Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1811 (9.9.1960)
- Date
- 1960-09-09
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Vier««*. C de Septiembre de I960 LA SEMANA ISRAELITA Año XXI. — No. 1011 — S ERFOLGE IM LACHISCH - DISTRIKT In Memoriain Ludwig Haas Der Herbst ist für den Bauern die Erntezeit, in der er dea Erfolg seiner Jahresarbeit einheimst, und wenn das Jahr ohne unangenehme Zwischenfälle vorüberging, geniesst der Bauer das Gefühl der Genugtuung, auch wenn er ein Leben lang an den Ablauf der Jahreszeit gewöhnt ist. In viel höherem Masse aber freuen von MEIR FAERBER, Tel Aviv wiesen. Heute hat die Siedlerfamilie im Lachisch-Gebiet ein Durchschnittseinkommen von 2700 IL im Jahr. Wo den Siedlern bereits über 20 Dunam bewässerter Boden zugetedt wurde, und es gibt auch einige Dörfer, die seit fast zehn Jahren bestehen, ersieh die erst vor wenigen I reicht das Jahreseinkom- Jahren zu Bauern geworde- 1 wen 3100—3200 IL. Durchnen Siedler des Lachisch- I schnittlich geben zehn Du- Distrikts über ihre Erfolge, : nanli wenn sie gut bearbeitet denn sie sehen nun, dass die j werden, jährlich 1000 IL Gewinn. Nach vollem Ausbau der Wirtschaften, wenn auch Pläne und Programme, Zu-! sagen und Versprechungen, Hoffnungen und Erwartungen, in die sie ihre Jahre und ihre Arbeit investieren, sich langsam zu rentieren und zu verwirklichen beginnen. Auf einem Besuch in einigen Siedlungen des Lach isch-Gebietes, das sich parallel zur Nordgrenze des Negew hinzieht und 950.000 Dunan umfasst, 560.000 davon kultivierbar, hatte ich Gelegenheit, im Gespräch mit Instrukteuren und Siedlern Genaueres über die wirtschaftlichen Fortschritte au erfahren. Im ersten Jahre bemühte man sich. der. Siedler gegen Lohn zu beschäftigen, um ihm die Anfangszeit zu erleichtern. Da fast jeder Siedler eine seelische Krise zu überwinden hat. wird er hier wenigstens während der ersten z-wei Jahre der Sorge um die nackte Existenz enthoben. Der Plan der Einzelwirtschaft beruht auf 300—330 Arbeitstagen im Jahr. In den Monaten Mai bis Oktober haben die Siedler und ihre Familienangehörigen in der eigenen Wirtschaft viel zu tun; aber in den Wintermonaten, besonders von Januar bis März, ist der Siedler auf Aussenarbeit ange- Fortschritte zu verzeichnen, und die Ernte betrug 300 bis 400 kg. Da die Baumwroll- und die Erdnuss-Ernte noch nicht abgeschlossen ist, stehen — im Augenblick dieses Berichts — ncch keine endgültiger. Ergebnisse zur Verfügung. Es musste Jahre dauern, bis die S edler, d e erst hier zu Bauern wurden, s ch an Grundwahrheiten der Landwirtschaft gewöhnen und anpassen konnten. So Hessen sich viele von den Instrukteuren nicht überzeugen, gründet. Nun wurde durch einen Treuhänder bei Uebernahme der Ware an Ort und Stelle die Abschätzung vorgenommen und dem Siedler das Quantum und die Qualitätskategorie bestätigt. Auch da gab es noch Organisationsmängel, denn di» Gesellschaft übernahm nur Ware, die für den So- Am 2. August waren 30 Jahre verstrichen, seit Ludwig Haas, der ausgezeichnete Parlamentarier, Redner, und Anwalt des Rechts gestorben ist, und noch ist in den demokratischen Kreisen, besonders Süddeutschlands, die Erinnerung an diesen aufrechten Mann die Zitrus - Pflanzungen , dass man auf dem gleichen Frucht tragen werden, darf.; te sich das Jahreseinkom- I