Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1797 (22.7.1960)
- Date
- 1960-07-22
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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4 — Viernes. 23 de Julio de 196# I* A SEMANA ISRAELIT Año XXI. — Mo. 179? MUSIK IN BUENOS AIRES:! "LA TRAVIATA" IM COLON Eine der erfolgreichsten, wenn auch nicht besten Opern ,.us der Feder Giuseppe Verdis, “Violett- oder La Traviata" (Die Verirrte) ging nach jahrelanger Abwesenheit wieder über die Bretter des Colón. Die Titelrolle war mit der jungen Nordamerikanerin Anna Moffo besetzt worden, die ■augenblicklich als die grösste Viole'.ta Valery genannt wird unu diesem Ruf alle Ehre machte. Die liebreizende und bildschöne Sopranistin bestach nicht nur* durch ihre natürliche Anmut und ihr wundervolles Spiel des g quälten Geschöpfes von Dumas, sondern sie verfügt über eine einzigartige, alle Register umfassende und von hoher Kultur beseelte Stimme, die ihr grossartige schon lang micht mehr gehörte Koloraturen erlaubt. Ihr zur Seite stand ais Alfredo Germont der italienische, uns bereits bestens oekannte Tenor Flaviano Labó. Die Duette •beider Künstler, wie auch ‘ihre Arien waren von bei- ,spielloser Virtuosität. Der italienische Bariton Mario Sereni machte aus dem Vater Germonts eine Meisterleistung. Im Spiel anfangs ein wenig steif, fügte er sich in die Ensembles vorteilhaft ein, und seine grosse Arie des 2. Aktes, hatte einen nicht alltäglichen Sonderapplaus. Die •ihrigen Rollen waren bei hiesigen Künstlern durch- -*us zufriedenstellend aufgehoben. Tullio Bonis Colón- Chor, wie stets, eine Kabinettsleistur.g. Felipe Romitos Regie ohne Leben und traditionell. Das Colón-Orehester unter Ferruccio Cafysio zündender Direktion Spielte sehr gut. Calusio hatte mit seinen ybrspielen zum 1. und 4. i^kt grossen Sonderbeifall, %md bei den Italienern gönnte sich das Publikum ¿ur sehr schwer beruhigen. HANE DAYDE UND MICHEL RENAULT MIT COLON-BALLETT Das französische Meister- Tanzpaar stellte sich sowohl als Solisten als auch mit dem Ensemble des Colön- I Balletts vor. Wir sahen hier j eine sehr selter erreichte Homogenität und Kongenialität zweier berufener Vertreter der Terpsichore, die „Entre Deux Rondes“ (Musik von Marcel Rousseau und Choreografie von Serge -;fai) sowie Tschaikowskys „Romeo und Julia” (ebenfalls das Tanzbuch von Lifar) und den „Pas de Deux” aus Tschaikowskys „Schwanensee“ schlechthin unübertrefflich tanzten. Ebenso perfekt war die Zusammenarbeit in Chopins „Sylphiaes“ (Choreografie von Michel Fokin), die riesigen Beifall erweckten. Die Solisten, der ausgezeichnete Dirigent Roberto Kinsky und alle Mitwirkenden durften endlosen Applaus für sich buchen. GEORG LUDWIG JOCHUM Der gediegene Orchesterleiter, der uns wiederholt besucht hat, dirigierte in der Rechtstakultät das Nationale Rundfunkorchester anlässlich eines „Festival Beethoven“. Jochum ist ein Akademiker, dem nichts entgeht, und der nichts zufügt. Aber gerade deshalb entbehren seine Wiedergaben jenes persönlichen Nimbus, der nun einmal einer Persönlichkeit anhcTtet. Die Version-en der Egmont- Ouvertüre war perfekt, die der 2. Symphonie d-dur, op. 36 zu wenig geprobt und unausgeglichen, und lediglich in der 7. Symphonie erreichte Jochum mit dem glänzend spielenden Orchester einige grosse Momente. Es gab frenetischen Beifall. GRAF-HELLER-MICHELIN Ein nicht alltägliches Niveau erreich .e das vom schweizer Flötisten Peter Lukas Graf, vom tschecbi- Deutfctißs Ihßütor Montag, 25. Juli, im Teatro Odeon Zum goldenen Anker von MARCEL PAGNOL Regie: JACQUES ARNDT Gelesenes Theater Maria Böhmberger Tosca Dohnke Karl Ewald Gert Haucke Rolf Mölders Frank Nelson Hans Peters Max Wächter Eintrittskarten an der Theaterkasse, Esmeralda 367, Tel. 45-3591, Werktags von 10—12 und von 15 bis 20 Uhr Mit dem ersten Leseabend des „Literarischen Studios" hatte soeben das „Deutsche Theater, Buenos Aires” einen grossen Erfolg. Man wählte die sehr witzige und geistvolle Komödie des schweizerischen Dramatikers F. Duerrenmatt „Romulus der Grosse”, die gegenwärtig auch auf der spanischsprechenden