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Jüdische Wochenschau · 1960-09-06 · 1810 (6.9.1960) · p. Seite 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1810 (6.9.1960)
Date
1960-09-06
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Maries. 6 de Septiembre de I960 L A SEMANA ISRAELITA Moderne Pilger im Heiligen Land Tausende von Touristen besuchen Israel jedes Jahr und erfreuen sich der Annehmlichkeiten, die im wesentlichen nicht von denen eines anderen Sommeraufenthaltes abweichen. Aber es gibt noch eine andere Art von Besuchern in Israel, die in ein gewöhnliches Schema schwer einzugliedern sind. Um eine wirkliche Parallele dafür zu finden, muss man weit in die jüdische Geschichte zurückgehen, als Jerusalem und das Heilige ILand noch das Zentrum der religiösen Pilgerschaft und des jüdischen Lernens bildeten, als der Tempel in all seinem Glanz erstrahlte oder als das Patriarchat der Nachtempelzeiten für die gesamte Judenheit gesetzgebend war. Jedes Jahr mit dem Beginn des Sommers herrscht in der „Abteilung für Torah-Erziehung in der Diaspora“ der Jewish Agency in Jerusalem eine besonders fieberhafte Tätigkeit. Beamte prüfen eifrig die letzten Pakete mit Fragebogen; diese sind, ordnungsgemäss ausgefüllt, eingereicht worden, versehen mit Photographien und ärztlichen Zeugnissen der Kandidaten, die sich um die Teilnahme an der jährlich stattfindenden Pilgerfahrt zu Studien im Lande bewerben. Planung des Aufenthalts und der Vorträge ist bereits von der Abteilung festgelegt. Die Fragebogen kommen aus den verschiedensten Ländern der Diaspora: aus Europa, Amerika, der Türkei ■und Persien und werden von jüdischen Lehrern und Rabbinern eingereicht, die ihre Sommerferien zu einer Pilgerfahrt nach Israel verwenden wollen, um dabei auch gleichzeitig etwas von den geistigen Schätzen und der Technik des Unterrichts in sich aufzunehmen, die Israel ihnen bietet. Diese Pilger und die verschiedenen Programme für sie spiegeln das vielfarbige Spektrum des Lebens in der Diaspora wider. Zunächst sind da Rabbiner und Lehrer aus Nordamerika — jenem pulsierenden und materiell reichen Zentrum jüdischen Lebens. Aber obwohl durch Beteiligung der Jewish Agency an den Kosten der Ausflug bedeutend verbilligt ist, sind die durch die weite Entfernung erforderlichen Flugzeugkosten und der vier Wochen währende Aufenthalt in Israel doch so teuer, dass viele der Teilnehmer jahrelang dafür sparen müssen. Die meiste Zeit wird zu Standard angepasst ist: sie Führungen duren das Land von Dan bis Beer Schewa benutzt, wobei die Teilnehmer Gelegenheit haben, jede Form der Siedlung und Gemeinschaft sowie besonders die erzieherischen, religiösen und Wohlfahrts- Probleme kennen zu lernen. Ausserdem hören sie auch Erklärungen israelischer Erzieher über die neueste Technik des Unterrichts im Hebräischen und in der Vermittlung der Judentumskunde; sie sprechen mit führenden israelischen Persönlichkeiten aller Schichten und mit Rabbinern des Landes. Ihr vierwöchentlicher Aufenthalt konzentrierter Besichtigung des Landes, Studiums und Unterhaltung bildet eine feste Brücke zwischen Israel und der Diaspora. Sie kehren in ihre Gemeinden mit tieferen Kenntnissen der Probleme von Aryeh Newman und Leistungen ihres Heimatlandes zurück und können das, was sie gesehen haben, fundiert weitergeben. Aehnlich aber doch verschieden sind die Studienpilgerfahrten oder „Seminare“, an denen jüdische Lehrer aus der „unterprivilegierten” Diaspora teilnehmen, die niemals in der Lage sein würden, auch nur das Reisegeld zu ersparen, geschweige denn ihren Aufenthalt zu finanzieren. Hier springen die Jewish Agency sowie israelische und andere jüdische Weltorganisationen zu dem ausgesprochenen ZWeck ein, den Standard des jüdischen Unterrichts in jenen Ländern zu heben. Dieses Jahr besuchen über ein Dutzend jüdische Lehrer von dem Erziehungsnetz jüdischer Schulen in Persien ‘Otzard Hatora“ ein Zweimonats-Seminar in Israel. Für sie wird ein Minimum an Ausflügen und ein Maximum an Kursen zusammengestellt. Es ist wichtig, dass sie ihre altmodischen Lehrmethoden modernisieren und in die Welt der Pädagogik und Hygiene des 20. Jahrhunderts eingeführt werden. Israelische Lehrer vermitteln ihnen in den Ferien eine Dosis konzentrierten Studiums, die ihrem Standard angepasst ist: sie verbessern das Hebräisch