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Jüdische Wochenschau · 1960-09-27 · 1815 (27.9.1960) · p. Seite 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1815 (27.9.1960)
Date
1960-09-27
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German, Spanish
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6 — Martes, 27 de Septiembre de 1960 LA SEMANA ISRAELITA Año XXL — No. 1815 Zu den Feiertagen Im Talmud wird uns erzählt, dass der Heilige, gelobt sei Er, dem Volke Israel drei Geschenke habe zuteil werden lassen: Die Thora. Erez Jisrael und die kommende Welt. Ein Weiser unseres Volkes prägte einmal den Satz, dass an den ..Jamim Noraim“ den „erhabenen Festen“, eine himmlische Zurechtweisung an jeden einzelnen Menschen ergehe, und dieser habe weiter nichts zu tun, als jener eine scharfe Selbstkritik hinzuzufügen. Er, der Rabbi, bedaure eine jede jüdische Generation, die nicht den Mut aufbringe, ihre Haltung und ihr Tun solch einer Selbstkritik zu unterziehen. Betrachten wir nun diese genannten drei Gottesgeschenke im Lichte dieses Wortes, so ergibt sich folgendes Panorama: Die Thora, die Lehre, der Geist des Judentums, war fielen Juden in den letzten anderthalb Jahrhunderten, Seit dem Eintritt in die europäische Kultur verlorengegangen. Man hatte vergessen, dass ein Erbe — und die Thora galt als kostbarstes Erbe — immer wieder neu erworben werden muss. Weltreligionen waren von unserer Bibel 'beeinflusst worden, und es gab nirgendwo eine grosse, schöpferische Idee, die hinausgereicht hätte über die Ethik unserer Propheten und Gesetzeslehrer, keinen genialen Gedanken, welcher über die Weisheit unserer Heiligen Schrift hinausgegangen wäre. An ihr haben sich Künstler und Dichter inspiriert, und ihre grundlegenden Ideen wurden allmählich Gemeingut der zivilisierten Menschheit. Wir Juden waren das Volk des Buches wie kein zweites; doch dieses Gut muss in unserer Zeit neu erworben werden, wozu es nicht ausreicht, einen biblischen Film zu sehen oder einen Roman mit einem biblischen Thema zu lesen. Das Geschenk der Antwort bei der Volkszählung Am 30. September wird die Volkszählung durchgeführt, die sich auf das ganze Land erstreckt. Als ein Beitrag zur Klarheit ihres Ergebnisses, was die Bürger oder Bewohner jüdischen Glaubens betrifft, hält es die DAIA für angebracht, eine einheitliche Antwort auf die Frage zu empfehlen, die sich auf das Glaubensbekenntnis bezieht. Auf die Frage: “Que religiön profesa?” hält sie “La religiön judia’’ für die präziseste Antwort. Auf diese Weise wird die Konfusion vermieden, die aus dem Gebrauch anderer Worte, die zwar die gleiche Bedeutung haben, durch falsche Interpretation entstehen könnte. Bekanntlich ist es dasselbe zu antworten, dass man sich zur mosaischen oder hebräischen Religion bekennt oder „Israelita” angibt. Am geeignetsten ist daher die vorgeschlagene Vereinheitlichung, durch die die Aufgabe der mit der Volkszählung betrauten Beamten erleichtert und die Eigenschaft als Jude durch den einfachsten und präzisesten Ausdruck festgestellt wird. KEIULLA PASTEUR 633 T. E. 47-8096—98 Sonntag, den 2. Oktober, um 10 Uhr Redner: J. Botoshansky (Jiddisch) Thema: Erinnerungen an Simon Frug Kiinstl. Teil: Rebeka Klinitzka Monat des Jüdischen Buches Ausstellung und verbilligter Verkauf jüdischer Bücher in hebräisch, spanisch, jiddisch, englisch