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Jüdische Wochenschau · 1960-09-21 · 1814 (21.9.1960) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1814 (21.9.1960)
Date
1960-09-21
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Miércoles. 21 de Septiembre de 1960 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXI. — No. 1814 — 3 Kerntechnik am Technion Atomforschung? — Der Laie ist überrascht, gespannt, verwundert. Ein leichtes Gruseln überläuft ihn. Atomforschung in Israel! Hatte nicht der Leiter der französischen Atomforschungs-Abteilung Moch gesagt: In kurzer Zeit wird Israel in der Lage sein, die Atombombe zu erzeugen? So wenigstens stand es in der Presse. In der Schule lernten wir einpal. dass jedes Molekül sich aus Atomen, den kleinsten, nicht mehr zu spaltenden Einheiten zusammensetzt. Wir lernten die Tabelle der Atomgewichte, der letzten unspaltbaren Einheit. Das Wort „Atom“ war weder schreckend, noch furchterregend, bis es urplötzlich zu einer erschütternden Wahr- ' beit wurde, in jenen furchtbaren Tagen von Hiroshima, der japanischen Universitätsstadt auf Hondo, deren Bevölkerung von 250.000 Einwohnern am 6. August ,1945 durch die erste Atombombe, die die Amerikaner dort abwarfen, zu 60 % vernichtet wurde. Drei Tage später fiel die zweite amerikanische Atombombe auf Nagasaki. In Sekunden waren 36.000 Menschen tot. 40.000 verletzt. Man denkt an die Wasserstoffbombe, die am 2. Juli 1955 in Nevavon Dr. H. J. SALOMON da (USA) zur Explosion gebracht wurde, und vor allem an die Atomwaffen, Geschosse, die Kernsprengstoffe oder radioaktive Substanzen enthalten, also durch radioaktive Strahlung (Neutronen- und Gammastrahlung), durch Luftdruck und Hitze — man denke: 20 Millionen Grad Celsius! — wirken. Die ausgelösten Energien und ihre vernichtende Kraft sind so ungeheuerlich, dass die menschliche Phantasie einfach nicht ausreicht, sie sich vorzustellen. Nur das eine weiss die ganze Menschheit: Atomwaffen, wie sie heute entwickelt sind, einmal eingesetzt, bedeuten unweigerlich das Ende der Menschheit dieser Erde. Sollten wir also die Gefahr bannen und Atomfarschung — Kernforschung, wie Dr. Naftali H. Steiger vom haifaer Technion mich verbessert — einstellen? Der Forscher lächelt mitleidig. „WTas diese ’Laien denken!“ Wohl ist es richtig; in den Atomen liegen Energien, so gewaltig, dass sie zwar messbar, aber kaum vorstellbar sind. Aber warum sollen sie nicht zu friedlichen Zwecken verwendet werden? Warum soll die Menschheit nicht auch m HELVETIA Cía. Suiza de Seguros contra Incendios AGENTES GENERALES PARA LA REP. ARGENTINA SIMMONDS & Cía. S.R.L. Reconquista 359 Buenos Aires 46-0776 1037 - 1115 - 2366 i a de ¡Ahorros intereses \WÁ Atención Esmero Rdpidei AGENCIA N* BANCO HOLANDÉS UNIDO SUCURSAL 8UENOS AIRES CASA CENTRAL: 55 DE MAYO 8t : CORRIENTES 1YOO -AGENCIA N« J. CABILDO 7454diese Kraft bezwingen und sie sich nutzbar machen? Welch unendlichen Segen muss solche Nutzbarma. chung der Menschheit bringen! Was wir, für welchen Betrieb auch immer, brauchen, ist Energie, die uns der Betriebsstoff“ liefert. Heute noch verwendet die Welt, und Israel nicht weniger, Oel als Betriebsstoff. Könnten wir; könnten viele Länder, die wenig oder kein Oel ten Forschern zu hören, wäre dennoch aber nicht so vermessen zu behaupten, dass ich mehr als ein blutiger Laie blieb. „Können Sie mir solche Werke empfehlen?