Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1816 (29.9.1960)
- Date
- 1960-09-29
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Jueves, 29 de Septiembre de 1960 L A SEMANA ISRAELITA Año XXI. — No. 1816 — « der Erdbeben - Katastrophe von Rabb. E. I. LOEWENSTEIN, Santiago de Chile Mitte August sandte die Federación Sionista de Chile mich nach dem Süden, um die von der Erdbebenkatastrophe am meisten betroffenen Gemeinden Puerto Montt, Valdivia und Concepción zu besuchen. Ich muss von vornherein sagen, dass jeder, der die Ereignisse im Radio oder durch die Zeitung mit schwerem Herzen verfolgt hat, auf vieles Tragische vorbereitet war. Aber die Wirklichkeit überschreitet alle Vorstellungen. PUERTO MONTT Die Stadt bietet, obwohl Wochen seit der Katastrophe vergangen sind, noch immer ein trauriges Bild. Ganze Häuserfronten sind eingefallen; Mauern sind geplatzt; Holzhäuser werden gerade noch mit Stangen ge- TONANGEBEND Stimmt der Grundton, dann stimmt die ganze Melodie.— Dies gilt auch für Herrenkleidung. Denn gut gewählte Grundstoffe und die qualitätsvolle Verarbeitung sind die Grundlagen der unübertrefflichen CARLTON. Kleidung. Masskleidung Fertigkleidung Wer etwas auf sich hält, trägt Carlton-Kleidung, die Kleidung guten Stils, sie ist meisterhaft gearbeitet und nicht teurer als gewöhnliche Kleidung. In Vorbereitung: Herrenausslallung. Individueller Kundendienst, Aenderungen. ¿fe# MAIPU 484, 1. St. MAIPU 982 T. E. 31-0357 stützt; das Hafenviertel ist durch die Gewalt der Natur zerstört. Am Abend kam ich mit einigen Mitgliedern der Gemeinde zusammen, und jeder erzählte von dem, was er in jenen Tagen erlebt hat In diesen wenigen Minuten wurde ich mir bewusst, was aus dieser Gemeinschaft, die einstmals mit Liebe um ihr bescheidenes jüdisches Leben rang, geworden ist. Schwerer denn je ist es, das Minjan am Freitag Abend aufrechtzuerhalten. Dieses Bemühen ist dadurch noch schwieriger, weil das Haus, in dem sich der Betsaal befand, eingestürzt ist. Nur die Thorarollen wurden gerettet, da ein Juden, Bernardo Schwartzmann, diese unter eigener Lebensgefahr in Sicherheit brachte. Die jüdische Gemeinschaft in Puerto Montt befindet sich leider im Zustand der Auflösung, da die meisten über kurz oder lang wohl ihre Zelte abbrechen werden. Damit hört wohl die südlichste Gemeinschaft der Welt auf zu existieren. VALDIVIA Der Besuch dieser wohl am tragischsten von der Erdbebenkatastrophe heimgesuchten Stadt ist mit vielen wehmütigen Erinnerungen verbunden. Wie schön, wie ruhig lebte man früher in ihr, wie tapfer verteidigten unsere Freunde ihr jüdisches Leben. Wenn das Flugzeug über Valdivia hinweggleitet, eröffnet schon ein Blick aus dem Fenster das Ausmass des Geschehenen. Nach dem Erdbeben und dem Seebeben kam die Uebersehwemmung durch den Rinihue. Man sieht hier ein Haus im Wasser, dort eine Fabrik und da einen Baum oder einen Zaun. Weithin nur Wasser. Und dann landet das Flugzeug, und ein Taxi führt uns ins Zentrum. Schon auf der Fahrt sieht man ganze Strassenzüge. in denen nicht ein einziges Haus unversehrt geblieben ist. Die einst gut gepflegten Strassen sind weitestgehend geplatzt und holprig geworden. Dann komme ich zu den Menschen unserer Gemeinde. Trotzdem schon viele Wochen vergangen sind, spricht ein jeder von