men jedes Bauern in diesem | Gebiet auf 4200 bis 4500 IL steigern. I Die meisten Pflanzungen | im Lachisch-Gebiet waren erfolgreich; z. B. der Tomatenertrag stieg von durchschnittlich 3 auf fast 6 t pro Dunam. Die Felder der Siedlungen Nir Banim, Sde Mosche und Ejthan trugen sogar 12—15 t Tomaten pro Dunam. Die Gurkenernte wuchs von 1,5 auf 2,5—2,3 t pro Dunem, und in manchen Siedlungen sogar auf 4,5 t. Der Durchschnitt der Zukkerrübenemte stieg von 2,5 t auf 4,5—5 t je Dunam urd mancherorts sogar auf 7,5 t mit 18—20 % Zuckergehalt. Erdnüsse wurden vor zwei Jahren 250 kg pro Dunam geerntet, voriges Jahr 350 kg, j und manche Felder trugen j in diesem Jahr über 400 kg. i Die schönsten werden aus- 1 gewählt und exportiert, vor- | nehmlich nach England. Frankreich, der Schweiz und Deutschland. Kürzlich ging eine Probebestellung auch nach Polen. Die diesjährige Ernte wird doppelt so gross sein wie die vorige. Auch be? der Baumwollpflanzung sind HOTEL LACOntît^ Rio Ceballos Casilla Correo 34 Sierras de Córdoba Inh. LEO KAHN Boden nicht alljährlich die gleichen Pflanzen ziehen darf, sondern wechseln muss. Jetzt beginnen die guten Leute bereits, dem Rat der Instrukteure zu folgen, ihre Arbeit bereitwillig und mit wachsendem Verstandes zu leisten, und nur die Organisierung geeigneter Selbstverwaltung stösst immer noch auf grosse Schwierigkeiten. Das Siedlungsgebiet Lachisch wurde vielfach als Musterschule gewertet. So schickte z. B. Prof. Roche, [ Soziologe der Sorbonne, der das Land und diese Distrikte besucht hatte, seine Studenten, darunter viele, die aus den französischen Kolonien stammen, bever sie ihre Doktorarbeit verfassten, hierher, da er das Lachisch- Gebiet und seine Menschen als die idealen Studien-Olajekte bezeichnete. Die Siedler kommen im allgemeinen nicht ' aus idealistischen Gründen, finden sich trotzdem im Laufe der Jahre gut zurecht und erklären sich selbst als zufrieden. Wo eine Siedlung eine Rekordernte verzeichnen kann wie z. B. das Dorf Ejthan mit 10,030 kg Tomaten von ] einem Dunam, strahlt dieser; Erfolg gleich auf die Nach- | , barorte aus und spornt die J ¡Bauern zur Nacheiferung an. MARKT. UND KREDIT. PROBLEME fortverkauf auf den Märkten I lebendig, eine der re nsten bestimmt war, während und vornehmsten Persünlich- Ware, die eingelagert werkeiten der deidsc. en Dcmoden musste, immer noch wie kratie. Haas wurde am 16. bei der Tnuva gehandhabt April 1875 in Freiburg gevvurde. Ferner übernahm die I boren. Während seiner ju- Gesel'schaft nur von Sonnristischen Studien in Heitag bis Mittwoch, während delberg, Freiburg und Mün. Donnerstag, Freitag und I chen war er eines der pro- Sonnabend keine Produkte minentesten Mitglieder der übernommen wurden. Der! Deutsch-Jüdischen Studen- Prels wurde nach dem tenorganisation K. C. Seine Markterlös unter Abzug des Mankos berechnet. Die Regierung zog sich aus der Vermarktungs - Gesellschaft zurück und diese blieb unter dem neuen Namen „Nuv“ eine Partnerschaft zwischen der Jewish Agency und der Tnuva. Diese Gesellschaft übernimmt alle Agrarprodukte, auch politische Laufbahn b-gann, sobald er sich als Rechtsanwalt in Karlsruhe nieder gelassen hatte. Im Jahre 1908 wurde er in den S'.adtrat gewählt, um. 1912 wurde er Mitglied des deutschen Reichstags. Im Kriege stand er an der Front, erwarb frühzeitig im schweres Leiden, den Freunden früher erkennbar a;s ihm selbst, dem öffentüc ea Leben und seinen. Anwaitsberu.’