Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1804 (16.8.1960)
- Date
- 1960-08-16
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 — Macies, 16 de Agosto de 1960 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXI. — No 1804 M Mao muss sich vorbereiten (Schluss von. Seite 1) iassur.__n Massen zu gewinnen, die haltlos und unorientiert in den Bann rücksicn:sloser Demagogen geraten oder Fanatikern folgen. Obwohl eine neue Zeit anbra-d, die ihren Ausdruck in vielen und tiefgreifenden .Wandlui gen unseres politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens fand, versuchen die Staatsmänner alte Normen in Kraft zu lassen, nur weil sie nicht den Strukturwandel des internationalen Zusammenlebens und die modernen wirkenden Kräfte anerkennen wollen. Niemand ist aber stark genug, um für die Dauer gegen den Strom schwimmen zu können. Die unnötigen Folgen dieser Kraftentfaltungen sind nur neue Reibungen und Verluste, die völlig überflüssig sind. Die einzigartige Ent Wicklung des Verkehrs und des Nachrichtenwesens haben dazu geführt, dass alle Länder und Völker sich auf eine unheimliche Art näher gerückt sind. Die Isolierung' von Staaten — mag sie objektiv gegeben oder subjektiv gewollt sein — hat aufgehört. Wie nahe uns Gestalten und Entwicklungen sind, beweisen jetzt die Vorfälle in Kuba oder Kongo, zweier Länder, die geographisch sehr weit liegen, dennoch durch ihre politische Entwicklung ihren direkten oder indirekten Einfluss auf die Wirtschaft und die politischen Entscheidungen jedes Landes ausüben. Zu einer heftigen Auseinandersetzung innerhalb der Familie der amerikanischen Völker hat die Haltung Kubas geführt, das sich „nach der anderen Seite“ zu orientieren beabsichtigt, d. h. mit den Russen in engere Verbindungen treten möchte. Nicht in Washington allein wurden Stimmen laut, dass diese Bestrebungen der KubafRegierung gegen die Dr, FREY Abogado PUEYRREDON 219« lsq nachm. 16—18 Ohr Monroe-Doktrin verstossen und deswegen energisch abzulehnen wären. Gerade an dieser Stelle wurde vor einigen Wochen darauf verwiesen, dass diese juristische oder politische Position des Weissen Hauses zu erheblichen Bedenkens Anlass gäbe, da die Monroe-Doktrin als politisches Prinzip in einer Zeit geboren wurde, die sich gegen die kolonialisierende Intervention der europäischen Hauptmächte wandte, von denen in ihrer damaligen Struktur nichts, absolut nichts, übrig geblieben ist. In einer leicht regulierten Form verstand man unter der Monroe-Doktrin das Prinzip „Amerika den Amerikanern!“; wohl mit Recht hielten die Asiaten oder Afrikaner die gleichen Parolen einem dynamischen Expansionstrieb der amerikanischen oder russischen Politik entgegen. Mit welchem Recht verlangen die Amerikaner, dass auf ihrem Kontinent keine „ausserkontinentalen“ Einflüsse geduldet werden sollen, während sie selbst auf der ganzen weiten Welt ihre eigene Politik betreiben und sich keineswegs mit ihrem Land oder „ihrem“ Kontinent begnügen? Die Antwort kann nur lauten: mit dem Recht des Stärkeren. Ein anderes Recht kann wohl mit ernster Begründung kaum geltend gemacht werden. Es ist interessant zu beobachten, dass der hier vertretene Standpunkt jetzt auch von Mexiko angenommen wurde. Im übrigen dürfte die Monroe-Doktrin , heute keinen ausreichenden Schutz gegen europäische oder kommunistische Einflüsse mehr bilden. Die Grenzen, selbst wenn sie durch Ozeane gezogen werden, bilden keinen Wall gegen Ideen, gegen Gedanken, gegen Hoffnungen und auch nicht gegen die phyisische Existenz anderer Menschen und Völker. Das „Amerika den Amerikanern“, einmal