Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1811 (9.9.1960)
- Date
- 1960-09-09
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viernes, 9 d* Septiembre 4« 1K| 1. A SEN A. X ¡A ISRAELITA A m Mi. — «*. Ull {husik in Buenos AiREsf|DIE EREIGNISSE DER WOCHE Aufruf *UT Brüderlichkeit Diese jungen Menschen, die den Vertretern der aschke. auf freiem argentinischen i<?OR STRAWINSKY DIRIGIERT Unter den Auspizien des' Mozarteum Argentino, des Teatro Calón und des Nationalen Symphonie-Orchesters machte der grosse russiscne Komponist Igor Strawinsky, nach 24jähriger Abwesenheit von Buenos Aires sein „Come back". „Ueber die Persönlichkeit des grössten unc. bedeutendsten lebenden Komponisten Worte zu verlieren, erübrigt sich. Zu bekannt sind seine Werke, seine musikalischen Taten, als dass sie einer besonderen Erwähnung bedürfen. Die Musikgeschichte des 2h. Jahrhunderts ist ohne den heute 78 Jahre alten Meister undenkbar. Während die meisten Tcmsetzer nach gewisser Zeit ihre schöpferische Kraft einbü* sen und sich im besten Fall wiederholen — Richard Strauss. dessen kreative Quelle bereits 1912 versiegte und dessen spätere Schöpfungen immer wieder nur eigene Reprisen darstellten, ist ein Schulbeispiel dafür — komponiert Strawinsky bis geschaffene “Ode“ und des „Feuervogels". Die einmali- I ge Persönlichkeit Hess über! sich bemerkbar machende physische Mängel (die ihm j leider auch den ursprüng- I lieh programmierten „Sacré“ I unmöglich machten), hin. I wegblicken, und uns bleibt die unauslöschliche Erinnej rung an ein aussergewähnliches und unvergessliches Erlebnis. Sein jugendlicher Adlatus Robert Craft leitete den jeweils ersten Teil beider Programme und dirigierte mit grösstem Verständnis für moderne Musik, jedoch recht unpersönlich drei Piecen aus Alban Bergs „Lulu”- Suite, zwei von Arnold Schönberg orchestrierte Bach-Choräle, die berühmten „sechs Stücke für Orchester1' von Anton von Wefc ern, Fragmente aus Debussys „Martyre de Saint Sébastien“ und die von Strawinsky „in Meminriam“ an Claude Debussy komponierte Symphonie für 28 Blasinstrumente. Zu gross war die Difierenz zwischen Meister und Schü- 7um heutigen Tag, und' weit ¡ ler> als. dass sie nicht Dur io gesteckt sind noch seine Ziele für die Zukunft Gipfelpunkte seines Oeu- , vre sind seine 1911 bis 1913 1 entstandenen Ballett-Musi- 1 ken ..Petruschka“ “L'Oiseau de Feu" und vor allem der! bis heute revolutionär ge- : btiebene „Sacre du Printemps”, die von dem Diaghileff-Ballet mit Nijinski als Solisten und Pierre Manteux und Ernest Ansermet als Uraufführungs-Dirigenten seinerseits aus der Taufe •gehoben wurden. Daneben umfasst sein Schaffen Schöpfungen aller anderen Gat- ■ fungen, Kammermusik, Symphonien, geistliche Wer. ke und Opern. (Seinen ,.Rake’s Progress” lernten wir im Colon in der vorigen Saison kennen.) Nun stand Igor Strawinsky selbst auf dem Podium, und bei seinem Erseheinen in beiden Konzerten erhoben sich die das Teatre Colön bis auf den allerletzten Platz füllenden Auditorien, um dem greisen Komponisten huldigende Ovationen darzuhringefl, wie wir sie kaum je erlebt haben. Unter seiner Leitung hörten wir unvergessliche Versionen der „4 norwegischen Melodien“, der zum Andenken an die 1943 verstorbenen Gattin Serge Koussev.itzkys Qualität, sondern auch im j Applaus offenbar geworden wäre. | Igor Strawinsky erhielt auch am Ende beider