Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1818 (7.10.1960)
- Date
- 1960-10-07
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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▼fernes, 7 de Octubre de 1960 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Ano XXI. No. 1838 — 3 j Die Verhetzun weiter In den Zeitungskiosken der bundesdeutschen Hauptstadt Bonn hängt die „Volks- ■warte” der Ludendorff-Anhänger in aufdringlicher Weise. Eine der kürzlichen Nummern des Blattes hatte einen besonders grossen Raum der „jüdischen Fra- >ge”, das heisst der antisemitischen Hetze gewidmet. Die „Volkswarte'’ trägt den Untertitel „Freie Urteile zur IWeltpolitik". Es sind wirklich sehr „freie” Urteile, die sich die bundesdeutschen Antisemiten hier unter Duldung der Behörden erlauben. Der Chefredakteur von Bebenburg, bereits wegen antisemitischer Pöbeleien in seinem Sudelblatt rechtskräftig verurteilt, publiziert LEICHT, KORREKT, BEQUEM, das sind die Adjekti. ve der Carlton-Kleidung für Frühjahr und Sommer Für den Massanzug beste importierte Fabrikate. Aus England Alpaccas, Flanelle, Saxones; aus Nordamerika Dacron; aus Japan Naturseide. Feriigkleidung: Strassen-, Sport, und Freizeitkleidung, stabiloform veraT beitet. von KURT KAISER-BLUETH auf der ersten Seite seines „völkischen” Organs einen dreispaltigen Leitartikel, dem er den schönen Titel gibt: „Charles der Zweite und Josua der Zweite”, wobei es sich um de Gaulle und Ben Gurion handelt. Zitieren wir nur einen Absatz aus dem übelriechenden Gebräu, um die ganze Infamie dieser vergiftenden Propaganda zu charakterisieren: „Die Revolution von 1789 war das Werk der Freimaurerei. Die Freimaurer sind jedoch „Werkleute”, die an der Wiedererrichtung des Tempels Salomo bauen, wie eben ihr ganzes Lehr- und geduldet, dass die „Lüge das deutsche Volk gelähmt und vergiftet habe”. Die Lüge, das ist — man glaubt zu träumen — die „angebliche” Vergasung der Juden. Ein zweiter Artikel auf dieser Seite polemisiert gegen den Landgerichtspräsidenten a. D. Hugo Marx, dass „die Deutschen aufs schändlichste und gemeinste” von „notorischen Lügnern und Verleumdern” über die Konzentrationslager belogen worden seien. Man spricht weiterhin von den „angeblichen”' Zahlen der umgebrachten Juden und meint schliesslich hämisch, die Konzentrationslager seien gewiss „kein Hoeinen „Emigranten aus Arnejniglecken” gewesen, wenn Deutschen ] auch die Frage, „weshalb LA SEMANA ISRAELITA ] i B1SEMANARIO INDEPENDIENTE! B*. Aires - PUEYRREDON 2tPO 1’ izq. - T. E. 83.261. 16. Tischri 5721 7. Okiaber 1963 _ —» rika”, der in der Richter-Zeitung” einen Artikel über die „ur,bewältige Vergangenheit“ publiziert hatte. Zitieren wir nur zwei Absätze dieses polemischen Gesudels: . In dem anfangs genannten Artikel bezeichnet er zunächst den Natio- Geistesgut durch und durch | nalsozialismus als die ausge jüdisch ist. Verständlich, ja, sprochenste Form des deutselbstverständlich, dass und warum” einer ins KZ gekommen wäre, „auf einem anderen Blatt” stünde. Doch genug des grausamen Spiels. Dieses verbrecherische Schandblatt, das im Dienst des Hasses und der Verteidigung der Bestialität steht, kann man an Hunderten von Zeitungskiosken finden. Junge Men- Fiir Herren und ihre Söhne feine Herren. Ausstattung C A R L T O N Maipü 982 T E. 31-0357 MAIPU 484, 1. St. MAIPÜ 982 T. E. 31-1643 — T, E. 31-0357 die Freimaurer ihren Lehrmeistern sofort den Zugang zu allen Aemtern öffneten. Wie Ben Gurion sagte, würden die Juden das nie vergessen ...” Auf der gleichen Seite brachte die „Volkswarte einen angeblichen Bericht aus Jerusalem, der sich