Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1800 (2.8.1960)
- Date
- 1960-08-02
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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j PUEYRREDON / 2190 — 1’ isq. Èâ Jemand J&uojzUIg, T. E. 83.2811 Año XXI. BUENOS AIRES. MARTES 2 DE AGOSTO DE I960 No. 1800 Vor Beilegung des Konflikts Reparto de Tierras a Kiliu/im Tel Aviv. — Hb causado cierla consternación la noticia sobre la distribución de tierras y reservas de agua entre las diversas formas de agricultura israelí. El nuevo ministra del ramo, Mosbé Dayan, declaro públicamente que revisaría los métodos en que esas distribuciones fueron hechas. Aparece que los kibuzim tienen varios privilegios sobre otros sistemas agrícolas. incluyendo los moshavim. pues se les ha dado mucha más tierra y agua que les corresponde en relación a su posición en la economía nacional. Por su parte, los kibuzim han comenzado a pro. testar que se les acusa de usar de privilegios especiales, y algunos voceros kibuzianos alegan que Dayán es enemigo de los kibuzim que desea perjudicar sus intereses. Pero bien pronto se puso de manifiesto que Dayán abriga tal vez otras intenciones. Se asegura que se propone agredir las llamadas granjas, tierras que se hallan en manos privadas. Aun hay quienes afirman que todo el escándalo de los kibuzim no fué sino una cortina de humo para expropiar ciertas tierras privadas con el pretexto de que no producen lo suficiente para el bien del país. SCHLOMO S. TANGER Bodenverteilung an Kibbuzim Tel Aviv. — Der Bericht über die Verteilung von Böden und Wasserreserven unter den verschiedenen Formen der israelischen Landwirtschaft hat eine gewisse Bestürzung hervorgerufen. Der betreffende neue Minister Mosche Da jan erklärte öffentlich, er plane, die Methoden zu revidieren, nach denen diese Verteilung vorgenommen wurde. Es scheint, dass die Kibbuzim verschiedene Privilegien gegenüber anderen landwirtschaftlichen Systemen, einschliesslich der Mo. schawim, geniessen, denn ihnen wurde viel mehr Erde und Wasser gegeben als ihnen im Verhältnis zu ihrer Stellung in der staatlichen Oekonomie entspricht. Die-Kibbuzim haben ihrerseits dagegen protestiert, dass man sie beschuldigt, sich spezieller Privilegien, zu bedienen. Einige Kibbuz-Sprecher weisen darauf hin, dass Dajan ein Feind der Kibbuzim sei und ihre Interessen zu schädigen wünsche. Doch es stellte sich rasch heraus, dass Dajan möglicherweise andere Absichten hegt. Man versichert, er plane, d'ie sogenannten Farmen anzugreifen, d. h. Böden, die sich in Privathänden befinden. Dagegen behaupten andere, der ganze Skandal der Kibbuzim sei nur eine Rauchwand gewesen, um gewisse private Böden unter dem Vorwand zu enteignen, dass sie nicht genügend für das Wohl des Landes produzieren. SCHLOMO S. TANGER Wie aus offiziellen Quellen verlautet, steht der zwischen der Regierung Argentiniens und Israel wegen der Fortschaffung des Nazibenkers Adolf Eichmann aus Argentinien durch israelische Agenten entstandene Streitfall vor seiner Beilegung und soll durch eine gem-insame Erklärung beider Aussenministerium abgeschlossen werden. Obwohl über das Datum eines solchen Communiqués nichts bekannt wurde, so ist zu erwarten, dass es Mitte dieser Woche bekanntgegeben werden dürfte. Diese Ankündigung erfolgt nach dem Besuch des Rechtsberaters. des israelischen Aussenministeriums bei Präsident Dr. Arturo Frondizi. Dr. Schabtai Rosenne, der sich seit der vergangenen Woche in Buenos Aires aufhält, hatte, bevor er vom Präsidenten empfangen