Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1798 (26.7.1960)
- Date
- 1960-07-26
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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S — Martes. 26 de Julio de iSàO JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXI. — No 179» DAS SPIEL MIT DEM FEUER Bücher über Eichmann (Schluss von Seite 1) Hilfst trebungen „für weniger entwickelte Länder” von politischen Forderungen be{ . itet werden. Durch diese Methode wird man weder Linientreue zur westlichen Front erzwingen noch Tendenzen nach der anderen Seite eliminieren. Es kann nicht überraschen, dass durch diese Form einer — vielleicht gut gemeinten — Wirtschaftspolitik das Gegenteil dessen erreicht wird, was man erstrebt. Die Augen vor diesen Grundsätzen politischer Reaktionen kleinerer Länder zu verschliessen, die Wert auf ihre Souveränität legen und auf ihre Selbstbestimmungs . Rechte nicht verzichten wollen, muss immer zu bitteren Enttäuschungen auf westlicher Seite führen. Es wäre verhängnisvoll für jede politische Entscheidung, wenn man die Verant. wortung für jede Fehlentwicklung nur .der Haltung der Gegenseite zuschreiben Wollte. Gewiss sieht der Durchschnittsbürger viel leichter den Splitter im Auge des anderen als den Dorn im eigenen Auge. Das ist •vielleicht menschlich, kann •aber als Entschuldigung oder gar als Grundsatz in der PojEtik nicht gelten. I In der latei .amerikanischen Geschichte sind bereits viele Diktatoren aufgetreten. Nur eine geschlossene Haltung der amerikanischen Demokratien kann gegen solche Erscheinungen Front machen. Das ist eine absolute Notwendigkeit, ¡wenn man verhindern will, •dass von solchen Terrorsy- ■ Sternen ein verhängnisvoller ^Einfluss ausstrahlt. Deswe. , gen ist die. Reaktion gegen Diktatoren immer eine gesunde. Sie muss sich aber auch auf einer politischen Ebene bewegen, die nicht von den Interessen bestimmter nordamerikanischer Interessengruppen gelenkt wird, sondern den Idealen Dr, FREY Abogado PUEYRREDON 2190 1* m sachm. 16—16 Uhr J. Liebling FOURNIERE — SPERRHOELZER DIAZ VELEZ 5224 al 46 T. E. 43-2349/0340 y 3021 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 i T E. 49-5850 Optica REX DIPL. OPTIKER Sarmiento 829 T. E. 35 - 735Ó aller anderen amerikanischen Volker entspricht. Aus diesem Grunde müssen die vorgebrachten Argumentationen auf die allgemeinen Prinzipien der amerikanischen Politik aufgebaut werden, die nicht nur von den Nationen Amerikas, sondern vom gesamten Westen getra. gen werden. Die Annäherung einiger lateinamerikanischer Länder an den Ostblock ist alarmierend. Es geht nicht allein darum, dass eine ausserkontinentale Macht die Möglichkeit erhält, ei nen Einfluss au' amerikanische Angelegenheiten auszuiiben. Diese Einflussnahme ist ohnehin gegeben, da alle Staaten heute den UN angehören, die satz -ngsgemäss über politische Probleme und Streitfragen uiskutieren beraten und entscheiden, und dadurch auch jedem Land, ob es nun zum Osten oder zum Weste gehört, die Möglichkeit direkter Mitentscheidung einräumen. Das ist eine wesentliche Funktion ein-S Völkerbundes. In diesem Zusammenhang muss man die Frage prüfen, ob die amerikanischen Kon. tinente allein mit dem Hinweis au die Monroe-Doktrin jede fremde Einflussnahme ablehnen können. Hierbei geht es sowohl um theoretische wie um praktische Erwägungen. Mit dieser Begründung hat man jetzt die Russen veranlassen wollen, jeden Versuch einer Intervention zu unterlassen. Die Monroe-Doktrin gelte auch heute noch in ihrem vollen Umfange; sie verwehre jeder fremden, ausserkontinentalen Macht das Recht, sich in inneramerikanische Probleme einzumischen. Wras besagt und bedeutet die Monroe-Doktrin? Im Jahre 1823 hatte der damalige Präsident der Vereinigten Staaten von Nordamerika, James Monroe, in seiner Jahresbotschaft die Stellung der USA im Rahmen der seinerzeitigen internationalen Politik Umrissen und die Parole „Amerika den Amerikanern” proklamiert. In der von John I Maltha ßltapQauyc HUTSALON Jetzt in B e 1 g r a n o MOLDES 2 56 1 T. E. 73-9229 73-9155 Quincy Adams verfassten Erklärung heisst es u. a., dass die USA nicht allein jeden Versuch der Heil gen Allianz, ihr System auf die westliche Hemisphäre auszudehnen, als dem Frieden und der Freiheit der Vereinigten Staaten gefährlich erachten, sondern auch jede zum Zweck der Unterdrükkung unabhängiger amerikanischen Regierungen unternommene Einmischung in dem Lichte einer den Vereinigten Staaten unfreundlichen Gesinnung betrachten müssen. Die Kontinente Amerikas dürften nicht mehr als Gegenstände der europäischen Kolonisation angesehen werden. — Diese Monroe-Doktrin wurde von allen nachfolgenden amerikanischen