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Jüdische Wochenschau · 1960-10-07 · 1818 (7.10.1960) · p. Seite 5

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1818 (7.10.1960)
Date
1960-10-07
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
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Viernes, T de Octubre de I960 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXI. — No, I8t8 Das Hüttenfest in Bei Hascho'ewa von MEÏR FAERBER, Tel Aviv „Wer den Jubel von Bet Haschoewa nicht gesehen, der hat in seinem Leben noch keine Freude gesehen”, zitiert bereits die Mischna ein volkstümliches Wort aus alten Zeiten. Angesichts des Versuches des Kibbuz Dati, einer Organisation religiöser Siedlungen, in den Sukko-Halbfeiertagen in Jawne ein Wasserschüpf-Fest zu inszenieren, ihm den Namen Simchat Bet Haschoewa zu geben und damit die alte Tradition zu erneuern, wollen wir uns einmal vor Augen führen, wie nach der Darstellung der Mischna, Traktat Sukka — und nach anderen bewährten Quellen, wie Hamburgers „Real-Enzyklopädie” etc. — die Feier in der Heiligen Stadt und im Tempel dargestellt ist. Vor allem muss man sich den Tempel in seinen imponierenden Ausmassen, seieiner Leiter empor, und aus;Je nach (speziellen Krügen füllten sie blies man 'die Schalen der Leuchter mit zehn Litern Oel (nach anderem Bericht mit je 42 Litern Oell. Aus den abgetragenen Rocken und Gürteln der Priester hatte man Dochte bereitet, die man nur; anzündete. Es war kein Hof in Jerusalem, der nicht vom Lichte von Bet Hasche’uba widerstrahlte, denn sobald man die Flammen im Vorhof des Heiligtums sah, entden Vorschriften täglich 21 bis lü Töne im Heiligtum. Wurden sonst q.\ diensttuenden Priester durch das Los bestimmt, so vr-rr dies am Hiittenfest nicht möglich, weil die Zahl der Oufei tiere viel zu gross war. Daher wurden alle anwesenden Priester zugelassen, gleichgültig zu welcher Abteilung sie gehörten. Der siebente Tag wurde unter dem Namen Hoschana Raba. das zündete jeder seine eigene |gr0sse Hosianna, zu einer be. Freude.iflamme im Hofe und | sonderen Festlichkeit. auf dem Dache seines Hauses, so dass ganz Jerusalem I plötzlich von den roten, flackernden Flammen wie | taghell erleuchtet war.! Die Frommen una die Männer der Tat. brennende Als der Priester am frühen Morgen in seinem goldenen Krug einen Liter Wasser aus dem Schiloach brachte, kehrte er durch das südliche Tor von einem Gefolge umgeben in den inneren Hof zurück, Fackeln in den Händen, um sich den anderen Priefiihrten Tänze auf und sannem Glanz und seiner Pracht j gerl) zahllose Leviten spiel vorstellen, der ja den Schau, platz der Feier bildete, deren Name ebensogut vom Wasserschöpfen wie auch vom Glanz der strahlenden Lichter und Flammen hergeleitet werden kann. Die Schreibweise wechselt in den Quellen nämlich zwischen Bet Hascho’ewa und Bet Hasche’uba und Schuba stammt aus dem Syrischen und bedeutet Flamme, Glut. Das Fest kann also durchaus als „Jubel des Fackelfestes” aufgefasst werden, und nicht nur als Freude des Wasserschöpfens, wenn auch im neuen Erea Israel die letztere Bedeutung populär wurde und die andere völlig verdrängt hat, denn das Wasser ist für unsere Landwirtschaft von entscheidender Bedeutung. — Das Spiel der Flöten und anderer Musikinstrumente dauerte fünf oder sechs Tage, nämlich zwischen dem ersten und dem letzten Festtag, an denen Arbeitsruhe herrschte, die auch das Musizieren untersagte, ebenso wie am Schabbat. der mitunter