zündende Parole auf dem Weg der amerikanischen J. Liebling FOURNIERE — SPERRHOELZEB DIAZ VELEZ 5224 al 46 T. E. 43-2343/0340 y 3021. ¡í REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES SÖ9 TE. 49-5850 I WMWiWiWWWW \ Maltha I (Zhapeaux I HUTSALON I l Jetzt in I Belgrano MOLDES 2 5 6 1 I T. E. 73-3229 ¡ 73-9155 Nationen zur Autoemanzipation und Befreiung, dürfte für die nächste Zeit endgültig der Vergangenheit angehören. Mit dieser Forderung werden weder die berechtigten — oder unberechtigten Versuche von nichtamerikanischen Völkern zur Aufnahme eines engen politischen oder wirtschaftlichen Kontaktes mit Amerika aufgehalten werden können, noch wird es möglich sein, die ' von amerikanischen Staaten! angestrebten Beziehungen I mit ausserkontinentalen Mächten einfach mit dem! Einwand „Monroe-Doktrin“ I abzulehnen oder zu bekämpfen. Eine Schutzwehr gegen den Kommunismus kann die Monroe-Doktrin nicht bilden. Es kann nur als eine gefährliche Spiegelfechterei angesehen werden, wenn man sich hinter einer politischen Klausel verschanzt, die vor etwa 130 und mehr Jahren ihre Berechtigung gehabt haben mag, jedenfalls damals tatsächlich durcligeführt wTerden konnte, weil die Vereinigten Staaten dazu die Macht hatten. Mit dem Verbot der Kommunisten ist nichts getan. Der Kommunismus wird fallen, wenn seine Wurzeln beseitigt sind. Sonst wird er weiterbesteh" n, wie er schon seit Jahrtausenden besteht, als Hoffnung einer unterdrückten Klasse, als Sehnsucht von Idealisten oder als politisches Prinzip kühl rechnender Politiker. Das Festhalten an überholten Grundsätzen birgt manche Gefahren in' sich. Der gewaltige „Apparat“ Seiner Majestät des allgewaltigen Staates, der von einem Zweckverband zur Erleichterung des bürgerlichen Lebens zu einem Selbstzweck geworden ist, darf auf eine „glänzende, ruhmreiche, wunderbare“ Tradition zurückblicken... Welcher Staat sagt das nicht von sich? Vergessen wir doch nicht, dass die Nazis mit all ihren Schandtaten und Verbrechen sich auch ihrer wunderbaren „Tradition“ rühmten, die ganze 14 Jahre der Schmach und des Kampfes umfasste. Aber das ist doch nur ein extremes Beispiel für die Glorifizierung des Staates als solchen. Unzweifelhaft wird sich die Menschheit allmählich des Irrweges bewusst, die in dieser unglücklichen Struktur eines Staates als Eigen-Organismus oder als höchstem Ausdruck des ge- I sellschaftlichen Lebens liegt. | Im Zuge der modernen Entwicklung wurde es be- Junge Deutsche in Israel Tel Aviv. — Eine Gruppe von 20 jungen Deutschen aus Westberlin befindet sich zu einem zweiwöchigen Aufenthalt in Israel. Mitglieder einer unpolitischen Jugendor. ganisation stellen die erste organisierte Gruppe, die aus Westberlin nach Israel kommt. Die jungen Leute zwisehen 16 und 23 Jahren sind Gymnasiasten, Studenten und Schiller von Gewerbe _ Schulen. Die Hälfte ihrer Reisekosten finanziert der westberliner Senat. (ITA) reits den tiefer blickenden Soziologen und Beobachtern klar, dass der Abbau der dem Staate im Laufe einer langen und nicht glücklichen Entwicklung beigelegten Attribute eine Voraussetzung für die Gesundung der internationalen Beziehungen und damit für die Befriedung der Menschheit ist. Hierher gehört auch die Korrektur des Begriffes „Souvernänität“, der in den vergangenen Jahrzehnten zu einem „heligen Sakrileg“ S. M. des Staates geworden ist. Mit diesem Begriff, dessen extensive Interpretation auch den Disput zwischen Argentinien und Israel unnötig belastete, versucht man alles zu rechtfertigen, was ein Staat aus Eigenmächtigkeit vollbringt. In Wirklichkeit ist aber die Souveränität wie das Privateigentum kein „unbegrenztes“ und unabhängiges Recht von dem nun der einzelne Staat oder der einzelne Bür. ger gerade denjenigen Gebrauch machen könnte, den sie wollten. Auch Eigentum und ebenso Souveränität haben ihre Grenzen! Das Eigentum, garantiert Von der Gesellschaft oder ihrer letzten organisatorischen Form, garantiert vom Staat, wird durch die gesell- °ptica REX DIPL. OPTIKEN Sarmiento 82$ T. E. 35 - 735 Judith Schenkolewski Kulluastickereien ' Sch ab bosd ecken . Tailisbeutel . 