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Jüdische Wochenschau · 1960-09-29 · 1816 (29.9.1960) · p. Seite 4

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1816 (29.9.1960)
Date
1960-09-29
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Spanish
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LA SEMANA ISRAELITA Año XXI. — No. Il 1S 4 — Jnms. 29 de Septiembre de 1910 In biblischer Zeit und heute Der Jom Kippur, unser er- 'dem die des ganzen Volkes ha&enster Festtag, ist wie! aufheben. Und die mündli- Jtem anderer /um Wahrzei-! c^e Lehre macht uns darauf eher* des Judentums gewor- , aufmerksam, dass nur die reden. Ein jüdischer Denker; h§ms . kultischen Sünden, nannte ihn einmal den „eigentlichen Judentag“, der mitten m Streit von Parteien und Meinungen dastiinde wie ein „rocher de bronce Aber auch er hat gewisse Umwandlungen erfahren. deren bedeutendste vielleicht diejenige nach der Zerstörung des Zweiten Tempels (im Jahre 70 nach Einsetzung sorgte dafür, d. g. Z. gewesen sein dürfdass der heilige Tag im wenicht aber moralische und juristische Vergehen am Versöhnungstag vergeben werden. Dieser Charakter des Jom Kippur musste natiirgemäss mit der Zerstörung des Tempels einer gewissen Abwandlung unterliegen. Doch das biblische Gebot seiner te Wahrend des Lebens im jüdischen Stnate wurzelte der Jom Kippur fest im nationalen Kultus. An ihm wurde das Heiligtum, der Tempel geieinigt und entsühnt von allen wissentli- Mchen und unwissentl chen Sündhaften Berührungen bei der Darbringung des Opfers im Laufe des Jahres, und das Fasten des Volkes unterstützte 'ene Weihe, die dem Nation», heiligtum galt. Die j Sühne des Heiligtums mit ^iihne _ Tieropfer sentlichen unangetastet blieb Lle Sündenvergebung trat ganz in den Mittelpunkt und mit ihr stärker die Persönlichkeitsreligion. Aus dem „nur - Siihnetag1 wurde der grosse, erhabene Busstag, von dem die Mischna sagt, er habe keine sühnende Kraft, wenn nicht Reue und Umkehr ihn begleiten. Ueber das Fasten hinaus wurde die menschliche Seele wichtiger als der Körper. Aus dem ist das tion gleichgültig' gegenüberstanden. Und wenn man ausserhalb oes Judentums sagt, nur dort, im neuen Glauben, gäbe es eine „Erlösung der Seele“ so trifft dies nicht zu. Der Jom Kippur beweist, dass im Judentum diese Seite der Religion an Bedeutung gleichfalls im Mittelpunkt des Denkens und Fuhlens steht. Doch in gewissem Sinne mag man auf jener Seite recht haben: Auch der Ver- _ söhnungstag ist im letzten I usendungen Grunde doch ein nationales Oper jüdisches Fest geblieben. iMUSIK IN BUENOS AlftESj "PROSPERINA Y EL EXTRANJERO'' IM COLON Der grosse argentinische Komponist Juan José Castro schuf während seines freiwilligen Exils im Jahre 19a0 die Oper “Prosperina y el Extranjero”, welche 1951 von einer zuständigen Jur> (Victor de Sabata, Arthur griechischen Trag die hier Honegger, Igor Strawinsky beiderseits oberhalb der sich u. a.) unter 138 anonymen und unter die Räc'er der j Weltstadt gerät, bis sie ' durch einen Ausländer gerettet wird, der daiiir sein Leben durch den Dolchstoss eines Zuhälters lassen muss. Die ragende Rcl.e ces Musikwerkes ist dem m. skierten Chor Vorbehalten, der nach dem. Muster der und nahm, wie alle anderen Erwähnten auch, am enthusiastischen Beifall teil. MOZARTEUM •ARGENTINO als einzige den Verdi- . Preis der Mailänder Scala vielleicht das schönste Ideal ¡erhielt und an jener Kunst’ Die Geschwister Ana und Nicolas Chumachenco ga. ben unter Mitarbeit des bekannten Pianisten Leo Schwarz ein eindrucksvolles Konzert. Die drei Künstler musizierten eingangs die Händelsonate No. 4 b-dur für zwei Violinen und Klavier, in ausgezeichneter, wohldurchdachter und ebennach hinten verjüngenden so wohlgeprobter Form. Ana Bühnenbilder postiert, die . Chuma-mer.co jr.:elte_ dle Mo_r eines Nationalfestes, denn wo gäbe es zum zweiten Male ein Volk, in dessen Mitte ein geheiligter Tag mit solcher Intensität unter gottlob noch immer starker Anteilnahme gefeiert werden könnte wie bei uns Juden? Deshalb