auch auf einen Halbfeiertag fiel. Am Ausgang des ersten Festtages stieg man in die für Frauen reservierte äusserste Halle im Osten des Tempels, wo 24 m hohe goldene Leuchter mit je vier goldenen Schalen am oberen Ende angebracht weren. Zu jedem dieser vier Leuchter stieg ein Jüngling aus der Blüte der Priesterschaft auf ten die Harfe, die Leier, die Zimbel, bliesen die Trompete und andere Instrumente und füllten so die fünfzehn Stufen der gewaltigen Freitreppe, die entsprechend den fünfzehn Stufenlieder des Psalters von der Halle der Israeliten zur Galerie der Frauen führten. Im Tempelvorhof sangen die würdigsten und frömmsten Männer mit brennenden Fackeln in den Händen Lob. und Dank- Lieder und führten Fackeltänze mit allerlei Künsten auf. Von manchem wurden acht Fackeln in die Höhe ge. worfen und brennend wieder aufgefangen. Der berühmte 'Lehrer Hillel soll stern bei der Darbringung des Morgenopfers anzuschliessen. Bei seinem Eintreffen wurde er durch eini. ge Trompetenstösse begrüsst. worauf das Ausgiessen des Wassers gleichzeitig mit der Weinspende durch besondere Allaröffnungen erfolgte, der Wein in die östliche, das Wasser in die westliche silberne Altarröhre. Der ganze Akt vollzog sich unter dem Schall der Trompeten in neun Absätzen und versinnbildlichte die Bitte um Regen. Der Altar war rhit langen W’eiden umkränzt, die aus Mozza herangebracht worden waren. Unter Schwenkung des Feststrausses wurde Hallel gesungen, während andere Priester Friedensopfer darbrachten. Und abends strahlten wieder Tempel und Stadt im Glanze der brennenden Fackeln. Es müssen wundervolle Tage gewesen sein, die unser altes Jerusalem am Hüttenfest gesehen und erlebt hat. Auch Nicht-Juden strömten herbei, um das Fest mit zu gemessen. Alt und jung feierten gemeinsam. Es war im wahrsten Sinne des Wortes der Höhepunkt ven Sman Simchatenu. der Zeit unserer Freude. MUSIK IN BUENOS AIRES j LIEDERABEND RAQUEL ZIPRIS densteilend von dem Pianisten Donato O. Colacelli begleitet. Langer und ehrlicher Beifall des Auditoriums veranlasste Raquel Zipris zu irteh- JUAN JOSE CASTRO DIRIGIERT NATIONALES SYMPHONIEORCHESTER Die jüdische Sopranistin Raquel Zipris, der man leider viel zu wenig auf den Konzertpodien begegnet, und 'reren Zugaben, die sich im vergangenen ' Jahr auf die Initiative der „Asociación de Conciertos de Cámara” in London bei Lotte Lehmann vervollkommnete, gab im Rahmen dieser Gesellschaft einen sehr gelungenen Liederabend. Die Stimme der Künstlerin ist inzwischen noch fester und reiner geworden, während 'ihre Kultur und Diktion; schon seit je vollkommen waren. Die Sprachkenntnisse der Sängerin gestatteten; ihr, alle im Programm enthaltenen Werke völlig ein-!v ndfrei in ihrer Originalsaaos Zur 100. Wiederkehr seines Geburtstages Vor wenigen Tagen mussten wir vom Ableben von 1 Gerald Rufus Isaacs Lord ¡Reading berichten, der wäh- Irend eines Ferienaufenthalts auf Rhodus im Alter von 71 sie auf! Jahren verstorben ist. Er beiden Daumen balanziert haben, um das Volk zu belustigen. So brachte man in überströmender Lustigkeit die Nacht zu. Nun traten zwei Priester in das Nikanor-Tor, das von der Halle der Israeliten zur Frauenhalle hinabführte. Sie hielten zwei Trompeten in Händen, aus denen beim ersten Hahnenschrei ein gedehnter, ein schmetternder und wieder ein gedehner Ton erscholl. Auf dieses Zeichen brach die Abordnung nach dem Schiloach- Tal auf. um das Wasser für das Opfer zu bringen. Auf der zehnten Stufe und von der