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Der Staat kann das Eigentum einschränken oder seine Nutzniessung auch für solche Personen erzwingen, d-e nicht Eigentümer sind. Damit ist die Unbedingtheit des Begriffes und des faktischen Rechtes Eigentum gefallen. Paraifer hierzu beobachten wir dieselbe Erscheinung und Entwicklung bei dem einem Volk für seinen Staat zustehenden Recht der Souveränität. Bereits die Nachbarschaft zwing zur Aufgabe mancher Berechtigungen, die sich aus der Souveränität ergeben würden, weil in der Konkurrenz verschiedener Souveränitäten eine Koexistenz die Vernunft ge Einschränkung der Berechtigungen verlangt, die sich aus der Souveränität „an sich' ergeben w ürde. Noch deutlicher wird die Einschränkung der Souveränität durch den Beitritt eines Landes zu den UN, denn hierdurch wird ein Teil der Souveränität bewusst an die „Völkergemeinschaft“ abgetreten, die gegenüber den Ländern, die ihre Mitglieder sind, im Prinzip die gleichen Funktionen zu erfüllen hat, die der Staat gegenüber seinen Bürgern ausübt. Mit d-r fortschreitenden Stabilisierung der Völkerbundidee und der damit verbundenen Festigung der Vereinten Nationen werden die souveränen Staaten aFmählich immer weitere Bestandteile ’ha [emana Israelita Bisemanano: aparace ios Marte* y Vierae* Editado por Estrellas Editorial Ltda Verantwortlich: Dr. H. Swarsensky Pueyrreáón zi9ü iv T E 83-2613 Auono-Preise. Argentinien: $ 60.— pro Quartal rer eigenen Souveränität auf die UN übertragen, die einen „internationalen Le. berstaat“ bilden. Dass sich diese Entwick. lung anbahnt und die im Augenblick einzige sichtbare iiösungsmöglichkeit aer internationalen Probleme enthält, dürfte niemand menr bestreiten. Hier sind nur zwei Bei. spiere gegeben worden, die den tiefen Wandel im natio. nalen wie internationalen, gesellschaftlichen und politischen Leben aufweisen. Weder die einzelnen Bürger noch die Staaten sind hinreichend votbereitet, um aie richtige Antwort auf die neuen Entwicklungen geben zu können. Mi' überholten Methoden und deswegen mit untauglichen Mitteln werden Lösungen versucht, die keine sein können, weil die Verantwortlichen noch nicht umgelernt haben und m nicht mehr gültigen Begriffen und Kategorien denken. ESTUDIO JURIDICO Dr. Isidoro Kraut . Dr. Oscar Rabee ABOGADOS Ehescheidungen . Erbschaftssachen - Konkurse unu Vergleiche - Verträge - Inkasso - etc. Neue Adresse: TE. 35-0796 MONTEVIDEO 451 35-0901 piso 5. ofic. 53/54 35-0823 VARICES — ULCERAS DE LA PIERNA - ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY 7 £ SARMIENTO 3116 7. E. 87 1362| BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG AUSFUEHRUNG SAEMTLICHER Malerarbeiten CONDE 2318 T. E. 78 7533 tDr. BENJAMIN LIPNIZKY J ZAHNARZT | ROENTGENSTRAHLEN - ZAHNZIEHEN - BEf HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU-! LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG f Sprechstunden- Dienstag — Donnerstag — Sonnabend | nach vorheriger Vereinbarung.! IOSE HERNANDEZ 2518 T. E 76-8673 und 73-0500 Dr. L. 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