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Jüdische Wochenschau · 1960-09-29 · 1816 (29.9.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1816 (29.9.1960)
Date
1960-09-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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PUEYRREDON 2190 — 1» i*q. &J&nu*naJ[sAjc&Uta Año XXI. BUENOS AIRES, JUEVES 29 DE SEPTIEMBRE DE 1960 No 1816 UN. — Der Präsident der VAR, Nasser, beschuldigte die UN in seiner Rede vor der Generalversammlung, ihre Charter vergessen und ihre Verantwortung für die Rechte des palästinensischen Volkes vernachlässigt zu hafoen“. Er verlangte die „volle Wiederhei Stellung“ dieser Rechte, ebne an irgendeiner Stelle den Namen Israels zu erwähnen. Er fügte hinzu, „die Araber würden niemals den Verlust Palästinas hinnehmen“. Das Versprechen, in Palästina eine jüdisches Nationalheim zu errichten, bezeichnete er als „eine imperialistische Verschwörung“. Israels Aussenminister Golda Meir forderte Nasser heraus, er solle seinen ausdrücklich betonten Wunsch nach Frieden in der Welt unter Beweis stellen und Friedensverhandlungen mit Israel aufnehmen. Sie gab ihre Erklärung für die bonaerenser Raaiostation Rivadavia in einem Interview ab, das sie I dem argentinischen Rundfunkansager Juan Lefcovich unmittelbar nach Nassers Rede gewährte. „Herr Nasser“, erklärte sie, „sprach von einigen Prinzipien, von denen er glaube, ich, meine Regierung und mein Volk seien zu ihrer Annahme bereit. Er erwähnte die Wahrung der UN-Charter, eine allgemeine Erklärung über den Wunsch nach Frieden in der Welt und machte den Vorschlag, die internationalen Probleme, die eine Gefährdung des Weltfriedens bilden könnten, durch Verhandlungen zu lösen. So forderte er z. B. den Präsidenten Eisenhower und Herrn Krutschew auf, zusammenzutreffen, um über die Abrüstung und andere schwebende Fragen zu verhandeln“. „Im Namen Israels erkläre ich“, für Frau Meir fort, „dass wir bereit sind, diese Prinzipien anzunehmen. Die UN-Charter bezieht sich in ihrem ersten Paragraphen auf den Weltfrieden, auf die Lösung aller Probleme durch friedliche Verhandlungen und nicht durch irgendeinen Boykott eines Landes gegen das andere. Wenn Nasser den Weltfrieden wünscht, so müsste er diesen Wunsch für alle Teile der Welt hegen. Es ist kein Geheimnis, dass unsere Religion zu den Spannungszonen gehört, weil Nasser behauptet, er befinde sich mit Israel im Kriegszustand. Daher antworten wir ihm, er solle sich mit uns zusammen hinsetzen und sofort die Verhandlungen beginnen, um eine friedliche Lösung der zwischen Israel und der VAR bestehenden Probleme herbeizuführen. Wir sind WIE ICH ES SEHE Kampf und Debatte um die UN von JEHUDA GOTTHEIMER Offensichtlich war es die Absicht Krutsehews, die jetzige UN-Versammlung in eine Art internationale Gipfelkonferenz unter Beteiligung aller Nationen zu verwandeln. Der ungewöhnliche Aufmarsch der führenden Staatsmänner gab dieser Versammlung ihr Gepräge, auch wenn die Amerikaner sich darum bemühten, die Pläne Krutsehews von Anfang an zu durchkreuzen. Eine grosse und bunte Reihe der Männer, die in den letzten Jahren und Monaten die Welt durch ihre politischen Husarenritte in Atem zu halten pflegen, war erschienen, in erster Linie natürlich Krutschew selbst, aber auch Nasser, Fidel Castro, und manche anderen Satellitenführer, die gekommen sind, um ihrem obersten Chef die notwendige Begleitmusik zu spielen und die ihnen zugedachten Statistenrollen auszufüllen. Die Ameriicaner haben auf den Krutschew-Besuch bei den UN eigenartig reagiert. Sie haben nicht versucht, die üblichen Höflichkeiten walten zu 1 lassen, sondern Anerkennung zweier Staaten