wurde, mit Aussenmini- Ster Dr. Taboada eine Un. Schah Mohammed Riza Pehlevi, der Herrscher über den Iran (Persien) hat die Beziehungen mit Israel aufgenommen. In einer Erklärung, die er in seiner Hauptstadt Teheran abgab, heisst es, dass sein Land den Staat Israel seit Jahren anerkannt habe. — Allerdings wurde das iranische Konsulat in Tel Aviv vor neun Jahren geschlossen, nachdem Persien dem Druck der Arabischen Liga nachgegeben hatte. Nach der Veröffentlichung dieser sensationellen Meldung setzte sofort eine hemmungslose Hetze der Arabischen Liga ein. Persische Fii'men wurden auf die „schwarze Liste” der Liga gesetzt, Nasser berief die Mitgliedstaaten zu einer eiligen Sitzung nach Kairo und die dem Diktator hörige, einheitlich gelenkte Presse Aegyptens eröffnete eine wüste Kampagne gegen den Iran. Die Zielscheibe dieser Angriffe ist der Schah, dem vorgeworfen wird, er wolle duch die Aufnahme von Beziehungen zu Israel dem Westen eine Gefälligkeit erweisen und spekuliere auf terredung über den Fall Eichmann. Die Botschaft Israels gab ihrerseits bekannt, dass Dr. Rosenne mit dem Rang eines Botschafters in Mission reist und seine Abfahrt nicht unmittelbar bevorsteht. ZUSAMMENKUNFT MIT Dr. FRONDIZI Am vergangenen Donnerstag, kurz nach 18 Uhr wurde Dr. Rosenne von Präsident Dr. Frondizi empfangen. Dieser Zusammenkunft wohnte der Rechtsberater des Aussenministeriums Dr. Luis Maria de Pablo Pardo bei. Nach der Aussprache, die 15 Minuten währte, erklärte Dr. Rosenne, es könne nichts hierüber mitteilen, da die „Erklärungen von beiden Aussenministerien abgegeben werden würden.” Dr. Rosenne lehnte e: strikt ab, Fragen der Journalisten zu beantworten, da die Informationen über seinen Besuch und seine Verhandlunweitere Hilfe, die doch nur auf seine Bankkonten in der Schweiz verschoben werden würde... Die heftige Reaktion der Arabischen Liga, die bekanntlich nur ein zeitweilig funktionierendes Instrument Nassers ist, und deren einzigen Inhalt der arabische Kampf gegen Israel ausmacht, hat gewichtige Gründe. Denn die iranische Anerkennung Israels stellt einen wichtigen Einbruch in die behauptete arabische Einheitsfront dar, zu der auch die nichtarabischen moham. medanischen Staaten gerechnet werden. Zwar zerfällt diese „Einheitsfront” in verschiedene gegnerische Lager, pflegt aber ständig geschlossen gegenüber Israel aufzutreten'. Damit hat also ein wichtiges Land gegen den Nasserschen Willen rebelliert und einen Kurs eingeschlagen, der mit der bisherigen arabischen Position im offenen Widerspruch steht. Diese Haltung des Iran ist umso bedeutungsvoller, als selbst der Irak, seit Jahren der ernsteste Rivale Aegyptens, in seiner antiisraeligen von den Aussenministerien erteilt würden. Er erwähnte nur, dass er vor seiner Unterhaltung mit Dr. Frondizi mit Aussenminister Dr. Taboada gesprochen habe. Auf die Frage, ob er Eichmann in Israel gesehen habe, entgegnete er, er habe ihn rie zu Gesicht bekommen. Als ihn ein anderer Journalist fragte, ob er noch länger hierbliebe, antwortete er, sein Aufenthalt würde sich noch auf einige Tage ausdehnen, doch sei keine neue Zusammenkunft mit Dr. Frondizi geplant. Dr. de Pablo Pardo lehnte es ebenfalls ab, über das Gespräch mit dem Präsidenten sowie über seine eigenen Verhandlungen mit dem israelischen Emissär Auskunft zu geben. WAS MAN IN ISRAEL SAGT Jerusalem. — Die Nachricht aus Buenos Aires, sehen Poliitk gemeinsame Sache mit Nasser macht, wenn er auch sonst die Arabische Liga offen boykottiert. Nasser, der die Errichtung einer weiteren .inneren’ Kampffront in seinem unmittelbaren Machtbereich befürchtet, begnügte sich aber nicht mit alarmierenden Proklamationen, sondern rief sofort seinen diplomatischen Vertreter aus Teheran nach Kairo, erklärte die persischen Diplomaten in seiner Vereinigten Arabischen Republik (VAR) personas no gratas und führte sofort den Abbruch der Beziehungen zwischen Iran und der VAR herbei. Mit dieser Demonstration wollte Nasser einen scharfen Trennungsstrich zu einem Land ziehen, das es gewagt hatte, seine Pläne zu durchkreuzen, und ihm nicht bedindungslose Gefolgschaft leistet. — Persien ist ein uraltes Kulturland. Im Altertum war das Morgenland auf dem Gebiet der Technik weit überlegen. Den Kuppel- und Bogenbau haben die europäischen Architekten vom Osten gelernt. Die grosse Reichsstrasse des Perserkönigs Darius mit dem Kurierdienst, der in nur 15 Tagen eine Strecke von 3.000 Kilometern bewältigte, ist eine 'Leistung, die bis zur Einrichtung des Flugpostdienstes nicht übertroffen wurde. Sein Kanalbau zwischen Nil und Suez war ein Vorläufer des späteren Suezkanals, 'der als ein technisches Wunder der Moderne galt. Die Wegbezeichnungen in der Wüste durch Errichtung von Steinhaufen bei jeder Viertelmeile hat die Jahrhunderte überdauert. —• In späterer Zeit bat ein dass der Präsident Argentiniens, Dr. Arturo Frondizi, sich bereit gefunden hat, einen Vertreter des israelischen Aussenministeriums zu empfangen, hat hier zu der Hoffnung Anlass gegeben, dass eine Regelung im Fall Eichmann erreicht werden kann. Dr. Schabtai Rosenne, der Rechtsberater des Aussenmi. nisteriums, reiste nach Buenos Aires ab, bevor hier die Nachricht eintraf, dass der israelische Botschafter in Buenos Aires zur persona non grata erklärt worden war. Dass Dr. Frondizi trotzdem beschloss, den Abgesandten Israels zu empfangen, wurde hier als günstig betrachtet. Juden begrüssen Fanfani Rom. — Die jüdischen Kreise Italiens haben ihrer Befriedigung über die Bildung eines Kabinett§ unter dem Vorsitz von Amintöre Fanfani Ausdruck verliehen, der bei den Juden als unparteiischer Freund Israels gilt. Während seiner Amtszeit vor zwei Jahren sollte Fanfani Israel besuchen, doch damals zwang ihn eine Regierungskrise, im letzten Augenblick von dieser Reise Abitard zu nehmen. Man _ hofft, dass Fanfani jetzt seinen Besuch in Israel verwirklichen wird. (ITA) Omayadenkalif ein Postsystem eingerichtet, das hinter dem des Darius kaum nachsteht, und unter einem seiner Nachfolger wurden die Postmeister bereits im Spionagedienst ausgebildet. Steu. erregister in persischer Sprache, die Herausbildung einer eigenen Steuersprache und -Schrift sind selbstverständliche Dinge. In Europa dachte damals niemand an derartige Einrichtungen. Man könnte noch viele Fakten aufzählen, um die — nicht nur technische — Ueberlegenheit Persiens wie des gesamten Ostens bis ins 13. und 14. Jahrhundert zu beweisen, also bis in die Zeit hinein, in welcher sich die Technik in Europa zu entwickeln begann, während die Entwicklung in den östlichen Ländern aus verschiedenen Gründen einem Stillstand verfiel. Ein wechselvolles Schicksal traf alle Länder, Staaten und Völker der nahöstlichen Welt, die nach dem ersten Weltkrieg zunächst ein Spielball der miteinander rivalisierenden Grossmächte wurden. Sehr bald trat der heute alles überschattende Gegensatz zwischen der Sowjetunion und den westlichen Alliierten in den Vordergrund. Die Russen traten als die Beschützer und Befreier der Kolonialvölker und aller Nationen auf, die unter westlicher Vormundschalt standen. Auch Persien