lasse man im wesentlichen alle seine Traditionen unangetastet, versuche aber — und dies war zu allen Zeiten jüdisch-reli ihrem Zweck, die Opfer des Opfer des zerknirschten Ge- ' giöses Gedankengut — den _ . _ m ii te j'J or Fl owi nf fiOTi»r>»>i4r>n mm aL T T — —1! «« Volkes wiederum wohlge »lüg zu machen in den ’ Augen Gottes, verwandelte j sieh metir und mehr gedanj ken- und gefiihismässig in eine Entsühnung des Volkes j selbst. So wurde der Jom * Kippur zun1 Tage der Sündenvergebung überhaupt. ®och sollte der Sühneakt. i »ach der Thora, nicht die rniits, der Demut geworden; jeder einzelne religiöse Jude söhnt sich selbst aus mit seinem Gotte, mit den ewigen Gesetzen des Judentums. So konnte der Jom Kippur seine überragende Stellung im jüdischen Leben behaupten, was bei den drei historischen und freudigen Festen nach Verinnerlichung drän genden Teil seines Charakters stärker in den Vordergrund zu rücken. Unsere Zeit würde hierbei keineswegs schlecht fahren. Curt Wilk Stätte 1952 unter Castros Leitung uraufgeführt wurde. Castro, konzessionslos : Aussergewöhnliche, im Leben wie auch in der ¡Untergebenen ein Kunst, schrieb eine eigenwillige, sich an kein bestimmtes System bindende, entnervende, aufwühlende, hart-rauhe, dramatische Musik nacb dem durchaus anfechtbaren Libretto von Omar Del Carlo, die seinerzeit grosse und sehr heftige Handlung ohne szenisch einzugreifen, erläutert. Drei;lur, ,elfe aufreibende lange Akte lang tat hier der nicht genug zu lobende Tullio Boni das seinem Höchstmass von Aufmerksamkeit und Konzentration einzuflössen, ohne die die ganze Aufführung nicht die sehr hohe Kategorie erreicht hätte, wie es de- Fal1 war. Zusammen mit dem Chor versinnbildlichte der „Mythos“ (ausgezeichneter Tenor Car- Debatten auslöste. Mit der los Cossutta) die Erklärungriechischen Mythologie hat g€n. diese Persephone 'ihr latei-! Der Regisseur Tito Capontscher Name ist Prosperina) j bianco ^gte wieder einmal nur noch den Gang in die nicht alUäglichen Fü- Unterwelt gemein. Es hanj higkeiteni sich in jedes Subdelt sich um ein paraguayi- | jekt zu ersetzen und sich mit ihm zu identifizieren. sches Mädchen, das nach Buenos Aires gelockt wird , — ■ , der Ernte, den Wallfahrtsfe- Vergehen des einzelnen, son. . .. . . , 1 sten, leider in der modernen Zeit nicht der Fall ivar, weil weite Teile des jüdischen Volkes, vor allem der westlichen Welt, die Beziehung zum Boden des Heiligen Ansiedlung in Plat Jerusalem. — 200 E;nwanderer-Familien werden aus Europa per Flugzeug direkt nach Elat transportiert werden. Diese Aktion soll schon kn Oktober beginnen. Die Einwanderer werden in Gruppen von 40 bis 50 Personen monatlich eintreffen und sofort in neuen Wohnungen untergebracht werden. (ITA) Landes und zur jüdischen Nationalgeschichte verloren hatten. Rosch haschana und noch mehr Jom Kippur dagegen schufen eine unmittelbare Verbindung der menschlichen Seele zu ihrem himmlischen Schöpfer. Das tiefe Sehnen nach dem Höchsten, nach Erfüllung der mcssianischen Hoffnungen und dem Frieden des einzelnen in Gott, gab dem Versöhnungstag einen hohen Wert auch für Menschen, die sonst religiöser Tradißita'ia'ciicfie Á oiljan Rückkehr nach Owdat Professor Evenari drängt darauf, die alte Siedlung Owdat im Negew, das Zentrum der Nabatäer, neu zu besiedeln. Evenari versucht, das alte Farm, und Bewässerungssystem zu rekonstruieren. Ehrenbürger Ehrenbürger der Stadt Rio de Janeiro wurden Oberrabbiner Jacob Fink und Israel Dines, Präsident der Zionistischen Organisation Brasiliens^ Wenn auch seine Auffassung. die durchwegs guten Sänger mit Vorliebe statisch agieren zu lassen, kn Prinzip anfechtbar ist. so zeugt doch die logische Durchführung dieser Idenn vom Sachverständnis dieses ebenhat schon jetzt so jungen wie begabten tenverkauf weit über eine halbe Million Spielleiters Ihm zusammen Dollar eingebracht. Tagebücher Herzls mit Jose Varona sind auch die originellen, transparent werdenden und oft ein we- | Teile der Tagebücher nig unklar bleibenden Büh- ,Theodor Herzls, u. a. sein