Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1805 (19.8.1960)
- Date
- 1960-08-19
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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I S — Viernes, 19 de Agosto de I960 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXI. — No. 1806 Kreuzzug für Gerechtigkeit (Schluss von Seite 1) was c uf einen regen und weitreichenden . geistigen Austausch hindeuten würde. Es bestehen erstaunliche Aehnlichkeiten zwischen der vori: kaisehen und altägypti.chen Kultur, di« man nc ' nicht bis ins Letzte aufklären konnte, die aber faktisch offensichtlich vorhanden sind. Hierfür gibt es eine lange Reihe von Beispielen, die sich auf technische Prozesse. Erfindungen und Erkenntnisse erstrecken. Wie man aber die Frage eines Kulturkontaktes zwischen entfernten Völkern vor tausenden Jahren auch beurteilen mag, heute dürfte es eine Notwendigkeit sein, diese Verbindung nicht nur zu pflegen und einigen Wissenschaftlern oder Forschern vorzubehalten, sondern diese mitunter uralten Kulturen als gestaltende Faktoren der werdenden menschlichen Gesellschaft der kommenden Epoche zu berücksichtigen. Die Aufnahme der Beziehungen zwischen Völkern, die seit Jahrhunderten nebeneinander dahmlebten. ist von überragender Wichtigkeit. Ein israelischer Politiker berichtete, dass die asiatischen Völker von der Bibel nichts oder wenig gehört hätten sodass deren Uebersetzung in alle asiatischen Sprachen nicht nur als ein kultureller Faktor ersten Ranges anzusehen sei, son- Dr, FREY Abogado PUEYRRE0O» 2198 1* iaq. dern im politischen Leben eine Notwendigkeit geworden ist. Di; aufsteigenden Pro- I bleme, die sich heute nur in , ihren Umrissen ankiindi-! gen, werden von den neuen i Staaten Asiens der ganzen Menschheit gestellt werden. Hierbei handelt es sich um weltweite Fragen, die — wie etwa die Bodenfrage — von der westlichen Hemisphäre bis heute nicht zufrieden, stellend gelöst werden konnten. Eine der tieferen Ursachen. die zum Zusammenbruch des einst so mächtigen Imperium Romanum j geführt hatten, war die | Frage der Latifundien. Seit l den Zeiten der Gracchen I krankte das Römische Reich I an diesem Problem, das ina- I mer wieder die Völker be-! schäftigte. und für das der ' Kommunismus eine Zwangs- | lösung gefunden zu haben glaubt, die aber trotz aller damit verbundenen Gewaltmassnahmen nicht zu einer Befriedung geführt hat. Wer weiss davon, dass z. B. für diese Frage in Indien ein neuer gangbarer Weg ge>. sucht und bereits teilweise beschritten worden ist? Was weiss der Mensch im Westen überhaupt von Indien? Die Sportler wissen, dass Indien die besten Hockeyspieler der Welt hat. Die politisch Interessierten kennen die Namen des grossen Mahatma Ghandi oder Neh. rus. ohne sich jedoch darüber im klaren zu sein, worin die Besonderheiten eines Ghandi oder die politischen Auffassungen eines Nehru zu suchen sind. Von Vinoba Bhave dürften wohl nur sehr wenige gehört haben, nachm. 16— 18 Uhr j REAL PEIN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 589 T E. 49-5850 rtWWWWWWWMW'’ J. 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Wie Ghr.ndi ist Vinoba ein Verfechter der Gewaltlosigkeit als politisches Prinzip. „Die Gewalt mag den Mörder töten“, so sagte er, „aber nie hat sie den Mord getötet“. Ganz im Sinne Ghandis konfrontiert uns auch Vinoba mit der entscheidenden Alternative unserer Zeit: „Es bleibt uns nur übrig zu wählen, ob wir den totalen Krieg vorbereiten oder den Pfad der Gewalt überhaupt verlassen wollen“. Während Mahatma Ghandi um die äussere Befreinur.g Indiens rang, die er erreichte, kämpft jetzt Vinoba um die innere Freiheit. In diesem 400-Millionen-Volk, das einen Subkontinent bewohnt, ist die Frage der Landlosigkeit das kardinale Zukunftsproblem. Die Verteilung der Ländereien, die sich in den Händen weniger befinden, kann allein die landlose Masse vor Hunger unc. Untergang bewahren und dadurch dazu beitragen, dass das Land nicht eines Tages als eine überreife Frucht den Kommunisten in die Hände fallen wird. Der Wanderprediger Vinoba hat also eine Bewegung ins Leben gerufen, deren einziger Zweck die gewaltlose Uebergabe von Ländereien an die landlose Masse ist. Diese gewaltlose Uebergabe erfolgt freiwillig. Dies klingt fantastisch, ist , aber dennoch eine Wahr i heit, wen.i auch eine solj ehe, von der