Jerusalem.’' — Israel anerkannte'offiziell gleich, zeitig zivei neue Republiken "in Afrika. Es handelt sich 'um Senegal und Sudan! die. vorher die Maii-Föderation bildeten. Die israelische Regierung hatte die seinerzeitige Mali - Föderat'on ebenfalls _ätterkannt. — (ITA) _ auf die rauhen Methoden des russischen Diktators mit unerwartet unfreundlichen Massnanmen reagiert, die bereits an Herausforderungen heranreichten. Vielleicht haben sie recht, wenn sie auf die groben Angriffe und Provokationen ebenfalls rauh antworten und selbst die sonst üblichen Höflichkeiten im diplomatischen Leben unbeachtet Hessen. Krutschew allerdings liess sich nicht stören und aus seinem Konzept bringen. Er hielt eine — für seine Verhältnisse — i,m Ton zurückhaltende Rej ¡de, wenn er auch Forderungen stellte, die an den Funjdamenten der UN rüttelten. | Immerhin sollte sich überi raschend schnell zeigen, dass die UN, obwohl von dem guten Willen der Weltmächte weitgehend abhängig, dennoch im Laufe der letzten Jahre zu einer wirklichen Macht geworden sind. Der Gedanke eines Völkerbundes, der vor allem von den lateinamerikanischen Ländern mit viel Energie gestützt wird, hat sich durchgesetzt. Man darf hierin eine der wenigen erfreulichen Entwicklungen und für die Zukunft grossen Hoffnungen erblicken. Vielleicht hat gerade dieser Umstand den russischen Staatschef dazu veranlasst, selbst in New York zu erscheinen, ihb dort den Versuch zu machen, den Apparat der Vereinten Nationen in die Hand zu bekommen. Die UN sind jedenfalls nicht die „elende Quasselbude'’, die — wie einst der Genfer Völkerbund — von einem grüssenwähnsinnigen Diktator - verhöhnt werden können. Eine Reihe von sichtbaren : Erfolgen haben dazu beigetragen, aus den UN einen für die Weltpolitik entscheidenden Faktor zu machen. In diesem Zusammenhang seien nur die Beendigung des Korea-Krieges, die Errichtung des Staates Israel, die — wenn auch für uns nicht erfreuliche — Lösung der Suezkrise sowie Interventionen an manchen anderen Brennpunkten des Geschehens erwähnt, die ohne Zweifel die Gefahr eines bewaffneten Konfliktes, wenn nicht eines Weltkrieges heraufbeschworen hatdie von den beiden Blockführern geförderte Ströten. Die Völker haben sich daran gewöhnt, die UN anzurufen, um ihre Streitigkeiten beizulegen. Dass die UN in vielen anderen Fragen versagten und sich nicht durchsetzen konnten, braucht dabei nicht übersehen zu werden. Das ändert aber nichts daran, dass die Tendenz sich durchgesetzt hat, in den UN jenes internationale Forum zu erblikken, das als berufen betrachtet wird, Streitfragen zu entscheiden. Natürlich dominieren die grossen Mächte auch in den UN. die in allen internationalen Fragen ihre Stimme erheben und darum ringen, den entscheidenden Einfluss auszuüben. In diesem Zusammenhang sei nur auf die häufige Ausübung des Vetorechtes im Sicherheitsrat verwiesen, wodurch die Russen vermeiden wollten, dass ihnen nicht genehme Entscheidungen getroffen werden. Offensichtlich ist auch mung überwunden, die wichtigsten Probleme aus der Jurisdiktion herauszunehmen, um sie durch direkte Verhandlungen zu klären. Auf ebenso willens, uns mit irgendeinem anderen der arabischen Staatsmänner oder mit sämtlichen arabischen Staatschefs an einen Tisch zu setzen und auf der Stelle über den Frieden zu verhandeln. Dies würde ein konkreter Beitrag zum Weltfrieden sein.