Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1814 (21.9.1960)
- Date
- 1960-09-21
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Miércoles, 21 de Septiembre de 1960 LA SEMANA ISRAELITA Abo XXL — No, 1814 Gestalter des eigenen Schicksals (Schluss von Seite 1) Menschen den Israeli, dessen nervoi nagendstes Merkmal die Freineit, die Selbstsicherheit, das Selbstvertrauen ist. Dieselben Eigenschalter. die den Galut-Juden in den. Augen seiner Umwelt überheblich oder anmassend erscheinen lassen, beeindrucken den Fremden, wenn er sie im Lande Israel vorfindet. Gewiss ist es schwer, ein sicheres Urteil über uns selbst zu fällen. Man kann nicht jede Kritik der anderen an uns auf deren Böswilligkeit zurückführen, obwohl diese mitunter in weitem Masse vorhanden ist. Wahrscheinlich ist unsere Sicherheit in den Ländern der Galut auch nur eine oberflächliche, die leicht ins Wanken gerät, wenn sich ..jüdisches Schick, sal" an uns selbst zu vollliehen droht, wie dies in unserer Generation bereits des öfteren der Fall gewesen ist. Man kann Verständnis dafür haben, dass sich die Juden im Deutschen Reich eins1 sicher und frei fühlten. Gewiss lebten ihre Vorfahren schon dort, bevor die alten Germanen in dieses Geb’et einbrachen. Die jüdischen Ansiedlungen am Rhein sind -älteren Datums als die deutschen. Aber das entscheidet in der Welt der .Wirklichkeit nicht. So kam es, dass die zur Schau getragene Sicherheit sich als trügerisch herausstellte. Der Sturz von der venmeintli- Dr, FREY Abogado PUEYRREDON 119« 1* uq. nachm. 16—16 (The chen Gleichheit, die doch nur in echter Freiheit bestehen kann, in die absolute Rechtlosigkeit war dann umso schmerzlicher. Die grosse Frage ist, ob sich dies nur dort ereignen konnte. W'ir kennen diese alte Debatte. Selbst amerikanische Zionisten erklärten vor wenigen Jahren, Amerika sei nicht Galut, Amerika sei Diaspora. Galut..., das seien Länder wie Polen, Russland, Marokko, Deutschland oder andere europäische Staaten, jedoch nicht Amerika. Die Diskussion kann nur als tragisch bezeichnet werden, weil auch diese Stellungnahme der gutgesinnten amerikanischen Zionisten nichts anderes als die Wiederholung eines geschichtlichen Irrtums ist, den man in einen einzigen Satz fassen kann: ..Bei uns ist so etwas nicht möglich!” So hat man in unseren Reihen auch einmal gedacht. Wir hatten vergessen, dass j nicht wir, sondern andere \ unser Schicksal bestimmten. | Gerade diese historische Sij tuation bezeichnen wir als I Galut. Und Galut ist überj all dort, wo wir nicht die I Träger unseres eigenen nationalen Willens sind. Des- : wegen kann es niemals eine I schlechte oder eine gute Galut geben. Die politischen Konstellationen mögen verschieden sein, aber das Grundprinzip ändert sich nicht, kann sich nicht wandeln. Das sollten wir niemals übersehen, wenn wir von uns, unserem Leben und unserer bürgerlichen Existenz sprechen. II REAL PEN!! ¡Füllhalter j REPARATUREN; Spezialgeschäft I CORRIENTES 569; T E. 49-5850 J. 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Die Internationale des Hasjses leitete einen Feldzug geigen die Juden ein, unver mittelt, brutal, verlogen. In ¡Kola begann es, Hakenkreuze wurden angeschmiert, judeafeindliche Spruchbänder erschienen an den Häuserwänden vieler Städte, „spontane’’ Demonstrationen I wurden inszeniert. Wie eine j Epidemie verbreitete sieh; die Kampagne gegen die Ju- ¡ den über alle westlichen! Länder. In den Vereinigten I Staaten wurden Denkmäler j besudelt, in England, Siid- | amerika, in der Afrikanischen Union, überall tauch- : ten die Zeichen des Hasses! auf, überall wurde Stimjmung gegen die Juden ge- ■ macht, überall wurde von ¡ geheimen Drahtziehern die! grosse Aktion geleitet, dej ren einziges Ziel es war, Un-! ruhe zu schaffen, eine Min- I derheit zu diffamieren, alte Vorurteile aufzupeitschen und mit billigen Argumenten pol.:tischen Einfluss zu gewinnen. Kein Land blieb verschont. Die Schmutzflut hörte allmählich auf zu wüten. Dann gelang es, eines der grössten Verbrecher habhaft zu werden, die jemals in der Geschichte ihr Unwesen treiben konnten. Eichmann wurde aufgebracht. Derselbe Eichmann, der sich gerühmt hatte, Millionen Juden in die Gaskammern geschickt und vernichtet zu haben. Dann geschah das Unerwartete: überall wurden Stimmen laut, die für i Eichmann plädierten. Unter plumper Ausnutzung der argentinischen Reklamation . gegen Israel wegen der Verletzung der Souveränitätsrechte versuchten finstere Elemente gegen den Willen der argentinischen Regierrung aus dem entstandenen | Disput mit Israel Kapital zu schlagen. Wieder kam es zu judenfeindlichen Kundgebungen. Während die Schmieraktionen vor einigen Monaten ohne jeden äusseren Anlass gestartet wurden, nahm man jetzt den Fall Eichmann zum Vorwand, um den alten Hassfeldzug zu erneuern. Die Faschisten aller Länder