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Jüdische Wochenschau · 1960-07-22 · 1797 (22.7.1960) · p. Seite 3

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1797 (22.7.1960)
Date
1960-07-22
Page
Seite 3 (sequence 3)
Language
German, Spanish
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Viernes, 22 de Julio de 1960 LA SEMANA ISRAELITA Año XXI. — No. 1797 — 3 DIE EREIGNISSE DER WOCHE „Israelis und Israeliten” Unter diesem Motto erschien in der Landespresse eine sogenannte „Klarstellung” des „Instituto Judio-Argentidurch die erreicht werden soll, dass die nichtjüdische Oeffentlichkeit begreife, dass „Israelis und „Israeliten*’ nicht ein und dasselbe seien. Offensichtlich war hiei ein Irrtum der Berichterstattung über eine von höchster Regierungsstelle abgegebene Erklärung der äussere Anlass zu dieser Publikation, deren Inhalt und Form von der jüdischen Oeffentlichkeit nicht ohne weiteres hingenommen werden können, ja, mindestens teilweise, heftigen Widerspruch erfahren dürften. Niemand hat bestritten, dass die argentinische Verfassung eine freiheitliche ist und ihre demokratischen Grundgesetze allen Landesbewohnern bzw. Bürgern ohne Unterschied der Herkunft und des Glaubens Schutz angedeihen lassen. Einer Unterstreichung dieser Tatsache durch eine jüdische Institution bedurfte es keineswegs. Auch weiss ein jeder Jude und ganz gewiss auch jeder Nichtjude, dass israelische Bürger nur solche Menschen, Juden und auch Nichtjuden, sein können, die entsprechend den israelischen Gesetzen als Bürger des Staates Israel anzusehen sind. Ferner war eine Belehrung der Oeffentlichkeit darüber überflüssig, dass Juden, die in anderen Ländern leben, natürlich keine „Israelis” sein können, sondern eben Bürger ihrer Wohnländer mit allen Pflichten und Rechten, die ihnen nach den Gesetzen zustehen. Dass in manchen Ländern diese Bürgerrechte nicht auf alle Menschen richtig angewandt werden, ist eine allzubekannte Tatsache, die keiner besonderen Erwähnung bedurfte. Was aber diese „Klarstellung” so besonders unangebracht erscheinen lässt, ist der Hinweis darauf, dass sich die „argentinischen Israeliten”, wie dort gesagt wird, nur durch ihr „Glaubensbekenntnis” von anderen Argentiniern” unterscheiden würden, sonst aber durch nichts anderes charakterisiert werden könnten. Die überwältigende Mehrheit der Judenheit dieses Landes, dies sei dem „Instituto Judío-Argentino” klar erwidert, lehnt eine „mosaische Konfession” ab, sondern sieht im Judentum eine durch Religion, Geschichte und Schicksal verbundene Gemeinschaft, eben das jüdische Volk, das nach Jahrtausenden des Leidens in der Schaffung des jüdischen Staates die Erfüllung seiner nationalen Sehnsucht erlebte. Der an schlechte Beispiele früherer Zeiten in Westeuropa erinnernde kindische Versuch, das Judentum vor der Oeffentlichkeit zu verkleinern, indem mar. einzig und allein das religiöse Moment gelten lassen will, wird von weitesten Kreisen mit Empörung zurückgewiesen, die es entschieden ablehnen, eine Neuauflage des Naumannschen „Verbandes nationaldeutscher Juden” zur Kenntnis zu nehmen. Diese „Flucht in ein konfessionelles Judentum”, um die Einheit des jüdischen Volkes in der Welt und für die Welt nicht gelten zu lassen, ist kein Zeichen von Mut und Verantwortung. Ein wenig mehr jüdische Würde hätte dieses geradezu beschämende Manifest verhindern müssen. CURT WILK LA SEMANA ISRAELITA BISEMANARIO independiente Bs. Aires - PUEYRREDON 2190, 1» i*g. — T. E. 83-2613 27. Tamus 5720 22. Juli 1060 »Vision und VVirklichkeit" ln einer von der ACIBA (JKG) und der Theodor HerzI Gesellschaft gemeinsam durchgeführten Veranstaltung sprach Rabb. Dr. Meir Rosenberg anlässlich der 56. Jahrzeit nach Theodor Herzl. Nach dem Herr Manfredo Anspach die Anwesenden begriisst und auf die Bedeutung dieses Herzl- Jahres kurz hingewiesen hatte, ergriff der Redner das ■Wort, indem er zunächst darauf hinwies, dass die Herzl-Jahrzeit, der 20. Tammus, kein Trauertag sein solle, sondern ein Tag, an dem sich