mit den „grossen Gegenspielern im heutigen Weltjudentum , Ben Gurion und Nachum Goldmann in der üblichen Völkischen Eeobachter”. Form beschäftigt. Ferner sah man dort eine grausliche Karikatur, die Ben Gurion an der Kette der „orthodoxen Partei” zeigt, während der orthodoxe Dompteur des „Löwen” Ben Gurion im Kaftan und schwarzem Hut a la „Stürmer” die Peitsche schwingt... Auf Seite 2 wendet sich ein Artikel gegen den Austro-Amerikaner Schlamm, dessen Name in Fettdruck als William Samuel Schlamm herausgehoben wird. Seite 4 ist ausschliesslich der antijüdischen Hetze unter den verschiedensten Vorwänden reserviert. In einem „Offenen Brief an einen Weihbischof”, der als ehemaliger KZ-Häftling sich über die Gaskammer in Dachau geäussert habe, die angeblich niemals fertig geworden sei, beginnt der Rei- * gen. Er, der Bischof, habe Dr. Robert Servatius in Israel Tel Aviv. — Dr. Robert Servatius aus Köln, der Adolf Eichmann verteidigen wird, traf in Israel ein und erklärte den Journalisten im Flughafen, er hege „volles Vertrauen” in die israelischen Gerichte, obwohl er es „vorgezogen haben würde, dass sein Klient vor einen internationalen Gerichtshof gestellt“ worden wäre. Servatius wurde von dem Bruder Adolf Eichmanns verpflichtet. Polizisten in Zivil waren über das ganze Flugfeld verteilt und begleiteten den Anwalt nach Tel Aviv, wo er die Nacht verbrachte. Er wird von Justizminister Pinchas Rosen und Generalstaatsanwalt Gideon Hausner empfangen. Im Beisein eines hohen israelischen Polizeibeamten stand Dr. Servatius den Journalisten im Flughafen Rede und Antwort. „Alles, was wir wissen”, führte er aus, „sind Berichte und Erzählungen. Das Gericht wird die Tatsachen feststellen müssen, und daraus wird man sich ein Urteil bilden können. Mich interessiert einzig und allein die Wahrheit.” — Ferner bemerkte er, er würde die Mitarbeit eines israelischen Anwalts begrüssen, damit dieser ihn über die lokale Prozessführung beraten könne. (ITA) Der Weg eines Hitlerjugend! uhrers AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS; Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIAMONTE 550, I/B — Buenos Aire», Rep Argentina ’ ISRAEL - BRIEFMARKEN Mut BttS .—WaWnnuwn» Moderne Wohn- und Schlafzimmer- Einrichtungen — Sesselgamituren Sarmiento 1147 Cabildo 774 AUTO - REPARATUR . WERKSTATT! „BENO“ I BEÑO HUTSCHNECKER | Ar4*. constituyentbs mt - (Ecke t. i.«• sm , sehen Nationalstolzes. Sodann unterstellt er ihm das Fernziel der Hegemonie in der weltlichen Welt und seinen Missionsdrang zur Vernichtung des Bolschewismus marxistischer Prägung...”, worauf dieser geradezu ungeheuerliche Passus folgt: . Zugleich mit der vordringlichen Aufgabe des Ausscheidens der lästigen deutschen Konkurrenten macht man sie (die Deutschen) zum Verbrechervolk (!), verheizt so nebenbei 40 Millionen Menschen und ist dann leider zu schwach für die Bewältigung der eigentlichen Aufgabe der Auseinandersetzung mit dem wirklichen dialektischen Gegner im Osten....” Also — die Alliierten und die Juden sind die eigentlichen Schuldigen am zweiten Weltkrieg, sie haben „40 Millionen Menschen verheizt” — darunter sechs Mil. lionen Juden, die von den Gesinnungsgenossen der „Volkswarte"-Hetzer ermordet wurden, um — den deutschen Konkurrenten zu schlagen. Ist es schon Wahnsinn, so ist es doch eine höchst verbrecherische Methode. Auf der gleichen Seij te findet sich ein Artikel, \ der unter der Ueberschrift; „Es wird weiter gelogen” — der Autor meint hier nicht seine „Volkswarte” — auf Ludendorffs Vergangenheit hingewiesen wird. Hierbei wird auch Sinowjew zitiert. Natürlich heisst er in der „Volkswarte” Apfelbaum. Die widerwärtigste Gemeinheit findet sich jedoch unter der Rubrik „’Leserbriefe”. Ein Leserbrief aus Stuttgart, von dem anzunehmen ist, dass er in der Re. daktion selbst fabriziert wurde, beschäftigt sich mit den von den Nazis umgebrachten Juden. In diesem „Leserbrief” wird erklärt, sehen haben die Möglichkeit, diesen gedruckten Unrat zu kaufen und sich für ihr ganzes Leben zu vergiften. Kein Staatsanwalt greift sich das Gesindel mit eiserner Hand, um es unschädlich zu machen. Die Behörden tolerieren die erschrekkende Tatsache, dass dieser politische Gestank in völliger Legalität die Luft der Bundesrepublik verunreinigen soll. Liest man im Verfassungsschutzamt keine neonazistischen Zeitungen? Ist man zu sehr mit der Kontrolle linksextremistischer Organe Pretoria. — Vor einem südafrikanischen Gericht muss sich gegenwärtig ein ehemaliger Hitierjugendlührer verantworten, der zahlreiche Diebstähle und zwei Morde begangen hat. Als er einen dritten Menschen erschlossen wollte, wurde er gefasst. Bei dem Delinquenten handelt es sich um Alfred Wanka aus Mastig bei Hohenelbe. der nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches nach Südafrika ging. Dort stand er im Dezember 1953 zum erstenmal vor Gericht, weil er Obst gestohlen und einen Polizisten, der ihn dabei beobachtete, erschossen hatte. Er wurde damals zu nur zwölf Jahren Gefängnis verurteilt, weil seine Richter, unter ihnen ein jüdischer Emigrant aus Köln, mildernde Umstände geltend machten, die sie aus der nazistischen Erziehung des Angeklagten herleiteten. Drei Jahre später schon wurde Wanka wegen guter j Führung aus der Haft entlassen. Aber am 2. August beschäftigt? Wir fragen im Namen der gemordeten Unschu’digen, der Frauen und Kinder, die Opfer der braunen Henker wurden und die man von neuem selbst in ihren unbekannten Massengräbern zu beschimpfen wagt, wie lange man noch in der Bundesrepublik diese Schande der .Volkswarte” dulden will?! Man sage nicht, der Verbreitungskreis dieses Giftblättchens sei zu unbedeutend, als dass man sich mit ihm und seinen ¿lerausgebern beschäftigen sollte. Ich habe immerhin innerhalb einer halben Stunde zwölf Käufer dieses „Stürmer” - Nachfolgers gezählt. Aber, wenn es auch nur einer wäre, der durch die Lektüre zum Anhänger des Verbrechens und der Bestialität würde, so wäre das schon zuviel! dieses Janres musste er erneut verhaltet werden. Er hatte in der Zwischenzeit wieder geraubt, euren Polizisten erschossen und e nen weiteren.zu erschlossen versucht. Dem letzteren gelang es jedoch, Wanka die Waffe aus der Hand zu schlagen. Auf diese Weise wurde die Polizei des Täters nachalt. Wanka iiihrte bei seiner Verhaftung einen deutschen Pass, einen Führerschein, der auf einen fremden Namen lautete, Bargeld in Höhe von 6.0C0 DM und Gutschriften fiir nahezu 12.000 DM mit sich. Mit der Pistole umzugehen hatte er nach eigenen Angaben als Achtzehnjähriger in einem nazistischen Konzentrationslager gelernt. ADHESION AL SESQUICENTENARI0 uno telo NUEVA -MODERNA - REVOLUCIONARIA DEFINITIVAMENTE CONSAGRADA IM jwrtt CARURAS mitin KAB»s CALZADOS UtOR ACIOH VARIEDAD fM «noí y cotones EXPOSICION T VENTAS LAVALLE 2168' 49-0827 .LOCALES 1, 15 ¡ ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL! Dr. Hardi Swarsensky g Asuntos Europeos exclusivamente g Sprechstunden: Dienstag1, Mittwoch u. Freitag v. 15_18 Uhr ¡ ¡ Dr. Günter Frey t Asuntos Argentinos j Sudamericanos w i TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN \ VERTRAEGE - VERWALTUNGEN BUEROZEIT: 10—12 und 15—18 Uhr $ PUEN RREDON 2190 escj. Av. LAS HERAS — T. E. 83.2613