Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1818 (7.10.1960)
- Date
- 1960-10-07
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viernes, 7 de Oclubte de 1960 LA SEMANA ISRAELITA Ato XXI. — No. 181« Aufführung moderner Autoren lr Bemühen, ..modernes” Theater zu spielen, vermittelte die Leitung des ..Deutsch - Theaters" uns die Bekanntschaft mit einem Werk ,,Aufruhr" des jungen Dichters Heinz-Peter Brunegg und dem Stück von Jean- Paul Sartre „Bei geschlossenen Türen”. Gegen die Heroen des Nihilismus, Sartre und Tennessee Williams, ist Brunegg ein harmloser Parsival. Sein Einakter „Aufruhr" enthält die beinahe masochistische Selbstanklage aller Beteiligten, die sich in einer fast ausweglosen Situation mitten im afrikanischen Urwald befi.iden. Der eine ist ein ungläubiger Zyniker, der andere resignierend und innerlich zerbrochen, der Missionär wiederum ein von Zweifeln gepeinigter Priester, lind die beiden Frauen lassen auch an Selbstvorwürfen nichts zu wünschen übrig. Die Schauspieler in diesem Urwald-Intermezz-o zeigten sich wesentlich dem Autor überlegen. Nur ihnen allein war es zu verdanken, •wenn sich eine Wirkung ech. 4en Theaters einstellte. Lilly (Wiehert zeigte nach langer (Abwesenheit von der Bühne in den wenigen Augenblikken ihres Auftretens, dass sie auch in dramatischen Rollen eine aussergewohnliche Eindringlichkeit besitzt. Hansi Schottenfels wuchs in der Gestalt der Frau über sich hinaus, wenn sie auch mit weniger Augenrollen mehr erreichen könnte. Hans Peters war der ideale Gestalter des bitteren Skeptikers. Er führte den breit angelegten Dialog durch geschickt verteilte Spannungsmomente auf ein normales Mass zurück, eine Aufgabe, die er überlegen bewältigte. Karl Ewald als 'Lehrer spielte seinen Part dem Willen des Autors angemessen richtig dosiert passiv, Rolf Mülders als Missionär hatte eijnige Stellen, die aufhorchen lliessen, konnte sich jedoch ¡gegen seinen trockenen Text schwer durchsetzen. Jacques Arndt verteilte als Regisseur die Tempis gewandt, hätte aber noch einige Kürzungen vornehmen können. Besonjders geglückt war das Bühnenbild, das den eir.drucks- | vollen Rahmen einer innerlich auf das äusserste deprijmierlen Gruppe darstellte. Der Beifall galt hauptsächlich der hervorragenden 1 schauspielerischen Leistung ■ aller Mitwirkenden. ■ Sartre, der als Begründer des atheistischen Existenzialismus bezeichnet wird, verneint alle positiven Werte ' dieses Lebens, an die wir als Juden besonders stark glauben. Seine Behauptung, dass (der Mensch nicht im Eben- ■ bilde Gottes geschaffen sei, zwingt uns, seiner „Philoso- ■phie” und nihilistischen j Weltanschauung eine klare Absage zu erteilen. Seine Gestalten sind für uns Schelmen, die sich in einer imaginären Hölle zusammenfinj den, um als „edle Seelen” (quälende Zwiegespräche zu ¡halten und in unzweideuti- Wir feiern eine „Bauernhochzeit ff Als Menachem und Riwka heirateten, ich meine in der Gründerzeit, da schickte ihnen die Kibbuzküche einen Biskuitkuchen, gelb, sehr flockig. vom Geschmack süsser Watte, und der jeweilige „Aussenminister“ besorgte ein paar Flaschen billigsten Weines. Ich stelle mir vor, dass Menachem damals eine weisse Russenbluse trug, mit einer | Kordelschnur um den Bauch ' a la Tolstoi, obgleich der I Bauer, Tolstoi durchaus gute Seide bevorzugte. Ich : werde wahrscheinlich recht haben, wenn ich annehme, dass Riwka, bei der Generalversammlung in der Speisebaracke, blaue Kornblümchen auf das kurze Krägchen stickte. Damals hatten die Pionierfrauen stets einen ganzen Korb von Strickstriimpfen, auszubessernden