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Jüdische Wochenschau · 1960-10-25 · 1822 (25.10.1960) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1822 (25.10.1960)
Date
1960-10-25
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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IIR >1111 KUNST nach dem Galil 11 Dr- JOSEF FINKELSTEIN iass „• j ** °*enjE;. , ¿ r ,, ^arta. süfler k "'Pracht »J ü** u«SS Wjt D:<ài i®, ¡. Also ( Wat ''orhi „ ^enttch Va Wi®» «an wuate Iur ™UR& aber nie ®uagsott, M r fleiz * hatte der Keveranstaltet und r aU«r israeli * *"r Teilnahme Key» Wunder al- :i Flugzeuge bea mussten. Der 1 der Arkia-Gesst sich von der chwebt majestätfler, steigt mit r Sicherheit imßd höh« zu den »r. Die Kühle 1 jagt ein leises xh die Glieder den heissen Tee ütchen, in den [eboten, besoa. men. Links von zeugfensterchen thts eine Landdas Meer enti. Seine Fluten grau und sie sein sollen — r weite, weite en rechts grüne Gärten im ra-!ug des weissen >i. Schon taucht ei mir gegrüsst 1! Nur eine Se- : schöne Bild Vir sind bereits und links blinkt piegel des Kinekundenlang gee Schönheit diesen Ortes, wo de und W;rkellsam verwoben iten.;eug geht tiefer, Vie schade, dass Minuten Fahrt ide sind. Es ist ,s Gefühl der keit. so sicher um zu schweben «Stellung __ Eine Aussteller Kunstwer.;r dem Protektolelischen Aussen- « steht, wurde •eiht Bilder von jen Malern wer- (ITA) __ und die Bilder tief unten wie in einem lebendigen Film vor übergleiten zu sehen. Da stehen auch schon die dickbä uchigen Busse, um uns ins Hule-Gebiet zu bringen. Ist das wirklich dieses Hule, das ich vor einigen Jahren besuchte? Damals fuhr ich nach Rosch Pina. Wie ein Garten zog sich die Siedlung am Fusse des Berges hin. Wie wenig hatten wir in Europa von solchen Siedlungen gewusst. Aber über das Hulegebiet erzählte man sich Dinge, die wie eine Legende anmuten. Wie eine Legende vom Heldenkstmpf der Pioniere mit den tückischen Sümpfen, die das Land mit Malaria verseuchten. Dem gelben Fieber, das Jahr für Jahr seine Opfer forderte. Viele dieser Pioniere starben in Not und Krankheit. Andere kamen, um vielleicht densel. ben Weg zu gehen. Aber das schreckte sie nicht ab. Der Opfermut und die Selbstverleugnung dieser Menschen waren nicht umsonst. Ein Meer von Morast und Sumpf wurde besiegt, wurde trockengelegt und urbargemacht, um jüdischen Menschen aus allen Weltteilen vertrieben, ein Heim zu bieten. Nun sah ich das vollbrachte Wunderwerk: fruchtbarer, fetter Boden wo einst der schleichende Tod den Moorgründen entstieg. Ich erinnerte mich einer interessanten Fahrt mit einem Motorboot über den Hulesee und die Kanäle. Schon damals erfüllte einen das, was hier geschaffen und gelei. stet wurde, mit Achtung und Bewunderung. Ein Bagger arbeitete unermüdlich und ein Riesenrohr spie einen nicht abreissenden Strom pechschwarzen Sumpfbreis aus. Zu beiden Seiten sah man noch Torffelder, Bambus und Papyrus und mitten im moorigen Gewässer leuchteten kleine Inselchen bedeckt mit wundervollen Wasserrosen auf. Träumte ich jetzt, als sich das Hulegebiet wieder vor meinen Augen ausbreitete Welche Leistung hier vollbracht wurde, kann nur der ermessen, der einst hier die düstere Wildnis gesehen hatte. Nur um die Seerosen tat es mir leid, die vor Jahren hier wie Märchenblumen blühten. Doch etwa 2000 Dunam wurden als Naturschutzgebiet in ihrem ursprünglichen Zustand belassen, für manche Arten von Vögeln, die nur in Sümpfen leben. Mögen sie dort ihre Nester bauen und ihr vogelfröhliches Leben weiterführen. UACH (Kalender) 4. Marcheschvan 5. Marcheschvan 6. Marcheschvan 7. Marcheschvan 8. Marcheschvan - XVII 27 — XL 16 