Dr. B.Sehwarcz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG witterten Morgenluft. Sie gingen zum Angriff über. Drohungen und Beleidigungen wurden ausgestossen, Attentate wurden verübt, Demonstrationen wurden veranstaltet. Ein entmenschter Massenmörder wurde heroisiert. In pathetischen Proklamationen wurde seine Freisetzung gefordert. Wo? Im freien Nordamerika zogen amerikanische „SA- Leute“ vor dem Kapitol auf. die ihre Transparente mit der Aufschrift „Wir fordern Eichmanns Befreiung“ herumtrugen. Wir zweifeln nicht daran, dass diese Umzüge bedeutungslos waren, aber die Tatsache, dass sie überhaupt stattfinden konnten, ist bemerkenswert genug. Wir brauchen uns nicht darüber hinwegzutäuschen, dass nach dem Verebben auch dieset Flut neue Gefahren heraufz-iehen können. Die Zeiten haben sich jedoch geändert. Das jüdische Volk hat zu sich selbst zurückgefunden und wird micht schweigen, wenn neue Krawalle veranstaltet werden sollten, wenn man Kinder and Jugendliche auf. hetzen sollte, um für einen Massenmörder zu demonstrieren. Dennoch tun wir gut daran zu wissen, dass wir auch im freien Amerika in der Galut leben, und dass es firn die Lösung der Judenfrage auch in Zukunft nur eine würdige Antwort geben kann. Israel ist ein souveräner Staat, der das Recht des Volkes verteidigt. Kraft des wieder erwachten nationalen Willens ist Israel erstarkt. Seine Stärke liegt nicht nur in der Defensivkraft seiner grossen Verteidigungsarmee, die bisher allen Angriffen der vielen Wi. dersacher Stand halten konnte. Israels Stimme wird in der Welt gehört. Die innere Erstarkung seiner ■Wirtschaft, die Konsolidierung seiner staatlichen Einrichtungen, der Aufbau seines Landes, die Erschliessung bisher brachliegender Böden, die Errictu tung neuer Industrien und die Festigung seiner Beziehungen zu anderen Ländern biete« auch den Juden ausserhalb des Landes einen unverkennbaren Schutz. Aber auch das ändert nichts daran, dass Galut immer Galut bleiben wird... In unserer aufgeregten Zeit der wachsenden Spsnnungen bildet der kleine Staat Israel einen Hort der Freiheit. Wir wissen, dass Israel von Gefahren umlauert ist, die durch die feindliche Haltung unzufriedener Nachbarn entstehen. Noch besitzen die arabischen Länder nichtdie Stärke zum Frieden und den Mut, ihren Völkern die Wahrheit zu sa-!gen. Die Grossmächte führen eine Politik, die eine Befriedung des Mittleren |Ostens erschwert. Die Interj essengegensätze prallen zusammen. Aegypten - Syrien rüstet gegen Transjordanien, beide Länder sind Sp elzeuge in der Hand der grossen Antipoaen. Hiervon wird auch Israel berührt; denn es kann nicht ruhig zuschen, wenn an seinen Grenzen kriegerische Aktionen eingelleitet werden. * Hier aber zeigt sich der Wandel der Zeit, wie aus dem Objekt des Geschehens ein Träger des eigenen Schicksals geworden ist. Israel ist nicht mehr gezwungen, untätig zuzusehen, wie die Dinge sich entwickeln ¡werden. Die Möglichkeit ist gegeben, selbst aktiv eirzu- , greifen, wenn die Notwendigkeit besteht. Ein Jahr relativer Ruhe liegt hinter uns. Aber es war kein Jahr des Friedens. Was die Zukunft uns und der Menschheit bringt, kann niemand Voraussagen. Als Träger des eigenen Schickla Semana Israelita Bisemanario — aparece los Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. H, Swarsensky Pueyrredón 2190. 1? izq. T. E. 83-2613 Abom-Preise: Argentinien: $ 60.— pro Quartal ESTUDIO JURIDICO Dr as. Silvia Ruth Weissberg — Luisa Graetzer Bürge"jehaft — Räumungsklage Ley 14^821 Inkasso von Dokumenten — Familienrecht Scheidung — Nachlass Sprechstunden von 18—20 Uhr HIPOLITO YRIGOYEN 2570, 4o piso, T. E. 47-7740 BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG AUSFUEHRUNG SAEMTLICHER Malerarbeiten CONDE 2318 T. E. 787533 Noch 55.000 Mark ' fehlen Der Anne-Frank-Stiftung in Amsterdam fehlen noch elwa 55.000 Mark, um die dortige Anna . Frank _ Erinnerungsstätte und das internatienr le Juger.dzentrum so einzurichten, dass sie ihrer Bestimmung übergeben werdin können. (AWZ) sals gibt es in herannahender die eine Losung entschlossen die tung für sich . die kommenden nen auf sich zu solcher Zeit Stürme nur mutig und Verantworselbst und Ger.eratlpnehmen. . t ISRAEL - BRIEFMARKEN AN WIEDER VERKAEUFER — ALLE NEU AUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, YIAMONTE $50, Í/B — Buenos Aire«, Rep Argentina ESTUDIO JURIDICO í Dr. Isidoro Kraut - Dr. Oscar Rabee | ABOGADOS i Ehescheidungen . Erbsehaftssachen - Konkurse und |' Vergleiche - Verträge - Inkasso . etc. t Neue Adresse: TE. 35-0796 I MONTEVIDEO 451 35-0901 t piso 5. ofic, 53/54 35-0823 | VARICES — ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY! SARMIENTO 3116 T. E. 87 1362 Dr. NERVENu. GEMUETS-1 KRANKHEITEN | Dr. M. J. Kuhn | BULNES 193C, pl. b., 1? i T. E. 80-0249 J Mont., Mittwoch. Freitag | 17—20 Uhr. Tel. 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