Bühne zu sehen und voller aktueller Anspielungen ist. Während der historische letzte Kaiser des weströmischen Reiches Romulus Augustus („Augustus der Kleine") heisst und 16. jährig stirbt, nennt Duerrenmatt ihn „den Grossen", weil dieser höchst unkaiserliche Kaiser das sogenannte Heldentum ad absurdum führt und nicht länger einen sinnlos gewordenen Kampf für etwas führen will, das nicht mehr zu retten ist. Dieses Schauspiel, das hier von dem gesamten Ensemble des Deutschen Theaters, das auf der Bühne halbkreisförmig Platz genommen hatte, pausenlos zwei Stunden lang ausgezeichnet vorgelesen wurde, spielt am 15. März des Jahres 476 nach der übl. Zeitr., in der darauffolgenschen Cembe'isten Stanislav Heller und vom französischen Violoncellisten Bernard Michelia bestrittene Kammerkonzert im Mozarteum Argentino. Wir haben an dieser Stelle erst kürzlich über die ausserordentlichen Qualitäten jedes einzelnen der drei Künstler berichtet, deren vollkommene . Darb.etungen uns auch diesmal wieder mitrissen. Die dreifache Arbeitsgemeinschaft, bei der frei, lieh zuweilen Probenmangel bemerkbe. wurde, bot eine ausgewogene Antonio 'Lotti- Sonate und das Haydn-Trio in g-dur. Michelin r.nd Helle musizierten in angenehmen Zusammenspiel die Sonate von Pergoles: für Cello und Cembalo und das seit Jahren eingespielt Duo Graf-Heller die e-dur Sonate für Flöte und Cembalo von Johann Sebastian Bach. Heller selbst bot, seinen manirier.'ten Allüren abgesehen, vorbildliche Interpretationen der Passacaglia von Fra., ''io Couperin und der g-dur-Partita No. 5 von J. S. Bach. Die genannten Virtuosen durften sich für sehr langen, herzlichen Beifall bedanken. c-n den Nacht und am kommenden Tage, Es sind die Stunden, da der Germanenlürst Odoaker zum letzten Schlag gegen das einst mächtige römische Imperium ausholt. Wie nun Roms Minister und Generäle den Kaiser cazr bewegen wollen, das Volk zum „totalen Krieg” aufzu rütteln. den wir'schaftii chen Ruin durch eine Geldheirat der Kaisertochter aufzuhalten, einen auf tönernen Füssen stehenden Staatsapparat neu zu beleben. ist dramatisch glün zend gestalte und lässt an zahlreiche Parallelen denken. Doch der Kaiser, der zwanzig Jahre lang „regierte“, indem er sich nicht um Politik kümmerte sondern Hühnerzucht trieb, wächst in den Stunden der Entscheidung zu einem menschlich fühlenden Wesen, das lieber ein Wreltreich „liquidieren” will als seine Untertanen für das Vaterland zu opfern, ein „Vaterland”, von dem er sagt, dass „der Staat ihm diesen Namen gibt, wenn er seine Bürger in einen Massenmord schikken will.” „Romulus der Grosse”, der nicht flieht wie alle seine Getreuen sondern sich dem siegreichen Germanenfürsten ergibt, der ihn aber nicht tötet sondern pensionieren lässt, ist der wahre Held, der „die Weltgeschichte nicht zu stören wünscht”. Statt grosser Worte wie „Kampf bis zum letzten Mann” und ähnlicher Phrasen vernimmt der Zuhörer die Stimme der Menschlichkeit und der Vernunft, die mit erfrischendem Humor hohle Begriffe der Lächerlichkeit preisgibt. Hier, in diesem Drama, spricht ein Dichter, der aus dem Erleben der letzten 20 bis 25 Jahre die Konsequenz gezogen hat, die Welt darüber zu unterrichten, wie sie so oft für falsche und unedle Zwecke missbraucht worden ist. Diese von Jacques Arndt inszenierte gelesene Theater, aufführung fand den ehrlichen Beifal eines zahlreichen Publikums. C. W. J-iteïaïilche A/oihan Durchschlagender Erfolg Die Wiederaufführung des Stückes von Bruno Frank „Sturm im Wasserglas” durch die Berliner Künstlerhilfe gestaltete sich zu einem vollen Erfolg. Story’ und Gestaltung erwiesen sich auch nach dreiss g Jahren als durchschlagskräftig. Bruno Frank gehörte zu den jüdischen Schriftstellern, deren Erfolg 1933 ein jähes Ende bereitet wurde. Er starb 1945 in Kalifornien. Simone Signoret Simone Signoret, die bei der Verleihung des „Oscars” den Preis als beste Schauspielerin des Jahres 1959 erhielt, stammt aus einer jüdischen Familie Südwestdeutschlands. 