Zusammentreffen mit Sultan Abdul Hamid II, sird in Israel m einer Szenenfolge gestaltet worden und werden vom Verfasser, Z. Lcvyusch, und Schauspielern wie Hanna Meron, M. Asche. row, Ben Josef und S. Friedmann. auigefiihrt. zart-Sonate KV. 376, No. 7, und Klavier in I technisch einwandfreier und gelöster Weise, während ihr Bruder darauffolgend die So. nate No. 2, op 94 von Prokofieff, wie bei den beiden vorausgegangenen Kompositionen kongenial von Schwarz begleitet und betreut gab. Als Abschluss spielten Ana und Nicolas Chumachenco die Duos für zwei Violinen von Bela Bartok, und das begeisterte Aud torium geriet mehr als einmal in helles Entzücken über das meisterliche Sp:e’ der Künstler, denen d:e ausgesprochen diffizile Komposition keinerlei Schwierigkeiten bereitete. Es gab jedesmal lenganhaltenden, berechtigten Applaus. THEODOR FUCHs» DIRIGIERT JUGENDORCHESTER Wieder standen auf dem! Podium der „Asociación de ¡Conciertos de Cámara’’Theodor Fuchs mit dem „Orquesta de Cámara Juvenil”, welches seinerzeit vom Nationa. |len Rundfunk aus Ersparn s. ¡Gründen aufgelöst wurde ¡und nunmehr lediglich aus leigenem Enthusiasmus und dem von Fuchs weiterbedas meislumstriltene Werk von J. P. SARTRE ¡cago (16. Dezember), in Hol ¡.„Bei geschlossenen Türen“ ü Regie: GERT HAUCKE * und als amerikanische Erstaufführung „AUFRUHR“ von HEINZ PETER BRUNEGG Regie: JACQUES ARNDT I Eintrittskarten an der Theaterkasse: Esmeralda 367, ► Tel. 45-3591, werktags von 10—12 und von 15—20 Uhr „Exodus" ausverkauft ¡Juden n Deutschland, ein Die Uraufführung des Pre. Seminar veranstaltet, an minger-Films “Exodus” findem alle Leiter jüdischer det erst im kommenden Win. 1 Altersheime der Bundesreter statt. Jedoch sind die er-; publik und Westberlins sten Aufführungen in New teilnahmen Es fand ein re nenbilder zu verdanken, j Die beiden Titelrollen wurden von „.na Lotuffe und j3teht. Die ausgezeichnete So- Angel Mattiello glänzend jlistin des Abends, Alicia Albewältigt. Virginia Castri,;ierand, sang mit klarem Ko- Zulema Pfannl. Zaira Ne-;[0ratur-Sopran die reizende groni. Noem Souza, Maria ¡Mozart-Motette KV. 165 „Ex- Ecignard, Marcos Cubas, Ho- 'sultate, Jubilate” und hatte racio Soutric. Italo Pasini,!ejnen Sondererfolg. ¡Hector Barbiero und Tulio | ^uf ¡jem Programm stand 'Gagliardo gestalteten die >hweiterhin das Concerto Gros- Leiter von Altersheimen nen zufallenden Rollen eben- ’ sq g.moll op. 3, Nr. 2 von kurzem wurde von der falls mit Eindringlichkeit, (Francesco Gemiani und die Zentralwohlfahrtsstelle der und das Colon Jcann^ mit eic_dUr-Svmphome von Karl ’ von Dittersdorf, das mit ei- # __ r 2 aicu rxuuum ungtu in ituaamucu ajo cm * Montag, den 3. Oktober im leatro Uaeon| I York (15. Dezember), in Chi. ger Gedankenaustausch über H. ROSEN ZWEIG TAILOR HENRY Tucumán 563. piso 1 ¡ Neues Telefon: 32-0913 Grösste Auswahl in imp. und hiesigen Stoffen — ———— — —aa»»»»» < « I ( ( I — J lywood und Miami (21. Dezember' bereits ausverkauft. In New York sind alle Vorstellungen bis Mitte Juni ausverkauft, und der Karnern gewissen Stolz behaupten, dass auch gute Prcdukner prachtvollen Version tionen mit einem ausder originellen Abschiedsschliesslich argentinischem Symphonn von Haydn be- Ensemble denkbar und 'schlossen wurde. Fuchs und durchführbar sind. I seine jungen Untergebenen Das Colon-Orchester hat- ‘durften sich für vielen Ap- Erfahrungen und Probleme te unter Castros persönlicher plaus bedanken, statt. Aerzte und Sozialpsy- Leitung seinen guten Abend 1 chologen. die auf dem Gebiet c-n der Betreuung alter Menschen führend sind, hielten Vorträge; ’»♦♦»♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦♦»♦»♦»»»♦♦a»»♦♦»»»+; Pension Familiar M, Flamm 10 1950 JAHRE 1. OKTOBER 19601 unter Aufsicht der Herren Rabbiner Dr. OPPENHEIMER und Dr. FINK!! CHASCOMUS 1 Quader von der Lagun p Q Q ' Sukkot «k-JTOID Zimmer mit priv. Bad CHASCOMUS. CORDOBA 38 Inf. in Buenos Aires: T. E. 78-2312 ¡Rechtzeitige Anmeldung erbeten bis 30. 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