Halle aus wiederholten die Priester die Trompetenwar der Sohn des ersten Marquis of Reading. dessen 100. Geburtstag sich nunmehr jährt. Es war ein ungewöhnlij ches Schicksal, das einst einen Jungen, den Sohn eines : londoner Obsthändlers, von der Schule und dem Elternhaus weggetrieben und zum . (Schiffsjungen hatte werden ung^vo I lassen, der in seinem Traum, land Indien an Land ging, , „ das er fast fünf Jahrzehnte ..Rassenprobleme später als Vizekönig der j britischen Krone und Generalgouverneur abermals be-! treten sollte. Doch nach die- ' sen stürmischen Jugendjahjren gab es dann ein ersthafjtes juristisches Studium, eine glänzende Karriere. Mit I nc giaui.cuuc iui Signale, und dann weiter, bis r^Q Jahren ist Isaacs Kror.an sie an das nach Osten hinausführende Tor gelangten. Leben und in der zionistischen Arbeit. Lord Reading ist eines der Beispiele dafür, dass hoch, gestellte Juden, gar.a hingegeben an das Staatsamt, ihrem jüdischen Volke nicht nur äusserlich verbunden bleiben, sondern zugleich jüdischen Interessen verschiedenster Art dienen können. Dieser Mann war zeitlebens stolz darauf, als Jude höchstes Ansehen im öffentlichen Leben zu gemessen, und man sagt ihm nach, dass er seine verant- Tätigkeit in Indien gerade als Jude besser durchführen konnte. fanden bei diesem jüdischen Staatsi manne besonderes Verständnis. Sein Name wird bei Engländern und Juden fort-! leben,' und sein 100. Geburts- | tag ist ein Tag stolzen Geidenkens in seinem Lande und kn jüdischen Volke. Curt Wilk spräche zu singen. Raquel Zipris hatte sich keine leichte Liederfolge gewählt. Sie reichte von Richard Strauss (Zuneigung, Allerseele, die Nacht, Cäcilie), fünf Gesängen von Dimitri Kabalevsky, „Tres Canciones de Soledad” von Dublanc, drei englischen folkloristischen Liedern von Benjamin Britten bis zu J. Nin’s „Cuatro Canciones Españolas”. In den Charakter jedes einzelnen Werkes versenkte sich die Sopranistin mit ernster Hingabe und wurde in ihrer Arbeit zufrie- Restaurant »Paso Paso 452 (al fondo) — T. E. 87-9259;; Unter Aufsicht des Vaad Harabonim der Kehilla MITTAGS- und ABENDTISCH Anrichten von kleinen Festlichkeiten und Banketten DAUNENDECKEN! - GARDINENj IMPORT. CHINTZ und VOILE! BENNO DE LEVIE S R.L f T E. 76-4155 f WÜR: ECHEVERRIA 2242! ,ftttwiny>wtfwii>w>gw¥gywii H. ROSENZWEIG TAILOR HENRY Tucumctn 563, piso Neues Telefon: 32.091? »V. Crössto Auswahl in Imp. und hiesigen Stoffen 1pi—rmr~rr~ 1 i walt, Erster Staatsanwalt,! drei Jahre später Lord-Ober. | richter von Grossbritannien, I und, 1921—26 Vizekönig von Indien, wohl damals, neben der des Premierministers die höchste englische Staatsposition. Dann, noch einmal, 1931, war er Aussenminister. 1935 starb er im Alter von 75 Jahren, nachdem er noch die Anfänge des „Dritten Reiches” aufmerksam beobachtet hatte. Er selbst, zur Lordschaft erhoben, dann, nach der Rückkehr aus Indien, Marquis, was etwa dem Fürstenstand entspricht, war oft Gegenstand antisemitischer Anfeindungen, die ihn aber nicht daran hinderten, seinen Weg als treuer Jude zu gehen. Während des ersten „Weltkrieges wiederholt mit heiklen Staatsmissionen be. traut, war er ein Förderer der britischen, prozionistischen Bestrebungen, die 1917 zur „Balfour - Deklaration“ führten. In zahlreichen jüdisch-kulturellen und humanitären Institutionen ist Lord Reading führend gewesen, bis 1921 auch Vizepräsident der „Anglo-Jewish Association”. Seine Witwe, seine zweite Gattin, spielt noch heute eine wichtige