jüdische Herzen über den Alltag erheben. Eine Vision, so führte Dr. Rosenberg etwa aus, ist eine überirdische Schau, bei welcher die Gedanken der Zeit vorauseilen. Herzl gab einer negativ eingestellten Umwelt gegenüber der Sehnsucht jüdischer Menschen Ausdruck und verband mit dieser Vision die modernsten Ideen von einer „Neuen Gesellschaft”, von verbesserten Lebensformen. Besonders in „Altneuland” ersteht das Bild einer klassischen Gesellschaft. Doch heute, in Israel, stünden wir einer anderen Wirklichkeit gegenüber; gibt es jetzt einen Klassenkampf? ln gewissem Sinne schon, ist die Meinung des Referenten. Es ist ein zähes Ringen der Arbeiterschaft um ein höheres Lebensniveau spürbar, und diese Verbindung von Vision mit Wirklichkeit wird von ihr mit nationalem Verantwortungsbewusst- Eein getragen. Ein weiteres ernstes Problem ist dadurch entstanden, dass Hunderttausende von orientalischen Juden seit der Siaatsgründung ins Land gekommen seie mit denen in früheren Zeiten nie gerechnet werden konnte; Menschen aus einer ganz anderen sozialen und kulturellen Welt, die durch einen Erziehungsprozess umgeformt werden müssen. „Vision und Wirklichkeit”, 80 führte Rabb. Rosenberg weiter aus, würden im israelischen Heere, diesem grossartigen Schmelztiegel, aufeinanderprallen. Die Last des Heeresdienstes, dem praktisch die grosse Bevölkerungsmehrheit angehört, das jederzeitige Erwarten eines Einrückungs-Befehls, schuf einen neuen Typus des Kämpfers. Der ständi. gen Gefahr eines Absinkens in einen schalen Militarismus wird immerwährend entgegengearbeitet. Der jüdische Soldat darf seine Sehnsucht nach friedlichem Aufbau niemals vergessen; die Vision muss ihm helfen, der Realität ins Auge zu sehen. Realität der Stunde Das Gedenken an Theoodr Herzl, so sagte der Redner, zwinge, sich mit der zionistischen Bewegung immer wieder auseinanderzusetzen. Sie ringt stets um die Seele des jüdischen Volkes und besitzt die Kraft, das jüdische Leben neu zu gestalten. Welche Aufgabe habe sie z. B. heute in unserem zentraleuropäischen Sektor? Zunächst diese: Sich mit Israel eng verbunden zu wissen, sich in reinen Ceuanken in der Stunde der Not zu seinem jüdischen Volke zu bekennen bei aller Berechtigung der Kritik einzelnen Handlungen des Staates Israel gegenüber. Die zweite Forderung laute: Bejahung dei Alijah und jede Hilfe für die, welche in Zion Wurzel fassen können. Eine dritte Verpflichtung für alle Juden heisst: Jüdisch - kulturell zu leben. Dort, wo Menschen auf Grund von Herkunft und Erziehung für jüdische Religiosität nicht mehr gewonnen werden können, müssten das jüdische Buch, die Beschäftigung nvt jüdischkulturellen Werten, der hebräischen Sprache dazu dienen, sich Judentum anzueignen. Schliesslich ist als vierte Forderung die unbedingte Einheit des jüdischen Volkes, die Judcisierung des jüdischen Lebens, die jüdische Vollschule, das Ausschlüsse:'- aller negativen Kräfte bei uns, die klare Scheidung zwischen „Konfessionsjuden” und „nationalen Voiljuden”, zu erheben. Der Aufbau von Erez Israel ist die alle einige.ide Parole, und die Seel-, des Aufbauwerkes ist ganz gewiss der Chaluz. Diese mit starkem Beifall aufgenommenen Ausführungen von Dr. Meir Rosenberg riefen keine .Disk .ssion hervor, gaben aber Dr. Hardi Swarsrnsky Veranlassung zu einigen ergänzenden Bemerkungen. U. a sagte der Redner im Zusammenhang mit einem aktuellen aussenpolitischen Streitfall, dass man auch heute bei uns leicht eine „Einheit“ schaffen könne, indem man auf Ideen und Charakter v rzichte. Die Worte Dr. Rosenbergs unterstreichend nahm Dr. Swarsensky zum Problem der jüdisch. n Schul* Stellung, an der bereits vor beinahe 20 J.hren gearbeitet worden ist, ohm dass die grosse Mein reit der Verantwortlichen unseres Kreises die ungeheure Bedeutung der Sache begriffen hätte. Mit einem herzlichen Dank an den Redner des Abends schloss die interessante Veranstaltung. C. W. Theodor Herzl-Jahr In der vergangenen Woche fand im Festsaal der Kehilla mit der Eröffnung einer kleinen