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Jüdische Wochenschau · 1960-08-02 · 1800 (2.8.1960) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1800 (2.8.1960)
Date
1960-08-02
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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J — Maries, 2 de Agoslo de 1960 JÜDISCHE «n i —eh— WOCHENSCHAU Año XXL — No. 1800 VÄR bricht Beziehungen ab (Schluss von Seite 1) wider .Uzte. Aber Rheaa luirán schuf eine moderne moh immedanische GrossmacUt, indem er die alte persische Kultur und Geschieht» wieder auferstehen liess. Als er nach 15jähriger Herrschaft abtrat, hinterliess er einen völlig neuen, veränderten, modernisierten Staat. Der Kampf der Grossmächte um den Einfluss in Iran setzte mit unverminderter Intensität ein, als der starke Mann nicht mehr in Teheran regierte. Der Druck der Grossmächte wurde energischer, als im Krieg das Ringen um das Petroleum alle anderen politischen Ziele verdrängte. In der Nachkriegszeit versuchte ein fanatischer Ministerpräsident durch die Nationalisierung der grossen Oelgesell. schaf'.en die iranischen Souveränität in einer veränderten Welt zu sichern, scheiterte aber, als er zum Spielball der unter sich konkurrierenden Westmächte gemacht wurde, weil er nicht »ehr über die Macht verfügte, die der grosse Schah besessen hatte. Nach einer Zeit schwerer Krisen konsolidierte sich allmählich die Lage Persiens wieder. Bei dem schnellen Wechsel der politischen Kräfte und der dauernden Aencerung des internationalen Spannungsfeldes gelang, ten die grösseren und kleineren Mächte zu neuen Kombinationen und Orientierungen. Der Irak hatte im Jahre 1955 einen Vertrag mit der Türkei geschlossen, durch welchen sich diese ' beiden Länder zur gemeinsamen Verteidigung gegen die ihnen angeblich drohen, de kommunistische Gefahr verbündeten. Als dann England im Einverständnis mit den Amerikanern diesem Abkommen beitrat, wurde der politische Charakter dieser Konvention bereits deutlicher. Dieser internatio- Dr, FREY Abofado PUEYRREDON 2196 1* tag nachm. 16—18 Ohr ... nale Vertrag, allgemein als Bagdad-Pakt bekannt, stellte zugleich eine Abwehr gegen die sowjetischen Tendenzen und gegen die ägyptischen Hegemonie-Forderurgen in der arabisch.mohammedanischen Welt dar. Neben Pakistan trat auch Persien-Iran diesem Vertrage bei. Schon damals schäumte Nasser vor Wut, denn seine panarabischen Pläne, nicht zu sprechen von seinen promohammedanischen Illusionen wurden in weite Ferne gerückt. Irans definitive Entscheidung für den Westen war gefallen, soweit alle diese Länler überhaupt zu endgültigen Entschlüssen gelangen können. Iran war damit — von aller Welt sichtbar — von Nasser abgerückt. Nur durch die Revolution im Irak, in deren Verlauf der König und sein Ministerpräsident Nuri Pascha ermordet wurden, ist das Bündnissystem des Bagdad-Paktes erschüttert worden. Aber der Pakt besteht auch heute noch, allerdings ohne Bagdad (Irak); niemand kann bisher mit Sicherheit feststellen, welche Position der Irak eigentlich bezieht. Der irakische Diktator Kassem, Nassers Feind Nr. 1, laviert bis heute zwischen den Blöcken, obwohl er offensichtlich erhebliche Sympathien für Moskau besitzt. Kassem machte auch Gebietsansprüche gegen den Iran geltend, die allerdings vom Schah Mohammed Reza Pelebvi als „grössenwahnsinnig” zurückgewiesen wurden. Der Schah von Iran erklärte die Forderungen des irakischen Diktators als „eine