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Jüdische Wochenschau · 1960-08-16 · 1804 (16.8.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1804 (16.8.1960)
Date
1960-08-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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PUEYRREDON 1? isq. Año XXI. 2& «iema/ga T, E. 83.2613 BUENOS AIRES, MARTES 16 DE AGOSTO DE 1960 No 1804 von BORIS SMOLAR Der Streit, den Nasser mit dem Schah von Persien vom Zaune brach, als dieser erklärte, die de facto-Anerkennung Israels aufrecht zu erhalten, wird in Washington aufmerksam verfolgt. Allgemein ist man der Ansicht, dass Nasser diese Gelegenheit ergriff, um seinem persönlichen Groll gegen den Schah Luft zu machen. Die de facto-Anerkennung Israels wurde vom Iran schon viel früher ausgesprochen, und niemals erhob Nasser hiergegen Einspruch. Warum befragte er nicht andere arabische Länder, bevor er brüsk die diplomatischen Beziehungen mit Iran abbrach? Warum geriet er nicht in Zorn, als die Türkei, die wie Iran ein musulmanisches Land ist, die Anerkennung Israels aussprach? Nasser spielt möglicherweise ein verwegens Spiel, denn es ist Tatsache, dass einige der in der Arabischen 'Liga zusammengeschlossenen Staaten, die er zu dominieren versucht, jetzt beginnen, Nassers Vorgehen gegen den Schah unter die Lupe zu nehmen. Ist sich Nasser nicht bewusst, dass Iran ein unabhängiges Land ist, das die Einmischung des ägyptischen Diktators in seine Angelegenheiten nicht dulden wird? Würde Nasser die Einmischung irgendeiner fremden Regierung in die Angelegenheiten der Vereinigten Arabischen Republik, deren Präsident er ist, gestatten? Diese und andere Fragen mehr stellt man sich in Washington, wo der Schah von Persien hohes Ansehen geniesst und man seinen Mut bewundert. Zweifellos können sich die Vereinigten Staaten irgendeinem Schritt gegenüber, den Nasser zur Schwächung der Position des Schahs vorzubereiten plant, nicht gleichgültig verhalten. Bei den Nordamerikanern gilt der Schah als ein liberal gesinnter Mann, der das Beste für sein Volk erstrebt, und man weiss. dass er nicht WIE ICH ES SEHE Man muss sich vorbereitenj .... von JEHUDA GOTTHEIMER Seit langen Monaten hat eine schwere Unruhe das internationale Leben erschüttert, die ihren zeitweiligen Höhepunkt erreichte, als die schlecht vorbereitete Gipfelkonferenz in Paris wie eine Seifenblase zerplatzte und die ganze Menschheit in Enttäuschung und Verzweiflung versetzte. Seit diesem Augenblick wechselten sich eine Fülle von Problemen ab, die zu Disputen zwischen einzelnen Völkern oder gar ernsten Krisen für den Weiterbestand dieses eigenartigen Zustandes führten, in dem wir heute leben. Betrachten wir zunächst einmal die augenblickliche Situation, wie sie nach dem zweiten Weltkrieg durch das die beiden angelsächsischen Mächte und Russland gegenüberstanden, bis dann England als Weltmacht ersten Ranges nach seiner Niederlage im Kampf um die Errichtung des Staates Israel ausgeschaltet wurde. Amerika blieb als einzige Hauptmacht an der Spitze des Westens, während die Entwicklung im Osten umgekehrt ist; dort hat sich heute Rotchina als zweite ausschlaggebende Kraft neben die Sowjets gestellt... Seit dem Zusammenbruch des Dritten Reiches und der späteren Kapitulation der ,gelben Preussen’, die von ihrem Achsen-Abenteuer geheilt wurden, scheiterten nach anfänglichen Bestrelangen. Eine ganze Reihe von neuen Kriegen, die auf bestimmte Gebiete lokalisiert bleiben konnten, erschütterten immer von neuem die Lage und gestatteten niemals ernstlich, zu einer definitiven