Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1813 (16.9.1960)
- Date
- 1960-09-16
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/9616703-9611224-9611844--0724-9611846- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
2 — Viernes. 16 de Septiembre de 1960 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXI. — No. 1818 15. Vollversammlung der UN (Schluss von Seite 1) dass d.'e Fronten ^erejts so verkrustet und erstarrt sind, dass irgendwelche wesentliche Einflüsse kaum noch durch äussere Ereignisse ausgelöst werden können. V jn grosser Bedeutung dürfte j-i-aoch der Beschluss der sowjetischen Machthaber sein, Krutschew nach New York zur nächsten UN. Versammlung zu entsenden. Man kann diesem Schritt manche Deutung geben, ohne die Sicherheit zu haben, welche Motive nun wirklich die Russen gehabt haben, ihren Chef zu delegieren. Vielleicht wollte Krutschew hierdurch einen neuen Weg zur Aufnahme der von ihm selbst so unvermittelt und brutal abgebrochenen Gespräche mit den leitenden Staatsmännern des Westens beschreiten, um die hoch schlagenden Wellen der internationalen Politik zu beschwichtigen. Für eine solche Deutung gäbe es manche ernsten Gründe, da die Russen nicht unerhebliche Schwierigkeiten im eigenen Iiager überwinden müssen, die eine Vorsicht ratsam erscheinen lassen, um sich Rückendeckung zu verschaffen. Die Amerikaner haben die Nachricht über die Teilnahme Krutschews an der ■^UN-Sitz-ung mit einer Beschränkung der Bewegungsfreiheit für den russischen Ministerpräsidenten beantwortet. die als eine unfreundliche Massnahme ersten Ranges angesehen wer- Dr. FREY Abofado PUEYRREDON UM 1* laq. nachm. IC—18 Obx iden muss. Ob dieser amerihatten, kanische Beschluss sonder. I lieh geschickt und politisch vernünftig war, mag dahingestellt bleiben, obwohl hieran erhebliche Zweifel gestattet sein dürften. Die Reaktion Krutschews auf diese Entscheidung war — wenn man seine sonstigen Ausfälle in Betracht zieht — gemässigt. WTelchen Wert und welche Bedeutung man diesem neuesten Zwischenfall auch beilegt, zur Befriednug der Situation dürfte er nicht beitragen. Immerhin ist es nicht ausgeschlossen, dass die Russen unter diesen Umständen sogar das Zusammentreten der Vollversammlung torpedieren werden. Es wäre bedauerlich, wenn nach den .unzweifelhaften Erfolgen, die von den UN in den letzten Monaten verzeichnet ¡werden konnten, jetzt ein ¡Rumpfparlament übrig bleijben würde, das zur völligen Machtlosigkeit verurteilt wäre. Damit eröffnen sich die bis heute nicht plötzlich Perspektiven, die zu einer erheblichen Verschlechterung der internationalen Lage führen könnten. Diese Massnahme der USA dürfte bei aller Sympathie jfür die entschieden ableh- ¡nende Haltung gegen die Provokationen Krutschews letztlich dem Westen kaum nützen, da sie eine unnötige Verschärfung der Lage verursachen muss, ohne auf der anderen Seite irgendwelche greifbaren Vorteile zu bieten. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Russen in den letzten Monaten sehr ernste Schwierigkeiten mit ihrem chinesischen Verbündeten I REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 56» T E. 49-5850 J. Liebling FOURNIERE — SPERRHOELZEB DIAZ VELEZ 5224 al 4$ T. E. 43-2349/0840 y 3021 Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSER GESCHAEFTEI» Manuela Pedraza 2530 pl. b. Dp. B T. E. 70-7244 Aus eigener Werkstatt Lederkleidung REISE — SPORT GESCHENKE Massanfertig ng in 24 St. Garantiert bestes Leder G. Küchler CONGRESO 2465 fast Ecke Cabildo 2900 Ai&ttha * [ (Zkapaaux f HUTSALON j Jetzt in; B e 1 g r a n o MOLDES 2 5 6 1 I T. E. 73-9229 ( 73-9155 Judith Schenkolewski Kuliussticlcereien Schabbosdecken . Tallisbeutel . Käppchen Maszot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett und Tischwäsche BEBEDERO 2585 T. E. 78-8155 Confitería NIZA Conde 2020 76.0286 Servicio» de lunch de categoría in dieser Hinsicht kann man auf allgemeine Erfahrungen zurückblicken. Nehmen wir!