Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1812 (13.9.1960)
- Date
- 1960-09-13
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Maries, 13 de Septiembre de 1960 L A SEMANA ISMAELITA Año XXI. — No. 1812 — 3 Oel-Ueberíluss und Mittlerer Osten Zwei Männer im Mittleren Osten, Ahmed Machbod in Teheran und Scheich Abdulla Tariki in Saudi-Arabien, kämpften in den letzten Monaten um Stärkung des Einflusses ihrer Länder auf die Oelpolitik und um Schwächung der Stellung der internationalen Oelgesellschaften. Der Schah von Persien hatte Ahmed Machbod zum Hofberater für Oelfragen ernannt, und Machbod wollte vom internationalen Oelkonsoi'tium von Abadan, das seit einigen Jahren das persische Oel ins Ausland verkauft, höhere Beteiligungsquoten herausholen. Das Konsortium beteiligt Persien immer noch mit 50 % an seinen Gewinnen, während die Regierung von Teheran in einem Sondervertrag mit der von Enrico Mattei geführten italienischen Gesellschaft SIRIP eine Beteiligung von 70% herausholen konnte. Machbods Druck auf die Männer des internationalen Oelkonsortiums, an dem neben den Engländern auch Amerikaner und Franzosen beteiligt sind, half nicht viel. Die Regierung von Teheran forderte vom Konsortium Steigerung der Produktion und der Verkäufe, um so mehr Anteil am Umsatz zu bekommen, aber infolge des Preisrückgangs für Oel auf dem Weltmarkt stiegen die Oeleinnahmen Persiens im letzten Jahre nur um eine . geringe Summe an. Der Schah begab sich dann höchstpersönlich nach England zu Verhandlungen mit den Kreisen des internationalen Konsortiums, aber auch er konnte nur sehr wenig ausrichten. In ähnlicher Situation wie der Perser Machbod befindet sich Scheich Abdulla Tariki, der Oelberater der Regierung von Saudi-Arabien. Tariki träumt von der Entfernung der internationalen Oelgesellschaften aus dem arabischen Raum. Von der amerikanischen Oelgesellschaft ARAMCO erhält Saudi-Arabien den üblichen Anteil von 50 % als Konzessionsgebühren. In einem Vertrag mit Japan gelang es ihm jedoch, diese bis vor zwei Jahren als ..heilig” betrachtete Grenze zu überschreiten und 56 % herauszubekommen. Tariki möchte ferner die Beteiligung Saudi Arabiens an den Gewinnen aus Raffinierung und aus Transport erreichen. Im Oktober dieses Jahres wird ein neuer Oel-Kongress der Arabischen Liga in Beirut abgehalten werden, und Tariki bereitet Pläne zur Durchsetzung seiner Ziele vor. Der Kongress soll über den Bau arabischer Oelleitungen Beschlüsse fassen und Forderungen auf Beteiligung der Rohstoffländer an der Veredlung und am Transport des Rohöls stellen. Nach der Lage der Dinge dürfte jedoch sowohl Machbod als auch Tariki kaum Erfolg beschieden sein. Beide kämpfen gegen eine für *♦<»1 Pension Familiar ^444^ M. Flamm unter Aufsicht der Herren Rabbiner _ Dr. OPPENHEIMER und Dr. FINK CHASCOMUS 1 Quader von der LagunaJ; F. C. N. G. R. Sukkot — flUlD Zimmer mit priv. Bad CHASCOMUS, CORDOBA 38 Inf. in Buenos Aires: T. E. 76-2312 Rechtzeitige Anmeldung erbeten bis 30. September /WufBUS Wal^uruuuv sie höchst ungünstige objektive Entwicklung. In der letzten Zeit haben drei führende Oelgesellschaften ihre Jahresberichte veröffentlicht: die British Petroleum, die Royal Dutch (Shell) und die schon vorher erwähnte arabisch - amerikanische Oelgesellschaft ARAMCO. In den Berichten sämtlicher Gesellschaften wird darauf hingewiesen, dass die Zeit der Jagd nach Rohöl vorüber ist, und dass sie mit schwerer Konkurrenz beim Suchen nach Absatzmärkten zu kämpfen haben. Die ARAMCO bemerkt in ihrem Bericht, dass eine Produktionssteigerung in Saudi - Arabien unmöglich sein wird, und damit kommt sie schon allen möglichen Forderungen Tarikis und der Regierung von Rhiad zuvor. Die Royal Dutch ist in ihrem Bericht am optimistischsten und meint, dass es angesichts der Steigerung der Weltbevölkerung auch möglich sein wird, den Oelkonsum zu heben. Die entsprechenden Sätze im Bericht der Royal Dutch klingen jedoch etwas nach Propaganda, darauf berechnet, die Ruhe der Aktionäre nicht zu sehr zu stören. Denn in Wirklichkeit sind die Absatzchancen auf dem Weltmarkt gar nicht so hervorragend. Die amerikanische Chase Manhattan Bank, eine der führenden newyorker Grossbanken hatte sich kürzlich warnend an die Oelkonzerne gewmndt und von ihnen Produktionseinschränkung um sieben Prozent verlangt. Die Bank hatte darauf hingewiesen, dass die im März 1959 erlassenen Einfuhr-Beschränkungen für Erdöl nicht geholfen hätten, und dass jetzt Produktionseinschränkung erforderlich sei, um die ständige Schwäche Moderne Wohn- und Schlafzimmer- Einrichtungen — Sesselgarnituren Sarmiento 1147 Cabildo 774 Restaurant »Paso Paso 452 (al fondo) __ T. E. 87-9259 Unter Aufsicht des Vaad Harabonim der Kehilla MITTAGS, und ABENDTISCH Anrichten von kleinen Festlichkeiten und Banketten! AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BENO“ ¿HO HUT9CHNECKER Aváa. 