9. Marcheschvan 10. Marcheschvan 11. Marcheschvan 12. Marcheschvan 13. Marcheschvan Í4. Marcheschvan 15. Marcheschvan Wir fahren entlang der syrischen Grenze. Unser Besuch gilt der Siedlung Gonen. Stallungen mit herrlichem aus Indien eir,geführten Zuchtvieh. Blühende Felder und Obstgärten. Doch drüben von den Bergen herab späht der Feind. Zwei junge Menschen ziehen einen Drahtverhau um ein Stück Acker. Es sind unsere Studenten. Sie sind hierher gekommen, um an der Grenze zu arbeiten und bei Nacht die Siedlung zu bewachen. „Die Angst ist uns fremd. Wir arbeiten und wachen, so verlangt es eben das Leben, die Bedingungen in denen unser Land existiert...“ Das sagen sie so schlicht und selbstverständ. lieh, unsere Jugend, die in einer so nackten und materialistischen Zeit aufwächst... Jesod Hamaala: Hier sehen wir die Häuser auf die jüngst das Feuer der syrischen Geschütze gerichtet war. „Macht nichts“, sagt mir ein Siedler, „wir arbeiten weiter“. Der Nachmittag bricht an und wir sind bereits in Kfar Giladi mit der Aussicht auf Betula hoch im Gebirge. Ein kleiner Wald lädt mit kühlendem Schatten ein, wir gönnen uns eine Rast und ich wälze mich im Gras. Dann geht die Fahrt weiter. Ein Vortrag des Herrn Dobkin sagt viel Gewichtiges über die Erfordernisse unserer Zeit aus. Die vielen Millionen Dollar schwirren mir im Kopf. Galil Haelion! Wuchtige Bergmassive, Gipfel und Bergkämme, Schluchten und Täler, Waldungen und lauschige Hohlwege. Alles getaucht in lichtgrünen und rosa-goldigen Dunst. Majestätisch und drohend bezwingend in seiner urwüchsigen Schönheit — so ist das Land an der syrischen und libanesischen Grenze. Abenddämmerung — in ihrem freundlichen Zwielicht grösst uns die neue Stadt im Galil — Kirjat Schmone — und dann nähern wir uns wieder Naharia. Das Plätschern des Geatonwassers klingt leise an mein Ohr. Was murmeln die Wasser? Sind sie wohl auch in Feierstimmung wie Ich? Teatro Colón Hoy, martes 25, a las 20.30 horas Tercera Función del Abono Especial ¿ 4 Nocturnas “La Walkyria”, de Wragner. Con: Brouvenstjin, Beirer, von Rohr, Hoffmann, Hotter, Moedl, Cetera Ecignard, Favre, Horakowa, Morra, Igarzábal, Negroni, Andreadis. Director de Orquesta: Ferdinand Leitner. Regisseur: O. Erhardt. Escenografía: A. Chiesa. Orquesta Estable del Teatro Colón. — Sobrantes de Abono en venta. Jueves 27, a las 20.30 horas 11. Función del Abono Nocturno “La W'alkyria” de Wagner.. Direct de Orques. ta: Ferdinand Leitner. — Sobrantes de Abono en Venta hoy. IHR INSERAT in der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU bringt immer Erfolg Auskunft: T. E. 83-2613 Frilz Kortner: „Aller Tage Abend" von CURT VVÍLK Auf fast 600 Seiten erzählt in diesem, während des vi rgangenen Jahres im Kindler _ Verlag erschienenen Buches, der heute 68jä rige grosse jüdische Menschengestalter sein Leben, seine künstlerische Entwickln, g. von den Jahren im Exr und seinem neuen künstlerischen Beginn als führender Regisseur grosser . Theater der westdeutschen Bundesrepublik. Mit aussercrdentlicl er Intelligenz in enger Verbindung mit dem jeweiligen Zeitgeschehen, der Begegnung mit vielen bedeutenden Menschen. Künstlern, Schrift- Stellern, Politikern ist das Buch geschrieben und dadurch fast noch mehr als eine Selbstbiographie geworden. nämlich ein Stück. Zeitgeschichte. Kortner ist ein Mersch, der sich früh vom Konventionellen löste, als 16jähri- “IL MAESTRO DI MUSICA" IN "ASOCIACION DE CONCIERTOS DE CAMARA" Mit der konzertanten — leider nicht szenischen — Version der reizenden Kammeroper von Giovanni Battista Pergolesi beschloss die Gesellschaft ihre Saison 1960. Die Stabführung war Theodor Fuchs