Mannheim
Compact Memory

Jüdische Wochenschau · 1960-08-23 · 1806 (23.8.1960) · p. Seite 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1806 (23.8.1960)
Date
1960-08-23
Page
Seite 5 (sequence 5)
Language
German, Spanish
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/9616703-9611224-9611781--0664-9611786
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

PR und KUNST Von HAlvi MASS vwh*111816' sein Gewissen nicht unter- 6f bedrücken zu lassen. Er veröfanintf611 fentlichte getreu seiner trefford sten Ueberzeugung sein t)asen*ar’ Buch und enthüllte die Tat- 2u Sachen, mit dem Erfolg, dass iziDVerIaS' das Buctl zwar verboten jU(i UDii wurde, aber einen Aufruhr > wo ihn hervorrief und die öffentli- ' Warti“e,i che Meinung der gesamten »- freien westlichen Welt von en _ nach der ansteckenden Tendenz '' Bereits befreite, Vergangenes begra- , en” ®'nE ben sein zu lassen. v°a Mikra. ^umenten -°a wir die E.nleitung zu;Btnorde an seiner „Geissei des Haken- Judenheit kreuzes” kannten, waren i von jad wir davon überzeugt, dass ,s massge Lord Russell, anscheinend die Dokudie Personifizierung des Na- BveifeUos zi'Hasses, messen antideutels mensch. schen Gefühle ihn bis zum l. offenen Konflikt mit einer die Nazi- Regierung geführt hatten, wird eine seine antidei.tsche Haltung iliehe Be. beibehalten habe. Hintergrun- Aber als wir ihn auf der vorstehende schattigen Gartenterrasse des i bilden” King David-Hotels trafen, Lissell. ,jch von wo aus man die Altstadt e, dass es un<H das Hinnomtal überer Gerechblicken konnte, machte dieses in Je. ser lebhafte Streiter einen i, trotz alvöllig anderen Eindruck. Es Redete:en scheint, dass Wahrheit oft erichtsbar’ vielseitig ist. •Regierung „Ich kam vor einem Monat aus Deutschland nach zweiwöchentlichem Aufenthalt dort iel optimistischer zurück, ais ich jemals ge- Beispiele, glaubt hätte”, erklärte er. nd die dy- „Es werden ungeheure Ändert des ge strengungen gemacht, um tes bewei. die deutsche Jugend umzuissells Antierziehen, die sich der Taten Zu einer der Eltern schämt und es ■rsuchte, das nicht verstehen kann, wie ie Grausamdie Eltern sich von der :is vergessen wahnwitzigen Nazipsychose s dieser muhinreissen lassen konnten, t vor, sein welche die Welt in Flamstent Judge men setzte. Die grosse Majoal'', eine der rität der Deutschen bereut ionen im Zi. aufrichtig und ist sich ihrer igeben und nationalen Schuld dem jüdi- _i sehen Volk gegenüber in vollem Ausmass bewusst, salem eingra- Professor Carlo Schmidt, e Hauptsorge ¿[er sozialdemokratische Fürder Bewohrer, sagte zu Lord Russell: igen Landes, „es gibt keine Neonazis in ¡tand stets im Deutschland, sogar wenn sie ines Dental sich selbst mit diesem Nalauptziel seimen bezeichnen. Sie sind,;eo, um den französischen Ausing von Bit druck zu gebrauchen, ,des luien von Sir vieux Naz-is' — alte Nazis, ir,'ist jetzt in sowohl dem Alter wie dem ien Synagoge Ausblick nach.” Für Carlo ausgestellt (in -—. - Schmidt ist die Kontroverse, ob sechs Millionen oder „nui" vier Millionen Juden in diesem Kriege systematisch in den To.j. getrieben wurden, unwesentlich. Wichtig ist, ob derr. Völkermord ein Mensch oder kein Mensch mm Opfer gefallen ist. DER LITEHAT In der Zeit zwischen seinem letzten Besuch in Israel Im Jahre 1906 und dem jetzigen wirkte Lord Russell