Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1960-09-02 · 1809 (2.9.1960) · p. Seite 4

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1809 (2.9.1960)
Date
1960-09-02
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/9616703-9611224-9611808--0690-9611812
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

12 entity mentions

4 — Viernes, 2 de Septiembre de 1960 LA" SEMANA ISRAELITA Año XXI. — No. 1600 MUSIK IN BUENOS AIRES "ANDREA CHENIER" IM COLON 64 Lenze hat die Zuckerwasse. -Oper von Rumberto Giordano erlebt. Die Musik dieses Opern - Machwerkes ist völlig unoriginell und be. sitzt viel, sehr viel Fremdes und fast gar nichts Eigenes. Mit Recht gerät sie mehr und mehr in Vergessenheit, und so wollen wir denn hoffen, von ihr auf viele Jahre verschont zu bleiben. Das Teatro Colon hat ein aussergewühnliches Ensemble auf die Deine gestellt, um zu retten, wa. leider von Natur aus auf verlorenem Posten stand: Musik und Handlung. Dem ausgezeichneten italienischen Dirigenten Fernando Previtali, der dem Kontakt zwischen Graben und Brettern stets aufrecht erhielt und, wie schon bei Verdis „Macht des Schicksals“ auf zündende Tempi achtete, ist es zu verdanken, dass der musikalische Ablauf reibungslos und freundlich vor sich ging. L'eutichei ^necLtet Montag, 12. September, 21 Uhr im Teatro Odeon Nächste Premiere WAS IHR WOLLT" Das unsterbliche Lustspiel von W. SHAKESPEARE Regie: JACQUES ARNDT mit Bruno Arno Maria Böhmberger Tosca Dohnke Karl Ewald Renate Garden Gert Haucke Rolf Mölders Frank Nelson Victor Parlaghi Hans Peters Max Wächter u. a. Eintrittskarten: an der Theaterkasse ESMERALDA 367, T. E. 45-3591 werktags von 10—12 und von 15—20 Uhr Wieder war das Hauptverdienst auf das Konto des Regisseurs Ernst Poettgen zu buchen, der sich drei langweilige Akte lang mit den völlig veralteten Bühnen' ldern herumschlagen musste, nur Unwesentliches daran verbessern konnte und lediglich das letzte Bild nach einer ganz hervorragenden Zeichnung Paul Walters (Mannheim) hersteilen lassen durfte. Zu gross war hier die Divergenz zwischen Altem und Neuem, als dass sie nicht auch dem Laien hätte in. Auge fallen müssen. Nichtsdestoweniger zeigte gerade hier das Genie Poettgens, dass es lediglich auf das „savoir faire“ ankommt. Grossartige Massenbewegungen des von Tuliio Boni wie stets vorbildlich vorbereiteten Chors, vorzügliche Ausleuchtungen und unzählige positive Details vermochten tatsächlich, zeitweise das Auditorium über die Mängel des Werkes und seiner vergilbten Kulissen hinwegzutäuschen. Richard Tucker war ein mit hinreissendem Tenor I und süssem Schmelz singender Andrea Chenier, dem Ovationen dargebracht wurden, wie sie unser Musen- I tempel nur selten erleben! durfte. Der Bariton Mario Sereni lieh seine pracht- 1 volle sonore Stimme dem Charles Gérard, und Lucille Udivick war eine vorbildlich singende und darstellende Madeleine de Goigny. Von den einheimischen Kräften sei besonders Nino Falzetti als „Incroyable“ gelobt, während die übrigen Vokalisten sich mit ihren kleinen Rollen abfanden. Orchester und Ballet (Antonio Truyol) ohne Fehl. Das Publikum raste. "ARCHI DI MILANO” IN ASOCIACION WAGNERI ANA Das Mailänder Streichorchester, das unter Leitung seines Dirigenten Michelangelo