Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1819 (12.10.1960)
- Date
- 1960-10-12
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9616703-9611224-9611914--0794-9611916- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
S — Miércoles. 12 de Octubre de I960 LA SEMANA ISRAELITA Año XXI. — No. ISIS Weltanschauung und (Schli ps von Seite 1) | zum Glauben an Gott bekennen und ihr Leben ,in den Dienst Gottes' gestellt haben, ohne einer der christlichen Konfessionen anzugehören, lässt es sich m. E. nicht mehr rechtfertigen, auch in der nationalsozialistischen Tagespresse ausschliesslich die von den christlichen Konfessionen durchgeführten Veranstaltungen als .Gottesdienst' zu bezeich. nen.“ Mitten im Kriege also beschäftigt sich der Reichsleiter Bormann mit der Frage des Kirchen, oder Gottesdienstes. um die Rechte der Kirche einzuschränken, die althergebrachten Vorstellungen zu zerstören und das nationalsozialistische .Gedankengut' gegen Kirche (und Judentum! zu schützen. Er bogniigt sich nicht etwa da- *iit, seine Parteigenossen zu ermahnen, sondern macht der Kriegsmarine Vorschriften, zensiert die Presse und unterminiert die feste soziale, religiöse Ordnung, die dem von den Nazis gewoll- •ten sittlichen Chaos im Wege steht. -Uns als Juden, so könnten einige annehmen, sollte 'das nicht weiter stören, da wir hiervon nicht unmittelbar betroffen sind. Solche Denkart ist töricht und zeugt von einer erschreckenden politischen Kurzsichtigkeit. Die Geschichte lehrt uns, dass die Verfolgungen der Religionen und ihrer An- Dr, FREY Abogado PUEYRREDON 2198 1* liq. nachm. 16—18 Uhr hänger, auch wenn diese Glaubensgemeinschaften ihre inneren und tiefen Differenzen haben, niemals nach dem Bekenntnis fragen, sondern mit der religiösen Ueberzeugung auch die wirtschaftliche Potenz, dieser Gruppen zu vernichten bemüht sind. Wo die Synagogen brennen, folgen die Kirchen, und umgekehrt. Ein merkwürdiges, aber ein Gesetz der Geschichte offenbart sich hier... Bormann war aber nicht nur ein radialer Gegner des Christentums und der Juden, er war ein Feind anderer Völker, die er alle als .minderwertig' betrachtete. ¡Die abgrundtiefe Verworfenheit dieser Gesinnung und die grenzenlose Ueber-; hebüchkeit dieser Kreise, die! durch nichts verständlich ist, | tritt ’ aus einer Denkschrift hervor, die Bormann im August 1942 veröffentlicht hat. Dort heisst es: „...Die Slawen sollen für uns arbeiten. Soweit w-ir sie nicht brauchen, mögen sie sterben. Impfzwang-- und deutsche Gesundheitsfürsorge sind daher überflüssig. Die slawische Fruchtbarkeit ist unerwünscht. Sie mögen Präservative benutzen oder abtreiben, je mehr desto besser. Bildung ist gefährlich. Es genügt, wenn sie bis 100 zählen können. Höchstens Bildung, die uns brauchbare Handlanger schafft, ist zulässig. Die Religion lassen wir ihnen als Ablenkungsmittel. An Verpflegung bekommen sie nur das Notwendige. Wir sind die Herren, wir kommen zuerst.“ Wir sind die Herren!, REAL PEN ^Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 56Ö T E. 49-5850 J. Liebling fourniere — SPERRHOELZER DIAZ VELEZ 5224 al 46 T. £. 43-2343/0340 y 3021 Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSER GESCHAEFTEN Manuela Pedraxa 2530 pl. b. Dp, B T. E. 70-7244 Aus eigener Werkstatt Lederkleidung CAMPERAS — JACKEN MAENTEL Umarbeitung - Aenderung Massenfertigung in 24 St. Garantiert bestes Leder G. Küchler CONGRESO 2465 fast Ecke Cabildo 2900 Mattha (ZkapaatiY. HUTSALON Jetzt in B e 1 g r a n o MOLDES 2 5 6 1 T. E, 73-9229 73-9155 schrieb Bormann, der Hetzer, der die Kirchen verfolgte, die Juden morden liess und die Slawen aushungern oder als .brauchbare Handlanger' zu Menschen zweiter Klasse degradieren wollte. Wir sind die Herren, schreibt einer, der sich versteckt hält, anstatt als Mann vor seine Richter zu treten und entweder für seine Schandtaten einzustehen oder aber zu bekennen. dass er geirrt und gefehlt