Klärung der vielen Spannungsverhältnisse zu kommen, ohne die eine tragbare Grundlage für einen stabilen Frieden undenkbar ist. Korea, Indochina, Indonesien, Israels Befreiungskrieg, die Kämpfe, Bürgerkriege und Revolten im arabischen Herrschaftsbereich, der Sinai-Feldzug mit seiner ungeschickten britischen Intervention, der kalte und der angewärmte Krieg um Berlin, die Aufstände in Posen, Ostdeutschland und Ungarn, die Erhebung der Schwarzen, die zu einer völligen Umgestaltung der politischen Beziehungen und vielleicht auch Machtverhältnisse auf einem grossen Kontinent und möglicherweise auch darüber hinaus führt, der Kampf im Kongo, das Ringen um Einfluss-Sphären in Lateinamerika und viele andere erregende Begebenheiten erfüllen eine kurze Zeitspanne von nur 15 Jahren, ohne dass diese Aufzählung auch nur annähernd Anspruch auf Vollständigkeit erheben könnte. Wie soll man also diese recht ereignisreichen Jahre bezeichnen. Man könnte ihnen das Motto geben: „Und das nennen sie Frieden”, wo. mit man sarkastisch einen Sachverhalt wiedergegeben habe, der den Intentionen der sogenannten Grossen entspricht, die Frieden predigen, aber nichts dafür tun, um ihn herbeizuführen: aber eine historisch-wissenschaftliche Erklärung ist damit für die als eine geschichtliche Erscheinung beinahe rätselhafte Entwicklung nicht gegeben. Wenn wir diese Lage tiefer analysieren wollten, müssten wir zu dem Ergebnis gelangen, dass es ständige und wachsende Spannungs - Verhältnis zwi. sehen dem Osten und dem Westen geschaffen worden ist, bei dem sich anfangs bungen um Befriedung alle Verhandlungen, um zu einer dauernen und für alle Teile tragbaren Lösung der internationalen Situation zu ge- Vor dem Eichmann-Prozess Tel Aviv. — Die israelische Regierung verhandelt mit einem jüdischen Juristen in den USA, der für Fragen der Judenausrottung durch das Hitlerregime zuständig ist, um diesen als Berater des Justizministeriums im Eichmann-Prozess zuzuziehen, wie Generalstaatsanwalt Gideon Hausner bekanntgab. Hausner lehnte es jedoch ab, den Namen des Betreffenden zu enthüllen, da dieser die Einladung noch nicht angenommen habe. Ferner teilte Hausner mit, Eichmanns Verteidiger Dr. Servatius werde von mehreren ausländischen Anwälten unterstützt werden. New York. — Wie man hier annimmt, handelt es sich bei dem von der israelischen Regierung als Mitarbeiter im Prozess gegen Eichmann eingeladenen Spezialisten um Dr. Jacob Robinson, den Leiter der Koordinierungs-Abteilung des Jüdischen Forschungsinstituts und bis 1957 juristischer Berater der israelischen UN- Delegation. Dr. Robinson selbst wollte sich hierzu nicht äussern. Dr. Robinson ist aus Litauen gebürtig und hat an der Universität Warschau seine'n Dr. jur. erworben. Er kam 1940 nach Nordamerika und wurde 1946 naturalisiert Bei den Nürnberger Prozessen war er Assistent von Richter Eckhart H. Jackson, der damals als Repräsentant des Obersten USA-Gerichtshofs die Vereinigten Staaten vertrat. Es heisst, Dr. Robinson sei einer der bedeutendsten Sachverständigen in der Welt über die von den Nazis für die Endtösung der Judenfrage aufgestellten Pläne. UTA) wie Nasser die Gewohnheit hat, unüberlegte und demagogische Reden zu schwingen. Seine Erklärung, zur Fortsetzung der bestehenden de facto-Anerkennung Israels gewillt zu sein — die Nasser sö heftig erboste —, wurde in den USA als ein Schritt zur Befestigung der Stabilität im Mittleren Osten begrüsst. Die künstliche Aufregung Nassers über die Erklärung des Schahs wird in Washington als ein Zeichen betrachtet, dass Nasser ebensowenig wie die