unermüdlich publizistisch. Nach seinem Buch „Die Geissel des Hakenkreuzes” schrieb er fünf andere Bücher, von denen bereits vier veröffentlicht worden sind und das fünfte sich im Druck befindet. Obgleich diese Werke nicht die grosse öffentliche Aufmerksamkeit erregten wie „Die Geissei des Hakenkreuzes”, von dem 17 englische Ausgaben und 16 Uebersetzungen in fremde Sprachen erschienen sind, zogen sie doch das Interesse der intellektuellen Kreise der ganzen Welt an, besonders der Juristen. „Der Himmel fällt” ist eine Besprechung berühmter englischer Gerichtsprozesse. ,JDie Ritter von Bushido” ist ein Buch, das die Kriegsverbrechen der Japaner behandelt, von einem ähnlichen Gesichtspunkt aus geschrieben wie die „Geisse!”. „Wenn ich dein vergesse” ist die Geschichte der zionistischen Bewegung von Herzls Zeiten bis zur Errichtung des Staates Israel. Zwei frühere Werke sind Autobiographien, die Lord Russells Anteil am britischen Gerichtswesen behandeln. In Israel hat fast jeder Einwohner das ausgesprochene Gefühl, eine Rolle bei der Errichtung des Staates gespielt zu haben. Die Aelteren standen während der arabischen Unruhen auf Wacht und kämpften im Befreiungskrieg gegen eine überwältigende Mehrheit; die neuen Einwanderer halfen bei der Ankurbelung der Wirtschaft in den ersten Jahren des Bestehens des Staates; sogar der zeitweilige Tourist, dessen Spenden dazu benutzt wurden, um ein Entwicklungsprojekt zu finanzieren, das jetzt blüht, sie alle haben ein Körnchen rer von einer gestickter Todem Jekre irt ist). Hier ti der kleinen leinde Medailk mit Lehen Auf' in *r die ’ Sir Moses ni (reffend zusamt isci*e t uidluíí MAC#0; Beberse»1 I ¿hkar» [JÜtSfrt 1 ADRIANA BEATRICE MARSHALL begrüsst ihre Eltern, Grosseitem und Urgrosseltern. r Z. Zt. Instituto de Obstetricia Estomba 2580, IV. B. Cangalo 2275 1 ,rnipLnin:r_._^ -------- JOSE KOMLOS VERA GRACE KOMLOS, geb. Neumann VERMAEHLTE Trauung: Sonnabend, den 27. August 1960, um 20 Uhr 30 in der Leo Baeek-Synagoge, Vidal 2049. Obligaöo 1119, le C. MUSIK IN BUENOS AIRES „DIE MACHT DES SCHICKSALS” IM COLON Verdis Belcanto-Opci' "La For'.;-« del Destino" gehört zu jenen melodiösen, leicht ins Ohr eingänglichen und mit viel süsslichem Zubehör versehenen Opern, die seit einem Jahrhundert die Liebhaber jenes Genre begeistern. In einem lateinischen Land wie derr, unse. ren ist es ein gewagtes Unterfangen, den Versuch zu unternehmen, die „Forza“ ihres „Schmachtfetzen“- Makels zu en.kleioen und in ein hochdramatisches, zeitnahes und vibrierendes Gewand zu hüllen. Zwei grosse Künstler haben das /erdienst erworben, dieses Unternehmen erfo greich durchgeführt zu haben. Der für uns neue, jedoch längst im Brennpunkt des internationalen Musiklebens stehende italienische Dirigent Fernando Previtali kann den Anspruch darauf erheben, die musikalische Renaissance dieser Oper mu .g durchgeführt zu haben. Er entblösste die Partitur jeglicher billigen Effekte und leitete das Musikwerk mit Verve, nicht alltäglicher Autorität und einem ausgesprochenen Spürsinn für Kontraste und Dramatik, die ihm bereits den Erfolg seines Debuts nach der zündenden Ouvertüre durch frenetischen Beifall sicherte. Mit kundiger Hand leitete er Sänger Chor und das an seine besten Zeiten gemahnende Colon - Orchester. Ihm, zusammen mit dem uns bereits bekannten