“ fragte ich den gestrengen Herrn Doktor. Wieder traf mich sein vorwurfsvoller Blick: „Ich lese diese Literatur nicht.“ Dann, etwas milder gestimmt, erläuterte er: „Wir müssen bei der Kernforschung drei Abteilungen unterscheiden: Physik, Chemie und eigentliche Kern- Neue Anleihen für Israel Washington. — Die Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung kündigte an, sie gewähre Israel eine Anleihe im Gegenwert von 27.500.000 Dollar als Hilfe für den Bau und die Installationen eines neuen geschützten Tiefseehafens in Aschdot. Wenn dieser Hafen im Jahre 1965 fertiggestellt ist, wird er jährlich 900.000 Tonnen gewöhnlicher Fracht bewältigen können. Dies wird Israel gestatten, die Häfen von Tel Aviv und Jaffa zu schliessen und den Verkehr im Hafen von Haifa zu entlasten. Die Ex. und Importbank teilte mit, das Direktorium habe beschlossen, dass sich die Bank an der Finanzierung des Verkaufs von Boeing.Flugzeugen mit Rückantrieb an die israelische Fluggesellschaft El Al beteiligen wird. Die Bank, die ein staatliches Institut ist, wird eine Anleihe von 8.900.000 Dollar bereitstellen. (ITA) besitzen, nicht unabhängig von diesen Importen und Importländern werden, wenn wir unabhängig vom Oel Energien erzeugen und die Betriebe damit speisen? Es ergeben sich ganz ändert Aspekte, dem Laien auch nicht ganz fremd, denn oft genug hörte er von der „Verwendung der Atomenergie zu friedlichen Zwekken“. Und daran ist Israel nicht weniger interessiert als alle anderen Völker auch. Das Gebiet ist noch verhältnismässig neu. Ein weites Forschungsfeld liegt vor der Menschheit; aber gerade das gibt unserem Land ungeahnte Chancen. Namhafte Wissenschaftler, besonders auf dem Gebiet der Atomforschung, darunter Nobelpreisträger, die Israel besuchten und am Technion in Haifa Vorträge hielten, betonten wiederholt, dass die Intelligenz von Israel ungeahnte Beiträge liefern könnte. Es galt, vorerst einen Lehrstuhl für Kernphysik zu schaffen. Das geschah im Jahre 1958. Da wurde am Technion das Departement for Nuclear Science unter Prof. Nathan Rosen ins Leben gerufen. Als Leiter steht heute Dr. Steiger, ein in Berlin geborener Absolvent des Technions. der seine Ausbildung in Schweden vervollkommnete und den Grad des Doktors der Wissenschaften am Technion erwarb, an der Spitze der Abteilung. Wie er mir erklärte, würde er den Lehrstuhl „Atom - Wissenschaft und Atomtechnik” nennen. Der junge Dr. Steiger ist ein sachlicher Mann der Wissenschaft. Sensationen, wie der Journalist sie ihm entlocken nmchte. lehnt er R-b. Rudimentäre Kenntnisse zu geben macht ihn unwillig: „Haben Sie denn keine Bücher gelesen? Es gibt doch populärwissenschaftliche Literatur! V7cr über das Gebiet schreiben will, sollte sich wenigstens damit vertraut machen“ sagt er und deutlich schwingt der Vorwurf in der Stimme mit. Ich habe zwar, als erster und einziger Journalist von Israel während der UN-Tagung 1947 in Paris Gelegen, heit gehabt, den ersten Atommeiler, den man der Weltpresse zeigte, zu sehen und darüber zu berichten, auch Vorträge von Prof Curie und anderen namhafwissenschaft. Aufgabe ist die Ausbildung von Ingenieuren die sich auf dem Gebiet der Kerntechnik