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Jüdische Wochenschau · 1960-10-21 · 1821 (21.10.1960) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1821 (21.10.1960)
Date
1960-10-21
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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41 JW*. i — Viernes, 21 de Octubre de 1960 la semana isr AELITA Nuîzniesser der Demokratie! Año XXL — No. 1821 (Schluss von Sehe 1) dvm H bst 191S auf das schwerste versündi’gf.' Sfe haben Zehntausenden von unerfirulichen Elementen, die n,.ch Deutschland einge- "wandert sind, bereitwillig die deutsche Staatsnngehü rigkeit verliehen. Das muss aufhören. Sobald die jüdische Einwanderung abgesperrt ist, geht das Judentum in Deutschland zurück... Das andere aber ist die Fe. stigkeit der eigenen Art, die einer fremi Rasse nicht erliegt...." Und 1936 schrieb derselbe Bischof: ,.Durch das deutsche Volk von heute geht der starke Wille zur Einheit, Ewige Sehnsucht der Deutschen hat angefangen. Erfüllung zu werden... Ein Volk, ein Reich, ein Führer!" Ein Kommentar ist überflüssig, Dass ein solcher Mann noch eine politische 'Rolle spielt, ist ebenso bedauerlich wie bemerkenswert. Damals hetzte er gegen die Juden, heute gegen andere. Dass diese anderen "Jetzt die Kommunisten sind, hat nichts zu sagen. Davon , Sollte man sich nicht blenden Ende des letzten Krieges dige gehört wurden (!). Man wüteten, hat bereits mehrfach die Gerichte der Bundes: jpublik beschäftigt. Damals wurden Todesurteile ¡am laufenden Band gefällt, wird von diesen Herren wohl kaum erwarten können, dass sie heute von einer Institution abrücken, die sie repräsentierten und aus weil es dem „Führer” so ge- ¡der sie selbst das Recht abfiel, und seine Handlanger -geleitet haben, über Tod und bereit waren, in diesem Sin- Leben anderer zu entscheine „Recht” zu sprechen. Die den. Wenn ein Gericht gerajetzigen Gerichtshöfe haben de diejenigen als Experten sich selbst in eine unbeque- ’ anhört, die doch für das vertue Lage hineinmanövriert, .brecherische System mitverweil sie bisher keinen klaantwortlich gewesen sind, so ren Standpunkt eingenommen und offensichtlich auch nicht den Mut gefunden haben. diese schändlichen Machenschaften, die damals als Justiz bezeichnet worden sind, klar als Unrecht zu brandmarken. So kommt es. ¡dass einige Prozesse von allen Instanzen hin- und her- , geschoben werden, ohne dass bisher eine Klarstellung erfolgt ist, die allein diesen kann man sich vorstellen, dass die Vergangenheit niemals überwunden werden irdi Wieder einmal ist es so \ weit gekommen, dass die Demokratie aus einer völlig verfehlten Interpretation der Begriffe Freiheit und Gleich- 1 berechtigung ihre Urteile auf; Auffassungen stützt, die von ¡den. Mitverantwortlichen für ¡die Diktatur vertreten werllassen. Aber man macht fnoch Propaganda mit einem ■ Sei Richter auch die Todes- Teil der traurigen Vergan- ¡den, so wie Stampfer es eingenheit liquidieren könnte. I Es gibt Beispiele dafür, dass Richter, die sich wei- 'gerten, an solchen Urteilen Anteil zu nehmen, ihr Leben verwirkten, weil sie sich I „gegen ihren Führer” steilsten. In einigen, wenigen Fällen konnte einmal ein muti- Einbürgerung abgelehnt Rio de Janeiro. — Der Einhürgerungsantrag von Herbert Cukurz. einem ehemaligen lettischen SS- Offizier. der beschuldigt wird, am Tod von 32.000 Juden in Riga während der Nazi-Besetzung schuldig zu sein, wurde