Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1816 (29.9.1960)
- Date
- 1960-09-29
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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S — Jueves. 29 de Septiembre de i960 LA SEMANA ISRAELITA Año XXL — No. ISIS Kampf und Debatte ■(Schluss von Seite 1) reits in der «tal.nistischen Aet a — erkämpfte, eir.en emebli säen Grad von Souverüu.rU aem Kreml abiaringen. ür.garn scheiterte bei dem Versuch, dem Beispiel Titos zu roigen. Das bedeutet aber nicht, dass . diese Tendenzen trotz des blutigen Niedernngens des — halbfaschistiscfcen — Aufstandes von Budapest zu bestehen aufhörten Die Unzufriedenheit der breiten Massen in den meisten Ostblock-Ländern ist gross. Aber nur durch außergewöhnliche Er.! eignisse kann ein Sturz des bestehenden Regimes herbe igeführt werden, wie dies bei Diktaturen jeder Schattierung meistens der Fall ist Wenn auch in einer bei weitem nicht so scharfen Form begegnen wir selbst im Westen einer Tendenz der kleineren, von den USA abhängigen Nationen nach grösserer Selbständigkeit, obwohl kein einziger westlicher Staat in seinen Entscheidungen durch Zwang an Washington gebunden ist. Immerhin hat der ,.Kuban'.smus' zu heftigen Auseinandersetzungen auf dem amerikanischen Kontinent geführt, die bewiesen, dass nicht jedes Land berechtigt ist. eigene Wege zu geben. Hier scher, wir die Grenzen der Handlungsfreiheit, wenn «nan so will der Souveränität eines Landes gegenüber Dr FREY Abogado PUETRltEDOW >190 1* tag ■tcbak U—19 Uto einer Weltmacht. Aber in dieser Abhängigkeit ist nichts Ungewöhnliches zu erblicken, was nicht zu allen Zeiten der Geschichte hätte beobachtet werden können, Sk> war es eben immer, und es bestehen kaum Aussichten darauf, das hierin eine Wandlung eintritt. Dagegen ist das Verhältnis der Sowjetunion zu seinen Satelliten ein völlig anderes, weil zu der — sagen wir einmal — normalen Ab. hängigkeit eines kleinen Landes zu einem grossen Staat der Faktor der Gewalt, der militärischen Beherrschung und der Bevormundung bei allen innen_ wie ■ aussenpolitischen Entscheidungen hinzutritt. Russland jwürde s.ch niemals mit irgendwelchen wirtschaftlijchen Sanktionen begnügen, die im Westen meist nur angedroht. selten aber in Kraft gesetzt werden, sondern wür. de sofort zum bewaffneten Angriff übergehen, mit Seimen Tanks und Soldaten einschreiten. wie dies in Budapest, in Posen und anderen Orten geschehen ist. ~~ Aber. in diesen sichtbar werdenden Schwierigkeiten der Sowjetunion, die im wesentlichen in der Unzufriedenheit der Bevölkerungen, in ihrer Desillusion oder einfach durch Entbehrung und Not bedingt sind, ruhen nicht die entscheidenden Gefahren, die dem Ostblock von inner, her drohen. Den Russen ist im Roten China ein sehr ernsthafter Gegenspieler erwachsen, der mit Gewalt nach vorwärts strebt und sich bemüht, einen jahr. hundertealten Rückschritt in REAL PEN i Í Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES S«9 l T E. 49-5650 \ J. Liebling ] FOURRIERE — | SPERRHOELZEB j DIAZ VELEZ 5224 «» « j T. 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Er wollte mit dem Westen auf höchster Ebene verhandeln, jedoch nicht allein deswegen, weil ex des Streites überdrüssig sei. Krutschew ist ohne Zweifel ein Stratege, der die Spielregeln seiner Diplomatie und Politik beherrscht. Er wollte sich mit dem Westen auf einer Gipfelkonferenz verständigen, um der ganzen Welt und seinen Vasallen zu demonstrieren, dass Frieden eintritt. wenn er, Krutschew. es will, und dass Kampf wiitet, wenn er es wünscht. Mit diesem Vorgehen waren jedoch die Chinesen nicht einverstanden; sie zwangen Krutschew zum jUmschwung, zum Kurswechj isel. zu einer völlig unvermittelten Aenderung der Grundlinien seiner Politik. Das Poltern des russischen Diktators sollte anderen die Schuld zuweisen. Er trachtete danach der Welt einzureden. wie stark er sei, in Wahrheit aber war das Pariser Fiasko nur ein Zeichen seiner schwächer werdenden Position im eigenen Kreis. Sicher ist Krutschew auch heute noch der Wortführer der kommunistischen Welt, wenn auch Vorbehalte berechtigt sind. Wenn er jetzt ten Nationen als einer internationalen Körperschaft, als einer Institution der Völkerverbiadung und einer Einrichtung des Friedens. Bis zu dieser Generalversammlung betrachteten die Russen die UN ganz offensichtlich nur als eine Tribüne für allgemeine Debatten, als ein Forum, die russischen Forderungen vor aller Welt zu erheben, Prop:ganda zu machen und nach Möglichkeiten neuer Einflussnahme Ausschau zu halten. Sonst aber waren die UN für die Russen nicht sonderlich interessant. Gewiss boten sch hiei 'also überall kanem tu überlassen. Wäh rend Russland bisher den in den UN führenden Mächten, vor allem den USA, j__ Schwierigkeiten (machte, wo es nur konnte, will sich nunmehr die Soi wjetunion in die Führung der UN einschalten. Das ist