Abbado steht, machte uns zum ersten Mal seine Aufwartung. Die Vereinigung erweckt den Eindruck eines recht akademischen Konservatorium. Orchesters, welches gute Disziplin und recht wenig Initiative aufweist. Die Gesamtleitung ist als durchaus positiv und zufriedenstellend, aber nicht als fehlerlos oder etwas Aussergewöhnliches zu werten. Es wurde mit solidem Kriterium, aber mehr als einmal ohne rechten Schwung musiziert. Als beste Leistung des BOLOGNE SUR MER 547 T. E. 68-9420 é <> <» < * o FUNCIONES DIARIAS A LAS 22 HORAS SABADOS Y DOMINGOS A LAS 18 Y 22 HORAS <, VUELVE i; “El Galpón" de Montevideo!; con El Burgués Gentilhombre de MOLIERE ISRAEL ■ BRIEFMARKEN AN WIEDER VERKAEUFER _ ALLE NEUAUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIAMONTE 558, I/B — Bumos Aire*, Rep. Argenta* Konzerts ist zweifellos das Konzert f-moll für Klavier und Orchester von Johann Seb, Bach zu werten, dessen Solopart von dem glänzenden Pianisten Ottavio Minola untadelig betreut wurde. Des weiteren hörten wir Werke von Pietro Locatelli, Francesco Antonio Bonporti, Antonio Vivaldi, Leonardo Leo (sämtlich Zeitgenossen von Bach), und die reizende Sonate c-dui von Rossini in der Castella’schen Bearbeitung. Die jugendlichen und mit Enthusiasmus musizierenden Künstler fanden ein sehr beifallsfreudiges Publikum. "DIE KUNST DER FUGE" IN "AMIGOS DE LA MUSICA" Die Wiederaufführung dieses klassischen, von Johann Sebastian Bach als theoretisches Opus konzipiertes und erst seit knapp 40 Jahren in den Konzertsälen zu hörendes Werk wurde in der tiefstes kontrapunktliches Wissen und Können verratenden Bearbeitung von Guillermo Graetzer, des unter uns weilenden jüdischen Komponisten und Musikwissenschaftlers, geboten. Das Wiedererscheinen des lange abwesenden Dirigenten Felix Prohaska, dessen Taktstock uns schon manchen Genuss vermittelt hat, traf mit der “Kunst der Fuge” glücklicherweise zusammen, sodass er kein besseres Rentrée haben konnte. Die beinahe als abstrakt zu bezeichnende Komposition wurde unter Prohaskas Leitung und dem ganz grossartig sich in die Tiefen dieser Musik versenkenden Orchesters der Gesellschaft vorbildlich und. mit grosser Reife musiziert. Die Aufführung gereichte den “Amigos”, ihren Ausübenden und dem grossen Beifall spendenden Auditorium gleichermassen zur Ehre. FUCHS-MATTAUCH IN "JUVENTUDES MUSI. CALES DE LA ARGENTINA" Wenig wird bei uns das Lied gehört, doch unter diesen Wenigen begegnen wir — leider viel zu selten — zwei Künstlern, die beide unserem Kreis angehören und gerade dieses Genre so vorbildlich pflegen: der Sopranistin Hilde Mattauch mit Theodor Fuchs am Flügel, dessen Wirken jedesmal den herkömmlichen Rah. men des Begleiters sprengt, sodass er zum einfühlenden, kongenialen Mitarbeiter wird. Das dreiteilige Programm bot einen Querschnitt durch das Lied-Schaffen. Vom 13. Jahrhundert ausgehend (Thibaut de Champagne), und über Scarlatti, Schütz und Mozart (entzückendes „Veilchen“) zu Schubert, Mendelssohn, Schumann, Brahms, Hugo Wolf, Gustav Mahler und Richard Strauss gleitend führte es zu zeitgenössischen Tonsetzern. Jede einzelne der Darbietungen wurde stilgerecht musiziert, und ohne anderem Abbruch tun zu wollen, seien besonders Schuberts „Wanderers Nachtlied“, Mahlers „Um schlimme