gehörte neben der Türkei zum ständigen Spannungsfeld der sich widerstrebenden Interessen der Grossen, die das Land unter sich in verschiedene Einflusszonen aufteilten. Im Norden drangen sowjetische Truppen vor, während der mittlere Teil des Iran den Engländern überlassen werden sollte, die sich ängstlich vor dem wachsenden Misstrauen der Amerikaner zu schützen versuchten, bis dann in dem Schah Rheza dem zerrissenen Lande ein Befreier erwuchs, der in Persien eine ähnliche Rolle spielen und die gleiche Mission ausführen sollte, die Kemal Attatürk in der Türkei ausgeübt hat. Rheza Khan hatte seinen Rang nicht kaiserlicher Huld zu verdanken; er war in der harten Schule der russischen Offiziere der persischen Kosakenbrigade erzogen worden. Er stammte aus einer Gebirgsprovinz und hatte sich vom einfachen Soldaten zum Obersten emporgearbeitet. Mit den Resten der persischen Armee, mit nur dreitausend Soldaten, war er entschlossen, die persisehe Unabhängigkeit zu verteidigen, marschierte auf Teheran und besetzte die Stadt. Der „Könij der Könige”, der junge Schah Ahmed, machte ihn zum Kriegsminister. Damit be. gann 1921 ein neues Kapitel der persischen Geschichte. Die Laufbahn des Rheza Khan ist unvergleichlich. Ohne Volk, ohne Staat, ohne Armee und beinahe ohne jedes Programm begann er seinen Kampf um die Freiheit und den Aufbau seines Landes. Als erstes schliesst er einen neuen Vertrag mit Russland, Moskau treibt eine Spitze gegen England, versucht die westliche Position zu zerstören, streicht die persische Staatsschuld- und macht grosse Konzessionen ohne jede Gegenleistung. Das Ziel der Sowjets ist die völlige Ausschaltung des westlichen Einflusses. Rheza Khan benutzt die russischen Bestrebungen zum. Wiederaufbau des Landes. Nach wenigen Jahren hat Rheza Khan ein in viele Teile gespaltenes Land wieder vereint. Schliesslich ver. lässt Schah Ahmed sein Reich, in dem schon längst ein anderer herrscht. Ein persischer Dichter besingt den siegreichen Reiter aus dem Norden: „In vier Jahren Wurde Persien verändert. Aus der dörren Handfläche eines Greises wurde die geballte Faust eines Jünglings.” — In einem dramatischen. Kampf führte der neue Herrscher seine Reformen durch. Er wollte den Einfluss überwinden, indem er sich die Errungenschaften Europas zunutze machte. Es war eine lange, mit heftigen Erschütterungen verbünde, ne Entwicklun, der sich vor allem der islamische Klerus (Schluss auf Seite 2) Krumey bleibt in Haft Frankfurt am Main - Das Kriminalgericht lehnte es ab, den ehemaligen SS- Sturmbannführers Hermann Krumey auf frei, en Fuss zu setzen. Krumey war der direkte Untergebene Adolf Eichmanns und wurde am 24. Mai unter der Anklage verhaftet, an der Ermordung von hunderttausenden ungarischen Juden beteiligt gewesen zu sein. (ITA) ' Israelische Mission im Kongo Genf. — Simon Btesch, ehemaliger Generaldirektor des israelischen Gesundheitsministeriums, der kürzlich zum Direktor der Weltorganisation für Gesundheit ernannt wurde, ist nach der Republik Kongo entsandt worden, um dort die Wohlfahrtsdienste zu reorganisieren, wie jetzt mitgeteilt wird. Dr. Btesch reist auf Verlangen von Dr. Hammarskjöld nach dem Kongo. Er wurde damit betraut, im Namen der UN die Gesundheitsdienste in diesem Land einzurichten, die durch die kürzliehen Unruhen vollkommen zerüttet worden sind. In Begleitung von Dr. Btesch befinden sich verschiedene Beamte der genann. ten Weltorganisation, die ihn bei seiner Mission unterstützen werden. (ITA) WIE ICH ES SEHE Í VAR bricht Beziehungen ab von JEHUDA GOTTHEIMER