der Sinn der Krutschew-Rede. Das ist die mit dem Antrag verfolgte Absicht, an die Stelle eines Generalsekretärs in Zukunft ein Generalsekretariat treten zu lassen, in dem neben einem vom Westblock gestellten Sekretär die vom Osten und von den Neutralen gestellten Sekretäre verantwort- - i Chancen, befreundeten oder j lieh sein sollen noch nicht befreundeten Mächtea Gefälligkeiten zu 'erweisen, die sich später einjmal politisch bezahlt machen konnten. In den UN begann die Liaison mit den arabischen Staaten. Hier wurde der ägyptische Standpunkt unterstützt, um mit dem antikommunistischen Nasser -ns Geschäft zu kommen. Hier wurde die israelische Position angegriffen oder durch irgendwelche unfreundliche Massnahmen geschwächt, nicht um gegen Israel zorzugehen, sond.-m um die Araber für sich zu gewinnen. So gab es viele Fälle, nicht nur Israel, wo die Sowjets durch eine Ge ste um die Freundschaft gegnerischer Nationen warben. j Aber darüber ging das russische Interesse an den UN | selten hinaus. Im Gegenteil, l mar kann sagen, dass die ¡Sowjets bewusst versuchten, i in allen Fragen die Einflussmögiiehkeiten der UN herabzumindern und wichtige Entscheidungen ausserhalb dieses Gremiums durch direkte Gespräche zu erörtern, zumal bisher der Westen über eine deutlich? Stimmenmehrheit verfügte. I Diese Situation könnte sich jetzt grundlegend geändert haoen. Eine grosse Re:- jhe afro.asiatischer Völker. ■ die erst vor kurzem ihre Unabhängigkeit erreichten, sind nunmehr zu Mitgliedern der U Semana israelita Bisemanario — aparece los Martes jr Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Ver ant worüich: Dr. H. Swarsemkf Pueyrredór. 2190, I? ieq, T. E. 33-3613 Aboru-Preise: Argentinien: $ 60.— pro Quartal Es ist nicht ausgeschlossen, dass Krutschew auf diesem We1' die ihm so lange unbequeme Aktionsfähigkeit der UN lahmlegen will, bis er die Gewissheit bekommt, über eine Stimmenmehrheit jUN eröffnet; um jenen zu verfugen. Vielleicht spe- |dernen Völkerbund, der d e kubert er auch dam t. dass Feue be ExiitilJZ der Neutiale stets auf der j Seite des vom Osten unabhängige Politik zu betreiben und seine eigenen Vorstellungen ungehindert zu verwirklichen Krutschew hat nicht rur eine Deaatte in den UN e figeleitet. Er hat der» Kampf die Beherrschung der um vom Osten ernannten Sekretärs stehen würde. Auch das wäre denkbar. Dann müsste allerdings in eine Diskussion darüber eingetreten werden, was Krutschew eigentlich unter dem „neutralen Block“ versteht. Gehören Länder wie Jugoslawien oder Indien hierzu? Oder sieht Krutschew Nasser als einen Neutralen an, weil dieser mitunter sich selbst als solchen zu bezeichnen beliebt? Die Tragödie unseier Zeit liegt auch darin, dass es keinem kleinen Land gegeben ist. wirklich neutral zu sein, sich aus dem Weltkonflikt herauszuhalten, eine durch den vielfachen Be- : weis seiner Notwendigkeit; und seiner Möglichkeiten er-! bracht nat. Wenn sich Krut. I schews Ideen und Forderungen dureösetzen, werden damit die kleineren Völker vollends ausgeschaltet werden. Die Stunde ist gekommen, wo sie bereit sein messen, ihre eigenen Positior eo zu verteidigen und sich dagegen zu wehren, dass die UN z-uzn Objekt des gigantischen Kampfes um die Erde werden. Dies würde das Ende des .Mandates bedeute«, das eine zukunftsgläubige Menschheit den UN erteilt hat. damit sie ein Hort des Friedens und der Gerechtigkeit seien. vor den UN sprach, so war .tjn und können Al&ttka. (?h*pQa.ux HUTSALON Jetzt in B e I g r a n o MOLDES 2561 T. E. 73-9229 73-9155 dies nicht nur die Stimme Russlands. sondern aller Länder, die mit Moskau alliiert oder von Moskau unterdrückt sind. Deswegen ist Krutschews Wort auch jetzt noch massgebend. Seine Rede war mit Angriffen gegen verschiedene andere Mächte verbunden. Aber dies war nur äusserlich wesentlich. Seine Attacke galt weniger den USA oder dem Westen als einem Kollektiv, er streckte seinen Arm nach der Macht über die Verein. auf die j durch ihre Judith Schenkolewski Kultusstickereien Schabbosdecken - Tallispeutel - Käppchen Maszot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett und Tischwäsche BEBEDERO 2585 T. E. 79-9155 En tscheidungen Stimmenzahl einen wientigen Einfluss ausüben. Vielleicht werden sie 'heute noch nicht den Ausj schlag geDen, aber in absehbarer Zeit kann dies bereits ¡anders sein. Aus diesem | Grunde ist es wichtig, die grossen Möglichkeiten, die den UN bereits heute gegeben sind, ihnen aber wahrscheinlich in absehbarer Zeit noch stärker als bisher zufallen, rechtzeitig zu kontrollieren und nicht mehr wie früher alles den Ameri- ESTUDIO JURIDICO Dr. Isidoro Kraut - Dr. Oscar Rabee ABOGADOS Ehescheidungen - Erbschaftssachen - Konkurse und Vergleiche - Verträge - Inkasso . etc. Neue Adresse: TE. 35-8796 MONTEVIDEO 451 *5-0961 piso 5. ofic. 53/54 35-66*3 Dr. B. 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