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Jüdische Wochenschau · 1960-10-12 · 1819 (12.10.1960) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1819 (12.10.1960)
Date
1960-10-12
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Spanish
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4 — Miércoles. 12 de Octubre de I960 LA SEMANA ISRAELITA Afie XXI. — No. lllt Franz Werfel wäre 70 Jahre . Der Dichter Franz Werfel.;delte er sich auf dem Sem- Öer 1945 im Alter von 55 J*hmering an und behielt dort fen starb, wäre vor kurzem seinen Wohnsitz, bis sich die 70 Jahre alt geworden. Un- Nazis Oesterreichs bemäch- Vergessen von einem sehr tigten. Nach Frankreich ge. grossen Leserkreis, lebt er in flüchtet, gelang es dem Dich- Vielen sek er grossen Bücher iort; seiner zu gedenken, euch, wenn er sich in den letzten Lebensjahren von lins Juden innerlich entfernt ter, sich von dort aus, 1940, nach Amerika in Sicherheit zu bringen. Die Rettung vor den heranrückenden Deutschen sollte zum entscheihatte, dürfte eine moralische denden Faktor für Werfel ¡Verpflichtung sein. Prag ist die Geburtsstadt ¡Werfels gewesen. Dort und in Leipzig sowie in Hamburg hat er studiert; von 1912 bis 1914 war er Verlagslektor in Leipzig. Dann verbrachte er fast drei Jahre als Kriegsteilnehmer in der österreichischen Armee. Danach sieiPeutickei Zk eatet Letzte Vorstellungen der Spielzeit 1960! (Ausser Abonnement) Donnerstag, d. 20. Okt- Freiiag den 21. Oktober 19 Uhr 45 Der verwandelte Komödiant Einakter v. Stefan Zweig Elga von Gerhart Hauptmann Eintrittskarten an der Theaterkasse: Esmeralda 367 Tel. 45-3591, werktags von 10—12 und von 15—20 Uhr und sein späteres Lebenswerk werden. I Franz Werfel war Lyriker, Erzähler und Dramatiker. In seinen Schriften setzte er sich sowohl für unterdrückte Völker als auch für das leidende, gequälte Individuum ein. Sein erstes, epo- [chemachendes Buch, sein!,, Abituriententag“, dem er den Untertitel „Geschichte einer Jugendschuld“ gegeben hatte, war 1928 erschienen, , nachdem zuvor der Roman j „Nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig“ herausgekommen war. In diesem Werk wird besonders der „Vater-Sohn-Konflikt“ deutlich, „das Mysterium der Einheit und des Blutes“, wie ' er es nennt. Die folgende Zeit brachte in rascher Folge ■ das Schauspiel „Paulus unter ¡den Juden“, angeregt durch ¡eine Palästinareise des Dichjters einige Jahre zuvor. Es ¡folgten der grosse Verdi-Ro-; man, die Meistererzählung l.,Die Geschwister von Nea-! pel“ und das Drama „Juárez!und Maximilian“, das über ¡fast alle grosse Bühnen ging I und auch als Film (mit Paul ¡Muni) einen starken Erfolg! hatte. Im Jahre 1933 veröffentlichte Werfel sein aufwühi lendstes Buch. Lange Zelt ¡hindurch hatte er das Mate- rial gesammelt, das über die schädliche Ausrottung der Jungtürken gegen das armenische Volk im ersten Weltkriege aufzufinden war. Nun setzte er jener heldenhaften Menschen, die auf einem schwer zu erklimmenden Berggipfel Zuflucht gesucht hatte, in dem Roman „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ ein unvergängliches Denkmal. Werfel schrieb dieses Buch in den Monaten, die der Machtübernahme durch die Nazis vorausgingen, und Juden, die das Werk wäh. rend der Hitlerzeit lasen, hatten das Gefühl, als habe der Dichter in dem traurigen Schicksal der Armenier zugleich die Tragödie des jüdischen Volkes mitgestal- DER GRUENE WAGEN Eine völlig neue Form der Klassiker und Stücke der Theater _ Organisation in \ heutigen Weltproduktion zu Deutschland und Oesterreich! ¡ inszenieren und mit Dekoranennt sich „Der grüne Wationen und unveränderter gen“. Ihre geistige Mutter ist eine Frau, die schon durch Geburt erblich mit der Welt des Theaters belastet, nein, wie sie sagte, gesegnet wurde. Es ist Liesl Frank-Mittler, die Tochter des unvergesslichen Schauspielerehepaars Fritzi Massary-Max Pallenberg, die in Besetzung die bekanntesten Bühnen in den Grcsstädten Deutschlands und Oesterreichs zu besuchen. Dabei wird eine bestimmte Zahl von Aufführungen im vorherein abgeschlossen; die Finanzierung dieser Tournee in der Wintersaison 1960/61 noch „Medea“, frei nach Eu. ripides, mit Hilde Krahl, Hilde Weissner, Paul Hartmann, sowie „Peer Gynt“ in der ¡Regie von Wilhelm Dieterle folgen soll. I Der „Grüne Wagen“ ist heute schon eine fest und sicher eingelaufene neue Or- 1 ganisationsform besten Thea- , ters, das sich, - befreit von ist also stets gesichert, wobei j materiellen Sorgen, heute zu bemerken bieibt, dass einer ständig wachsenden erster Ehe mit dem zu früh jede Bühne in Mitteleuropa Beliebtheit erfreut, und. I verstorbenen Schriftsteller ¡und Bühnenautor Bruno ten wollen. Zwischen dem ' Frank und dann mit dem im verzweifelten Kampf jenes Jahre 1958 dahingeschiedearmenischen Ueberrestes nen Theater, und Filmregislässt sich unschwer die Paseur Leo Mittler verheiratet rallele mit dem freilich nie war. Frau Frank-Mittler, in vorausgeahnten Warschauer deren Zügen wir die sprü- Ghettoaufstand vom Jahre henden Augen ihrer Mutter, 1943 ziehen.! ¿he heute in London lebt, In der Zeit der Judenver- ¡wiederfinden, hat einen folgungen nach 1933 war j Theaterverlag, der in USA Werfel ein Mahner, der sei- Stücke für die deutschsprane Stimme im Namen der chigen Bühnen ausfindig Menschlichkeit erhob. „Höret : macht, ihre Uebersetzung die Stimme“ betitelte er den überwacht und sie dann, für erschütternden biblischen! den europäischen Geschmack Roman um die grosse, tragij eventuell noch inszeniert, sehe Gestalt des Propheten | sogenannte „Absatzzonen“ wenn auch im Spielplan durch das ausgedehnte ¡konservativ, doch allerbestes I Volksbühnen - System nicht Theater in Städte bringen will, die sonst nicht in der ¡Lage sind, ein derartiges En. | kennt. j Die augenblickliche Reise des „Grünen Wagens“ wird mit den beiden grossen Künstlern der deutschspra- \ semble auch aufzustellen. An diesem nur annähernd Beispiel sehen chigen Bühnen Elisabeth wb' wieder, dass die grosse Bergner und O. E. Hasse ab- Kunst des lebendigen Theasolviert; Hasse ist als Büh- ^ers Krisen durch Fernnendarsteller noch bedeuten- : sphen und andere oberflach, der als wir ihn hier als I Bchen Unterhaltungen iiber- Filmschauspieler kennen. Sie ¡stehen kann, weil es eben spielen in einem Zwei-Per- | immer wieder der lebendige sonenstück den Briefwechsel Kontakt zwischen Bühne und von Bernard Shaw und sei- Parkett ist, der erst das unner Freundin Stella Patrick blässliche Fluidum schafft, Jeremia; das Buch erschien ' D®r ^ater dieses Grünen |Campbell, der von Jerome |welches das heute noch uner. , --Wagens“ ist Alexander 1935, etwa um die gleiche |Frank mit dem Liesl Frank Zeit, wie das biblische Spiel Gruppe von fünftausend I F T BOLOGNE SUR MER 547 T. E. 86-9420 ESTRENO VIERNES 14 A LAS 22 HORAS “LAS TRES HERMANAS“ de ANTON TCHECHOW Dirección: Atahualpa del Cioppo FUNCIONES: VIERNES, SABADO 22 HORAS DOMINGO 18 HORAS „Weg der Verheissung“ das von Max Reinhardt in New York inszeniert wurde und den erwarteten Publikumserfolg brachte. Damals sympathisierte der Dichter tief mit seinem jüdischen Volk, dem er auch oft kritisch gegenüberstand. Religiöse Fra. gen haben ihn stets beschäftigt. Zu Dichtungen dieser Art gehören „Barbara oder die Frömmigkeit“ und „Der veruntreute Himmel” (1939). Dieses Werk ist kürzlich durch einen österreichischen Film volkstümlich geworden. Beide Bücher führen in katholisches Denken hinein. Noch bewusster geschieht dies in dem menschlich-packenden Buch „Das Lied der Bernadette” (1941). Der Dichter hatte einst das Gelübde getan, dass er, falls er und seine Lebensgefährtin aus der Nazihölle, zu der Frankreich für sie geworden war, gerettet werden würden, die „Geschichte des Kitty für die Bühne bearbei- ¡klärliche Imponderabile st, tet wurde. Dieser Briefwechaus dem sich die tiefe Erin Gemeinschaftsproduktion jsel dauerte 4o Jahre und llebnis-Wirkung ergibt. diese neue Form eines Theateruntemehmens ins Leben rief. Die Grundidee ist, in der bestmöglichen Besetzung, wobei auf bekannte Stars be. sonderer Wert gelegt wird. Wunders von Lourdes“ dichterisch nachgestalten werde. Werfel schrieb dieses Buch, wie er ausdrücklich betonte, als Jude; er hielt sich an das vorhandene Material, gelangte jedoch zu einer Einfühlung in die christlich-katholische Vorstellungswelt; daher können wir Juden dieses Werk, dessen künstlerische Schönheiten unbestreitbar sind, inhaltlich nicht beurteilen. Trotz dieser Wendung ¡welche die letzten Lebensjahre Werfels kennzeichnen, gab er seine Zugehörigkeit zum Judentum nicht preis. : Er sah Christentum und Ju- ¡ dentum schicksalsmässig unlöslich miteinander verbunden. „Die Gemeinde Christi ruht auf Israel, und ich bin überzeugt, dass, solange die Kirche bestehen „ wird, auch Israel besteht, Miercoles 12, a las 20.30 aber auck, dass die Kirc’ e horas, Segunda Funcion del : fauen muss sobald Israel Abono Especial a 4 Noctur- I f:ült.. In dieser w “Tannhäuser”, de Waggründet der Dichter sein Buch von der „kleinen Hei- Teatro Colón enthält die ganze bissige und liebenswürdige Ironie des grossen Iren Aber auch die seinerzeit über Englands Grenzen hinaus weitberühm. te Schauspielerin Steila Patrick Campbell verrät in ihren Zeilen, die lebendig wie ein geschliffener Dialog wirken, soviel Geist und Bildung, dass Briefe und Antwort wie ein meisterhaftes Säbelduell wirken. | Elisabeth Bergner, die nie ein Comeback nötig hatte, weil sie auch mit 60 Jahren sich ihre unverminderte Grösse als einmalige Darstellerin bewahrt hat, und O. F,. Hasse sind nun schon seit vielen Monaten das Entziikken eines begeisterten Publikums. Nach diesem Stück das den Titel „Geliebter Lügner“ trägt, ist eine Aufführung von Schillers „Maria Stuart“ geplant, mit Elisabeth Flickenschildt, Paul Hartmann, Käthe Haack, Ernst Stahl _ Nachbaur u. a in den Hauptrollen, worauf I _ H. D. REISEN | leicht gemacht durch Viajes Globus; Alsina 1418. 6? piso! T. E. 38-5860 38.1447 — 38.8304 nos, ner, con: von Rohr, Brouwenstjin, Beirer, Wächter, ¡üäimönidss k Moedi, Valori, Di Toto, Mitiscken \\*elt starken Anklang tiello, De Narke, Ramos. — fand Bei allem Ablehnenden, was 114» »1 * o * H»yC«d«nltbuc<i $ 650.— VERLAG OMEGA, BUENOS AIRES GURRUCHAGA 2289 — T. E. 71-6708 Zu beziehen durch alle einschlägigen Buch, handlungen und durch die JUEDISCHE WOCHENSCHAU PUETRREDON 21M I* — T. E. 83 9619 .ligen“, das in der katholi- Bailes: Kristel, M. Serrano, ¡ Svagel y C. de Baile. Direc- I. TI, , , ...... tor de Orquesta: Ferdinand ¡ über Werfel vom jüdischen Leitner. Regisseur: O. Erhardt. Director del Coro: T. Boni. Coreografía: A. Truyol Escenografía: M. Vanarelli. Trajes: R. Seinhardt. Orques. ta, Coro y Cuerpo de Baile Standpunkt aus gesagt werden muss, sollten wir Juden ihn als jüdischen Dichter anerkennen, der mit prophetisch-visionärer Voraussicht die Katastrophen heranna- Restaurant »Paso” * Paso 452 (a! fondo) — T E. 87 9259 Unter Auls.cm aes Vaad Harabomm der Kehiila MITTAGS- und ABFNDTISCH Anrichten von kleinen Festlichkeiten und Banketten 'rtUMUMUUVVVMUWVmWMUUHUUUVMUW ta’: Ferdinand Leitner. Solhen?fh' die über di(; We,t laacjoee». brantes de Abono en venta. Viernes 14 a las 20.30 horas Décima Función del Abono Nocturno “Tannhauser”, de Wagner. Director de Orquesta: Ferdnnand Leitner, — So. brantes de Abono en venta desde hoy, miércoles. Sábado 15 a las 18.00 horas Función Extraordinaria No. 54. Recital del “Coro de la Resistencia”. — Plateas $ 80. 'Loe. en venta jueves 13. Sábado 15, a las 21.30 hs. Quinta Función del Abono Nocturno (Cíelo Internacional de Ballet). Actuación del “Ballet Nacional Chileno” en “Catalina Burana”, de Orff. Coro Estable del Teatro Colón. Orquesta Filarmónica de Buenos Aires. Director: Victor Tevah. Sobrantes de Abono en venta, mañana, jueves. im allgemeinen und das jüdische Volk im besonderen hereinbrechen sollten, und der so oft seine warnende Stimme zugunsten der Menschlichkeit erhobt. Sein Tod, kam ganz gewiss allzufrüh. Der Dichter hätte der Welt noch viel zu sagen gehabt. Curt Wilk LU ACH (Kalender) Mittwoch, den 12. Oktober 21. Tischri Donnerstag, den 13. Oktober 22. Tischri Freitag, den 14 Oktober 23. Tischri Sonnabend, den 15. Oktober 24. Tischri Parschat Bereschit I. B. M. I, 1 — VIII — 8 Haftara: Yeschayahu XLII — 5 XLIII Neumondankündigung Marcbeschvan Sonntag, den 16. Oktober 25. Tischri Montag, den 17. Oktober 26. Tischri Dienstag, den 18. Oktober 27. Tischri Israel - Marken Cb grösster Auswahl: u. a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN-NUM- MER — MARKEN MIT BAND — KOMPLETTE BOGEN (planchas) _ VOLL. STAENDIGE SAMMLUNGEN — WERTVOLLE AUSGABEN — ERSTE SERIE VORHANDEN — VERTRAUENSWÜRDIGE BERATUNG Guanacache 2351, dep. 2 H|. CABDJDO Alfonso NÍ0RITZ30N (ÜlWN»MWIMÜBiiWB

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