85 Jahre alt Musiker und Musikliebhaber der Sowjetunion nahmen an Feiern zum 85jährigen Geburtstage des jüdischen Komponisten Professor Alexander Goldenweiser teil. Der Komponist, der Werke von Puschkin und Turgenjew in Musik gesetzt hat, erhielt schon mit 20 Jahren zahlreiche Auszeich- Walter Rilla Walter Rilla, nach Deutschland zurückgekehrt, inszenierte an der Tribüne in Berlin des Engländers Jane Arden-Drama „Die Party“ und spielte zugleich die Hauptrolle. I F T In dieser Woche wird „Alto Perú” von Andrés Lazarraga in spanischer Sprache anlässlich der Feiern der Mairevolution unter der Regie von Atualpa del Cioppo wie holt. Die Vorstellungen finden am Freitag, Sonnabend und Sonntag statt. j Am Sonntag, den 24. Juli, um 22 Uhr, findet ein Violinkonzert des jüdisch-uruguayischen Geigers, Israel Chorberg, mit klassischen und modernen Werken — u.a. Brahms, Achron — statt. ‘Am Klavier: Washington I Quinta-Moreno. Kartenverj kauf täglich an der Theaterr kasse. | Am Sonnabend, um 17 Uhr und am Sonntag um 15 Uhr .indet eine Vorstellung für Kinder mit der Aufführung des Stückes „Pflunft, el Fantasmita” von der brasilianischen Dichterin Maria Clara Machado unter der Regie von Jordana Fain statt. CONFITERIA nungen. 60 Jahre war er Professor für Musik an der Universität Moskau; ¡mehr als 200 der führenden Musi, ker Russlands waren seine Schüler. Goldenweiser er. hielt viale Preise, unter ih. nw 1947 den Stalin-Preis. Neue Thectergruppe i,Israel Playhouse” heisst eine Theatergruppe in Tel Aviv, die hebräische Stücke in englischer Sprache zur Aufführung bringen will. Der Anfang wird mit drei Einaktern „Three faces of 1s. rael” und einem bunten Programm mit Sketches, unter ihnen einer von Ephra.m Kischon. gemacht. Jüdische Schule Die jüdische Gemeinde in Costa Rica hat ihre Elementarschule nach Chaim Weizmann genannt. Teatro Colón Sábado 23, a las 18 horas: Séptimo concierto del abono a 10 de grandes solistas. Re. cital del pianista André Tchaikowsky. — Programa: Variaciones en fa mencr, Haydn; Sonata en do menor, |K. 451, Moz-art; Sonata en *a menor, op. 42, Schubert; 4 minuées, Haydn, Mozart, Schubert, Ravel; “Gespard de la Nuit", Ravel. Sobrantes de abono en venta. A las 21: Función extraor. dinaria letra “E”. Velada organizada por el Centro Gallego de Buenos Aires en celebración del Día de Galicia. Himno Nacional Argentino, Himno Gallego. Ballets: “Pavana Real”, Rodrigo-Truyor; “Estancia”, Ginastera - Borowsky; “Danzas Polovtsianas”, del “Príncipe Igor”, Borodin-Fokin. Acto folklórico Gallego. Directores de orquesta: Antonio Tauriello. Juan Emilio Martini y Roberto Kinsky. Director artís. tico del C. de Baile: A. Truyol. Maestro de baile: N. Zvereff. Director técnico: T. Capobianco. Orquesta y cuerpo de baile estables del teatro Colón. Platea: $ 80. Saldo de localidades en ven. ta, hoy viernes. Domingo 2b, a las 10.30 hs. Quinto concierto del abono a 6 matinales: Orquesta Filarmónica de Buenos Aires. Director: Gustav Koenig. Solista: Ruggiero Ricci. Sobrantes de abono en venta hoy, viernes. I F T BOLOGNE SUR MER 547 T. E. 88-9420 VIERNES Y SABADO 22 HORAS DOMINGO 18 HORAS ALTO PERU de ANDRES LIZZARAGA SABADO 17 hs. — DOMINGO 15 hs. TEATRO PARA NIÑOS PLUFT, EL FANTASMITA PAMPA 2447/ 51 T. E. 73 - 4025;i SALON FUER FESTLICHKEITEN <• V n " n Rabbiner Dr. FRITZ WINTER und Frau HANNA geb. HAHN gestatten sich, die G. w. Schabbos Nachamu, den 6. August 1960 — 13. Menachem Aw 5720, in der Synagoge Rio Branco 1168 stattfindende BARMIZWO ihres Sohnes HERBERT MICHAEL anzuzeigen. Montevideo, im August 1960 Calle Julio Herrera y Obes 1205, Ap. 4 ISRAEL - BRIEFMARKEN AN WIEDERVERKAEUFER — ALLE NEUAUSGA- BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIAMONTE 550, I/B — Busses Ains, B*p. ktfestiN LUACH (Kalender) III 4 29. Freitag, den 22, Juli Sonnabend, den 23. Juli Schabbat MATOT - MAS’E Haftara: Yirmeyahu II 4 — 28 — Neumondsankündigung Aw Sonntag, den 24. Juli Montag, den 25. Juli Dienstag, den 26. Juli Mittwoch, den 27. Juli Donnerstag, der 28. Juli Freitag, den 29. Juli Sonnabend, den 30. Juli Schabbat DEWARIM — Haft. Yeschayahu 1,1 Sonntag, den 31. Juli Tamus Tamus Tamus 1. Aw 2. Aw 3. Aw 4. Aw 5. Aw 6. Aw — 27 7. Aw 1 \ t