Konzerte von einem sich von den Sitzen erhebenden Publikum (das hervorragend spielende Nationale Symphonie-Orchester tat ein gleiches) orkanartige Applaus-Salven, die ihn zwangen, sich wieder und wieder mit weitausholenden Gesten der Dankesbezeugung zu zeigen. Ein Erlebnis von dem wir lange werden zehren können. FELIX PROHASKA UND ANDRE TSCHAIKOWSKY IN “AMIGOS" Die von Prohaska im meisterlicher Version gebotene, recht unpersönliche und infolge verschiedener Entstehungsperioden inkohärente „Zweite Kammer-Symphonie“ von Arnold Schonberg bildete den Auftakt zu einem wundervollen Konzert, das darauf folgend im Zeichen Mozarts stand. André Tschaikowsky, dem wir in dieser Saison manches schöne Erlebnis zu verdanken haben, spielte unter Felix Prohaska liebevoll eingehender und betreuender Leitung das Klavierkonzert c-moll K. V. 491 im ausgewogener, feinziselierter Die Gesellschaft für jüdisch-christliche Brüderlichkeit, deren höchstes Ziel es ist, das friedliche Zusammenleben und die konstruktive Harmonie unter den Menschen auf der Grundlage der Bibel zu fördern, hat iheer tiefen Besorgnis angesiohts der Tatsache Ausdruck verliehen, dass in einem Augenblick, in dem es über alles andere hinaus von Wichtigkeit ist, eine wahre Solidarität zwischen allen Bewohnern des 'Landes zu erzielen, um den Aufgaben des nationalen Aufbaus gerecht zu werden, rassistische Gefühle zum Durchbruch gekommen sind, die wir längst aus der Atmosphäre Argentiniens verbannt glaubten. Die Wiederholung antisemitischer Vorkommnisse, so heisst es in der Erklärung, beweist das Bestehen eines organisierten Bestrebens, in unserer Mitte Probleme aufzurühren, die rJemals den Grund zu einer Uneinigkeit zwischen Argentiniern gebildet haben. Auf diesem Wege gelangte man anderorts und vor nicht allzulanger Zeit zu tragischen und schändlichen Ereignissen, die die Menschheit nicht vergt» sen sollte. Derartigen Geschehnissen sollte vorgebeugt werden, damit sie Boden geboren und aufgewachsen sind, wollen wir zur Vernunft rufen und sie an den tragischen Völkermord und die Barberei erinnern, die zur Zeit, als sie noch Kinder waren, die westliche Zivilisation überschattet und den europäischen Kontinent mit Schande überzogen haben. Dieser Aufruf ergeht im besonderen an die Eitern, die sich ihrer heiligen Pflicht bewusst sein sollten, ihre Kinder vor dem schädlichen Einfluss unkontrollierbarer Elemente zu bewahren, die sie in einem Alter ins Unglück stürzen können, in dem sie für alle Arten von Enthusiasmus und Fanatismus empfänglich sind, denn unsere Aufgabe ist es. die nächste Generation vor gefährlichen Abirrungen zu retten. Hebräische Itrtegralschtile in Olivos Das argentinisch . israelische Kulturinstitut berief eine Pressekonferenz, um über die baldige Eröffnung einer jüdischen Integralschule in .Olivos und Florida, wo bisher keine jüdische Schule existiert, zu informieren. ^Der Präsident, des Grün ' dungs-Comites, Herr Branks *und Dr. Vinizky berichteten den Vertretern der aschke. nasischen und sefardischen Juden alles tun werden, um die Schule im nationalen jüdischen Sinne aufzubauen. Der Schule ist ein grosser Kindergarten angegliedert. Man erwartet eine genügend grosse Schülei'zahi zu sammeln, um die Einweihung schnellstens vornehmen zu können. Vaad Kakehilloi Der Kongress des argentinischen Landesverbandes der Kehillot wurde beendet und hat