ASADO SONNTAG DEN 27. NOVEMBER 1960 im Park unseres Allersheims „ADOLFO HIRSCH San Miguel (Prov. Bs. As.) Gaspar Campos 2975 Sonnendach, Würstchen, kalte Getränke, Asado, Eisbude, Tanz, Nachmittagskaffee mit Kuchen und DIE TOMBOLA. — Karten durch die Herren unseres Vorstandes. — Tischbestellungen im Büro. ASOC. FILANTROPICA ISRAELITA CANGALLO 1479 1. St. — T. E. 40-4900 und 40-9535 Thora, durch unsägliches Leid erkauft, muss dem ganzen jüdischen Volke zu eigen werden, und, wenn die Wrelt unser Recht auf einen souveränen jüdischen Staat anerkannte, dann trug sie damit nur einen kleinen Teil der Dankesschuld dafür ab, dass wir ihr das Wissen um einen lebendigen Gott vermittelten und um eine 'Lehre, die eine niemals versiegende Quelle der Wahrheit bildet. Und dies ist das zweite Gottesgeschenk: Erez Jisrael, Medinat Jisrael, der jüdische Staat. Auch dieses Geschenk ist unter schweren Opfern neu erworben worden. Durch Jahrhunderte im Gebete ersehnt, in der Nacht der Leiden erträumt, gehörte Palästina im allgemeinen nicht zu dem, womit sich der moderne Jude des vorigen Jahrhunderts zu beschäftigen pflegte. Erst vor rund achtzig Jahren, durch Blut, Schweiss und Tränen der ersten Chaluzim, ist Erez Israel abermals eine Realität geworden. Seither haben Ju. j den dort beispiellose Lei- ■ stungen vollbracht, und sie j kämpften für das Land im \ Sinne des Propheten, von dem wir am 2. Neujahrstage die Worte vernehmen: „Denn befreit hat der Ewige Jaakob und erlöst aus der Hand von Mächtigeren.“ Aber die Erhaltung des Geschaffenen, seine Konsolidierung, seine Weiterführung verlangt von uns allen enorme Opfer, und wir Juden der westlichen Welt sollten an die WTorte Chaim Weizmanns denken, „dass die Juden der. Diaspora die Schlüssel für Israel bei sich, in ihrer Tasche tragen“. Das dritte Gottesgeschenk, Olam Haba, die kommende Welt, wendet sich besonders an die jüdische Jugend, welche unsere jüdische Welt neu entdecken muss. Sie muss einen WTeg finden, der sie enger an Israel, an unsere national - religiöse Kultur bindet. Niemals darf das Prinzip der Bequemlichkeit massgebend sein, und jeder Schritt auf den verschlungenen Pfaden einer vieltausendjährigen Tradition muss sorgsam überwacht werden. Die neue Generation verstehe, dass Bibel und Talmud, unsere Nationaliteratur, uns die Kraft gaben, zu überleben und zu überdauern, und dass unser Volk nur mit seiser Thora im Arm sein altes Heimatland wiederherstellen kann. Machen wir Juden von heute uns diese drei Gottesgeschenke neu zu eigen, dann schlagen wir eine Brücke zu neuen Ufern, zu einer besseren jüdischen Zukunft und eröffnen dem kommenden Jahre neue Möglichkeiten des Aufbaus im gesamten jüdischen Leben in Israel und überall, wo Juden in der Zerstreuung leben. Curi VVilk I BA Offene Tore H New York. — Eliahu Dobkin, Mitglied der Jewish Agency in Jerusalem, verwies in einer Rede bei der Schlussitzung der Nationalen Konferenz des Verbandes zionistischer Arbeiter „Farband” auf die Notwendigkeit dass die Zionistische Bewegung anderen Organisationen besonders in USA, die Tore öffnet, um die Zusammenarbeit für das gemeinsame Ziel zu gewährleisten, das in der Unterstützung Israels und der Stärkung des jüdischen Lebens in der Welt liegt. (ITA) Besuch im Anne-Frank-Haus Amsterdam. — Der bayerische Finanzminister Rudolf | Eberhard besucht kürzlich in Begleitung des deutschen j Generalkonsuls in Holland, Dr. Jordan, das Anne-Frank- Haus in der Amsterdamer Prinsengracht. Eberhard besichtigte die Räume, in denen Anne Frank ihr Tagebuch geschrieben hat und die jetzt zu einer Erinnerungsstätte hergerichtet worden sind. Der Minister sagte zu, die Möglichkeit einer finanziellen Beteiligung an den Einrichtungskosten für das im Anne-Frank-Haus enstehende internationale Jugendzentrum durch die bayerische Regierung zu prüfen. — (AWZ) Geld für < Gedenkstätten München. — Der miinchener Stadtrat hat auf Antrag aller Fraktionen 130.000 Mark für die Ausgestaltung der Weihe- und Sühnestätte des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau bewilligt. Im laufenden und im nächsten Haushaltsjahr sind je 50.000 Mark eingeplant. WTei. ter wurden 30.000 Mark dem Kuratorium für das Sühnemal zugesprochen. Die Gelder sollen vor allem für ein allgemeines Erinnerungsmal und für je ein besonderes Denkmal für Häftlinge des katholischen, evangelischen und jüdischen Glaubens Verwendung finden. (AWZ) Ein Freund Israels gestorben ' Melbourne. — Der australische Arbeiterführer Percy Clarey. ein Freund Israels, dem die freundliche Haltung der australischen Regierung gegenüber der Errichtung eines jüdischen Staates mitzuverdanken ist, ist in Melbourne gestorben. (AWZ) Wiederaufbau einer Synagoge Berlin. — Die wiederaufgebaute Synagoge in der Joachimsthaler Strasse wurde mit einem orthodoxen Gottesdienst eingeweiht, den der frankfurter Rabbiner Liehtigfeld leitete. Bei dieser Gelegenheit hielten Heinz Galinski, der Präsident der Jüdischen Gemeinde von Westberlin, und Professor Tiburtius, der westberliner Senator für Erziehung, Ansprachen. (ITA) Neue Büclier Ben Gurion: La Biografía de un hombre extraordinario por Robert St. John. Edito, rial Candelabro, Buenos Aires 1960. —:o:— „A la llegada de Iash" de Jacob Glatstein. Traducción de Moisés Glicko. Editorial Candelabro, Buenos Aires 1960. WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE? Freitag, den 30. September Erew Jom Kipur Sonnabend, den 1. Oktober Jom Kipur Mittwoch, den 5. Oktober Erew Sukot Donnerstag, den 6. Oktober 1. Tag Sukot Freitag, den 7. Oktober 2. Tag Sukot Sonnabend, den 8. Oktober 1. Tag Chol Hamoed Mittwoch, den 12. Oktober Hoschano Rabo Donnerstag, den 13. Oktober Schemini Azeret Freitag, den 14. Oktober Simchat Tora j icnirm ti i n ii no ISMEL i LUACH ( K «leuJí f ) Dienstag, den 27. September Mittwoch, den 28. September Donnerstag, den 29 .September Freitag, den 30. September EREW JOM KIPPUR * Sonnabend, den 1. Oktober JOM KIPPUR 6. Tiscbri 7. Tischri 3. Tischri 9. Tischri 10. Tischri Araoz 2854 T. E. 71-9059 SIMJAT TORA-BALL IM HEIM AM 15. OKTOBER UM 21 UHR Unser letzter Ball im Heim vor dem Umbau findet am Sonnabend, den 15. Oktober, statt. Reservieren Sie sich bitte diesen Tag und kommen Sic alle zum Simchat-Tora Ball. — Weitere Naehr;eh:rn folgen an dieser t Stelle, Ein befriedigendes Gefühl FIER JEDEN JUDEN ZU DEN HOHEN FEIERTAGEN seine Beitragspflicht für die .EIKHEITSKtMFAGNE i erfüllt zu haben. Annahmestellen: CAMPASA UNIDA PRO ISRAEL, COMITÉ CENTROEUROPEO Sarmiento 2376, 39 — T. E. 47-3820 mul sämtliche Sekretariate der angesehlosscnen Organisationen und Gemeinden

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