Präsidenten als die feste Grundlage ihrer eigenen Politik angesehen, bis heute. Man wird zugeben müssen, dass sich die Zeiten seit 1823 erheblich geändert haben. Die „Heilige” Allianz ist längst versunken, Weltreiche sind zusammengebrochen und verschwunden, und ganz andere, neue Mächte und Kräfte sind aufgestanden, die nicht nur die politische Landkarte völlig veränderten, sondern das Antlitz der Erde umgestaltet haben. Wenn sich trotzdem die Amerikaner auf ihre Monroe-Doktrin berufen, so drängt sich die Frage auf, ob dieser Grundsatz des „Amerika den Amerikanern” nicht auch für andere Kontinente, z. B. für Afrika, eine analoge Anwendung finden müsste. Sowohl das Selbstbestimmungsrecht der Völker wie das Prinzip der Freiheit dürfen eine andere Interpretation-als diese kaum zulassen. Mit der Proklamation der Monroe-Doktrin hat diese allein noch nicht den Charakter eines internationalen Gesetzes erhalten. Denn in Wahrheit hat es auch nach dieser Grundsatz-Erklärung des Präsidenten Monroe zahlreiche europäische Interventionen in inneramerikanische Angelegenheiten gegeben. Diese europäische Einmischung besteht entweder darin, dass bis heute europäische Mächte Kolonialherrschaft über — wenn auch verhältnismässig kleine — Gebiete ausüben oder aber durch wirtschaftliche Aktionen sich gleichzeitig ihren politischen Einfluss sicherten, oft zum Schaden und meist mit der Gegnerschaft der USA. Wenn man aber hiervon absieht, wird man feststellen müssen, dass sich die New York. — Das er=te Buch über Eichmann, dass, wie zu erwarten seht, eine lange Reihe ähnlicher Berichte einleiten dürften, ist als Taschenbuch in New York erschienen. Der Avon Books-Verlag gab „Eichmann, der Schlächter“ heraus. Das Buch ist dem „Andenken an Auschwitz“ gewidmet. Sein Verfasser ist John Donovan eine ehemaliger Offizier des USA-Geheimöienstes in Europa und Nahost. Er stützt sich auf Aussagen von Mitschülern Eichmanns und Leuten, die seine Mitarbeiter waren. (ITA) Monroe-Doktrin nur aus dem Grunde durchgesetzt hat, weil die Vere.n'gten Staaten die Macht dazu hatten, dieses Prinzij gegen drs „Heilige” Allian und alle späteren Mächte zu verteidigen. wenn aber andere amerikanische Länder etwa durch Bindung europäischer Kapitalien das Prinzip der Monroe . Doktrin brachen, dann haben die USA dies in den Fällen hingenommen, wo sie nicht die Möglichkeiten besassen, c:ne solche Einflussnahme zu verhindern. Alle beteiligten Staaten waren sich aber darin einig, dass politische Einflussnahme durch wirtschaftliche -.bhängigkeit oder Verschuldung durchaus gegeben sein kann. Ob also Sie Monroe-Doktrin als politische Grundsatz-Erklärung anerkannt wird, hängt von den Völkern ab, ab man ihr Geltung verschaffen kann von der Macht der beteiligten Staaten. Wenn man also realpolitisch denkt, wird die Berufung auf die Monroe- Doktrin allein nicht ausreichen, um heutige internationale Konflikt 2 zu lösen. Die Debatte wird dadurch erschwert, dass die USA selbst in allen anderen Kontinenten nicht nur politische und wirtschaftliche Interessen besitzen, sondern auch Judith Schenkolewski KuUuseückereien Sch ab bosd ecken . Tallisbeutel - Käppchen Maszot-Taschen . Hand- und Maschinenstickerei vod Bett und Tischwäsche BEBEDERO 2585 T. E. 73-9155 Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSER GESCHAEFTEN Manuela Pedraza 2530 pl. b. Dp. B T. E. 70-7244 Mohei N. Plaksin Supon 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 NERVENu. GEMUETS- KRANKHEITEN Dr. M. J. Kuhn BULNES 193C, pl. b., 1? T. E. 80-0249 Mont., Mittwoch. Freitag 17—20 Uhr. Tel. Anmeldung erbeten. Dr.! B.Sehwarcz 1 ZAHNARZT! ESTOMBA 2283 - 52-82141 RAYOS X J PARADENTOSE j TELEF. I VORANMELDUNG | ESTUDIO JURIDICO Dras. 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Heute wie in den Zeiten der „Heiligen” Allianz ist die Frage der Durchsetzung der Monroe-Doktrin als Maxime für das internationale Leben und die Weltpoliik weniger eine Rechts, als eine Macht, frage. Sich hierüber zu täuschen, bedeutet auch ein gela femaiia Israelita Buemanano: »parace •os Martes y Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda Verantwortlich: Di. H. Swarsenaky Pueyrreaón 2190 iv Uq T E 83-2613 Aoono-Preise Argen Urnen; 5 60,—• pro Quartal fährliches Spiel mit dem Feuer zu tre.ben. Kein Volk kann heute, selbst wenn es dies wollte, für sich allein in der Isolierung bleiben. Sich hinter aL te Prinzipien zu verschan- ■ zen, heisst Machtfrager: zu stellen, die nur zu neuen Konflikten führen. Nur durch den Willen zur Verständigung wird man eiren Ausgleich finden, der allein die amerikanischen Lärd.r vor einem schweren Konflikt schützen wird. 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