Folge des physischen und geistigen Gesundheitszustandes des irakischer. Ministerpräsidenten" Kassem. Wir können also folgende Konstellation neben vielen anderen feststellen; Reza Pehlevi gegen Kassem, Kassem gegen Nasser und Nasser gegen alle. So sieht in Wirklichkeit die Einheit der arabisch-mohammedanischen Welt im Jahre 1958/ 59 aus. Jetzt fühlte sich Persien soweit gefestigt, um auch in J. Liebling POURNXERE — SPERRHOELZER DIAZ VELEZ 5224 «1 46 T. E. 43-2343/0340 y 3021 I REAL PENI;FüUhaítei i: REPARATUREN í; Spezialgeschäft; CORRIENTES 563 TE. 49-5850 Optica DffL. orrncot Sarmiento T.E. 35-735 Aiattko. @ka.pa&ux HUTSALON Jetzt in Belgrano MOLDES 2 5 6 1 T. E. 73-9229 73-9155 der Israelfrage eine eigene politische Linie zu verfolgen. Dass Nasser deswegen die * Beziehungen abbricht, wurde gewiss von der Regierung in Teheran mit eingerechnet. Es wäre keine sonderliche Ueberras-hung. dass andere mohammedanische Staaten sich zu dem gleichen Schritt wie Persien entschlossen würden. Denn zweifellos ist diese Annaherung an Israe’ durch den Iran ein Schritt, dem man eine transzendentale Bedeutung beimessen könnte. Es ist ein offenes Geheimnis, dass sogar zwei arabische Nachbarstaaten Israels schon längst die Beziehungen zu Israel aufgenommen haben würden, wen sie nur mit einer noch so gelingen Rukkendeckung der Grossmachte und anderer mohammedanischer Ländern rechnen dürften; Transjordanien und Libanon. Nasser, der ohne Zweifel ein geschickter Taktiker und ein sehr schlauer Fuchs ist. wusste genau, was er tut, wenn er die beiden kleinen arabischen Länder unter ständigem Druck und unter schwersten Bedrohungen wenigstens nach aussen hin m der Arabischen Liga “alt. Bereits der Vater des jetzigen transjordanischen Königs, der Emir Abdullah, wollte vor mehr als zehn Jahren mit Israel Frieden schliessen, einen _ Wunsch und eine Absicht, die er mit dem Leben bezahlen musste. Der Libanonn, mit seiner kleinen christlich-arabischen Majorität, .sucht sieh bisher vergebens der Umklammerung durch die VAR zu entziehen und ist zufrieden wenigstens seine Eigenstaatlichkeit wahren zu können. Nassers Existenz hängt aber beinahe ausschliesslich von seiner Gegnerschaft zu Israel ab das für ihn ungefähr du gleiche Rolle in seiner Propaganda und für die Erhaltung seiner Popularität spielt wie -einstmals die an. «jüdische Aufhetzung der Massen durch die Nazis... Wenn heute ein grosses mohammedanisches Land wie Iran sich aus der Einheitsfront gegen Israel herauslöst, so bedeutet diese einen weiteren schweren Schlag gegen die Nassersche Politik und muss dessen Stellung auch innerhalb der VAR erschüttern. Für Nasser kommt dieser persische Schritt schon deswegen reichlich ungelegen, weil er in Syrien mit den grössten Schwierigkeiten zu kämpfen hat Es ist bekannt, dass die Syrer mit Macht danach streben, wieder ihre Selb- Ehan Erziehungs- Minister Jerusalem. —Das Kabinett ernannte Abba Eban, den Exbotschafter in Washington und jetzigen Minister ohne Portefeuille, zum Erziehur.gsminister. (ITA) ständigkeit und Souveränität zu erhalten. Das Experiment einer Verein.gung mit Aegypten zur Vereinigten Arabischen Republik (VAR) ist nur in den bombastischen Nasser-Reden gelungen. Die Opposition in Damaskus gegen die ägyptische Vormundschaft wächst, zumal sowohl die Westmächte von der einen Seite wie d e Iraker von der anderen alles tun, um die aniizentrelis«. schen Bestrebungen zu fördern. In seinen