Sowjetunion eine Stabilisierung des Mittelostraumes für seine Ziele als wünschenswert ansieht. Argentinische Note approbiert Buenos Aires. — Das argentinische Parlament nahm einstimmig eine Erklärung an, in der es seine Genugtuung über die Beilegung des Konfliktes zwischen £ rgentinien und Israel wegen des Kriegsverbrechers Adolf Eichmann ausdrückt. Die Deputiertenkammer unterstrich ihre Zufriedenheit damit, dass der diplomatische Konflikt zwischen den beiden befreundeten Ländern auf diese Weise gelöst wurde. in unserem Sprachschatz und damit in unserer Vorstellungswelt keinen Ausdruck gibt, mit dem die heutige Weltlage „zwischen Krieg und Frieden“ treffend Umrissen werden könnte. Man hat in den letzten Jahren häufig von einem „kalten” Krieg gesprochen, der das Spannungsverhältnis . zwischen den Grossmächten charakterisieren sollte. Aber „kalter Krieg” trifft die Situation auch nicht richtig, da die Blockmächte nicht im Kriegszustand miteinander leben, wenn sie auch einen politischen oder diplomatischen Kampf miteinander austragen, als würden sie hieran ein sportliches Gefallen finden. Dass das menschliche Emp. finden, dass die menschlichen Eigenschaften, vor allen Dingen die menschlichen Leidenscshaften hinter der intellektuellen Entwicklung, hinter Erkenntnis und Wissen, zurückgeblieben sind, wurde an dieser Stelle bereits verschiedentlich unter wechselnden Voraussetzungen auseinandergesetzt. Heute erleben wir aber noch ein zweites, überraschendes Phänomen: die tatsächliche Entwicklung, insbesondere auf dem Gebiet der gesellschaftlichen und der internationalen Beziehungen geht so schnell vor sich, dass unser Denken und vielleicht sogar unser Denkvermögen hiermit nicht Schritt zu halten vermag. Dies ist umso eigenartiger, weil noch niemals der Fortschritt der Technik und der Wissen- Las Industria de la Potasa Jerusalem. — El First National Bank of Boston y el banco francés Lazard Frères expresaron interés en unirse al Banco Mundial en ün ambicioso proyecto do inversiones tendiente a expandir la producción de la usina de potasa del Mar Muerto, según se informó ahora. Los dos bancos nombrados suministrarían una inversión de unos 11 millones de dólares mientras el Banco Mundial prestaría 22 millones, hacia un préstamo global de 45.000.000 dólares. Entre tanto Mordecai Bentov, ministro de desarrollo. declaró en la knesset que la participación en la empresa de substanciales capitales privados no debe cambiar su carácter. "Todo al contrario , dijo, ello reforzaría su estabilidad y rentabilidad . Contestaba de tal modo al sionista general löset Safir quien puso en duda la crítica del ministro hacia la opinión expresada por el presideiale del Banco Mundial Eugene Black, de que las inversiones privadas deberían ser alentadas para los proyectos del Mar Muerto. Por otra parle e4 ministro Bentov reiteró su posición de que la empresa de potasa del Mar Muerte debe mantener su carácter de empresa nacional pública. SCHLOMO S. TANGER Israels Pottasche-Industrie Jerusalem. — Die First National Bank of Boston und das französische Bankhaus Lazard Frères drückten ihr Intéresse aus, sich der Weltbark bei einem ausgedehnten Investitionsplan zur Erweiterung dei Produktion der Pottasche-Anlage vom Toten Meer anzuschliessen, wie jetzt mitgeteilt wurde. Die beiden genannten Banken würden eine Inve. stition von rund 11 Millionen Dollar zur Verfügung stellen, während die Weltbank 22 Millionen bis zu einer Gesamtanleihe von 45 Millionen Dollar bereitstellen würde. Inzwischen hat Entwicklungsminister Mordechai j3t>j}tow in der