Rolle im jüdisch-englischen ZIM-Büro in Bombay New Delhi. — Die Eröffnung der indisch-israelischen Schiffahrtslinie begann mit der Einweihung eines ZIM-Biiros in Bombay. Vor kurzem legte das erste israelische Schiff, das Indien anläuft, die „Acco”, im Hafen von Bombay an und lud verschiedene Waren. Die Operationen in Indien werden, wie man hofft, zu einer Ausdehnung des indisch-israelischen Handels führen. Andere israelische Firmen dürften in Kürze Büros in Bombay eröffnen. (ITA) Premiere im IFT | Der IFT inszeniert das Drama von Anton Tschei chow „Die drei Schwestern” zur Ehrung des grossen Dra-! matikers, dessen 100. Ge- I burtstag wir vor kurzem feijerten. Die Aufführung steht i unter der Regie des neuen künstlerischen Leiters des I IFT, des montevideaner Regisseurs Atahualpa del Ciop. po, der bereits in dieser Saison drei Einakter Tschechows inszeniert hat. Im Ensemble wirken die Künstler Alejandro Marcial, Jordana Fain, Marta Garn, Zipe Linkowski, Elita Aisemberg, Samuel Dam, Carlos A. Lujan, Abraham Wicowski, Alejandro Oster, Pablo Rivera, Pedro Sepiurka, Samuel Heilmann, Mauricio Burak, Isabel Foradori und Celia Berman mit. Das Drama wird in der spanischen Landessprache aufgeführt. KONZERT Am Donnerstag, den 13. ds. Mts., findet ein Violin- und Klavierkonzert von Haydée Loustanau und Eduardo Acevedo mit einem Programm von Sonaten von José M. Castro, Präludien von z.lberto Ginastera und einer Sonate von Jacobo Ficher statt. 1 >ie deutschsprechenden Juden werden zu allen Veranstaltungen herzlich eingeladen. | Das vorletzte der zwanzig Abonnementskonzerte fand wieder Juan José Castro am Dirigentenpult des Nationa. len Symphonie - Orches lers, dessen künstlerischer Ho^hstand ihm in seiner Eg-nscbalt als Titular-Dirigent zu verdanken ist. Der Orchesterleiter brachte dieHaycm. Variationen von Brahms (San Anton-Chorall ausgewogen unu mit Inbrunst zum Vortrag. •' Im Mittelpunkt des Pro. gramuiS stand die „Sinfonía; Elegiaca” von Alberto Ginastera, deren tiefer Sinn und Kontraste in Castro einen würdigen Ausdeuter fanden. Das zweifellos schwerste und gelungenste Werk des Abends war das ’„Konrert für Orchester” von Bêla Bartok, noch immer epo ihemachend, dessen enorme technische und interpretative Schwierigkeiten vom Dirigenten und seinen prachtvoll spielenden Unterjgebenen grossartig bewältigt j wurden. I Es gab vielen und anhal- I tenden Applaus. I e.n I Teatro Colón Comunicado: Las personas que adquirieron localidades para la función Extraordinaria No. 52, que debía realizarse el jueves 29, con la actuación del “Ballet Nacional Chileno”, y que fuera suspendida, podrán canjear las mismas por su importe en la Boletería del Teatro, dentro del horario habitual. IHR INSERAT in der JUEDISCHEN WOCHENSCHAU bringt immer Erfolg Auskunft: T. E. 63-2613 'LJeutickei 'Tlnea.tet I etzte Vorstellungen der Spielzeit 1960! (Ausser Abonnement) Donnerstag, d. Freitag den 21. 20. Oki. Oktober verwandelte Komödiant Einakter v. Stefan Zweig El ga von Gerhart Hauptaiann Eintrittskarten an der Theaterkasse: Esmeralda 367 Tel. 45-3591, werktags von 10—12 und von 15—20 Uhr f Israel - Marken % tu grösster Auswahl: u a. VIERERBLOCKS — MARKEN MIT PLATTEN.NUM- 2 MER - MARKEN MIT BAND - KOMPLETTE BOGEN (planchas) - VOLL. | STAENDIGE SAMMLUNGEN - WERTVOLLE AUSGABEN - ERSTE SERIE | VORHANDEN — VERTRAUENSWUERDIGE BERATUNG | Alfons© MORITZSON Guanacache 2351, dep. 2 5 Mg. CABILDO

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