Kinder artig zu machen“ (aus „Des Knaben Wunderhorn”) und Benjamin Brittens “Quand j’étais chez mon père” hervorgehoben. Hilde Mattauch und Theodor Fuchs wurden jedesmal Gegenstand sehr freundlichen Applauses und mussten sich zu mehreren Zugaben verstehen. Stipendien für Afro-Asiaten Jerusalem. — Israel wird im kommenden Jahr an afro-asiatische Studenten tausend Stipendien zum Studium in Israel erteilen, wie Aussenminister Golda Meir bei einem Bankett bekanntgab, das Ministerpräsident Ben Gurion für die Delegierten zur kürzlich beendeten Internationalen Konferenz in Rechowot veranstaltete. Gegenwärtig befinden sich 450 Afro-Asiaten mit solchen Stipendien in Israel. Frau Meir erwähnte die Landwirtschaft, die Erziehung und das System der Gemeinschaftssiedlungen als Gebiete, für die Israel Stipendien geben wLd. Gleichzeitig enthüllte sie, dass Israel Sonderkurse von einem Jahr zur Ausbildung ven Vorarbeitern in der metallurgischen Industrie und Tischlerei einrichten wird. Bei dem Bankett waren mehrere hundert Gäste anwesend. Delegierte aus Afrika, dem Fernen Osten, Ost europa, den Vereinigten Staaten und Lateinamerika ergriffen das Wort. (ITA) /liie’í allí cha Aoihan Park in Jerusalem Frau Miriam Sacher, die Ehefrau des bekannten englischen Zioniste.. Harry Sa che,, hat 20.000 £ zu einem Park im Rechavja-Tal in Jerusalem beigetragen. Es wurde bereits mit der Anlage begonnen. Der Stadtverwaltung wird die Unterhaltung des Parks übertragen. Jüdischer Dokumentarium Im Bildfunk in Amsterdam lief ein jüdischer Dokumentarfilm über die Ge schichte einer jüdischen Familie und die Wirkungen, die zwei Weltkriege auf ihr Leben hatten. Die Aufnah men wurden in Amsterdam. Wien und Jerusalem gemacht. Erster Preis Der Architekt Rudoif Neutra (Los Angeles) erhielt in einem Preisausschreiben für das Stadttheater Düsseldorf den ersten Preis. Bet Din für Ehefragen Die grösste orthodoxe rabbinische Organisation Amerikas, der Rabbinische Rat Amerikas, hat die Errichtung eines Ben Din angekün. digt, der sich mit Eheschliessung und Familienproblemen befassen soll. Der Bet Din soll der halachischen Teatro Colón Sábado 3, a las 17 hs. Función Extraordinaria letra ‘G\ Con los auspicios del Teatro Colón, Mozarteum Argentino y Orquesta Sinfónica Nacional. Segunda presentación del Maestro Igor Stravinsky Programa: Sinfonía para instrumentos de viento, Stravinsky; Fragmentos de “Lu lú”, Alban Berg. Director de Orquesta: Robert Kraft. 2a. parte: Escenas de Ballet y Suite de “Petrouchka”, Stravinsky, con la dirección del autor. — Platea $ 500.—. Saldo de localidades en venta. Sábado 3, a las 21 horas. Función Extraordinaria No. 46 (Popularísima de extensión cultural). Ultima representación de “Andrea Chenier”, de Giordano. Con: OIvis, Udovicki, Sereni, Cetera. Negroni, Igarzábal, Felzetti. Ferracani, Catena, Giusti, De Matthaeis, Gagliardo, Boschetti, Fóscolo, Verazzi. Bailes: Prina, Tarsi, Carli, Del Busto, Cofone, Nevich. Director de Orquesta: Fernando Previtali. Regisseur: E. Poettgen. Director del Coro: T Boni. Coreografía: A. Truyol. Escenografía: Ortolani-Walter. Director TécnL co: T. Capobianco. Orquesta y Coro y Cuerpo de Baile Estables del T. Colón. j Abteilung unterstellt werden, an deren Spitze Raw Soloweitschik