Unterhosen und Leibchen auf dem Tisch, wenn Fragen von prinzipieller Bedeutung, von starrköpfigster Kollektiv-Verantwortlichkeit ausgefochten wurden. Das alles hat sich geändert. Der Sohn, der „kleine“ hat geheiratet. So klein ist er garnicht, hat sogar das üblii che Heiratsalter längst überschritten, doch da er eben bis jetzt nicht geheiratet hatte, so erschien er der alvon Dr. CONRAD N ROSENSTEIN senes Wickelkind. Sie sorgte sich wegen seines Halswehs, ¡seiner Zahnschmerzen, als 'seien dies Dinge, von denen sehr Entscheidendes abh'nge, der „Kleine“ strampelte also symbolischerweise r.oc.i immer an der Nabelschnur. ...Nun also ist er ins feindliche Leben hinausgetreten. Die Gemeinschaft der Gründer war der Ansicht, dass ein Rebbe nicht mehr dem Stil des Kollektiv ein solches Paar symbolisiere diesen Festtag am besten. Die Leute aber sind nicht so dumm. Sie sagten, es seien nicht Adam und Eva, — natürlich bevor sie Sich erkannten —, sondern einfach Leute vom Badestrand in Tel Aviv. Nun ist ja dagegen auch nichts einzuwenden. denn schliesslich gehören ja die Leute vom Strand einer jüdischen GrossLdl fortgeschrittenen j auch irgendwie zu uns, aber . Unternehmens 'das hören die Alten nicht entspreche, es wurde also ein Rabbiner zu erscheinen gebeten. Er sagte natürlich das Gleiche, was so ein alter Rebbe sagt, aber „c'est le ton, qui fait la musique“. Die Leute aus dem Städtl sind; fiir deutsch-jüdischen Libe. ralismus in neuhebräischer Form, obwohl doch das Städtl früher einen Horrcr | vor solchen „Neumodischkeiten“ hatte. Ob Besucner da waren? Ach, meine Herrschaften,! Ness ha nissim ist längst ein j Begriff geworden. Zuwe.len j kommen prächtige junge i Damen auf mich zugestürzt, die gerade dem Auto entstei- (gen, natürlich aus Tel Aviv („Sagen Sie nur, sind Sie der (Erfinder von Ness ha nissim?“ Was soll man darauf ' antworten? Sie wissen es ¡gern. Wir sind wir, und die da von Tel Aviv sind nur unsere- Peripherie. Damit ■ basta! Dennoch freuten sich die, die von der Peripherie gekommen waren an den be- | deutenden Schöpfungen unseres Hauskomponisten, unjter dem Dirigentenstabe seiner Tochter vorgetragen, und mit Soloeinlage — lyrischer Sopran — seiner Schwiegertochter, verbindende Texte gelesen vom Sohn i j.. ¡des Meisters und beifällig J lir; aufgenommen von seiner j Gattin, ach, was sage ich. i von der ganzen Gemeinde, „Lied der Lieder": König Salomo ... Schliesslich, und das war der Clou des Abends, erschien eine Jazzkapelle. Doch handelte es sich nicht nur um Rumba, auch das Mizwetänzchen wurde von „Zabres” getanzt, wie es sich gehört, die Frauen mit Scheitel oder grossen Um.; hängetüehern, sehr züchtig nur das Taschentüchlein der iTanzpartner greifend, die 1 Männer mit vollem Chassi— dimbart, mit Streimel auf dem Kopf und mit all dem schmachtenden Gesang zu Ehren eines himmlischen Jerusalem, mit glitzernden Trillern und Fingergeknips und Juchhu. Unser Tischlermeister Mattitjahu aber meinte, solch eine Jazzkapelle habe überhaupt kein jüdisches Gefühl, könne es auch nicht haben, da Ben . Lulu aus Casablanca und Sacharja Jeruschalmi aus Bagdad eben nicht den Schmerz der „Klesmerleut” besässen, der ihm noch aus Kolomea im Ohr liegt!... Wir anie- ■ren aber fanden es wunderbar, und die liberalen Kreise aus Budapest hielten es einen Höhepunkt an „Jiidischkeit”, den sie in Ness ha nissim garnicht erwartet hatten. Sie verstanden zum Teil von den Darbietungen kein Wort, und es war auch ganz gut so, dass man nicht alles verstand, denn solche Bauern nehmen keine Rücksicht! Die „Jüdischen Altertümer” sind