“ Ueber die Möglichkeit befragt, ob sie mit Nasser sprechen würde, da sie sich doch beide am gleichen Ort befänden, entgegnete Frau Meir: „Wenn Nasser mit uns sprechen will, wird es für .uns ein Vergnügen sein, mit ihm über den Frieden I zu reden. Wenn er mich ¡aber nicht sehen will, weil j er ein Präsident und ich nur ein Minister bin, und wenn er den Ministerpräsidenten , sehen will, so hat dieser wiederholt in unserem Parlament und bei vielen anderen Gelegenheiten erklärt, dass er bereit sei, jederzeit an gleich welchem Ort mit ihm zusammenzukommen — und ebenso mit dem Chef irgendeines anderen arabischen Staates — um über den Frieden zu verhandeln. Wenn Herr Nasser mit mir sprechen will, so bin ich dazu in jedem Augenblick bereit“. Frau Meir äusserte, sie glaube nicht, dass Nassers Anwesenheit die Politik der USA oder der UN ändern werde. Hierzu führte sie aus: „Ich glaube, dass die hier vertretenen Völker mehr Interesse an Taten als an Worten haben. Wir haben viele Reden und viele schöne Worte über den Weltfrie- EI Año Nuevo en el Mundo Jerusalem. — Un número record de turistas arribó a Israel para las altas festividades, muchos de ellos a último momento, quienes fueron cordialmente saludados y recibieron asientos en las repletas sinagogas, en todo el país. Centenares de visitantes fueron huéspedes en los hogares de los ministros y de. rabino jefe Nissim, mientras que millares peregrinaron al Monte 2ion donde participaron en los ritos al borde de una fuente cerca de la tumba tradicional del rey David. La gran sinagoga en Moscú, estuvo repleta, y además de sus 1.300 localidades los fieles se conglomeraron en las calles adyacentes, según informó Moshe Kol, miembro de la Agencia Judía, quien estuvo en Moscú durante una semana por razones privadas. Según se supo en ésta, todas las sinagogas en Francia estuvieron repletas de fieles durante Rosh Hashaná. En muchas ciudades fueron alquilados locales, transformados en casas de oración so-hoc En Paris hubo servicios para los distintos ritos, especialmente para los judíos norafricanos. — SCHLOMO S. TANGER Das Neue Jahr in der Welt Jerusalem. — Ein Rekordbesuch von Touristen war während der Hohen Feiertage in Israel zu verzeichnen. Viele Besucher, die im letzten Augenblick eintrafen, wurden herzlich empfangen und erhielten Pältze in den überfüllten Synagogen im ganzen Land. Hunderte waren Gäste in den Heimen der Minister und des Oberrabbiners Nissim, während Tausende nach dem Zionsberg pilgerten, wo sie an den Zeremonien am Ufer einer in der Nähe des Grabes von König David gelegenen Quelle teilnahmen. Die Grosse Synagoge von Moskau war voll besetzt, und ausser ihren 1.300 Plätzen füllten die Gläubigen die anliegenden Strassen, wie Mosche Kol, Mitglied der Jewish Agency, mitteilte der aus prvaten Gründen eine Woche in Moskau weilte. Wie aus Paris gemeldet wurde, waren alle Synagogen in Frankreich an den Rosch Haschono-Tagen mit Betenden überfüllt. In vielen Städten wurden Säle gemietet und als Synagogen benutzt. In Paris fanden Gottesdienste für die verschiedenen Riten, besonders für die nordafrikanischen Juden statt. SCHLOMO S. TANGER den gehört. Aber natürlich fragt sien ein jeder, was der Redner zu tun bereit ist und inwieweit seine Taten mit den von ihm verkündeten Prinzipien übereinstimmen. Bis Herr Nasser nicht willens ist, seine Worte in die Tat umzusetzen, wird er meiner Meinung nach wohl kaum einen Einfluss nehmen können“. Golda Meir berichtete über die freundschaftlichen Beziehungen Israels mit den neuen afrikanischen Völkern und erwiderte auf eine andere Frage, die Beziehungen zwischen Israel und Argentinien seien wieder herzlich. „Argentinien“, sagte sie, „wurde von Israel stets als einer seiner besten Freunde betrachtet wie auch die anderen Länder Lateinamerikas. Die erste Schwierigkeit die während einer kurzen Zeit mit Argentinien bestand hat, wie ich glaube, niemals unsere Beziehungen wirklich getrübt. Unter den besten Freunden und innerhalb der eigenen Familie versteht manchmal dei eine den andern nicht. Wenn aber die Ziele und Ideen die gleichen sind, so vergisst man diese Unstimmigkeiten, und sie tun der Freundschaft keinen Abbruch. Der Umstand, dass Israel gegenwärtig in Buenos Aires eine Ausstellung zeigt, ist nur einer der Beweise, dass nichts Ernstliches zwischen Israel und Argentinien vorgefallen ist.