und Dr. Sa- ,muel Belkin steren. Rabbi Joseph Weiss wird als Sekretär walten. Die Mittel wurden von Gustav Stern zur Verfügung gestellt. — Der Bet Din ist als Beratungsstelle für Rabbiner und als zentrales Register gedacht. Sieff-Lehrstuhl Die Errichtung eines Rebekka und Israel Sieff-Lehr-; Stuhls für organische Che. ' mie am Weizmann-Institut wurde in einer Sitzung der Exekutive von Meyer Weisgal verkündet. Anwesend j waren ausser Dr. Nachum ' Goldmann, der britische i Botschafter und Mitglieder ' der Sieff-Marks - Familien. Abba Eban führte den Vor- , sitz. Der' erste Inhaber des i Lehrstuhls wird Professor Frank Sondheimer, Leiter der Abteilung für Organijsche Chemie, Israelpreisträ- I ger 1960.! Verleihung eines Preises Der bekannte, aus Edinburgh stammende israelische Augenarzt Professor Isaac Ch. Michaelsons erhielt den Preis des Britain Humanitarian Trust in der Höhe von 5.000 Pfund Sterling für seine Studien in Biochemie der Augenphysiologie und -Pathologie. Professor Michaelson war in diesem Jahr auch Israel-Preisträger. Neue Bücher Jismach Jisraei von Rah. biner Dr. Litvin, London 1959. Das Buch von Rabbiner Dr. Litvin hat sich die Aufgabe gestellt, alle die Stellen aus dem Talmud und Midrasch zusammenzustellen und zu erklären, die die Liebe zu Israel und dem jüdischen Volk behandeln. Dr. Litvin betont, dass es die religiöse Pflicht eines jeden Juden ist, den Staat Israel zu unterstützen, tjenn er auch mit manchen Dingen nicht einverstanden sei. In interessanten Darlegungen zeigt der Verfasser, dass das jüdische Recht auf der Liebe zu jedem einzelnen Juden beruht. In einigen Abschnitten des Buches werden die Pflichten behandelt, die der Jude gegenüber seinen in Not befindlichen Brüdern hat. Betont wird z. B. die Notwendigkeit des Kranken, besuches und der Hilfe für die Armen. Die Haltung der grossen Rabbiner zum Antisemitismus wird ausführlich erläutert. Das Werk ist vom Oberrabbiner Englands, Dr. Brodie, aufs wärmste empfohlen worden. Dr. C. Vogel ,,Paradies und Feuerofen” in Israel Tel Aviv. — Die israelische Regierung hat den deutschen Dokumentarfilm über den Staat Israel „Paradies und Feutrofen” zur Aufführung freigegeben. (AWZ) Sieben Schüler nach Israel München. — Sieben Schüler der Staatlichen Oberreal, schule Hohenschwangau bei München beabsichtigen, in ihren diesjährigen Sommerferien nach Israel zu fahren, wozu ihnen die Stadt München einen Reisekcstenzuschuss in Höhe von 7.000 DM zur Verfügung gestellt bat. Die noch fehlenden Mittel, 400 DM, müssen die Jugendlichen selbst aufbringen Die Schüler werdfn die ersten Wochen ihres Aufenthaltes in Israel in ei rem Kibbuz verbringen und anschlie. ssend eine Besechtigungsfahrt durch das L,and unternehmen. (AWZ) MIGUEL ROZENEK RITA ROZENEK geb. SPIEGEL VERMAEHLTE Larrea 306, 5° z. Zt. auf Reisen ..««mm—wiawwamv MAX UNGAR EVA UNGAR, geb. KAHAN VERMAEHLTE Sarmiento 2526 Vidal 1718 Die Trauung findet s. G. w. Sonntag, den 4. September, um 17 Uhr in der Synagoge Moldes 2449 statt. STATT KARTEN Für die überaus zahlreichen Aufmerksamkeiten anlässlich meines 80. GEBURTSTAGES sage ich allen Verwandten, Freunden und Bekannten meinen herzlichsten Dank. Gustav Tobias Chile 942

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.