Regisseur Ernst Poettgen — vor zwei Jahren durften wir ihm das Zeugnis eines ungewöhnlichen „Fidelio“, eines umstürzlerischen „Wozzcck“ und eines revolutionären „Consul'* ausstellen — gebührt der Löwenanteil an dieser wundervollen, einzigartigen Aufführung der italienischen Oper, wie wir sie kaum je erlebt haben dürften. Poettgen griff auch d;esmal revolutionär durch; er verzichtete auf alles Traditionelle und lehrte uns, dass man auch auf der viel geschmähten veralteten Colön- Btihne „alles“ machen kann, wenn man Intelligenz und künstlerischen Spürsinn hat. Die von ihm selbst mitgebrachten und hier ausgeführten Bühnenbilder und Kostüme des mannheimer Künstlers Paul Walter gaben ihm die Möglichkeit zur vollen Entfaltung seiner wohl einmaligen Fähigkeiten. Poettgen vermied eifersüchtig alles Statische. Seine Figuren leben ihr, leben unser Leben. Es gibt keinen Kitsch, kein:; Pose, alles ist Sand zum Aufbau des Staates beigetragen. Lord Russells Anteil, dem Volk Israel Achtung zu verschaffen zu einer Zeit, als es mehr denn je auf Verständnis und Sympathie der angelsächsischen Welt angewiesen war, ist unübertroffen. Dadurch, dass er der englisch sprechenden Welt und vielen anderen Nationen, in deren Sprache 3ein Buch übersetzt wurde, die Augen öffnete über die historische Ungerechtigkeit, der das jüdische Volk unter dem Nazijoch ausgesetzt war, hat er den Anspruch der jungen Nation auf internationale Anerkennung gestärkt, damit sich eine Tragödie wie die des 2. Welt, krieges nicht wiederholen kann. echt, ist dem Leben erlauscht und entnommen. Dazu kommt sein untrüglicher Instinkt für Licht, Farben und Massenszenen, sodass man sich in den S/enen der Schenke und dem ..Rataplán:' in Broughelsche Bilder versetzt glaubt. Der von Tullio Boni mustergültig vorbereitete Colón.Chor — wir müssen ihn heute zuerst erwähnen — fügte sich in bewunderungswürdiger Musikalität und Duktilität den Angaben seiner Führer und trug seinerseits ausserordentlich viel zum Erfolg der denkwürdigen Aufführung bei, deren Solorollen ebenfalls nicht alltäglich besetzt waren. Die Leonore von Gre Brouweustjin — unvergessener Fidelio — gab uns eine Lektion guten Geschmacks und Gesangskultur. Die rassige Mignon Dünn brachte eine unglaublieh sichere und verführerische Zigeunerin Preciosilla und eine gesangliche Meisterleistung w ar der Don Carlos von Aldo Protti. Neu für uns war der mit viel Neugierde erwartete jüdische Heldentenor Richard Tucker 'Met), der seinen Weltruf vollauf bestätigte. Er ist ein ebenso ausgezeichneter Darsteller wie ein mit süssem, männlichem Schm -lz singenc er Künstler der den Haupta teil des orkanartigen Beifalls für die aussergewöhnliche Särgerschar für sich buchen durfte Der Padre Guardian von Norman Scott war eine patriarchalische, weit über seine Rolle herausragende und von Poettgen in den Bereich eines Gurnemanz geführten Persönlichkeit, die besonders zusammen mit dem Männerchor in der erschütternden Szene der Kloster-Kapelle zur Geltung kam. Der argentinische Bariton Giulio Viamonte (Fray Melitone) fiel nicht im Geringsten aus dem Rahmen. Mit hoher Singkultur und ebensolchem ScBäuspieler- Instinkt fügte er sich in die Reihe der ausländischen Gäste restlos ein. Ruzena Horakowa (Curra) und Mario Verazzi (Marchese) gaben in kurzen Rollen ihr Bestes. Bleibt