von Präsident Kubitschek abschlägig beschieden. Ebenso ist die Naturalisierung seiner Frau und Kinder, die nach dem Zusammenbruch des Nazi- Regimes nach Brasilien entkommen konnten, abgelehnt worden. Der Antrag, den Cukura im vergangenen Juli gestellt hatte, wurde erstmal'g von Justizminister Armando Falcao ahge wiesen. (ITA) .urteilen bestünde der Verdacht, wie mitgeteilt wurde, dass die zum Schutze der Angeklagten gesetzlich ftstgelegten Verfahrengarantien nicht beobachtet worden seien. Um zu verhindern, dass gesetzliche Verjährun-sfristen ablaufen (!), wurden in fünf Fällen vorsorgliche Massnahmen ergriffen. Welcher AH diese Schritte waren, ist nicht gesagt worden. Bremen arbeitete schneller. Von 143 Richtern urd Staatsanwälten, deren Vorleben überprüft wurde, blieb nur ein Fall übrig, der zu - -- klären ist... Nach welchen ' Gesichtspunkten diese Un- ^ei den Richtern noch bei tersuchungen. geführt wor- Lehrern sich mit Haibden sind, wurde nicht geheiten begnügen, sagt. Immerhin haben sich _ e*ner Demokratie wird die verantwortlichen Stellen von dem gleichen Recht alla Semana Israelita Bisemanario — aparece los Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky Pueyrredón 2190, 1? jzq. T, E. 83-2613 Argentinien: $ 60.— pro Quartal Abon„-Preise: ÉBisehof D. Dr. Otto Dibelius. |ïs ist übrigens derselbe ¿Mann, der Hitlers Weg durch die Feier in der Garnisonskirche legalisierte... ■ STANDGERICHTE Die Praxis der Standge- . richte, die besonders gegen Dr FREY Abogado PUEYRREDON 218* 1* uq nachm. 16—16 Uh» strafe verhindern. Denn diese Standgerichte mussten ihre Entscheidung einmütig fällen. Wie verw'orren und unbegreiflich die Haltung der Gerichte ist, die jetzt wirkliches Recht sprechen sollen, kann man nur daraus ersehen, dass der Leiter des Gerichtswesens der SS und Polizei sowie ein Oberfeldrichter in einem der letzten Verfahren als Sachverstän- REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft : CORRIENTES 583 T E. 49-5850 Aus eigener Werkstatt Lederkleidung CAMPERAS — JACKEN MAENTEL Umarbeitung - Aenderung Massanfertigung in 24 St Garantiert bestes Leder G. Küchler CONGRESO 2465 fast Ecke Cabildo 2900 J. Liebling FOURNIERE — SPERRHOELZER DIAZ VELEZ 5224 al «6 T. 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Sawade war j schliesslich in einer Amts- Stellung, als er erkannt, angezeigt und verhaftet wur- de. Hohe Beamte wurden wegen Meineids und Begünstigung angeklagt. Der Prä- 1 sident des Landessozialgeriehtes in Schleswig wurde 1 seines Amtes vorerst enthoben. Die Grosse Strafkammer lehnte seine Verfolgung aus rechtlichen und tatsächlichen Gründen ab, während der Generalstaatsanwalt gegen diese Entscheidung Beschwerde einlegte. Im Zuge dieser Affäre fanden auch andere Verhaftungen statt. Da wurde gegen einen i Friedrich Tillmann wegen j Beihilfe zum Mord in 60.000 | Fällen von der Dortmunder (Staatsanwaltschaft Anklage j erhoben. Dieser Tillmann jsoll mit Prof. Heyde im sogenannten Euthanasie - Programm zusammengearbeitet haben. Erstaunlich bleibt, [dass ein Mann, dem im.merhin das ungewöhnliche Verbrechen der Beihilfe zum Mord in zehntausenden Fällen vorgeworfen werden kann, erst im Jahre I960 verhaftet werden konnte. Er lebte unter seinem Namen als Leiter eines Bergmanns- I heimes im Rheinland. Tillmann wird von dem rund 15 Jahre Zeit gelassen, um die erforderlichen Feststellungen zu treffen.! Die Debatte, wann