ein wichtiges Quellenwerk zur Erforschung der antiken Geschichte und ganz (besonders zur Erkenntnis des nachbiblischen Judentums, seiner politischen Strömungen und religiöser Sekten sowie der Entstehung des Christentums. Die Ftmde am Toten Meer haben erneut die Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit seiner Schilderungen ¡bestätigt. Die Werke des Flavius Josephus sind daher für jeden, der sich mit dem für uns wichtigsten Zeitabschnitt 4er älterer Geschichte beschätigen will, unentbehrlich. Einladung zur Subskription! FLAVIUS JOSEPHUS Die jüdischen Altertümer (Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. H. CLEMENTZ 1 Bde. Kl. 8“, I, 646 Seiten. 2 Tafeln. II. 724 Seiten und 2 Tafeln auf holzfr Papier, in Ganzleinen geb. DM 52.— JAKOB LEVY Chaldäisches Wörterbuch über die TARGUMIM und einen grosser, Teil des rabbinischen Schrifttums 2 Teile in 1 Band. Le . 8^, VT. 429 VTII, 595 Seiten (ca. 2.048 Spalten) — Mit Nachträgen von Leberecht Fleischer — Unveränderter Neudruck der dritten Auflage — In Leinen geb. und auf holzfr. Papier gedruckt. Subskriptionspreis DM 130.— Nach Erscheinen (15. Sept. 1959) DM 145.— Dieses seit Jah en vergriffene und gesuchte Wörterbuch ist das bis jetzt erschöpfende Werk zur Erschliessung der jüdischen Bibelexegese. Früher erschienen: Geschichte des jüdischen Krieges FLAVIUS JOSEPHUS Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr. H. CLEMENTZ Kl. Ö9, 695 Seiten, 2 Karten auf holzfr. Papier in Leinen geb. DM 25.— Joseph Melzer Verlag, Koeln MOZARTSTRASSE 13 ten Riwka als ihr erwach- . besser, und weil es so viele j wissen, da kamen sie also alle an: Tender, Privatwagen Situationen seelische gen, Omnibusse, Nachbarn Vorgänge zu konstruieren, 'aus den arabischen Dörfern für die keine Vorbedingung auf ihren Eseln, auf den ITT BOLOGNE SUR MER 647 T. E. 88-9420 gegeben ist. Für die meisten Zuschauer war es ein Versehen der Regie, die krassen Gedankengänge des Autors auch noch in optisiche Form giessen zu wollen. Hervorragend dagegen war die Aufstellung der Szenen und die gespenstischen Töne der Verdammten. Nur hielt der Regisseur, Gert Haucke, nicht immer konsequent diese Lipie, was aber nicht seine Schuld, sondern die des Autors war. Hatte es der Regisseur schon schwer, diese Schatten lebendig zu gestalten, so ist die Leistung von Tosca Dohnke umso anerkennenswerter. Sie bringt zwar kleinen zweirädrigen Wagen, ¡die wir ihnen in der Werk-! statt für die Maultiere ge- ( baut haben. Machmud Aii kam und führte seine bhnde; Mutter am Stock, und die Société von Paris, nein v. - 1 Tel Aviv! Sie hatten sich in j Unkosten gestürzt und (brachten riesige Pakete, da j doch die Braut aus den obe-! ren Rängen kam, ein reizen. ' des Geschöpfchen mit Pfir- I sichwangen und in - wirklichem Hochzeitsstaat. Das Buffet stand im Frei- I en, urd bei grosser Beleuch: Itung s.assen wir im Schatten ¡der hohen Kiefern, die Menaj ehern einst gepflanzt hat. Das Kibbuzessen war für ESTRENO MARTES 11 A LAS 22 HORAS MIERCOLES 12 A LAS 18 HORAS \ “LAS TRES HERMANAS“! de ANTON TCHECHOW Dirección : Atahualpa del Cioppo FUNCIONES: VIERNES. SABADO 22 HORAS DOMINGO 18 HORAS £ v i Heute, um 19 Uhr 45 im Teatro Odeon mehr von Wedekind als von . den Kreis der Anverwandten Sartre in ihre Rolle, erzielt das meistumsirittene Werk ron J. P. SARTRE aber dadurch eine umso grössere, in die Tiefe gehende Wirkung. Tosca Dohnke ist eine vorbildliche Sprecherin und mit einem dunkel-leuch. tenden Organ ausgestattett. Maria Böhmberger war offensichtlich der Text, den sie sprechen musste, zuwider und sie