noch die kurze und gute Leistung des von Antonio Truyol einstudierten Balletts zu erwähnen. Das Colón hat geze gt, was es bieten kann, wenn cs nur will. Es möge so weitergehen. Die Weltkategorie der Aufführung hielt sich mit dem nicht endenwollender, rauschenden Beifall die Waage. BRUNO LEONARDO GELBER SPIELT I. BRAHMS-KONZERT Im Rahmen der zur Zeit von André Vandernoot geleiteten allwöchentlichen Konzerte in der Rechtsfakultät spielte unter Begleitung des Orchesters des Nationalen Rundfunks der junge jüdische Pianist Bruno Leonardo Gelber mit grossem Einfühlungsvermögen das schwierige und dankbare Klavierkonzert No. 1, d-moll, op. 15 von Johannes Brahms. Gelber ist trotz seiner grossen Jugend ein au ssergewöhnlich reifer, hart an sich arbeitender und das Publikum nicht zur Kenntnis nehmender Künstler, der sich tief in die Brahms’sche Seele versenkt und keine manuellen Schwierigkeiten kennt. Das von Vandernoot korrekt geleitete Orchester begleitete Gelber zufriedenstellend, wenn auch nicht Teatro Colón Hoy, Martes 23, a las 21 hs. Sexta Función del Gran Abono. “Andrea Chenier”, de Giordano. Con: Tucker, Udovick, Sereni, Cetera, Negroni, Reyes, Falzetti, Ferracani, Catena, Guisti, De Matthaeis, Gagliardo, Boschetti, De Véscovi. Bailes: Alonso, Pinca, Stankattis, Franco, Mollajoli, Zambrada y C. de Baile. Director de Orquesta: Fernando Previtali. Regisseur: E. Poettgen. Director del Coro: T. Boni. Coreografía: A. Truyol. Escenografía: Ortolani - Walter. Director Técnico: T. Capobianio. Orquesta, Coro y Cuerpo de Baile Estables del T. Colón. Sobrantes de Abono en venta. Miércoles 24, a las 21 hs. Función Extraordinaria No. 43. “La Forza del Destino”, Verdi. Director de Orquesta: Fernando Previtali. — Platea $ 300.—. Loe. en venta. erstklassig. Der Solist hatte einen Riesenerfolg. Das Progiamm nannte ferner ..El Liante de las Sierras” (zum Andenken an Manuel De Falla) von Juan José Castro. „I/Apres-Mkfr d'un Faune” von Debussy sowie Bola Bartok» ..Concerto fiir Orchester”. Die drei bedeutenden Kompositionen wurden von Vandernoot ¿n äusserliehen, im besten Fall als korrekt zu bezeichnenden Versionen gebeten, die nichtsdestoweniger, wie üblich, einen Bombenapplaus entfesselten. c.n Gratulieren Sie in tp # n nwrt allen Verwandten, Freunden and Kunden mit einer Glückwunsch Anzeige in der JÜDISilN WOCHENSCHAU Bestellungen unter T. E. 83 - 2613 80 - 6930 Pueyrredon 2190 1® J Instituto de Intercambio Cultural Argentino _ Israelí EL FILOSOFO FILON Y SU EPOCA (en castellano) por Aaron Angel Gran Rabino de la Comunidad Sefaradí MARTES 23 A LAS 21 HORAS EN PARAGUAY 1535 WIR RITTEN unsere Leser auf diesem Wege, von der Möglichkeit direkter Ueber« Weisung der fälligen Abono-Gebühren frdl. Gebrauch machen zu wollen. Direkte Einsendung des Abono.Betrages in SCHECK — GIRO — BONO POSTAL LA SEMANA ISRAEUTA Pueyrredon 2190, l9 izq. Capital Hierdurch flberweise ich Ihnen den Betrag von m$n .....aus n „ -A.A Ä nachstehender Abrechnung, ln Er- 1. U. Quartal 1959 M$I1 80.“ Wartung Ihrer Quittung begrüsse Jahr 1959 . . ttl$n 160.“ * 1. u. 2. Quartal 1960 m$n 120.- .. .Jahr 1960 .. m$n 240,- (Adresse)! N. B.: Wir bitten, Einzahl tagen mi r^rr?*5 SEMANA ISRAEL (Nicht gewünachte Zahlmij. L*rrAbitte ausatrelchen)

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.