“ (ITA) V diese Weise wurde der französische Krieg in Vietnam beendet, wurden andere Lösungen engestrebt, die einen sicheren Profit für die Hauptmächte versprachen. Auf der Linie dieser Interventionspolitik trafen sich die — wenn auch entgegengesetzten — Interessen der Russen und Amerikaner. Die direkten Begegnungen der führenden Staatsmänner sollten den Weg zu einer Verständigung ebnen, deren Ziel die Aufteilung der Interessensphären zwischen Ost und West gewesen ist, ohne dass es hierbei noch der Mitwirkung der kleine, ren Völker bedurft hätte, die einfach vor vollendete Tatsachen gestellt werden sollten. Nixon reiste in die Sowjetunion, McMillan besuch, te von sich aus und — ungewollt — im Dienste der amerikanischen Diplomatie die verschiedenen Oberhäup. ter der beiden führenden Grossmächte, . Krutschew kam in die USA, und alles sollte auf der Pariser Gipfelkonferenz dann entschieden werden, deren brüskes Scheitern die gesamte Weltöffentlichkeit überraschen musste. Die Hintergründe der plötzlichen russischen Wendung konnten mit Sicherheit nicht fest gestellt werden, plötzlich wurde der kalte Krieg wiederaufgenommen und sogar verschärfte, dessen Ueber. Windung das gemeinsame Ziel Krutsehews und Eisenhowers gewesen ist. Man dürfte bei der Beurteilung .dieser enttäuschenden Ent- I Wicklung nicht fehlgehen, ¡wenn mardie Schritte Krutschews als Schwäche auslegt, obwohl die Russen selbstverständlich alles dar. an setzten, um den Eindruck entstehen zu lassen, dass sie aus innerer Ueberzeugung und im Vertrauen auf ihre Macht und Kraft gehandelt haben würden. Jedenfalls winde es klar, dass beide Blöcke nicht aus Granit sind, sondern politische KonsteL. lationen, die nicht für die Ewigkeit geschaffen sein dürften. Dass der Westen durchaus kein geschlossenes Ganzes bildet, ist niemals bestritten worden. Eine Fülle von überschneidenden Interessen der grösseren und kleineren Mächte des Westblocks untereinander liess bei den verschiedensten Gelegenhei. ten erkennen, dass die Einheitlichkeit der Aktion nur durch den äusseren Druck gewahrt blieb. Die Haltung Frankreichs in der Algier, frage, die Stellungnahme Amerikas zum roten China, die Kooperation mit Franco- Spanien, die deutsche Au: riistung oder das französiscl englische Vorgehen am Si ezkanal waren Streitobjel te innerhalb des Westblccki sie traten deutlich in Ei scheinung, weil der Weste noch eine freie Presse ha die zu allen politischen Phi nomenen ihre Stellungnal me bekunden darf und noc nicht an bestimmte Richtl nien gebunden ist. Nur di Unterdrückung der freie Meinungsäusserung im Oste konnte dazu führen, eine ii nere Geschlossenheit d« Ländergürtel hinter dem E sernen Vorhang vorzutäi sehen. Selbst die einheitliche Lei kung der Berichterstattun über die Lage im Ostbloc konnte nicht vermeiden, das die vorhandenen Gegensatz erkennbar hervortraten. Ma braucht sich nur an die bli tigen Aufstände in Polei Ungarn und Ostdeutschen zu erinnern, um dessen s eher zu sein, dass die Säte liten —- oder einige von il nen — nach neuen Wege suchen, ihre Unabhängigke und damit ihr politische Selbstbestimmungsreeht wi< derzuerhalten. Jugoslawie ist der klarste Fall eine kommunistischen Staate der sich das Recht — bi ' (Schlu« auf Seite »

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