zufriedenstellende Resultate für eine neue Zusammenarbeit der argentinischen Kehillot mit der Muttergemeinde in Buenos Aires ergeben. Der Kongress hat einstimmig beschlossen, den Vaad Hakehillot an die Zionistische Weltorganisrtion anzuschliessen und folgte hiermit dem Beispiel der brasilianischen und uruguayischen Gemeindeverbände, die dem Rufe Dr Naehum Goldmancs Folge geleistet haben und der Zionistischen Weltorganisation beigetreten sind, um dadurch mehr Stimmen auf dem kommenden Zionistischen Weltkongress in Jerusalem und eia Mitbestimmungsrecht für die kommenden Richtlinien der Politik Israels gesichert zu erhalten. Kehilla Die Kehilia wird in der nächsten Woche ihren traditionellen „Monat des Jüdischen Buches’ eröffnen und eine grosse Schau des Schaffens der israelischen und jüdischen Buchverlage ia der Welt veranstalten. Diese Buchausstellung steht wieder unter dem Motto „Eia jüdisches Buch in jedem jüdischen Keim". Es wird ein grosser Rabatt auf alle Bücher gewährt, um jedem den Kauf eines guten jüdischen Buches in Hebräisch, Spanisch, Jiddisch oder Englisch zu ermöglichen. Die Vorbereitungen zur Ausstellung sind in vollem Gange. Man wird diese Ausstellung am 15. qs. Mts. eröffnen und gleichzeitig eine Reihe jüdischer Kulturver- | anstaltungen in allen Stadtsteilen abhalten. Der Eintritt . ist wie immer frei, und die I deutschsprecherden Juden [ sind zu allen diesen Veran- | staltungen herzlich eingeladen. Die Leitung gibt einen Katalog und Führer heraus, der im Sekretariat oder bei | der Ausstellung an ieden In- . teressenten abgegeben wird. nicht zu einer Bedrohung ¡über die Vorarbeiten, die beder moralischen Integrität Ireits soweit vorgeschritten unserer Gesellschaft werden sind, dass man Anfang März können. Unsere Bruderschaft ist schon durch ihre blosse Existenz ein Beweis dafür, das es nicht nur möglich sondern auch wünschenswert ist. eine Atmosphäre des Zusammenlebens auf der Basis des Respekts vor der menschlichen 'Persönlichkeit und der gegenseitigen Achtung schaffen. nächsten Jahres an die Eröffnung der Integralschule, die beide Grade erfassen und neben dem staatlichen Unterrichtsprogramm auch Englisch in ihr Programm elnschliessen wird, schreiten kann. Am Nachmittag wird im Parallel-Unterrieht das Lehrzu | Programm in Hebräisch er- ¡teillt. Man hofft auf eine Be Die BARM1ZWAH unseres Sohnes MiCKY WEIL findet s. G. w. am Sonnabend, den 17. September 1960, in der Synagoge Bet Israel, Conde 1345. statt. Enrique Braun und Frau Irma geh. Goldschmidt Empfang: von 17 bis 20 Uhr, Estrada 3277 Olivos. Deutfchcs Theater n MONTAG, 12. September, um 21 Uhr im Teatro Odeon WAS IHR WOLLT " das unsterbliche Lustspiel von W. Shakespeare Regie: Jacques Arndt Eintrittskarten an der Theaterkasse, Esmeralda 367 Tel: 45-3591, werktags von 10—12 u. von 15—20 Uhr Am bedauernswertesten ist 1 teiligung aller j iidischen Faes. dass die Urheber dieser I milien in der „Zona Norte’, leidlichen Zwisehenfälle Ju-! Die Schule wird allen Kreigendliehe sind, die zwerfelsen, d. h. den aschkenasilos von unverantwortlichen sehen wie sefardischen Julie tzern provoziert werden, j den offen stehen; hier halben wir zum ersten Mal ei- ' j ne freundschaftliche Zusam- Form und mit grossem tech- ¡menarbeit aller Schichten nischen Schwung. Wenn wir 'unserer Gemeinschaft, die uns das Larghetto auch etsonst nicht gemeinsam gearwas