Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1805 (19.8.1960)
- Date
- 1960-08-19
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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4 — Viernes, 19 de Agosto de I960 LA SEMANA ISRAELITA UNNOETZE DISKUSSION Jerusalem. — Die Anschuldigung, dass Brigadier David Shaltiel in seiner Eigenschaft als seinerzeitiger Kommandant des im Befreiungskriege belagerten Jerusalem, 1 ¿hier begangen ha. t>e, d.e zum Verlust aer Altstadt fünften, gab Anlass zu einem Antrag ir. der Knesset, in dem die Ernennung einet i "rlamentarischen Untersuchungs-ICommission dieses Fatls gefordert wurde. Die Beschuldigungen wur- •den vor. Dr. Dow Joseph, Mitglied der Exekutive der Jev/ish Agency und damaliger Gouverneur von Jerusalem, in einem soeben erschienenen Buch erhoben. Der. Antrag auf eine Untersuchung stellte die Cherut. Israel und Olympiade Jerusalem. — Die israelische Mannschaft für die olympischen Spiele besteht aus 34 Personen und zwar 12 Fussballsp'e- Drn, 7 Leichtathleten, 4 Schwimmern, 3 Trainern, 2 Gewichthebern, 2 Fechtern und 2 Schützen, sowie 2 Radfahrern. Die Mitglieder der israelischen Olympia - Mannschaft wurde durch das lokale Olympische Comi. te ausgewählt und im letzten Jahr für die Olympiade vorbereitet. — UTA) In seinem Buch vertritt Dr. Joseph den Standpunkt, die Jerusalemer Altstadt hätte im Jahre 1948 gehalten und die Araber hätten zurückgeschlagen werden können. Meiner Meinung nach”, schreibt Joseph, ,.hat ShaUiel u. a. den Fehler begangen, die Zivilbehörden nicht von dem wahren Stand der Dinge zu informieren. Er erwähnte niemals, wie ernst die Lage der Verteidiger des jüdischen Viertels war. Die Erfolge unserer Truppen in der Neustadt erweckten in uns den Glauben, unsere Leute würden in der Altstadt solange Widerstand leisten können, bis wir ihnen mit einem Sturmangriff zu Hilfe kommen könnten. Wäre uns allerdings die wahre Lage bekannt gewesen, so hätten wir Ben Gurion um die Entsendung einiger Sonderabteilungen von Tel Aviv nach Jerusalem ersucht.“ Shaltiel lehnte die Kritik seiner Taktik ab, da er in erster Reihe für die Verteidigung der 100.000 Juden in der Neustadt und nur in zweiter Linie für die Eroberung der Altstadt verantwortlich gewesen sei. Dr. Joseph anerkennt die Korrektheit dieser Behauptung, doch führt er an, ein Versuch zur Eroberung der Altstadt hätte diese primäre Verantwortung nicht geschmälert. Er habe erst nach dem Fall des jüdisch«! Viertels erfahren, dass dort noch beträchtlilche Reser- Einladung zur Subskription! FLAVIUS JOSEPHUS Die jüdischen Altertümer OJebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen versehen von Dr H. CLEMENTZ 1 Bde. Kl. 89, 1, 646 Seiten, 2 Tafeln. II. 724 Seiten, und 2 Tafeln auf holzfr Papier, in Ganzleinen geb. DM 52.— Die „Jüdischen Altertümer“ sind ein wichtiges Quellenwerk zur Erforschun. der antiken Geschichte und ganz besonders zur Erkenntnis des nachbiblischen Judentums, seiner politischen Strömungen und religiöser Sekten sowie der Entstehung des Christentums. Die Funde am Toten Meer haben erneut die Glaubwürdigkeit und Zuverlässigkeit seiner Schilderungen bestätigt. Die Werke des Flavius Josephus sind daher für jeden, der sich mit dem für uns wichtigsten Zeitabschnitt der älterer Geschichte beschätigen will, unentbehrlich. JAKOB LEVY Chaldäisches Wörterbuch über die TARGUMIM und einen grosser. Teil des rabbinischen Schrifttums 2 Teile m 1 Band. Le . 89, VI. 429 -f VIII, 595 Seiten (ca. 2.048 Spalten) — Mit Nachträgen von Leberecht Fleischer — Unveränderter Neudruck der dritten Auflage — In Leinen geb und auf holzfr. Papier gedruckt. Subskriptionspreis DM 130.— Nach Erscheinen (15. Sept. 1959) DM 145.— Dieses seit Jah en vergriffene und gesuchte Wörterbuch ist das bis jetzt erschöpfende Werk zur Erschliessung der jüdischen Bibelexegese. Früher erschienen: Geschichte des jüdischen Krieges FLAVIUS JOSEPHUS Uebersetzt und mit Einleitung und Anmerkungen \ versehen von Dr. H. CLEMENTZ Kl 8° 695 Selten, 2 Karten auf holzfr. Papier ia Leinen geb. DM 25.