-als Beispiel die unter sich in ¡ständiger und erbitterter ausgeglichen werden konn- Fehde liegenden arabischen ten. Das rote China, von der Staaten, die sogar so weit Sowjetunion zu einer Gross- (gegangen waren, zeitweise macht entwickelt, beschrei- ¡ihre diplomatischen Bezietet seine eigenen Wege, die hungen zu unterbrechen. vom Kreml mit wachsendem Misstrauen und steigender Unruhe beobachtet werden. Krutschew sah sich zu wiederholten Malen gezwungen, nach Peking zu reisen, um Kompromiss . Lösungen durchzusetzen, die keineswegs die grundsätzlichen Differenzen beseitigen konnten. Die Spannungen zwischen den beiden Giganten im Osten bietet aber dem Westen die bisher einzige konkrete Chance, die rote Front zu schwächen und eine Annäherung der Russen an die westliche Welt zu ermöglichen. Abgesehen von grundsätz. liehen ideologischen Fragen über die kommunistische Welt- und Wirtschaftspolitik, über die auch an dieser Stel le vor einigen Monaten berichtet worden ist, haben die Chinese r einen konkreten Anlass mit iei bisherigen russischen UN Politik unzufrieden zu sein. Ist es doch dem starken Ostblock nicht gelungen, die Aufnahme Rotchinas in die Weinten Nationen zu er, eichen. So kommt es, dass roch immer das von den Amerikanern protegierte nationalistische China, in den UN Sitz und Stimme hat, während das Nirgends haben sie die innere Stärke bewiesen, sich zu einer konstruktiven einheitlichen Arbeit zusammenzufinden. Wohl aber haben sie ihre D’fferenzen für die Augenblicke vergessen, wo es darum ging, gegen ein anderes Land, meist Israel, Stellung zu nehmen. Diese Situation kann sich durchaus auch bei den afrikanischen Ländern wiederholen. Wenn es darum gehen sollte, gegen einen vermeintlichen Gegner zu opponieren, dann könnten sie eine gemeinsame Front bilden, die durch die von ihnen ver. tretende Stimmenzahl nicht unwichtig werden würde. Bei allen UN-Abstimmungen und in vielen wichtigen Fragen wird bereits heute das Problem aufgeworfen, welche Haltung wohl der arabische oder der südamerikanische Block einnehmen werde. Denn auch die südamerikanischen Republiken pflegen in bestimmten Debatten einheitlich zu operieren, auch wenn sie allgemein nicht den gleichen Standpunkt vertreten, was durch, aus verständlich und demokratisch ist. Bei der kommenden UNchinesische Risenreich nicht ¡Sitzung darf man übrigens zugelassen ist .. Ob diese, ¡ein.e stärkere Geschlossenbisher erfolgreiche amerika- I der lateinameri 'am nische Politik berechtigt ist schen Republiken vermuten oder nicht, wird allgemein nachdem dm Differenzen mit diskutiert. Kuba und San. DomiJngo A A . , 1 deutlich werden liessen, dass Die turbulente Entwickdie russischen Einflüsse lung in Afrika hat nicht nur |sichtbare Folgen selbst in neue Unruheherde geschaf- Amerika gezeitigt haben, fen, an deren Beseitigung lAuch hierin muss man eine grossen Unbekannten, mit der auf der 15. Vollversammlung gerechnet werden muss. Neuartig an der heutigen Lage dürfte auch sein, dass die Debatte um den Nahen Osten in den Hintergrund getreten ist. Alle Vollversammlungen haben sich mit dem arabisch . israelischen Streit beschäftigt, der noch stets Höhepunkte bei den Auseinandersetzungen der UN gebracht hat. Keinesfalls bedeutet dies, dass die durch die feindselig« arabische Haltung geschaffene Gefahr für den Weltfrieden damit vermieden ist. Wohl aber haben die Vereinten Nationen im Augenblick dringendere Sorgen, die durch den anhaltenden Berlin-Konflikt nur noch erhöht werden. Die arabischen Länder können im Auggenblick nicht darauf spekulieren, dass man ihnen mit ihren haltlosen Beschuldigungen auch diesmal in so umtangreichem Masse wie bisher Gehör schenken wird. Die Festigung der israelischen Position hat im letzten Jahr erfreuliche Fortschritte gemacht, ohne dass es allerdings gelungen wäre, die für Israel notwendige Stabilisierung der politischen ’Lage im Orient zu erreichen. Dennoch besteht für Israel begründete Veranlassung, den Gang der Ereignisse mit besonderer Sorgfalt zu verfolgen. Die mögliche Verlagerung der Stimmverhältnisse kann auch für Israel nachträgliche Folgen haben. Zwar unterhält Israel mit den jungen afrikanischen Ländern freundschaftliche la Semana israelita Bisemanario — aparece los Martes y Viernes. Editado por Estrellas Editorial Ltda. Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky Pueyrredón 2190, 19 izq. T. E. 83-2613 Abon.-Preise: Argentinien: $ 60.— pro Quartal an deren die UN fieberhaft arbeiten. Mit de^ Gründung ‘einer grossen Reihe neuer Staaten, die alle in den UN vertreten sein wollen, wirdsich auch das Stimmenverhältnis unter Umständen verlagern. Ein neuer Block tritt als ein Machtfaktor in die internationale Politik ein. Noch ist es nicht entschieden, ob die afrikanischen Länder, die ihre kontroversen Interessen unter sich nicht ausgleichen konnten, die Kraft haben werden, sich zu einer einheitlichen Aktion zusammenzuschliessen. Es ist aber durchaus möglich, dass sie wenigstens in ihren negativen Reaktionen eine gemeinsame Basis finden. Gerade Dr. B.Sehwarcz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG neue Nuance der internationalen Politik erblicken, die eine Neuorientierung bei den UN rechtfertigt. Damit haben sich zu den alten Streitfragen, die ungelöst blieben und die in ihrer alten Schärfe fortbestehen, neue hinzugesellt, deren Lösungsmöglichkeiten höchst ungewisse sind. Jedenfalls kann sich eine Konstellation ergeben, die zu einer für den Westen nicht angenehmen Verlagerung der Stimmenzahl führen könnte, selbst wenn es nicht zu einer Haltung aller afrikanischen Staaten gegen den Westen kommen wird. Einige Probleme wie Algier und Kongo könnten aber unerwartete Ergebnisse bewirken. Hierin liegt eine der Beziehungen, die zu enger Kooperation geführt haben. Das hat aber diese afrikanischen Länder nicht daran gehindert, auf verschiedenen internationalen Konferenzen gegen Israel zu stimmen. Man hat versucht, die Gründe dieser widerspruchsvollen Haltung der Afrikaner zu analysieren, ohne zu überzeugenden Ergebnissen zu gelangen. An dieser Tatsache kann man also nicht vorbeisehen. Es ist möglich, dass diese Haltung der afrikanischen Staaten nur ein Zufallsergebnis gewesen ist. Es ist nicht ausgeschlossen, dass die afrikanische Position heute zu anderen Konsequenzen hinüberleitet, die für Israel positiver sein werden. Jedenfalls liegt hier ein Unsicherheitsfaktor, der auch von Israel verlangt, mit ausser ster Wachsamkeit die Entwicklung zu verfolgen und den Gang der Verhandlungen auf der 15. Vollversammlung der UN zu beobachten. ESTUDIO JURIDICO Dr. Isidoro Kraut - Dr. Oscar Rabee ABOGADOS Ehescheidungen . Erbschaftssachen - Konkurse und' Vergleiche - Verträge - Inkasso . etc. Neue Adresse: TE. 35-0796 MONTEVIDEO 451 35-0901 piso 5, ofic. 53/54 35-0823 VARICES — ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY SARMIENTO 3116 T. E. 87 1362 NERVENu. GEMUETS- KRANKHEITEN Dr. M. J. Kuhn BULNES 193C, pl. b., 1? T. E. 80-0249 Mont., Mittwoch. Freitag 17—20 Uhr. Tel. Anmeldung erbeten. ESTUDIO JURIDICO Dras. Silvia Ruth Weissberg — Luisa Graetzer Bürgerschaft — Räumungsklage Ley 14.821 Inkasso von Dokumenten — Familienrecht Scheidung — Nachlass Sprechstunden von 18—20 Uhr HIPOLITO YRIGOYEN 2570. 4o piso. T. E. 47-7740 BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG AUSFUEHRUNG SAEMTLICHER Maierarbeiten CONDE 2818 3. E. 76 7583 >r. BENJAMIN LIPNIZKY ZAHNARZT ROENTGENSTRAHLEN — ZAHNZIEHEN - BE¬ HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU- . L1ERUNG DER ZAHNSTELLUNG f Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend | nach vorheriger Vereinbarung. i JOSE HERN ANDEZ 2518 T. E 76-86TJ und 73-0500 Dr. L. KLEIN Médico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen -U ntersuchungen SPRECHSTUNDEN: 'Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhr: (Es wird gebeten, tach vorher telefonisch anzumelden : [SANTA FE 2391 T, E. 44 9493 u. 44-1542,; 4 Dr. Bernardo Goldstein MEDICO CARDIOLOGIA — HOSPITAL FERNANDEZ Radio X — Durchleuchtung — Electrocardiograma»« Cuba 2141 T. E. 73-8782 u. 73-6817 Consultas: Montags bis Freitags: 15—18 Uhr Sonnabend: 14—16 Uhr -'45 'W