Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1821 (21.10.1960)
- Date
- 1960-10-21
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viernes, 21 de Octubre de 1960 la semana israelita Año XXI. — No. 1821 ÇÉ3@@**<*s Zu Tschechows 100. Geburtstag|KflNQTfiFWFRBF IH IQR fi PT Es war eine richtiee Presetzten Batterie. Hilfe we- ^vllM A U UW SJX&OaI *Xl Es war eine richtige Pre miere mit allem, was dazu gehört, den Blumen, Telegrammen, der Autcauffahrt und vor allem, dem richtigen, hier recht seltenen Premieren-Publikum. Man sah vie.e Literatur, Maler und sehr bekannte Schauspieler der spanischen Bühne. Tschechow ist kein eigentlicher Dramatike-, mehr ein Novellist, aber stets ein wahrer Dichter. Deshalb wirken seine Theaterstücke, in denen sich weder handlungsmässig noch im Sinne dramatischer Effekte viel ereignet, immer wieder und in allen Ländern. Stanislawskis Aufführungen von Tschechow's „3 Schwestern“’ oder dem „Kirschgarten' setzten Batterie, Hilfe, wenigstens für einige weibliche Mitglieder der Familie, die aber trotz glücklicher Erfüllung ihrer Liebes-Sehnsucht sich doch keineswegs glücklich fühlen, sondern sich weiter nach dem verlorenen Paradies Moskau sehnen. Tschechow zeigt als wahrer Dichter Menschen in allen Schattierungen: verheiratete, nicht gerade legitim verheiratete, erfolglos Liebende und solche, die nicht geliebt ¡werden, denen aber allen ein 1 Zug gemeinsam ist: sie füh- 1 len sich unglücklich. Im j vierten Akt geschieht endlich etwas. Die Batterie wird plötzlich versetzt, die Offiziere nehmen Abschied und die Herzens-, und nicht-nur Herzens-Bindungen zerreissen jäh. Ausnahmslos alle Wucht eines Erlebnisses. Das Theater IFT bot mit der Aufführung der „3 Schwestern“ eine wahre Feierstunde zum Gedenken an den 100. Geburtstag des Dichters. Er handelt sich um «ine Geschichte von kleinen Bürgern, von Menschen wie du und ich, die vom Schicksal aus der lebendigen Residenz Moskau in ein ödes kleines Provinznest verschlagen worden sind, in dem sie sich nicht einzuord- Cen verstehen. Hilfe bei diesem Versuch leisten die Offiziere einer ebenfalls in diese langweilige Garnison verwurden von allen Kennern! als denkwürdige Höhepunk- | waren verzweifelt. Der Krite des Thsaters der Welt ¡tiker dachte, dass in anderen bezeichnet und wirkten auf ¡Zeiten und Ländern keines- Menschen, die kein Wort j Wegs alle Menschen verz-weirussisch verstanden, mit der ^it gewesen wären, wenn das Militär für immer fortzöge! Am Ende stehen die 3 Schwestern weinend am verwaisten Gartenzaun. Die Aufführung lm IFT war von wahrhaft künstlerischem Geist beseelt und sehr hohen Ranges. Von den Schauspielern gebührt die Palme Elita Aisemberg, die j seit ihrer Anna Frank in jeder Hinsicht gewachsen ist. j Sie hatte ein verliebtes und [sehnsüchtiges Lächeln, wie ■man es auf Gemälden der Frührenaissanse findet und mit dem die grössten Mimen wie etwa Moissi, Philippe oder Ben Ami, Dostojewski’s „Idioten" charakterisierten. Yordana Fain in einer Rolle, die ihr eigentlich nicht sehr liegt, zeigte, was für eine grosse Schauspielerin sie dennoch ist. Wenn sie ihre Schwägerin girrend umschmeichelt, fühlt man in ihrer Stimme die falsche Katze. Alle anderen Darsteller ausnahmslos waren gut und füllten den ihnen zur Verfügung stehenden