— Joseph Melzer Verlag, Koeln MOZARTSTRASSE IS ven vorhanden gewesen seien, um die Verteidiger mit Munition zu versorgen. Er stellt ferner fest, dass Graf Bernadotte proarabisch gewesen und bei verschiedenen Gelegenheiten als britischer Agent aufgetreten sei. j Joseph kritisiert auch die Haltung des ehemaligen Aussenministers Mosche Sharett, der zu peinlich die Anweisungen der UN beobachtet habe, während die Araber dies nicht taten. KEINE UNTERSUCHUNG Jerusalem. — Die Knesset wies den Antrag der Cherut ab, über den Fall der jerusalemer Altstadt im Befreiungskrieg vom Jahre 1948 eine Untersuchuigskommission einzusetzen. Ministerpräsident Ben Gurion erklärie in seiner Rede, die Funktion der Knesset sei legislativ und sie könne sich nicht mit Gescidchtsschreibung befassen. Estellte in Zweifel, dass irgendjemand aus der heutigen Generation aus einer genügenden Perspektive das Thema historisch behandeln könne. Ferner wies er die kürzlichen Informationen, die provisorische Regierung hätte sich verpflichtet gehabt, die Altstadt nicht zu erobern, als vorbedachte Erfindung zurück, und stellte in Abrede, dass er das Manuskript des Buches von Dr. Dow Joseph, dem damaligen Gouverneur von Jerusalem, dessen Enthüllungen zu dem Antrag führten, vorher gele. sen und gutgeheissen habe. Ben Gurion fügte hinzu, viele positive s<-wie negative Aspekte der Geschichte der Belagerung Jerusalems seien noch in Dunkel gehüllt. „Eines kann ich kategorisch erklären“ versicherte der Ministerpräsident, „nämlich, dass, wenn wir im Jahre 1948 ein so staikes und diszipliniertes Heer gehabt hätten wie heute, die Resultate des Krieges andere gewesen wären“. Ben Gurion erinnerte an die 1.400 Freiwilligen, die anstelle von Kamelen und Mauleseln unter dem Feuer der feindlichen Artillerie Munition und Lebensmittel nach Jerusalem geschafft und mit unmenschlichen Anstrengungen für die Versorgung der abgesehnittenen Bevölkerung in der Küstenebene gesorgt haben. Gewiss seien Irrtümer begangen worden, so gab er zu, doch eine Untersuchung würde keinem nützlichen Zweck dienen. Der Deputierte Jaakow j MUSIK IH BUENOS AIRES j AGRUPACION NULVA MUSICA Diese ihre nunmehr 23. Saison beginnende, cer modernen Musik verschriebene und vornehmlich aus jungen, vorwärtsstrebenden una musikrevolutionären Künstlern bestehende Vereinigung eröffnete ihre diesjährige Saison mit einem Programm, das ausschliesslich Werken von Anton Webern gewidmet war. Der leitende argentinische Zwölftönler Juan Carlos Paz sprach einleitend über die bedeutende Persönlichkeit des Komponisten, der wohl die heutige „radikale” Zwölfton - Richtung als ursprünglicher Schönberg-Schiiler am meisten beeinflusst hat. Es standen lediglich vier kurze Werke dieser seriellen Musik auf dem Programm, die zum besseren Verständnis des Auditoriums nach der Pause wiederholt wurden: opus 7, 4 Stücke für Violine und Klavier, opus 11, drei Stücke für Cello lund Klavier, opus 27, Varia- ■ tionen für Klavier und opus 22, Quartettt für Violine, Klarinette, Tenorsaxofon und Klavier. Die gewissenhaften und ausgezeichnet vorbereiteten Künstler wa. ren Carlos Gaiwironsky, Al- *cides Lanza, Gerardo Gandijni, Tito Rausch, Victorino jSierra. Tibor Kortescz und t Carlos Roqué Alsina, der sich gleichzeitig erfolgreich ) als Dirigent produzierte. Die enthusiastischen Zuhörer spendeten grossen und berechtigten Beifall. f DANIEL BARENBOIM UN¬ TER JUAN JOSE CASTRO Mit dem Nationalen Symphonieorchester unter Leitung seines Titulardirigen- [ ten' J. J. Castro spielte der 'ausgezeichnete junge jüdische Pianist Daniel Barenboim, über den wir kürzlich berichteten, das Beethovensche fünfte Klavierkonzert es-dur in gelöster und brillanter Form, di« ihm einen langen Beifall eintrug. Die grosse Leistung ist umso höher zu bewerten, als Barenboim für den plötzlich erkrankten Claudio Arrau einspringen musste und kaum Zeit zu Proben hatte. Castro dirigierte eine eigenwillige „Zeuberflöten”- Ouvertiire und mit hinreissendem Schwung Ravels „Ma Mere l'Ou ' und die vier Meer - Zv. ischensp.ele von Benjamin Britten aus dessen Oper „Peter Grimes” deren Aufführung wir hier vergebens harren. Das Nationale Symphonieorcbester hatte seinen guten Tag und wurde zusammen mit Solisten uno Dirigenten langanhaltend applaudiert. Teatro Colón Hoy, Viernes 19, a las 18 horas. Noveno Concierto del Abono a 10 de Grandes Solistas (Suspen¿i„o el sábado 6 de agosto por enfermedad del pianista Claudio Arrau). Actuación del pianista André Tchaikowsky. — Programa: Chopin: Polonesa-Fantasía, en la bemol mayor; Barcarola en fa sostenido mayor; Diez preludios, op. 28; Balada No. 3, en la bemol mayor, op. 47; Szimanowsky: Masques, op. 34; Tres mazurkas, op. 50. Platea $ 250.—. — Sobrantes de Abono en venta. A las 21 horas. — Tercera Función del Abono Popular: ‘La Forza del Destino”, de Verdi. Con: Brouwenstijn, Dunn, Tucker, Prott, De Narké, Horakowa, Viamonte, Tavini, Bacciato, Boschetti, Ver,.zzi. Bailes: Casella, Prestifilippo, Tarsi, Molet y C. de Baile. Director de Orquesta: Fernando Previtali. Regisseur: E. Poettgen. Director del Coro: T. Boni. Coreografía: A. Truyol. Escenografía: P. Walter. Director Técnico: T. Capobianco. Orquesta, Coro y Cuerpo de Baile Estables del T. Colón. Sábado 20, a las 18 horas. Séptimo Concierto del Abono a 8 de Grandes Solistas. Recital de la pianista Lili Kraus. — Platea $ 220.—. Sobrantes de Abono en venta. Meridor von der Cherut, der den Antrag eingebracht hat- ■ te, behauptete die Tore der Altstadt seien schon vom Ir-! gun und der Hagana zer-! trümmert gewesen, als der | Kommandant von Jerusalem die Offensive abblies. (ITA) Afio XXI. — No. 1805 Literarische Notizen Humanitärer Preis Die nationale Konferenz von Christen und Juden ia den USA hat ihren Nationalen humanitären Preis dem Filmschauspieler Bob Hope zuerteilt. Neue Oper Die Ford Foundation ia New York gab Marc Blitzstein auf Empfehlung der Metropolitan Oper den Auftrag, eine Oper zu schreiben. Das Werk wird voraussichtlich „Sacco and Van. zetti” heissen. Das Libretto stammt vom Komponisten. Die „Met“ hat sich eine Option Vorbehalten. Dr. h. c. Jsuiuir qoou jajdiSay Der Nobelpreisträger Prof. Max Born erhielt zu seinen vielen Auszeichnungen nun- ^mehr auch die WTürde eines ¡Ehrendoktors der Technischen Hochschule Stuttgart- Cannstadt. Wandgemälde von Chagall Marc Chagall hat Paris verlassen und sich in die Vereinigten Staaten begeben um an der Brandeis-Universität Wandgemälde zu schaffen. Marc Chagall wird einen Ehrengrad der Univer. , sität erhalten. Auktion in London In einem londoner Auk. tionshaus wurden 23 Werke des jüngst verstorbenen Bildhauers Epstein für naj hezu 100.000 Franken ver- | steigert. Unter den Werken j befanden sich Portraitbiisten! und eine Christusskulptur, 1 die jetzt in der Kathedrale . von Llandaff in Südwales! steht I : Seltene Sammlung J Eine seltene Sammlung von fünfzig Manuskripten | von Isaac Newton über I Chemie und Alchimie wurde I der Hebräischen Universität 1 durch einen amerikanischen Sammler geschenkt. Montag, den 22. August 1960, < im Teatro Odeon \ Kennen Sie die Milehstrasse?! von KARL WITTLINGER Regie: GERT HAUCKE Rolf Mölders und Hans Peiefs Eintrittskarten an der Theaterkasse, Esmeralda 367 Tel: 45-3591, werktags von 10—12 u. von 15—20 Uhr ISRAEL - BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIAMONTE 559, I/B — Buenos Airea, Ra». Argeniiuu LUPO NEU MEYER EVA NEUMEYER geb. STRAUSS VERMAEHLTE Trauung: Sonnabend, den 27. August, um 20 Uhr 30 in der Synagoge Lamroth Hakol, Caseros 1450, Florida. Für die uns anlässlich unserer GOLDENEN HOCHZEIT in so reichem Masse erwiesenen Aufmerksamkeiten danken wir auf diesem Wege allen Freunden und Bekannten aus Argentinien herzlichst. Max Weinstein und Frau Betti geb. Speier Givataim — Gordonstr. 34 — Israel Wir gratulieren unserer lieben Schwester und Schwägerin, Frau JOHANNA OPPENHEIMER (früher Karlsruhe) herzlichst zu ihrem 80. GEBURTSTAG. ROSA ROETTGEN (Holland) HELLMUTH u. JENNY STADTHAGEN Empfang: Sonntag, den 28. August, von 17 bis 20 Uhr, Confitería „Danubio”, Pampa 2451.