anvertraut worden, der mit seinem „Orquesta de Camara Juvenil“ trotz geringer Probenzahl wieder eine erfreuliche und beachtliche Leistung zustande brachte. „Lauretta“ war die ausgezeichnete Opernsoubrette Susanne Rouco, die sich wieder von ihrer besten Seite zeigte. Die kurze Rolle der „Dorina“ wurde von Aura Sibel reizvoll und tonschön interpretiert, und das gleiche ist über den “Colagianni” von Viktor de Narké zu berichten. Nino Falzetti sang die Tenorrolle des “Lamberto“ mit seinem biegsamen und einschmeichelnden Tenor. Ein kleiner Chor vervollständigte das Ensemble, welches zusammen mit seinem Dirigenten sehr gefeiert wurde. HANS HOTTER — FERDI¬ NAND LEITNER: SCHU¬ BERTS „WINTERREISE" Einen glanzvollen Abschluss seiner diesjährigen Konzertsaison erlebte das „Mozarteum Argentino” mit einer aussergewöhnlichen und in jedem Sinn mustergültigen Interpretation von Franz Schuberts Lieder-Zyklus „Winterreise”, jenem unsäglich melancholischen Abgesang an das Leben auf Dichtungen von Wilhelm Müller, der nur wenige Jahre nach der freundlich-optimistischen Komposition der „schönen Müllerin” entstand und Schuberts trauriges Ende vorausahnen liess. Der weltberühmte Bariton Hans Hotter, den wir vor mehreren Jahren im „Colon“ als Mozart- und Wagner _ Opernsänger schätzen lernten, bot die „Winterreise” in einer einzigartigen Wiedergabe. Seine geschulte, im piano wie im forte und in den Uebergängen gleich innig bleibende Stimme, sein Ausdruck des Textes, seine Expression schlechthin sind unübertrefflich. Es wäre schwer zu sagen, welches von den 24 Liedern ihm besonders von den Lippen ging; denn jedes einzelne barg den intimen, weitabgewandten Charakter des Opus ger wiener Bursche an die Burgtheater-Schule gelangte, mit 18 Jahren einem Max Reinhardt „vorsprechen“ durfte, Gnade in den Augen des Theatergewalt'gen fand und 1919, nach Erfolgen in der Provinz, eine geradezu sensationelle Karriere am Berliner Staatstheater unter der Aera Leopold Jessner begann. Von all dem erzählt seine Erinnerungsschrift. auch davon, dass ihm die deutschen Theaterbesucher noch kurz vor der „Machtübernahme“ zujubelten, dass aber, kurz darauf, die Menschen in Norwegen und Dänemark ihn, den emigrierten jüdischen Künstler, feierten, wie ihm in Kopenhagen der König demonstrativ von der Loge aus Beifall spendete. Doch anderthalb Jahrzehn. in sich. Sei es nun „Am Brunnen vor dem Tore”, „Das Wirtshaus”, „Der Leiermann” oder irgendein anderes. Hotter drückte Lied für Lied seinen persönlichen und dennoch Worte und Töne verehrenden Stempel auf. Eine angenehme Ueberraschung für uns war Generalmusikdirektor Ferdinand Leitner am Flügel, den wir längst als Operndirigent lieben, welcher Totter unnachahmlich am Flügel sekundierte und ihm ein wirklicher Begleiter in des Wortes wörtlichstem Sinne war. So verschmolzen Schuberts unsterbliche Töne dank der Kongenialität dieser beiden grossen Künstler zu einer nicht oft erreichten Einheit und riefen bei dem enthusiastischen Auditorium einen geradezu ekstatischen Beifall hervor, der sich nur sehr schwer legte. c-n te erzwungenes Exil, das ihm zu keinem Zeitpunkt künstlerische Befriedigung gewähren konnte, hatten Fritz Kortner die reifsten Lebens, und Schaffensjahre geraubt, ihm und seiner sehr geliebten. Lebensgefäh. tin, der hochbegabten Schausp e. lerin Johanna Hofer, e ner Halbjiidm aus vornehmem Hause. Der geniale Charakterdarsteller sehnte sich..zurück nach dem deutschsprachigen Theater, das ihm, seit 1948 in Berlin und München grosse künstlerische Möglichkeiten eröffnete, hm epochemachende Neuinszenierungen anvertraute. Auf vielen Seiten seines Buches ringt Kortner, der sich