. Die Demokratie war ic m nicht nur Sache des Gedankens, sondern des iebena.gan Mitfüiilens und Miterlebe .s. Er, der überzeugte Pazif st, trat leidenschaftlich mit kämpferischem Temperament für das Recht und le soziale Gerechtigkeit eia. Der Offizier aus dem ersten Weltkrieg stand auch im Reichshund jüdischer Frontsoldaten in der vordersten Front; an der Schaffung des Reichsbanners Schwarz-Rot- Gold, sowie an der Ausgestaltung und Erziehung der Reichswehr zu einem zuverlässigen Instrument der Republik, hat Ludwig Haas entscheidend mitgewirkt. Persönlich war ei von äusserster Bescheidenheit urd trat immer hinter der Sache zurück. General von Seeckt hätte ihn gern ah Wehrminister gesehen. Aus Gründen des Takts konnte Ludwig Haas sich jedoch n:cht entschlossen, dieser Anregung Folge zu leisten. „Ein Jude Schützengraben das Eiserne die zur Einlagerung be- | Kreuz II. und I. Klasse und stimmten, aussei Kartoffeln, 1 war während der letzten und die Industriepflanzen Zeit im Generalgouverne- ^_^ Zuckerrüben, BaumvCuüUe men't Warschau tätig. Nach; kann nicht Wehrminister und Erdnüsse. | der Revolution von 1918 trat sgjn*^ äusserte er. Begegnete In diesem Jahre wurden er in die provisorische rej man ihm im Reichstag, so im Lachisch-Gebiet 9 Scrj Publikamsche Regierung Ba-! hatte man den Eindruck, in tierhallen zur Uebernahme der Gemüselieferungen errichtet. die mit automatischen Wagen und Lauf bändern eingerichtet sind. Im vergangenen Jahr lieferte der Lachisgh-Distrikt 10.000 t G-emüse^in diesem Jahr in den ersten fünf Monaten bereits 5.500 t. Für seine Erdnüsse bekam! dens ein. Ais Staatsrat an der Spitze des badisc' en Innenministeriums sorgte er dafür, dass die Staatsumwälzung in seiner Heimat in ruhigen Formen verlief und Baden als erstes Land nach der Revolution sich eine republikanische Verfassung ge. ben konnte. Im Reichstag, dem er bis zu seinem Tode , ,, , , . ununterbrochen angehörte, der Siedler anfangs erst ein . , , . . _ T _“ hat er sich durch die Sach- EROEFFNUNG ZU SUKKOT ERSTKL. KOSCHERES HOTEL ¡ Jeder Komfort — Berge — Wasser — Sonne J GWWWMMWWWWWWWWHWWWVj Als die Siedler wegen der j Arbeitsmethode der „Tnuva” , verärgert waren, weil sie die Ware als Kommissionär )i übernahm, nach Verkauf MENU A LA CARTE ■ * j verrrechnete und erst nach ]! I längerer Zeit bezahlte, wur- Restauranl »Paso' Paso 452 (al fondo) — T. E. 87 9259;; Unter Aufsicht des Vaad Harabonim der Kehilia $ | MITTAGS, und ABENDTISCH * Anrichten von kleinen Festlichkeiten und Banketten DAUNENDECKEN - GARDINEN IMPORT. CHINTZ «nd VOILE BENNO DE LEVTE &R.L. T E. 76-4155 NÜR: ECHEVERRIA 2242 1 iMwiiftn! H. K0SENZWEIG TAILOR HENRY 11 < il Tucumón 563, piso 1 ¡ ( Neues Telefon: 32-0913 j1 Grüaate Auswahl i* tmp. Meeigea Síoííe* j j --r—rfflfiTi de von der Jewish Agency der Regierung und der Tnuva eine gemeinsame Vermarktungs-Gesellschaft ge- 300.000 Flüchtlinge in 40 Jahren Paris. — Wie in einem Communiqué des französischen Comités für das Weltflüchtlingsjahr mitgeteilt wurde, sind seit dem Jahre 1920 fast 300.000 jüdische Flüchtlinge in Frankreich aufgenommen worden. Eine grosse Anzahl jüdischer Flüchtlinge fand bereits vor dem Krieg in Frankreich Zuflucht. Unmittelbar nach der Suezkrise kamen sehr viele jüdische Flüchtlinge aus Aegypten nach Frankreich. 