Rahmen aus, ohne jeden falschen oder störenden Ton. Der Rezensent kann nicht beurteilen, ob aus den Rollen etwa noch mehr herauszuholen ist, weil er sich sonst nicht vorstellen kann, weshalb sich Schauspielerinnen von Weltruf um die Frauenrollen der „3 Schwestern“ stets gerissen haben. Jedenfalls seien alle lobend genannt: Marta Gam, Cipe Lincovsky, Marcial, Dan, Usay, Wigodzky, Oster, Rivera, Heilman, Schneller und Burak. Ein Sonderlob verdient der neue Leiter des IFT Atahualpa del Cioppo, der sich hier mit einer bis ins Kleinste ausgearbeiteten und künstlerisch sehr hochstehenden Aufführung denkbar gut eingeführt hat. So verstand es auch das Publikum. Ob- T^eutickel rCketitet Letzte Vorstellung der Spielzeit 1960! HEUTE, DEN 21. OKTOBER. 19 Uhr 45 Der verwandelte Komödiant Einakter v. Stefan Zweig Elga von Gerhart Hauptanann Eintrittskarten an der Theaterkasse: Esmeralda 367 Tel. 45-3591, werktags von 10—12 und von 15—20 Uhr Literarische Notizen 1 Kriminologisches Institut In Jerusalem teilte der Pro-Rektor der Universität, Professor Bachi, mit, dass im Rahmen der Juristischen Fakultät an der Hebräischen Universität ein kriminologisches Institut errichtet wird, das von Professor Drapkin geleitet werden wird. Israelischer Preisträger Der diesjährige Israel- Preisträger, der aus Edinburgh stammende Professar Isaac Ch. Michaelsons, erhielt für seine Studien in Biochemie der Augenphysiologie und -patholog e den Preis des Britain Human tarian Trust in der Höhe von 5.000 Pfund Sterling. Liga für Menschenrechte in Israel j Eine israelische Sektion der Liga für Menscher rechte wurde kürzlich :n Jerusalem gegründet. Die prov.io- Yische Leitung der Organisation, die sich bereits der internationalen Liga für Menschenrechte in Paris angeschlossen hat, übernahmen Prof. Klinghofer, der Dekrn jder Juristischen Fakultät der Hebräischen Universität, Prof. P. Ginossar und Josef Ariel. j Zahlreiche Mitglieder des akademischen Lehrkörpers. Aerzte, Anwälte etc. sind der Liga schon beige treten. Ausgrabungen In diesem Geschäft in Jerusalem werden kur.tirEwerbliche Gegenstände verkauft, Künstler in Ein Hod und Frau Tamar Paz hergestellt haben. die BOLOGNE SUR MER 547 T. E. 88-9420 “LAS TRES HERMANAS“ de ANTON TCHECHOW Dirección: Atahualpa del Cioppo FUNCIONES: VIERNES. SABADO 22 HORAS DOMINGO 18 HORAS DER HAFEN VON ASCHDOD Bei einem Empfang in New York gaben die Herren Oved Ben Ami und Philipp Klutznik, von denen die Initiative zum Bau des Hafens von Aschdod ausgegangen ist, interessante Einzelheiten über dieses Unternehmen bekannt. Der Direktor der Gesellschaft „Frederic Harris“, die von der israelischen Regierung mit der Anfertigung der Pläne für den Hafen betraut worden ist, erklärte, dass in der erwohl die mit viel Verspätung anfangende und durch grosse Premieren - Pausen belastete Aufführung erst nach zweieinhalb Uhr nachts endete, harrte das Publikum viele Minuten auf den Plätzen aus und brüllte nach „Atahualpa“, der erst von seinen Darstellern mit Gewalt auf die Bühne geschleppt werden musste. Er dankte in schlichten Worten dem Publikum und seinen Schauspielern, ein hochgewachsener, schlanker Mann mit einem blended gezeichneten silberweissen Charakt«Li köpf. Ein unbedingter Gewinn für den IFT und für; Buenos