bereitschaft und Pia. nung gegeben hat. Jedenfalls wurde auf der Couneil-Tagung eine Reihe jvon Problemen angeschnit- | ten, die uns auch noch weiterhin beschäftigen werden. Leo Baeck-Institut Im Anschluss ai. die Council-Tagung trat die Leitung des Leo Baeck.Instituts im neuen Gebäude zusammen, das dem Institut von einer Familie zur Verfügung gestellt worden ist. Es handelt sieh um ein sehr gut gelegenes, grosses Haus mit schönen Zimmern, in denen die Schätze des Instituts beherbergt werden sollen. An den Beratungen des Leo Beack-lnstituts nabmeri die Council-Mitglieder sowie einige Rabbiner, Gelehrte und Mitarbeiter aus New York teil, unter ihnen Rabbiner Hahn, Rabbiner Altmann, Prof. Guido Kisch und Prof. Leschnitzer. Debatten über Aufgaben, Ziele, Publikationen und Themenwahl fühi'ten auf eine sehr hohe Ebene geistiger Auseinandersetzungen, an denen sich u. a. Prof. Kisch, die Rabbiner Hahn, Altmann und J. (Fortsetzung auf Seite 5) t Nur die besten Stoffe, die zuverlässig sten Zutaten und sorgfältigste Verarbeitung . 1, helfen uns einen CARLTON- Kunden zum Stammkunden zu machen. , f Vom Faden bis zur Fertigstellung gelten für Carlto**- Kleidung strenge Hei Stellungsvorschriften Stabiloform - Fertig- Kleidung Feinste Massarbeit Herren Ausstattung Maipú 982 T. E. 31-0357 ’'Sät Maipú 484, 1. Stock T. E. 31-7845 Maipú 982 T. E. 31-0753 ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL * Dr. Hardi Swarsensky Asuntos Europeos exclusivamente Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15—18 Uhr! Dr, Ganter Frey Asuntos Argentinos y Sudamericanos; testamente - Erbschaftssachen a VERTRAEGE - VERWALTUNGEN i BUEROZEIT: 10—12 und 15—18 Uhr mmmm -|—r * _ $ t PFEYRREDON 2190 esq. Av. LAS HERAS — T. E. 83.2613 t__ wt t a a a a a a a a a a a a a a ú a a a a a a a .1