40.000 Flüchtlinge, darunter viele Juden, leben heute noch in französischem 'Lagern. (ITA) ¡halbes Jahr nach Abliefe- 'rung der Ware sein Geld,; inzwischen wurden aber Rej gelungen getroffen, die eine sofortge genaue Abrechnung (Exportqualität, zweite Wahl und Manko) und Ausstellung der Gutschriften ermöglichen; so-dass der Pflanzer jetzt bereits 48 Stunden nach der Ablieferung der Ware das Geld erhalten kann. Die Jewish Agency stellte den Siedlern aus ihrem Er- | gänzungsbudget zinsenfreie Kredite für Investitionen in Dünger. Wasser, Traktorenarbeit und Mittel zur Schäd- | lingsbekämpfurg zur Ver- (fügung. die dann von den j Einkünften abgezogen werden. Momentan wendet sie ihr Hauptaugenmerk Verbesserungen der Instruktion zu, hat in jeder Siedlung einen oder zwei Sonderräume eingerichtet, wo Instrukteure mit den Bauern zusammen das Pflanzungsprogramm für jedes Feld gesondert besprechen und allerlei Anregungen geben. In den ersten Jahren mussten die Instrukteure den Siedlern die Arbeit erst selbst zeigen und oft überhaupt einen Teil der Arbeit der Siedler verrichten, da diese nicht genug Interesse und Verständnis für ihre Wirtschaft hatten. Der Gesamteindruck der Fahrt durch die blühenden Siedlungen und der Gespräche mit den arbeitsfreudigen Menschen war: Der Lachisch-Distrikt hat aufgehört, ein Problem zu sein. lichkeit, den Ernst und den Humor seiner Reden weit über die Kreise der Deutschen Demokratischen Partei Beachtung verschafft. Ein unermüdlicher Arbeiter, war er zugleich ein Lebenskünstler von seltener Lebenslust. Als wir den Fünfzigjährigen feierten, rief er: ..Diese Jahre von 50 bis 60 will ich noch recht gemessen!” Es war ihm nicht heschieden. Im Anfang des Jahres 19°>0 entzog ihn ein Er wird sich in etnigen Jaheine höhere Klasse versetzt zu sein. Er war in der älteren Generation einer der wenigen, die auch bei der demokratischen Jugend immer Vertrauen und Gehör fanden. Dieser überzeugte Pazifist hatte in seinem ganzen Wesen etwas Soldatisches. Er war ein Kämpfer für den Frieden. Schon vor dem Ersten Weltkrieg hatte er ia enger Verbindung mit Friedrich Naumann und Ludwig Frank für eine deutschfranzösische Verständigung gestritten, und in seiner Eigenschaft als Parlamentarier sowie als führendes Mitglied des Central-Vereins focht ec unerschrocken für Völkerversöhnung und den Friedensgedanken. Ludwig Haas ist zu früh gestorben. Trotz des Leides und der Enttäuschung, die die unmittelbar bevorstehenden Ereignisse auch ihm bereitet hätten, hätte er ren selbständig erhalten noch Grosses leisten können, und auf die Hilfe der In- Er wird allen denen, die stitution verzichten können, ihm begegneten, unvergess- — wenn nicht irgendwelche lieh bleiben, störende Komplikationen eintreten und sich alles weiter ungehindert entwickelt. Ernst Feder (Aus AIR-Information) Seguros Schoülaeoder Versicherungen jeder Art — JUNCAL 2170 T.Ej 82-1732 Gratulieren Sie Ihren Verwandten und Freunden in Amerika, Israel und Europa zu Rosch Haschonoh mit einer nz) & rw Glückwunsch - Anzeige in der Jüdischen Wochenschau LA SEMANA ISRAELITA Die SONDERNUMMER erscheint am MITTWOCH, den 21. September 1960. Telefonische Bestellungen unter T. E. 83 - 2613 und 80 - 6930