man ,von einem schuldhafien Ver- ' halten sprechen kann, ist nicht mit der notwendigen Klarheit geführt worden. Immer wieder wurde nach Gründen gesucht, durch welche die Beschuldigten entla-! stet werden sollten. Dabei 1 dürfte es ohne weiteres er- 1 kenntlich sein, dass die Säu- , berung der Richter- und Ler. ler Menschen als einer selbstverständlichen Fordedung gesprochen. Im Schutze demokratischer Institutionen haben die Nazis die Macht erobert. Schrittweise wurde die demokratische I Ordnung erschüttert, bis man die Demokratie öffentlich wegen ihrer vermeintli- ¡chen Schwäche verhöhnen i konnte. Die Demokratie ist ¡keine abstrakte Erscheinung, I sondern wird gebildet und getragen von den Menschen, ¡die ihre Ideale vertreten und irerschaft von solchen Persoverteidigen. Die Alternative, inen, die im Dritten Reich <jer wir ¡n ¡aktiv an Rechtsbrüchen be 1 j teiligt waren oder das Gift des Nazifaschismus in die i Herzen der Jugend leiteten, I von entscheidender Bedeutung für die künftige Entj Wicklung sein musste. Gera- I de wenn man das Beispiel ¡der Weimarer Republik vor Kölner Rechtsanwalt Dr. j Augen hat, wird man zu dem Servatius vertreten, der auch den SS-Obersturmbannführer Eichmann verteidigen wird. ■ REINIGUNG DEti JUSTIZ Judith SchenkoJewski Kullusetick ereien Schabbosdecken . Tallisbeutei . Käppchen Maszot-Taschen . Hand- und Maschinenstickerei von Bett und Tischwäsche BEBEDERO 2586 T. E. 73-915» Confitería NIZA Conde 2020 76.0286 {Servicios de lunch de categoría Dr. B. Sehwarcz ZAHNARZT ESTOMBA 2293 — 52-9214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG ¡Ergebnis gelangen, dass di« .Unterhöhlung der demokraltischen Einrichtungen und Vorstellungen in erster Linie von diesen Kreisen ausgegangen ist. Wenn also in dieser Hinsicht eine Aende- Gegen 15 im Amt befindli- ■ rung geschaffen werden soll, che Richter und Staatsan- , die von allen amtlichen und walte, fünf pensionierte {führenden Stellen gewünscht Richter und Staatsanwälte i wird, dann darf man weder sowie gegen fünf zur Zeit als Rechtsanwälte tätige ehemalige Richter und Staatsanwälte, die nach 1945 nicht wieder im Dienst verwendet wurden, sind von der Hamburger Generalstaatsanwaltschaft auf Verlangen einer Senatskommission Ermittlungen eingeleitet worden. Die Mitwirkung dieser Personen bei 15 von insgesamt 240 Todesurteilen, die während der Nazizeit in Hamburg verhängt worden sind, soll näher geprüft werden. Bei weiteren 16 Todes- Mitteleuropa gegenüber stehen, lautet ein- ¡deutig: entweder demokratijsche Ordnung oder Diktatur. Deshalb ist diese Frage keinesfalls nur eine innerdeutsche Angelegenheit. Die Auswirkungen einer faschistischen Diktatur haben alle Völker spüren ruisen. Demokratie bedeutet nicht | Kompromiss und auch nicht I Schwäche. Nur derjenige ¡wird aber die Kraft besit- I zen, seine eigene, demokratische Position zu bewahren, der sich zu klaren Entscheidungen durchringt. Sonst wird wiederum die Diktatur von der Demokratie und die j Barbarei von der Menschlichkeit profitieren. VARICES — ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY SARMIENTO 3116 7. E. 87 1362| NERVENu. GEMUETS-I KRANKHEITEN I Dr. M. J. Kuhn j prov. j RIVADAVIA 2625 III Tel. 48-7524 Mont., Mittwoch, Freitag j 17—20 Uhr. TeL Anmel- ■ düng erbeten. ESTUDIO JURIDICO Dr. Isidoro Kraut . Dr. Oscar Rabee ABOGADOS Ehescheidungen . 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