und den Stil der Teilnehmer wo es nötig ist, und unterweisen sie in der Aufstellung eines Lehrplans. Nicht etwa, dass es sich bei ihnen um Ignoranten handelt. Mancher Lehrer der westlichen Diaspora würde stolz auf ihr traditionelles jüdisches Wissen sein. Einer der Kandidaten, der ISRAEL - BRIEFMARKEN AN WIEDER VERKAEUFER — ALLE NEUAUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS ,,, Agencia Filatélica oficial f del Estado de Israel, || VIAMONTE 550, I/B — Buenos Aires, Rep Argentina J AA MM A AAAAAAAAAAAAA A AAMA A AAM AAA A A A A A A A. WlüfBLÍS _ WaWinuinív JETZT AUCH IN BELGRANO CABILDO 774 an der Fed. Lacroze im Zentrum: SARMIENTO 1147 j: Restaur Restaurant »Paso Paso 452 (al fondo) — T. E. 87-9259]: Unter Aufsicht des Vaad Hara/bonira der Kchilla * MITTAGS, und ABENDTISCH Anrichten von kleinen Festlichkeiten und Banketten t ■ '«' »i Oi »■ S AUTO - REPARATUR . WERKSTATT1 BENO“! MWW ir^t. BEÑO HUT8CHNECKER CONSTITUYENTES mt (Ecke Monroe) T. E. St * 220S Leiter einer Talmud-Tora- Schule, verzeichnet bei seiner Bewerbung mit Stolz, dass er der Kompilator eines persisch.hebräischen Lexikons ist, das 18.000 Worte und 50.000 Definitionen enthält. Aber sie lernen auch Geographie und Geschichte Israels und können so ihre Theorien mit ihren jetzigen Beobachtungen in Einklang bringen. Sie werden israelische Schulen besuchen und mit anderen hier lebenden persischen Juden Zusammentreffen. Zwischen den beiden bisher erwähnten Extremen liegt das Seminar für europäische Lehrer, hauptsächlich aus Frankreich und Holland, deren Aufenthalt mehr dem Studium als Ausflügen gewidmet ist. Ihr Standard und ihre Bedürfnisse sind aber wiederum verschieden von denen ihrer nordamerikanischen und persischen Kollegen, abgesehen von den Sprachunterschieden. Aber soweit wie tunlieh wird Verschiedenes gemeinsam arrangiert. Immerhin sind sie ja alle, ausser dass sie Juden sind, Mitglieder einer grossen Fami‘ Üe und arbeiten an einer gemeinsamen Sache, nämlich an der Vertiefung des Glaubens und der Verbreitung der hebräischen Sprache. In diesem sich ständig vergrössernden geistigen Verkehr zwischen Israel und der Diaspora ist die Wichtigkeit des Hebräischen als Grundlage jüdischer Tradition und als universelle Sprache der Judenheit deutlicher erkennbar als je. Der Rabbiner und Lehrer, der zum Studium kommt, fühlt den direkten Einfluss der lebenden, gesprochenen Sprache und des vollen jüdischen Lebens, und er erachtet es als seine Pflicht, diese nach Rückkehr seiner Gemeinde oder seinen Schülern — jung oder alt — zu vermitteln. Einst war der jüdische Farmer verpflichtet, ein Zehntel seines Ertrages nach Jerusalem zu bringen und dreimal jährlich eine Pilgerfahrt zum Tempel zu unternehmen, sodass er nach den Worten der Bibel „lernt, Gott deinen Herrn zu fürchten.“ In gewisser Hinsicht erfüllen diese Seminare, Pilger- oder Studienfahrten, oder wie immer man sie bezeichnen will, die gleiche Aufgabe, d. h. die Diaspora mit Israel zu verbinden und diejenigen, die an ihnen teilnehmen, zu besseren Juden,-Lehrern und Rabbinern zu erziehen. Schüler pflegen \ jüdische Gräber Giessen. — Eine Giessener Schulklasse hat beschlossen, 32 jüdische Gräber auf dem ’ giessendr" Friedhof zu plle-4' gen. Die 12- bis 13jährigen Schüler haben die Anregung dazu im Sozialkunde-Unterricht erhalten. Mit der Pflege der jüdischen Gräber wollen die Kinder ein Beispiel des guten Willens geben. (AWZ) Statistik aus Kanada Ontario. — Nach einer offiziellen Statistik der Regierung heiraten etwa 72 Prozent der Bevölkerung innerhalb ihrer Glaubensgemeinschaften. Im Jahre 1957 betrug die Zahl der rein jüdischen Ehen 93 Prozent, der römischen Katholiken 88 % und der Mitglieder der Vereinten Kirche 63 Prozent. In Ontario haben 707 jüdische Männer im Jahre 1958 gehei- ratet, davon 79 Nichtjüdinnen, das sind 11 Prozent. Etwa 7 Prozent der jüdischen Frauen, die geheiratet haben, wählten nichtjüdische Männer. Nach der ersten Quartnls- . Statistik des Einwanderungsamtes sihd in. den ersten dreii Monaten dieses Jahres 528 Juden nach Kanada einge-\ wandert, im letzten Jahr' waren es in der gleichen Zeit 324. Von diesen 523 ga: ben 360 als ihren letzten Wohnsitz Israel an. (AWZ) •> 11 LA ro#öfc LA FORESTA-# Viele Gründe sprechen für Carlton-Kleidung! 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