Knesset erklärt, dass die Beteiligung bedeutender Privatkapitalien an dem Unternehmen nicht seinen Charakter ändern dürfe. „Ganz im Gegenteil”, betonte er, „dies sollte seine Stabilität und Rentabilität erhöhen.” Er antwortete auf diese Weise dem Allgemeinen Zionisten Josef Safir, der die Kri. tik des Ministers an der vom Präsidenten der Weltbank, Eugene Black, ausgesprochenen Meinung in Zweifel zog, dass die privaten Investitionen für die Toten Meer-Projekte ermuntert werden sollten. Andererseits bestätigte Minister Bentow seine Position, dass das Pottasche-Unternehmen am Toten Meer seine Eigenschaft als öffentlich-staatliche Unternehmung beibehalten müsse. SCHLOMO S. TANGER schatten den Menschen einen so tiefen Einblick in die Zusammenhänge des Lebens, des Seins und des Werdens gestattet hat. Wir stehen vor einer widerspruchsvollen Situation. Wir leben in einer Zeit, von der wir trotz aller Bildung und allem Wissen nicht sagen können, wie man sie nennen und wie man sie charakterisieren soll. Um es noch einmal zu sagen: selbst unsere Worte reichen hierfür nicht aus. Wir können die Lage nur umschreiben, weil der Begriff, der seinen realen Ausdruck im gesprochenen Wort findet, noch nicht entdeckt ist, noch nicht ausgesprochen worden ist, um Gedanken und Wirklichkeit zu harmonisieren und in unseren Denk, und Wortschatz aufzunehmen. Dass wir in einem Umbruch der Zeiten leben, dürfte immer deutlicher hervortreten. Auch die vielen Voraussagen über einen Weltuntergang sind charak. teristisch hierfür. In politisch erregten Zeiten, in denen das Leben der Völker unter Zuckungen leidet, die von ähnlichen geophysischen und geologischen Erscheinungen begleitet werden, werden die Menschen entweder restlos ungläubig oder blicken erwartungsvoll zum Himmel, damit ihnen von dort Heil werde... Nicht nur im Laufe unserer eigenen jüdischen Leidensge-' schichte sind von Zeit zu Zeit Propheten aufgetreten oder haben „falsche Messiasse“ die Aufmerksamkeit auf sich gelenkt. Das war bei den anderen Völkern genau so. Wo des Menschen Kräfte zu versag'en scheinen, findet er sich mit dem Walten, höherer Mächte ab. Unsicherheit, Unwissenheit und Angst, Ohnmachtsgefühl und primitive Instinkte begiinstigen Mystizismus und Schwärmerei, die sicheren Boten apokalyptischer Reiter, die neue Katastrophen künden, weil die Menschen zu schwach sind, ihr Schicksal, ihr Zusammenleben und damit ihre Zukunft zu meistern. Wo der Mensch nicht ver. mag, eine neue, heranbrechende Zeit zu begreifen, sich geistig, physisch, politisch, wirtschaftlich und ge. sellschaftlich umzustellen, lässt er sich treiben. In solchen Zeiten, der politischen Spekulanten und der Verführer der breiten Massen, die mit schönen Worten die Sehnsucht auf Erlösung erfüllen und die mit endlosen Versprechungen eine Zukunft vorgaukeln, die in ei. nem krassen Gegensatz zur traurigen Wirklichkeit steht. Aus diesem Grunde ist es gerade in diesen Zeiten leicht, Seelenfang zu treiben und für radikale Auf. (Schluss auf Seite 2) Vortrag in Uruguay Montevideo. — Der israelische Botschafter in Uruguay, Isaae Arcavi, er öffnete die Tage he- (bräischer Kultur mit einer Vorlesung in der Aula Magna der Universität Montevideo über das Thema: Israel, Wegweiser und Planer einer neuen Gesellschaft. Prof. Carlos Sabat Er. casty führte den Redner in seiner Eigenschaft als Präsident des Uruguayisch-israelischen Kultur- Instituts ein. Der Veranstaltung wohnten bekannte Persönlichkeiten aus Kreisen der Universität, Künste und Diplomatie bei. (ITA)

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