Phillipicas gegen -den Iran bemühte sich Nasser seinen Vorbildern nachzueifern. Ton und Inhalt -seiner Reden waren bei Hitler gelernt und stellten eine groteske Imitation der letzten Ausfälle Krutschews gegen den Westen dar. Der politische Schrit eines bis dahin befreundetcn Landes, der doch ausschbesslich der Befriedung der interna'ionalen Lage dienen sollte, wurde sofort als ein Angriff umgedeutet und zu einem schmutzigen Geschäft des persischen Schahs gestern, pelt. Man kann daraus ersehen, in welchem bedauerlichen Umfang die internationale Atmosphäre vergiftet ist. Die persönlichen Beleidigungen gegen ein Staatsoberhaupt werden hem. mun^slos und wuterfüllt ausgestossen. Soweit ist es wieder, dass ein wildgewordener Emporkömmling sagen darf, was ihm gerade gefällt. Die Nasserschen Angriffe stellen zugleich eine unerhörte Intervention in die internen iranischen Verhältnisse dar. Man muss nur hoffen, dass sich die Regierung in Teheran in der richtigen. Weise gegen diese Nasserschen Herausforderungen zu schützen w'eiss. Hier liegt ein Fall vor, der vor den Sicherheitsrat gehört. Denn keinem Mitgliedstaat dürfte das Recht züstehen, gegen ein anderes, der UN angeschlossenes Lar.d so vorzugehen, wie dies die VAR unter Nasser gegen den Iran getan hat. Wo bleibt die Reaktion der anderen Mächte? Wann halten die Amerikaner die Zeit für gekommen, gegen Nasser vorzugehen, der von ihnen hochgezüchtet worden ist? Nasser brüstet sich zwar damit, gegen di,. USA herausfordernde Reden zu halten, aber sein Gewaltregime ist überhaupt nur möglich, weil Washington ihn doch letzten Endes immer gedeckt hat. Wenn die Amerikaner den Frieden wirklich aufrecht erhalten wollen, dann ist jetzt wieder einmal der Augenblick eingetreten, um gegen den ägyptischen Diktator vorzugehen, der sich darin gefällt, neue Kon. fliktsstoffe und Gefahrenherde zu schaffen. Aus der Heftigkeit, mit la fetraaa Israelita Bisemanario: apara ce ios Martes y Viernes Editado trat Estrellas Ecmonal Ltd à Verantwortlich: Dt. ti Svuwufcf Pueyrreaón ¿190 1^ izq 1 £ 83-2613 A nono-Preise. Argentinien. $ 60.— pro Quartal der Nasser gegen die Aufnahme der Beziehungen zwischen Israel und Iran proie. stiert, kann, man deren Be. deutung ermessen. Israel hat einen grossen diplomatischen Erfolg errungen. Sein Willen zum Aufbau einer neuen nahöstlichen Welt ist vom Iran anerkannt worden. Israels Idee und Parole der Kooperation aller Völker des Orients hat einen neuen Triumph gefeiert, der gewiss von allen, dem Fortschritt ergebenen Völkern begriisst werden wird. Judith | Schenkolewski ( Xuttasstickereten i Schabbosdeck en . Tallisbeutel . Käppchen Maszot-Taschen . Handand Maschinenstickerei von Bett und Tischwäsche BEBEDERO 358» T. E. 73-6155 Mohel N. Plaksin Superi 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 NERVENu. GEMUETS- KRANKHE1TEN Dr. M. J. Kuhn BULNES 193C. pl. b., 1? T. E. 80-0249 Mont., Mittwoch. Freitag 17—20 Uhr. Tel. Anmeldung erbeten. ESTUDIO JURIDICO Dr. Isidoro Kraut - Dr. Oscar Rabee ABOGADOS Ehescheidungen - Erbschaftssachen - Konkurse und Vergleiche - Verträge - Inkasso . etc. Neue Adresse: TE. 35-0796 MONTEVIDEO 451 35-0901 piso 5. ofic. 53/54 35.0823 Dr. PEDRO HABERFELD PRAKTISCHER ARZT Arzt am Instituto de Investigaciones Médicas der Universität Buenos Aires hat seine Praxis eröffnet. Ordination: Montag bis Freitag von 15 bis 18 Uhr DELGADO 1324. 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