Ausstellung über Theodor Herzl im Foyer des Hauses die Proklamation des Herzl-Jahres in Argentinien statt, das anlässlich des 100. Geburtstages von Dr. Theodor Herzl in de ganzen jüdischen Welt gefeiert wird. Die Ausstellung steht unter dem Protektorat der Zionistischen Landesorganisation und der Kehilla. Die Feier wurde mit dem Gesang der argentinischen Nationalhymne und der Hatikwa eingeleitet. Der Generalsekretär der Zionistischen Landesorganisation, Herr Daien, begrüsste die Anwesenden und würdigte die Persönlichkeit des Schöpfers des politischen Zionismus, dessen Werk, „Der Judenstaat”, heute Wirklichkeit geworden ist. Für Herzl bedeutete der Judenstaat das Mittel zur Einigung des jüdischen Volkes, und er war es, der die Juden lehrte, Realpolitik zu treiben, und ihnen den Weg zur Verwirklichung des Zionismus gewiesen hat. Heute nun eröffnen die Juden in Argentinien das Herzl-Jahr, das mit der Feier des Jahres „100 Jahre jüdischen Lebens in Argentinien” zusammenfällt. Hierauf ergriff der Präsident der Zionistischen Landesorganisation, Ing. Radczichowski-, das Wort und nach ihm der israelische Delegierte, Dr. Ben Jehuda. Der Gast aus Israel betonte, wie schwer es sei, vor einem Publikum, dem Herzls Gestalt wohl bekannt sei, über diese gewaltige jüdische Persönlichkeit zu sprechen, aber es gelang ihm doch, in höchst interessanter Weise Herzl und sein Werk vor den Zuhörern zu gestalten. An dieser Zeremonie nahm auch dem Botschafter Israels, Dr. Arie Levavi, sowie Vertreter der jüdischen Institutionen teil. Nach Beendigung des offiziellen Teils fand eine Besichtigung der Ausstellung statt, die jetzt täglich bis Ende des Monats geöffnet bleibt. Besuch aus Montevideo Uebers Wochenende waren etwa 40 Jugendliche aus Montevideo gekommen, um den hiesigen Jugendgruppen einen Besuch abzustatten und eine Reihe sportlicher Wettkämpfe auszutragen. Aus dies kann man als einen positiven Ausdruck der intensiven Jugendarbeit betrachten, die nicht zuletzt durch die Centra angeregt und gefördert worden ist. Eine kleine Delegation, bestehend aus dem Leiter der Jugendarbeit in Montevideo, Peter Widman, und Rafaela David besuchte in Begleitung von Mario Braun und Silvia Berlowitz (beide Buenos Aires) die Redaktion der Jüdischer Wochenschau. In einer längeren Unterhaltung wurden Gedanken ausgetauscht und Anregungen gegeben. Wir haben uns über diesen Besuch sehr gefreut und hoffen, dass auch in Zukunft die Jüdische Wochenschau ihren Beitrag zur Jugendarbeit leisten kann. Seite der Jugend Nach längeren Vorbereitungen und auf Anregung von Rolf V, erthelmer hat die Jüdische Wochenschau die Veröffentlichung einer Seite der Jugend wieder aufgenommen, die in spanischer Sprache den Jugendproblemen gewidmet ist. Die Zusammenstellung des Materials hat Rolf Werth eimer übernommen, der selbst aus eiper unserer Jugendgruppen hervorgegangen ist, und dem die Jugendführer aller Jugendorganisationen unseres Sektores beratend zur Seite stehen. Wir haben diesen, bereits früher einmal unternommenen Versuch einer Jugendgruppe sehr gern anfgenommen, in der Hoffnung, dass diese Seite weiten Anklang und das Intere-se aller Jugendlichen finden wird. Ganz gewiss werden auch diejenigen, die nach ihrem (Fortsetzung auf Seite 5) Miss Israel Tel Aviv. — Zur Schönheitskönigin Israels wurde die Schneiderin AUza Gur, die sich in ihrer Freizeit als Schauspielerin betätigt, gewählt. 2.000 Personen waren bei der Wahlzeremonie anwesend, die mehr als drei Stunden dauerte, während deren es für die Aspirantinnen für den Titel schwer war, das „Keep - Smiling” durchzuhalten. Der Vater der neuen „Königin” ist deutsch-jüdischer Herkunft, die Mutter ist Jemenitin. — (AWZ) Die klassische Bekleidungs - Etage ist neu erstanden MAIPU 484 (1. Stock - Aufzug) Neue Galerie Maipú (Zwischen Lavalle und Corrientes) Masskleidung Fertigkleidung Aenderungen Maipú 928 Maipú 484 1* T. E. 31.0357 Waletirtonm JETZT AUCH IN BELGRANO T ABILDO 774 an der Fed. 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