spezialisieren wollen. Vorerst werden Studenten der Elektrotechnik, des Maschinenbaus und chemische Ingenieure mit den Grundlagen der Kerntechnik vertraut gemacht. Dann können sich die Absolventen des Technions weiter in Kerntechnik ausbilden. Sie können dann reine Kernwissenschaft studieren und sich an eine Forschungsthesis machen, um sich den Titel M. Sc. zu erwerben. Forschungsgebiete sind Physik, Theorie von Kernreaktoren, Kontrolle von Kernreaktoren, technische und ökonomische Probleme von Kernkraftwerken, Kernchemie und Reaktorchemie.“ (Ich wagte nicht mehr zu fragen, was das wohl bedeute. Sollte ich die Laienintelligenz so unter den Scheffel stellen? Dr. Steiger fuhr fort: „Dieses Jahr gibt die Abteilung auch Möglichkeiten für eine Doktorthesis. Der Grad kann nach 3—4 Jahren erworben werden; das Studium bis zum Dr. dauert also insgesamt 5—6 Jahre nach der ersten Absoivie. rung. Dr. Steiger hält nichts von dem Doktortitel anderer Fakultäten, der nach seiner Meinung keine ernsthaft wissenschaftliche Arbeit zur Voraussetzung hat.Wie klein und hässlich sind wir alle, die wir mit dem Titel herumlaufen und nicht Kern, teehniker sind! Weiter erläutert Dr. Stei¬ LA SEMANA ISRAELITA BISEMANARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires — PUEYRREDON 2190, 1? izq. — T. E. 83-2613 29 Elul 5720 21. September 1960 ger: „Unsere Abteilung besitzt ein Laboratorium für Kernphysik, ein Laboratorium für kerntechnische und kernchemische Versuche, ein Labor für Arbeiten mit radioaktiven Materialien, einen elektronischen Komputor, der die Aktion eines Reaktors simuliert und im Unterricht sowie bei der Forschung in Reaktorkontrolle verwendet wird. Er wurde fertig gekauft und hier modifiziert.“ Das ist nicht alles, doeh was das Technion besitzt, genügt schon heute (Ergänzungen und Erweiterungen stehen bevor), um ernste Forschungsarbeit wie an allen Forschungsstätten zu betreiben. Die Publikationen, auf Grund der Forschung, sind unser Beitrag zur Wissenschaft. Dr. Steiger versichert, dass hochqualifizierte wissenschaftliche Publikationen herausgekommen sind. Sie sind ein Anfang; sind wir doch ohnehin erst im Aufbau der Fakultät, mit einem Studienprogramm im Einklang mit der Israel- Kommission für Atom-Energie; aber schon der m Nachal Rubin errichtete Atom- Reaktor wird allen wissenschaftlichen Forschungsinstituten im Lande starken Auftrieb geben. Dem Stab des Departements gehören 15 ältere und jüngere Mitglieder an, von denen viele in USA, EngiaixS, Frankreich und Skandinavien ausgebildet wurden. Sie kommen aus vieler Herren Länder, aber von den jüngeren sind die meisten Israelis. Heute stellen sie das Hauptkontingent der jüngeren Generation von Kerningenieuren und -Wissenschaftlern. Morgen können aus diesen Kreisen entscheidende Forschungsergebnisse kommen, und das wird Israels Beitrag zur Atomwissenschaft und ihrer praktischen Verwendung für Friedenszwecke sein. prenda siempre impecable porque es de Brio Dtiarrugabít 7 B*¿»i de rum i CplORlOO Oí' W '''' L» «Ale* î IN II 0IIUO 11 ASIOUIU II MIJO» etlN 01 FURO UNJ» Utt cumÁAítiÍs, neoLendé, modduno <••!» «iempre unido a la maravillosa gama de COLORES I Qíftomatei PINTURA SINTETICA MATE PARA INTERIORES AS UN PRODUCTO

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