ganz zum jüdischen Volke zugehörig fühlt, mit der ernsten Frage, ob seine Rückkehr nach Deutschland ein vernünftiger Entschluss gewesen sei, ohne zu einer endgültigen Antwort zu gelangen; Negatives und Positives bie-en sich ihm dar: Im grossen und ganzen anerkennt der heutige Theaterbesucher der Bundesrepublik die hohe künstlerische Kraft dieses Mannes, an dem, als an einem von vielen, so unendlich viel gutzumachen ist. Kortner hat 1958 Israel bereist, von vielen Juden zentraleuropäischer Herkunft wiedererkannt und herzlich begriisst, hat tiefe Eindrücke vom jüdischen Lande empfangen und fühlte sich in Gedanken oft an die Gespräche mit dem frommen und gelehrten Vater erinnert, der einst sein wiener Ladengeschäft vernachlässigt hatte, um in den alten heiligen Büchern zu lernen, zurückversetzt auch in die Jahre der Emigration, zuerst in London und dann in New York und vorwiegend in Kalifornien. Amerika, dessen Bürger er geworden war, hatte er lieben gelernt, und seine Bewunderung für den Präsioenten F, D. Roosev. lt ist grenzenlos. Es sind eine ganze Re lu tragischer Schicksale .Mimischer, aoer auch nickt., discher Flüchtlinge, die Kortner;n seinem Buch verewigt hat, das auch Wissenswe. s aussagt über die Glanzzeit a s deutschsprachigen T. eau s etwa zw.sehen 1909 una 192; dann sc-tzt sch..n der allm n. liehe Abstieg ein. Das ieuc..- tende Vurbild in kiins 1 e; ischer aber auen charakterlicher Hinsicht bleibt für nn das Genie Albert Ba s rmanns, dem er ein ausführliches Gedenken wiom t; doch auch zahlreiche arcere Gestalten unter Schauspielern und Schriftstellern werden dankbar und mit freundschaftlichen Empfindungen bedacht wie der pazifistische Dichter Leonhard Frank und der unlängst verstorbene Dramatiker Bert Brecht; der Schauspieler Hans Albcrs, ein mutiger Antinazi, wird rühmlichst erwähnt, und das farbenreiche Leben hinter und um die Kulissen kommt nicht zu kurz. Die sehr umstrittene und gewiss bedeutende Figur des Wieners Karl Kraus, dem Kortner oft begegnete, erfährt eine W ürdigung, die dem Leser neue Gesichtspunkte enthüllt. Und so geht es auf Schritt und Tritt: man reisst sich schwer und ungern los von diesem grossen Erlebnisbericht, der so reich ist an klugen Beobachtungen, darunter auch einige historische Ungenauigkeiten enthält, aber von einem Menschen geschrieben ist, der die Wahrheit nicht fürchtet und die Dinge, vielleicht mitunter etwas schroff, beim rechten Namen nennt. Es ist ein tapferes Buch eines Künstlers, der — trotz gewisser Einwendungen, die gegen seine Rückkehr nach Deutschland gemacht werden können — ganz, aber auch restlos, zu uns Juden gehört und sich zu unserem Schicksal mutig bekennt. Israel - Marken ln grösster Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN NUM¬ MER - M/KKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (planchas) — VOLL. STAENDIGE SAMMLUNGEN - WERTVOLLE AUSGABEN — ERSTE SERIE VORHANDEN - VERTRAUENSWÜRDIGE BERATUNG Alfonsö JViORITZSON Guanacache 2351, dep. 2 •H CABILDO WIR BITTEN unsere Leser auf diesem Wege, von der Möglichkeit direkter Ueberweisung der fälligen Abono-Gebühren frdl. Gebrauch machen zu wollen. Direkte Einsendung des Abono.Betrages in SCHECK — GIRO — BONO POSTAL LA SEMANA ISRAELITA Pueyrredön 2190, l9 izq. Capital Hierdurch überweise ich Ihnen de« Betrag von m$n . aus nachstehender Abrechnung. In Er- 1. u. 2. Quartal 1959 m$n 80, warturg Ihrer Quittung begrüs~ Jahr 1959 . . m$n 160. 1. u. 2. Quartal 1960 m$n 120, .«¿¿¿i.* _Jahr 1960 .. m$n 240, (Adresse) N. B.: Wir bitten, Einzahlungen au «gj«. LA SKMAMA KWA*. KW M*., MM« susstreieheaj r

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