jenen Ereignissen, als ob sie erst gestern gewesen wären. Alles ist noch so frisch und jeder, hat seine Probleme des Wiederaufbaus. Es sind nicht nur alte Häuser zerstört worden, sondern auch Gebäude letzter Konstruktion. Noch immer ist die Frage nicht gelöst, wie Valdivia wieder aufgebaut werden sod. Auch hier hat die Gemeinde das Zentrum mit dem Betsaal verloren. In ihm haben die Juden Schabbat um Schabbat, abends und früh Gottesdienste abgehalten und sich stets um ihr kulturelles Leben bemüht. Der Wiederaufbau dieses Gemeindezentrums steht im Vordergrund des Interesses. Die Gottesdienste an den Hohen Feiertagen werden in diesem Jahr in dem Geschäftslokal eines der Gemeindemitglieder stattfinden. Glücklicherweise wurden auch hier die Thorarollen durch den tapferen Einsatz von Mitgliedern der Feuerwehr gerettet. In Valdivia denkt kaum einer daran, von dort wegzugehen. Die Kinder, die vorübergehend in Santiago waren und langsam aber sicher wieder zurückkehren, sind glücklich, wieder zu Hause zu sein. Dieser Gemeinde bei ihrem Wiederaufbau intensiv behilflich zu sein, ist unsere dringliche Aufgabe. CONCEPCION Nach dem Besuch in Valdivia bietet Concepciön — LA SEMANA ISRAELITA BIS EM AN ARIO INDEPENDIENTE Bs. Aire* — PUEYRREDON 2190, 1? «q. — T. E. 83-2Sl¡> i A! ' 8. Tlschri 5721 29, September 1960 Die Lage der Juden Rumäniens trotz der sichtbaren Folgen der Erdbebenkatastrophe — doch wieder ein erfreuliches Bild. Die nach dem Erdbeben des Jahres 1939 erbauten Häuser haben glücklicherweise Stand gehalten, desgleichen die Holzhäuser. Gelitten haben bedauerlicherweise die Häuser des Mittelstandes, wobei auch wieder ganze Strassenzüge zusammengebrochen sind. , Trotzdem macht die Stadt, die gleich nach dem Erdbeben an den Wiederaufbau herangehen konnte, einen sauberen Endruck. In Concepción blieb ich über Schabbat und hatte Gelegenheit, mehrere Male mit den Mitgliedern der Gemeinde in ihrem schönen neuen Gemeindehaus, das der Vollendung entgegengeht, zusammen zu sein. Ich bin ihnen noch immer dankbar für die Herzlichkeit und Aufmerksamkeit, mit der ich empfangen wurde. Diese ISRAEL - BRIEFMARKEN AN WIEDER VERKAEUFER — ALLE NEU AUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica eficial del Estado de Israel, VIAMONTE 550, I/B — Buenos Aires, Rep Argentina l WaleAmaniv r- Moderne Wohn- und Schlafzimmer- Einrichtungen — Sesselgarnituren Sarmiento 1147 Cabildo 774 AUTO . REPARATUR - WERKSTATT] „BENO* •EKO HUTSCHNECEER Avi*. CONSTITUYENTES 4m (Eeke Mowroet) T. E. Ji - 220* Von der Lage in Rumänien hört man in der jüdischen Presse nicht mehr viel, seit keine Nachrichten mehr über die Auswanderung nach Israel gebracht werden. Visa zur Auswanderung werden zwar ausgegeben, nicht jedoch gültig für Israel; wenn man solche Auswanderer in Paris oder Wien trifft, so erzählen sie nichts über ihre Erlebnisse. Andererseits erhalten Juden aus den westlichen Ländern Visa nach Rumänien; sie berichten mehr über die gegenwärtigen Verhältnisse. Ueberemstimmend wird festgestellt, dass in Bukarest ein vielfältiges jüdisches Leben besteht. Die Juden seien gegenüber früher zufriedener. Die Föderation jüdischer Gemeinden hat ein eigenes Gebäude. Präsident ist Rechtsanwalt Bacalu. Wenn man ihn nach der Situation der Juden fragt, ist die