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Die amerikanische Oelindustrie mit ihren vielen Raffinerien nutzte ihre 'Leistungsfähigkeit bisher zu fast 83 % aus, und jetzt soll sie auf 75 bis 76 % heruntergehen. Die Forderungen der Chase Man. hattan Bank ist angesichts des Oelüberflusses nicht unrealistisch, und während noch vor zwei Jahren der Italiener Mattei und das japanische Konsortium nach Oelkonzessionen jagten und hart mit den grossen Oelkonzernen zu kämpfen hatten, gibt es heute in Persien drei freie Konzessionsgebiete, für die sich keine Abnehmer finden. Oelfachleute sind sehr darüber besorgt, dass abgesehen von der Oelproduktion die Zahl der Raffinerien schnell zunimmt, insbesondere auch in den Entwicklungsländern. Sie erklären, dass damit den internationalen Konzernen die letzte Möglichkeit zur Kontrolle des Verkaufs und der Preise verloren geht. Die Entwicklungsländer sind natürlich am Bau von Raffinerien interessiert, da die Verarbeitung des Oels bei ihnen selbst und nicht im „kapitalistischen Westen” vorgenommen werden kann und sie das veredelte Oel billiger beziehen können. Die internationalen Gesellschaften müssten — entsprechend der Theorie der zitierten Fachleute —* eigentlich gegen die Häufung der Raffinerien auftreten. In Wirklichkeit beteiligen sie sich meist am Bau der neuen Raffinerien, weil sie Einfluss auf sie behalten und das betreffende Land als Abnehmer für die Fertigprodukte gewinnen wollen. So ergibt sich ein Widerspruch zwischen den- Nahzielen der Produzenten und der Planung auf längere Sicht —■ aber er ist vorhanden, und die Zahl der Raffinerien nimmt weiter zu. In den USA hat die Häufung der Raffinerien zu einem Fall der Preise und einem Verlust für die Mineralöl-Gesellschaften geführt. Die Zeit der Oel-Jagd ist jedenfalls vorüber, und die Welt muss nicht mehr fürch. ten, dass Schwierigkeiten bei der Oel-Lieferung aus dem Mittleren Osten (wie 1956) zu einer Störung der Versorgung führen werden. Dies spürt Israel am ehesten. Solange die Nachfrage nach Rohöl sehr gross war, hatte die Arabische Liga Aussicht, ihren Oelboykott gegen Israel wirksam zu gestalten. Seit Ueberfluss besteht, sind die Verkehrsfirmen froh, dass sie Israel als Kunden haben. Israel wird im übrigen bald in den internationalen Konkurrenzkampf der Raffinerien eingreifen, denn nach Eröffnung der neuen Pipe-Line Elat—Haifa werden die bisher nur zv 25 bis 30 Prozent ausgenutzten Raffinerien in Haifa voll ausgenutzt werden, und Israel will versuchen, raffiniertes Oel weiter zu exportieren. Die ersten Exportabkommen wurden bereits abgeschlossen, und man hofft trotz aller Schwierigkeiten, auch Oel zu einem Exportartikel von Bedeutung zu machen. Judenregister gefunden Koblenz. — Im Bundesarchiv in Koblenz ist wichtiges Quellenmaterial gefunden worden, das für die Erforschung der Geschichte der schlesischen Juden verwandt werden kann. Bei dem Fund Rändelt es sich um Mikrofilme der Judenregister des ehemaligen breslauer jüdischen Gemeindearchivs und des schlesisch-jüdischen Personalarchivs. Das Material wird von Rabbiner Dr. Brilling vom Institutum Judaicum in Münster ausgewertet. Der nordrhein - westfälische Ar. beits- und Sozialminister Grundmann hat die finanziellen Mittel dafür zur Verfügung gestellt. (AWZ) 11.000 Einwanderer Tel Aviv. — Nach Mitteilung der Jewish Agency trafen im ersten Halbjahr 1960 in Israel 11.000 Einwanderer ein. (ITA) Salude dl Año con un > &MRIRQ' NÜIÿM WATERMAN Rey del Nylon LAVALLE 650 - CORRIENTES 426 INDUSTRIAS YUVENA S. A Fábrica de calzado y zapatillas ipftSCAMSei^ i ANDONAEGUI 1270 T. E.: 51 Buenos Aires 4810 STUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky Asuntos Europeos exclusivamente Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15—18 Uhr Dr. Günter Frey Asuntos Argentinos y Sudamericanos TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN VERTRAEGE - VERWALTUNGEN BUEROZEIT: 10—12 und 15—18 Uhr i ¡P PUEYRREDON 2X90 c*¡. Av. LAS HERAS — T. E. 83.2613