weniger romantisch ge- 1 beitet haben. Die Bnei Brit wünscht hätten, so Hessen doch die Ausdeutungen der Ecksätze AlLegro und Allegretto keinen Zweifel am künstlerischen Ernst und Reife des Virtuosen. Die entzückende Mozart- Serenade b-dur K. V. 361, No. 10 für 13 Blasinstrumente fand Prohaska in seiinem speziellen Element. Es war eine gleiche Freude für ihn, die Musiker und das enthusiasmierte Publikum (diesem Ohrenschmaus beizuwohnen. Der gewiegte Mozartkenner und Mozart- Liebhaber setzte hier seinem Publikum etwas vor, was man selten zu hören bekommt: Freude an Mozart und Freude am Musizieren. Es gab langen und grossen Beifall. c-n ISRAEL - BRIEFMARKEN AN WIEDER VERKAEUFER — ALLE NEU AUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIAMONTE 5M, I/B — Btcati Aire«, Rep Arpen*»« Teatro Colón Sábado 10, a las 18. Función Extraordinaria No. 48. Presentación del pianista José Tordesillas. Sábado 10, a las 21.30 hs. Función Extraordinaria No. 49. Espectáculo Coreográfico. Ballets: “Concierto de M«- zart”, “Variaciones Concertantes”, ‘El Cisne Negra”, “Capricho Español”. Cuerpo de Baile y Orquesta Estables del T. Colón. Director de Orquesta: Juan Emilio Martini. I und auch andere Institutio-! nen haben ihre Mitarbeit 'und Unterstützung zugesagt. Aueh die deutschsprechenden Juden sind in der Lei- Itung führend vertreten, und es ist zu hoffen, dass dieses Projekt nicht nur zustimdekommt, sondern auch gute Eifolge zeitigt. Der geschäftsführende Minister der israelischen Botschaft, Dr. Awida. nahm an der Sitzung teil. Das argentinisch.israelische Kulturinstitut hat seine Mitarbeit zu. gesichert und wird alles tun. um diese neue Integralschule, dig den Namen „Albert Einstein” führen wird, aufzubauen und jüdisches Wissen zu verbreiten. Die Leitung hat bereits ein Gebäude gemietet und arbeitet intensiv an den notwendigen Vorbereitungen, damit die Schule so schnell wie möglich eröffnet werden kenn. Unter den Anwesenden waren von der deutsehsprachenden jüdischen Kollektivität die Herren Dr. Klepetar und Kurt May vertreten, die zusammen mit Am Sonnabend, den 17. September, um 9 Uhr fin det s. G. w. die BAR M1ZWAH unseres Sohnes MARCELO in der Chaim Weizmann-Synagoge, Arcos 2319, statt. Adolfo und Vilma Brück geb. Schreiber Empfang am 18. Sepember von 17 bis 19 Uhr, General Roea 3349, Florida. Anita Hamu Paul Martin Landau.Beverstein griissen als VERLOBTE General Mansüla 16, Lomas del Mirador, Prov. Buenos Aires IHR INSERAT in der JUEDISCHEH WOCHENSCHAU bringt immer Erfolg Auskunft: T. E. 83-2613 Für die überaus zahlreichen Aufmerksamkeiten anlässlich meines 3 0 GEBURTSTAGES sage ich alien Verwandten herzlichsten Dank. und Bekannten meinen Amenabar 1670. Johanna Oppenheimer WIE LIEGEN DIE FEIERTAGE DER JUEDISCHEN JAHRE 5720/21 Mittwoch, den 21. September Donnerstag, den 22_ September Freitag, den 23. September Sonnabend, den 24. September Sonntag, den 25. September Freitag, den 30. September Sonnabend, den 1. Oktober Mittwoch, den 5. Oktober Donnerstag, den 6. Oktober Freitag, den 7. Oktober Sonnabend, den 8. Oktober Mittwoch, den 12. Oktober Donnerstag, den 13. Oktober Freitag, den 14. Oktober Erew Rosch Haschono 5721 Rosch Haschono 5721 2. Tag Rosch Haschono Schabat Schuwoh Zorn Gedaljah Erew Jom Kipur Jom Kipur Erew Sukot 1. Tag Sukot 2. Tag Sukot 1. Tag Chol Hamoed Hoschano Rabo Schemini Azeret Simchat Tora