ständige Antwort, sie sei besser. Er nimmt die Zahl der jüdischen Bevölkerung mit 200.000 an, während das Amt für Kultusangelegenheiten die Zahl mit 300.000 angibt. Das Mittel, die jüdische Bevölkerung zu zählen, besteht u. a. in der Feststellung. wer zu Pessach Mazzot bezieht. Im letzten Jahre haben sich 280.000 Personen angemeldet. Der Oberrabbiner meint, dass hiervon 130.000 die religiösen Gebote halten. Dem Gemeiadeverband gehören 481 Synagogen an. Die grosse Synagoge in Bukarest ist am Freitagabend überfüllt. 56 Synagogen sind nicht mehr im Gebrauch. In Jassy gab es vor dem Kriege mehr jüdische als nichtjüdische Einwohner. In der dortigen Hauptsynagoge führt der Agudist, Rabbiner Dr. Moses Gutman, den Gottesdienst. Beim Kultusministerium sind 153 jüdische Gemeinden registriert. Von den 860 Gerneindeangestellten erhalten. 105 ihr Gehalt vom Staat, Im 'Lande gibt es 84 Mohelim und genügend Schochtim. In der Provinz gibt es 22 Rabbiner. In Arad wurde, um dem Mangel an Rabbinern abzuhelfen, eine Jeschiwa gegründet, die jetzt 26 Studenten aufweist. An den 54 Talmud-Thora-Schulen unterrichten 43 Lehrer. Frühewurden Mazzot aus Ungarn eingefühvt, jetz.t wurde in Klausenburg eine Fabrik errichtet. Die jüdischen Friedhöfe stehen unter Staatsaufsicht und werden gepflegt. Früher waren viele Juden Kleinhändler. Dies hat sich mit dem kommunistischen Regime geändert. Zahlreiche Juden üben freie Berufe aus und sind im Staatsdienst tätig; auch unter den leitenden Fabrikdirektoren sind Juden zu finden. Die jüdischen Theater in Jassy und Bukarest gehören dem Staat. Die staatliche Subvention ist sechsmal grösser als die Einnahmen aus dem Billettverkauf. Die Vorstellungen sind gewöhnlich überfüllt. Selbstverständlich wird hier nur in jiddischer Sprache gespielt. Auf dem Programm steht immer wieder Goldfaden mit seinen zahlreichen Stücken, dann Seholem Alechem, aber auch Schiller, Gogol und Molière werden in jiddischer Sprache gespielt. Gemeinde ist erfreulicher-. , weise in ihrer Aktivität nicht unterbrochen worden. p Beglückt war ich über die,; Zusammenkunft mit vielen j jüdischen Studenten eiern dortigen Universität. Es ist erfreulich zu sehen, wie diev dynamische Kraft eines Ju-, gendlichen sie alle zusarn— menhält. Ich hoffe, dass es, gelingen wird, den Kontakt., zwischen den jüdischen Studenten und der dortigen Ge-, meinde immer enger zu ge-.i stalten. Wieder einmal bin.» ich mir in diesen Tagen der i Notwendigkeit bewusst ge- . worden, aktiver und intensiver diesen Gemeinden im Süden in ihrer jüdischen Arbeit z-u helfen. Das ist Aufgabe aller zentralen jüdischen Institutionen. Ich wünsche unseren Freunden im Süden, dass sie mit bewährter Tatkraft a^i der Zukunft ihrer Gemeinden ohne Unterbrechung »r-: beiten können. , •> Plast DAS SELBST CELOFANBAND AUCH BEDRUCKT MIT IHRER , PROPAGÓ FABRICANTES NEUMANN y día. CORRIENTES 569 - Bs. Aires - Tel. 49-5850 JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky Asuntos Europeos exclusivamente Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15—18 Uhr —• __ MM MM «M. MM Dr. Günter Frey Asuntos Argentinos y Sudamericanos TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN VERTRAEGE - VERWALTUNGEN BUEROZEIT: 10—12 und 15—18 Uhr PUEYRREDON 2190 esq. Av. LAS HERAS — T. E. 83.2013 •4