Aires. Dr. Karl Kost sten Bauklasse 16 und in der zweiten dreissig Schiffe in Aschdod ankern können. Der Zitrushafen, durch den 350.000 Tonnen Früchte im Jahr exportiert weri den sollen, wird 1963 fertigj gestellt sein. J ARBEITSKRAEFTE IM AUSLAND Israelische Arbeitskräfte und israelische Arbeit werden im Ausland immer mehr und mehr geschätzt. Aus diesem Grunde ist eine Regierungs-Mission aus Sierra Leone jüngst in Israel eingetroffen. Sie wird über den Bau des Parlaments von Siejrra Leone verhandeln, mit dem „Solei Bone“ betraut : werden soll. Dieses Land hat bereits mit Israel eine | Anzahl Verträge über Be. i wässerungsarbeiten unter-! zeichnet. eine grosse Widerstandsfähigkeit, sodass man auf einmal eine sehr grosse Zahl von gut lesbaren Durchschlagen erhalten kann. Das „Platinum'-Kohlepapier ist vor kurzem auf den Markt in Israel gebracht worden. | Der Regierungsachäologe Dr. Mosche Dothan gab die vorläufigen Ergebnisse der Ausgrabungen von Tel-Mor, j nahe dem Hafen von Asch. >dod, bekannt. Neun der Insgesamt zwölf Schichten wurden bisher freigelegt und gaben wertvollste Aufschlüsse über ein uraltes Ku’itur- Zentrum des kanaanitischphilistäischen Königreiches Aschdod und den antiken! Binnenhafen der „Via Maris NORBERTO FLIGLER HAYDEE C. FLIGLER geb. STRUSBERG FURER VERMAEHLTE Buenos Aires, Avda. Libertador Gral. San Martin 3820, 10? t Die Trauung findet s. G. w. am Sonnabend, den 29. Oktober 1960. um 21 Uhr, in der Synagoge der Congregación Israelita. Libertad 785, statt. WESTDEUTSCHLAND KAUFT GEMUESE Israel - Marken (. grösster Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS - MARKEN MIT PLATTEN NUM- MER MARKEN MIT BAND - KOMPLETTE BOGEN (planchas) — VOLLwSlORGeS - WERTVOLLE AUSGABEN - ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWU ERDIGE BERATUNG Guanacache 2351, dep. 2 MM. CABU.DO Alfonso MORITZSON Man erwartet in Israel die i Vertreter zweier deutscher Gesellschaften, die grosse Mengen von Gemüse und Obst einkaufen wollten. Die beiden Firmen sind insbesondere an Kartoffeln, Zwie. beln, Bananen und Trauben interessiert. Das Landwirtschaftsministerium erklärte, dass das Volumen des landwirtschaftlichen Exportes die ursprüngliche Schätzung übersteigen dürfte. KOPIERPAPIER Die Fabrik “Onija", welche Kohlepapier und Bedarfsartikel für Schreibmaschinen herstellt, hat die Erzeugung einer neuen Sorte von Kopierpapier mit einer metallischen Rückseite aufgenommen. Obwohl es sehr dünn ist, besitzt des Papiet Für die mir anlässlich meines 9 0 GEBURTSTAGES erwiesenen Aufmerksamkeiten danke ich hiermit allen Verwandten, Freunden und Bekannten herzliehst. Emma Nussbaum Amenabar 3282 |-JW>)WW|f|A<VVtrif ------ WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE? Dienstag, den 13. Dezember Erew Chanuka Mittwoch, den 14. Dezember 1. Tag Chanuka Donnerstag, den 15. Dezember 2. Tag Chanuka Dienstag, den 20. Dezember 7. Tag Chanuka Mittwoch, den 21. Dezember 8. Tag Chanuka Mittwoch, den 1. Februar 1961 Chamischa Asar B’Schwat (Neujahrsfest der Bäume) Mittwoch, den 1. März 1961 Fasten Esther Donnerstag, den 2. März Purim Freitag, den 31. März Erew Pessach Sonnabend, den 1. April 1. Tag Pessach Sonntag, den 2. April 2. Tag Pessach Freitag, den 7. April 7, Tag Pessach Sonnabend, den 8. April 8. Tag Pessach ---