man im We- | sten nichts weiss. VJnobas! Bewegung “Bhoodan” hat bereits Millionen Hektar Boden an bis dahin landlose Dr. B. Schwarcz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG 1 Bauern verteilt, denen es überlassen bleibt, die Böden kolltktiv oder individuell zu bewirtschaften. Und alle die. se Millionen Hektar, die verteilt werden konnten, wurden freiwillig abgegeben ... Vielleicht wird man sagen, dies sei nur in Indien möglich. Die Gegenfrage, aus welchen Gründen nur in Indien, dürfte durchaus berechtigt sein. Man stelle sich vor, wie viele Probleme in anderen, vor allem südamerikanischen Ländern, gelöst werden könnten, wenn man sich hier zu gleicher Bewegung und neuer Bodenverteilung entschliessen würde. Gewiss gehört hierzu eine gewaltige moralische Kraft, die in Indien vorhanden ist. Aber der Westen, der sich den Asiaten so weit überlegen fühlt, sollte doch auch endlich die erforderliche Reife besitzen, seine eigenen schwersten Fragen fern von Gewalt zu lösen, zumal dies doch seinen religiösen Uenberzeugungen eher entsprechen würde, als die bisher angewandten Methoden von Feuer und Schwert. Wann wird der Westen die inneren Kräfte empfangen, um zwischen seinen Vorstellungen und Predigten zur Verwirklichung und zu konstruktiven Taten zu gelangen, die sich mit denen eines Ghandi oder Vinoba vergleichen könnten? Indiens grosse Männer haben erkannt, dass die Welt nur geheilt werden kann, wenn sie selbst einen ..Kreuzzug für die Gerechtigkeit“ unternimmt, wie Vinoba sein Werk nennt. Vinoba ist von vielen Seiten angefeindet worden, von den Kapitalisten ebenso wie von den Kommunisten. In seinen Auseinandersetzungen mit seinen Gegnern machte Vinoba Ausführungen, die es verd'enen, festgehalten zu werden: „In meinen Augen gibt es keinen einzigen Menschen, der nicht göttliche Werte besässe. Alle Männer und Frauen, junge und alte, sind nur Tempel, in denen NERVENu. GEMUETS | KRANKHEITEN j Dr. M. J. Kuhn j BULNES 193C. pl. b., 1? 1 T. E. 80-0249 Mont., Mittwoch Freitag 17—20 Uhr. Tel. Anmeldung erbeten. Confitería NIZA Conde 2020 76.0286 Servidos de lunch de categoría ESTUDIO JURIDICO Dras. Silvia Ruth Weissberg — Luisa Graetzer Bürge-Schaft — Räumungsklage Ley 14.821 Inkasso von Dokumenten — Familienrecht Scheidung — Nachlass Sprechstunden von 18—20 Uhr HIPOLITO YRIGOYEN 2570, 4o piso, T. E. 47-7740 BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG AUSFUEHRUNG SAEMTLICHER Malerarbeiten! CONDE 2318 E. 76 7533 BOMBONERIA ELCA PAMPA 2857 T*gl. friceh ans eig. 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Hier begegnen wir einem alten jüdischen Gedanken, der von dem indischen Weisen in neue Worte gekleidet wurde und beweist dass hier der Weg zur Lösung einer Frage liegt, die für die gesamte Menschheit von einer revolutionierenden Bedeutung sein könnte. „Mein ist das Land“ heisst es bei Mosche III, 25, 23. Das Volk hat das Land nur erhalten, damit es den Boden bestelle und von seinen Erträgnissen lebe. Das Eigentum am Boden ist nach jüdischem Gesetz ausgeschlossen. Die alte jüdische Agrargesetzgebung der Bibel, mit Sicherheit die modernste Bodengesetzgebung, die es bis heute gibt, entspricht diesen Vorsteila remana Israelita B ^semanario: apar ace toa Martes y Vterrea Editado por Estrellas Editorial Ltda Verantwortlich: Dt. H Swarsenaky Pueyrreaón ¿190 l» izo T í¿ 83-2613 Aoono-Preise. Argentinien: $ GO.— pro Quartal lungen, wie sie jetzt von Indiens Vinoba bereits in eL j nem grossen Umfang realisier1 worden sind. Aus dieser Gemeinsamkeit der Vob- | Stellungen oder der Gesetze; dürfte, wenn sie den beteij ligten Völkern bewusst sein würde, eine fruchttragende! Zusammenarbeit auch auf anderen Gebieten erwachsen j Nur die Unwissenheit über I die beiderseitigen Zielset- : zungen verhinderte bis heute die Annäherung. Man darf es als geradezu grotesk betrachten, dass Nehru Beziehungen zu Nasser, dem Beschützer der Latifundien- Besitzer, unterhält, während sein Verhältnis zu Israel aus „politischen“ Gründen kühl ist. Nicht nur Israel sollte den Kontakt mit den neuen Völkern Asiens suchen, die mit ihren alten Kulturen und neuen Männern der Welt viele glückliche Gedanken zur inneren Befreiung schenken können. ESTUDIO JURIDICO Dr. Isidoro Kraut . Dr. Oscar Rabee ABOGADOS Ehescheidungen . 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