konnte auch durch starke Momente, die sie unzweifelhaft hatte, nicht die unerträglichen Gedanken des Autors erträglicher machen. Gert Haucke wirkte als Garcin einprägsam und war ganz der hilflose Mensch, als den wir dieses im Hades lebende Geschöpf von Sartres Gnaden sehen sollten. Er und Karl Ewald als der symbolische Zerberus der Unterwelt waren auch äusserlich die gespenstischen Gestalten dieser nervenzerreibenden Hölle. — Auch hier musste man die Ausarbeitung des Bühnenbildes bewundern, das den düsteren Hintergrund fiir diese makabren Geschöpfe bildete. Der erst zögernde, dann aber stark einsetzende Beifall galt gleichfalls wie im ersten Stück den bewundernswerten Leistungen aller Schauspieler, die ihr Bestes, und das war wahrhaftig nicht wenig, an die Gedanken von Sartre wendeten. H. D. und aller Mitglieder gedacht. Wir hatten schon richtig gerechnet und waren 1 dennoch erstaunt, dass der I Speisesaal tatsächlich das 'ganz® Rund fasste. Natürlich ¡sass niemand auf einem I Stuhl, sondern alle nahmen auf Brettern Platz. Warum ¡das? Weil man dann ein noch grösseres Publikum in den Saal pressen kann. Man reiht sie sozusagen wie die Vögel auf eine Stange! Das Essen war so reichlich bemessen, dass wir am nächsten Tage das Frühstück bereits mit Karpfen beginnen konnten. Kleingebäck hatten wir noch fiir einige Wochen Aber bitte kommen Sie deswegen nicht nach Ness ha nissim, es wild mir sonst in die Schuhe geschoben, dass ich Sie eingladen hätte, und unser Hauskcinponist hat mir neulich gesagt, dass es mit den vielen Besucnern schon hier die Hutschnur gehe, unser guter Name rentiere sich nicht! „Bei geschlossenen Türen“ ¡i Regie: GERT HAUCKE und als amerikanische Erstaufführung, Es blieb nicht beim Braten und den diversen Salaten, den Limonaden und Weinen. Nathan hatte den Speisesaal künstlerisch hergerichtet. Es gab eine Kontroverse. Er hat ein kraftvolles Teenager-Paar am Meeresstrand an die Wand gezaubert und behauptete, dies seien Adam und Evä, und 1 „AUFRUHR“ von HEINZ PETER BRUNEGG Regie: JACQUES ARNDT ♦ Sonnabend 20 Uhr, u. Sonntag 15.30 Uhr] Eintrittskarten an der Theaterkasse: Esmeralda 367, Tel. 45-3591, werktags von 10—12 und von 15—20 Uhr WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE? Freitag, den 7. Oktober Sonnabend, den 8. Oktober Mittwoch, den 12. Oktober Donnerstag, den 13. Oktober Freitag, den 14. Oktober Dienstag, den 13. Dezember Mittwoch, den 14. Dezember Donnerstag, den 15. Dezember Dienstag, den 20. Dezember Mittwoch, den 21. Dezember Mittwoch, den 1. Februar 1961 Mittwoch, den 1. März 1961 Donnerstag, den 2. März Freitag, den 31. März Sonnabend, den 1. April Sonntag, den 2. April Freitag, den 7. April Sonnabend, den 8. April 2. Tag Sukot 1. Tag Chol Hamoed Hoschano Rabo Schemini Azeret Simchat Tora Erew Chanuka 1. Tag Chanuka 2. Tag Chanuka 7. Tag Chanuka 8. Tag Chanuka Chamischa Asar B’Schwat (Neujahrsfest der Bäume) Fasten Esther Purim Erew Pessach 1. Tag Pessach 2. Tag Pessach 7. Tag Pessach 8. Tag Pessach ( V „(Ver flasch00 der »a »och ha zitier* Y<)1 ein alten Versin einer ser S’- Ico-Hall ffi ein szenier Simchs geben Tradit'01 len w'r gen ,üh DarsteÜ Traktat anderer Ytie Üa klcpad in der Tempe* Vor den Ten gierende nem Gia vorste platz ren Hat Wasserst vom Gis Lichter geleitet Schreib? Quellen Bet Hast sche'uba aus dem deutet i Fest kai „Jubel gefasst nur als schöpfe! neuen 1 re Bedt de uno verdeän Wasser wirtsch; der Bet Das! änderet dauert ge, näi ersten tag. a herrsch sizierei wie am ter au ertag ersten die für äussers Tempel dene L golden Ende jedem stieg Blüte