habe. Statt dessen lebt er unter fremden Namen und mit gefälschten Papieren, seine wenig „brauchbaren Handlanger“ verbreiten, er sei längst tot... Der eine berichtet, er sei in Berjlin zerfetzt worden, als er ¡den .Führerbunker' verliess, j zerfetzt von einer slawischen Bombe, die nicht wusste, dass die Nazis die Herren sind... Andere wiederum wollen die Oeffentlichkeit irreführen und meinen, Bormann sei in die Tschechoslowakei geflüchtet und dort umgej kommen. Dann erfuhr man, I er sei irgendwo in Südame- 1rika gestorben, erst vor we- 'nigen Jahren oder Monaten. lAber der Rauchschleier ist nicht so dicht, den Bormann um sich verbreiten liess. Eines Tages wyrd auch dieser der Herren vor seinen Rich- ,ter gestellt werden, für seine Schreckenstaten, für seiinen Wahn, ..Wir sind die ¡Herren, wir kommen zuerst!” ¡Das war das für die Nazis typische Denken, das letztlich nur das Produkt und die Folge eines grenzenlosen Minderwertigkeitskomplexes ^der Halbgebildeten gewesen j ist. Die Herrschaft der Strasse wurde errichtet, und wie diese Herren aussahen, die zuerst kamen und in dem; aufgewühlten Sumpf der Hoffnungslosigkeit und Ver- . zweiflung nach oben gespült (wurden, das wissen nicht j nur wir heute. | Immer wieder verbreitete Bormann mit den grossen, ihm zu Gebote stehenden Mitteln seine Hassgesänge. In einem Aufsatz schrieb Bormann u. a.: „Nationalsozialistische und christliche Auffassungen sind unvereinbar. Die christlichen Kirchen bauen auf der Unwissenheit der Menschen auf und sind bemüht, die Unwissenheit möglichst weiter Teile der Bevölkerung zu erhalten, denn nur so können die christlichen Kirchen ihre Macht bewahren.” Das also schreibt ein Mann, der Anweisungen gibt, ganze Völker in Unwissenheit verkommen zu lassen, damit sie Konzert-Tournee Tel Aviv. — Das israelische Philharmonische Orchester flog nach Paris, der ersten Station einer Welttournee von 75 Tagen. In dieser Zeit wird das Orchester unter der Stabführung von Carlo Maria Giolini und Josef Kripps Konzerte in USA, Kanada, Mexiko, auf den Philippinen, in Japan und Indien geben. (ITA) bessere Handlanger für die Herren seien! Die innere Verlogenheit des gesamten Systems tritt an solchen Bruchstellen der sogenann. ten Weltanschauung seiner Träger und Führer deutlich in Erscheinung. Am 6. Juni 1941 gab Bor- ¡worden mann einen Erlass heraus, in | Hierzu wäre nur zu sagen, dem es ganz im Sinne der dass das Wort „J dd” wohl nazistischen Anschauungen 'schwerlich als Namenszusatz und der Lehre von Alfred ¡anzusehen ist, was auch völmeinschaft und des Lebens f jedes Einzelnen drang Bormann mit seiner Parteima. schine ein. Alle diffamierenden Verordnungen und Gesetze sind unter seiner Mitwirkung, mitunter auf seine Initiative hin, erlassen und durchgeführt worden Sogar die zusätzlichen ..jüdischen Vornamen” Israel und Sara sind auf seinen Befehl angeordnet worden. Dies behauptete jedenfalls der jetzige bundesdeutsche Staatssekretär Dr. Glooke. der Kom- •neni.ptor der Nürnberger Rassengesetze uni Vertraute | Adenauers, bei seiner Verinehmung vor einem Gericht ¡im Jahre 1918 GLbke erfühlte dama.s. er habe dafür gesorgt, dass der Plan des i,. Namenszusatzes'’ für dre Juden ,,Jidd” nicht du-ebgeführt werde und statt dessen ¡Israel und Sara beschlossen ist. la Semana Israelita Bisemanario — aparece los Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky Pueyrredón 2190. 1? izq. T. E. 83-2613 Argentinien: $ 60.— pro Quartal Abon~-Preise: Rosenberg heisst: „Unser nationalsozialistisches "Weltbild aber steht weit höher als die Auffassungen des Christentums, die in ihren wesentlichen Punkten vom Judentum übernommen worden sind. Auch aus diesem Grunde bedürfen wir des Christentums nicht.” Immerhin erhielten diejenigen, die solches schrieben und durch ihre aktive Arbeit für die Nazipartei ver. breiteten, später Pässe des Internationalen Roten Kreu- »lig gleichgült g war. "Wesentlich war den Nazis nur ei. nes: die Juden als solcne zu kennzeichnen, um sie im entscheidenden Augenblick zu eliminieren. Dr.s wurde durch den Zusatz Israel oder Sara genau so gut erreicht, wie durch das Wort „Jidd”, jwenn man dies überhaupt ■als ein Wort betrachten!kann. hinausliefen, weil das Wort „Jidd” vielleicht noch despektierlicher gemeint gewesen sein könnte wie der Vorname Israel oder Sara, dter für die Nazis schlechthin als Schimpfwort galt. Wir sind die Herren!, das war Bormanns Ideal, der nun schon mehr als 15 Jah. re als feiger Flüchtling vor der Gerechtigkeit umheri’rrt. Das jüdische Volk hat er mit seinem Hass verfolgt und damals, als ihm die Macht hierzu gegeben war, alles getan, um Millionen Menschenleben zu zerstören. Die Kirchen hat er zerstören wollen, weil er ihre Macht fürchtete und die Gefahr 'sah, die seinem eigenen Irrglauben aus dem christlichen Gedankengut erwuchs, ,das doch „nur auf dem Ju- Jedenfalls dürften Frick, dentum wurzelte.” Und die | Bormann und andere Nazis, ' die sich mit dieser Angelegenheit beschäftigt haben. zes und des ... Vatikans! jnicht von irgendwelchen Ge- Vielleicht hat sogar Borfichtspunkten gelenkt wormann einen solchen Pass be- ¡^.en se*n’ die auf eine Rückkommen, mit dessen Hilfe er dann in ein katholisches Land geflüchtet ist. Nicht genug damit, es gibt Indizien, dass er wie andere ehemalige Nazigrössen auf ihren ¡Fluchtwegen bei jüdischen ¡Familien Unterkunft suchte, um gegen jeden Verdacht abgeschirmt zu sein. Die Juden wussten natürlich ¡nicht, wen sie unter ihrem ¡Dach hatten. Sie waren i meist zufrieden mit dem ,.an- ' ständigen Deutschen”, der dort bei ihnen in Untermiete lebte. In alle Bezirke der Gesichtnahme auf die Juden wurde. Slawen sollten sterben, soweit sie nicht als Handlanger ihm und seinesgleichen dienen konnten. Es ist gut, dass diese WTelt der Unterwelt überwunden l. Judith Schenkolewski Kullusstickereien Schabbosdecken - Tallisbeutel . Käppchen Maszot-Taschen . Hand- und Maschinenstickerei von Bett und Tischwäsche BEBEDERO 2585 T. E. 73-9155 Confitería NIZA Conde 202 0 76.0286 Servicios de lunch de categoría Mohel N. Plaksin Superí 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 Dr. B. Sehwarcz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 52-8214 RAYOS X PARA DENTOSE TELEF. VORANMELDUNG ESTUDIO JURIDICO Dr. Isidoro Kraut - Dr. Oscar Rabee ABOGADOS Ehescheidungen . Erbschaftssachen - Konkurse und Vergleiche - Verträge - Inkasso . etc. Neue Adresse: TE. 35-0796 MONTEVIDEO 451 35-0901 piso 5. ofic. 53/54 35-0823 VARICES — ULCERAS DE LA PIERNA - ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY SARMIENTO 3116 7. E. 87 1362 -C \ NERVENu. GEMUETS- KRANKHEITEN Dr. M. J. Kuhn BULNES 193C, pl. b., 1? T. E. 80-0249 Mont., Mittwoch. Freitag 17—20 Uhr. Tel. Anmeldung erbeten. ESTUDIO JURIDICO Dras. Silvia Ruth Weisá?aerg — Luisa Graetzer Bürge’"jChaft — Räumungsklage Ley 14.821 Inkasso von Dokumenten — Familienrecht Scheidung — Nachlass Sprechstunden von 18—20 Uhr HIPOLITO YRIGOYEN 2570, 4o piso, T. E. 47-7740 BERNARDO STERN und [ JUAN JULIUSBURG i AUSFUEHRUNG SAEMTUCHER I Malerarbeiten CONDE 2318 I. E. 767533] Dr. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN - ZAHNZIEHEN - BE¬ HANDLUNG MH GASBETAEUBONG - REGU¬ LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend nach vorheriger Vereinbarung. JOSE HERNANDEZ 2518 T. E 76-8673 und 73-0500 Dr. L. KLEIN Médico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen Untersuchungen SPRECHSTUNDEN: 'Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 UhrJ ¡ ÍEs wird gebeten, sjch vorher telefonisch an«iroelden > ÍSANTA FE 1391 T. E. 44-9493 u. 44-1542Î Dr. Bernardo Goldstein MEDICO CARDIOLOGIA — HOSPITAL FERNANDEZ Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiogramas* Cuba 2141 T. E. 73.8782 u. 73-6817 Consulta*! Montags bis Freitags: 15—II Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr