Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1797 (22.7.1960)
- Date
- 1960-07-22
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Flutwelle des Hasses steigt (Schluss von'¿feafé Ï) pagne m Deutschland, die sich dann wie die asiatische Grippe auf viele Länder aus..ennte, die alten Drahtzieher standen, die Morgenluft witterten und noch einmal den Versuch wagen wollten, über den Umweg des Antisemitismus und einer allgemeinen Hetze gegen Juden und Judenknechte, womit die Demokratien gemeint sind, von neuem zur Macht zu gelangen. Wie leicht war es doch, mit dieser schändlichen Parole des Judenhasses ein ganzes und grosses Volk umzuwerfen und zu unterjochen, bis dann alle marschiert sind, wie es der Führer befahl... Man hat die Meinung vertreten, dass die Kommunisten einen erheblichen Anteil an dem Entstehen der Schmier-Kampagnc gehabt haben. Diese Meinung wird Vom deutschen Weissbuch vertreten, das jedoch nicht die Absicht verfolgt, nun die ganze Verantwortung auf den Kommunismus oder die Kommunisten abzuwäl. zen. Diese Auffassung wird auch von Dr. Jacobsen in seiner wissenschaftlichen Arbeit über dieses Thema (abgedruckt in der Beilage „Aus Politik und Zeitgeschichte" zur Wochenzeitung „Das Parlament” vom 6. Juli 1960) vertreten. Dieser Hinweis auf die Kommunisten dürfte jedoch abwegig sein. In dieser Hinsicht benötigen die Nazis nicht der Dr. FREY Abogado PUEYRREDON 1190 1* ta« nachm. 16— 1t Ute yvw»v»wv»! REAL PEN VVVVW i [Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T E. 49-5850 kommunistischen Hilfe, deren sie sich scnst recht gern zu bedienen pflegen, wenn es ihr Konzept erfordert. Denn schliesslich liegen diese Gewaltregime, wenn sie auch umgekehrte Vorzeichen tragen mögen, auf der gleichen Ebene des Denkens und des Tuns. Beide huldigen einem Führerprinzip, beide sind blutrünstige Diktaturen, die jede andere Meinung niederstampfen, beide benutzen die gleichen Terrormittel gegen ihre Gegner oder vermeintlichen Widersacher, beide unterhalten Arbeits- und Konzentrationslager, führen Massendeportationen durch und knebeln die menschliche Freiheit. Da sie beide den Grundsatz der Ausschliesslichkeit für sich in Anspruch nehmen, können sie zwar zeitweise in der Defensive kooperieren, werden aber stets zur letzten Aueinandersetzung gegeneinander antreten, was wir alle schon erlebt und gesehen haben. Der Hinweis auf die kommunistische Mitwirkung bei den antisemitischen Aktionen von gestern oder, heute ist unzutreffend und nicht ungefährlich, weil er zu einer Verwischung der Spuren beiträgt. Die Hintermänner der neuen antisemitischen Exzesse sind also nicht im kommunistischen Lager zu suchen, obwohl vielleicht der unterdrückten Kommunismv die durch die antisemitischen Aktionen geschaffene Unruhe und Unsicherheit nicht ungelegen kommt. Auch psychologische Betrachtungen über die seelische Prädisposition gewisser Kreise von Jugendlichen, der sogenannten Halbstarken, können die neuen antisemitischen Hassausbrüche nicht erklären. Diese psychologischen Diagnosen geben vielleicht darüber Aufschluss, aus welchen Gründen die Hintermänner, die eigentlichen Drahtzieher dieser Kampagnen, gerade diese Jugendlichen bereit finden, sich als W7erkzeuge für ihre Absichten, Pläne und Attentate benutzen zu lassen. Es kann sich also immer nur um eine Betrachtung der Mittel und Methoden, der ausführenden Organe, nie aber der eigentlichen und tatsächlichen Täter handeln. Auch ein Kind kann eine Bombe werfen; darauf kommt es nicht an. Wer hat dem Kind die Bombe in die Hand gedrückt, wer den Schmiertopf und den Pinsel? Das allein bleibt die entscheidende Frage. Man darf sich nicht durch noch so geistreiche und wissenschaftlich gut fundierte Analysen vom eigentlichen Problem und damit vom Kreis der wirklichen Täter ablenken lassen. J. Liebling fourniere — SPERRHOELZEB DIAZ VELEZ 6224 al 46 T. E. 43-2343/0340 y 3021 Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSER GESCHAEFTEN Manuela Pedraza 2530 pl. b. Dp. B T. E. 70-7244 Bereits die Schmierkampagne und die sonstigen antisemitischen Ausschreitungen fielen durch ihre Gleich, artigkeit auf. Dieselben Parolen, die an der Wand der Kölner Synagoge erschienen, wurden in London, New York und anderen Städten wiederholt. Die gleichen Drohungen, die jetzt gegen die Juden in Chile ausgestossen wurden, sind in anderen Ländern wörtlich ausgesprochen worden. Das ist kein Zufall. Es würde eine verhängnisvolle Vogel- Strauss . Politik bedeuten, wollte man diese deutlichen und eindeutigen Zeichen der koordinierten Aktion nicht erkennen, die nun schon das zweite Mal in einem Jahr gegen die Juden lanziert wird. Man steht nicht isolierten antisemitischen Gruppen oder Einzeltätern gegenüber, sondern hat es mit einer wohl organisierten, über alle Länder der Erde verbreiteten Bewegung zu tun, die von einer Zentrale einheitlich dirigiert wird. Die antisemitische Inter. ternationale des Nazi-Faschismus als organisierte politische Kraft ist in Aktion getreten. Sie ist es, die die junge Burschen dazu missbraucht, in allen Ländern antijüdische HetzparoxAi&ttka Ûk HUTSALON Jetzt in B e 1 g r a n o MOLDES 2 5 6 1 T. E. 73-9229 73-9155 len anschmieren zu lassen, anonyme Anrufe mit ent sprechenden Drohungen zu organisieren, Rache für Kriegsverbrecher zu schwören und zum Völkerhass und Bruderkrieg aufzustacheln. Es wird nach einem einheitlichen Konzept gehandelt. Die Methoden sind die alten, die sich schon einmal bewährten. Alle Juden werden für irgendein Geschehen verantw ortlich gemacht, auch wenn es noch so weit ausserhalb ihrer Reichweite oder ihres Interessenkreises liegen mag. Lügen werden aufgetischt, die noch so augenfällig oder töricht sein mögen, für die man aber immer und überall leichtgläubige, ahnungslose Mitläufer findet, deren Unwissenheit oder Vorurteile geschickt auigei utzt werden. um sie für die dunklen Ziele der nazistischen Interi nationale zu gewinnen. Auch die Mittel haben sich nicht oder -wenig geändert. Man versucht es immer wieder mit „spontanen” Volksstimmungen, die schlagartig" hervorgezaubert werden. In einer einzigen Nacht wurden alle Gotteshäuser in Deutschland in Brand gesetzt, in einer einzigen Nacht werden die Häuserwände in den verschiedensten Städten der verschiedensten Länder mit judenfeindlichen Parolen beschmiert. Es ist doch nicht schwer, Hass in dieser von Leidenschaften aufgewühlten und zerrissenen Menschheit zu säen. Die wieder anschwellende Flutwelle des Antisemitismus stellt jedoch nicht alilein eine Bedrohung der über viele Länder zerstreuten Judenheiten dar. Wir schreien durchaus nicht Zeter und Mordio; auch haben wir keine Angst vor dem. was geschehen könnte. Unser Volk hat schon schwerere Zeiten durchgestanden und überlebt. Die Nachwehen einer finsteren Zeit wer den vorübergehen, zumal wir Erfahrungen haben, die uns nützlich sein können. Dagegen sind die unerfahre. nen Völker, die sich plötzlich in einen Tummelplatz ihnon bisher unbekannter Leidenschaften verwandelt sehen, von chaotischen Zuständen bedroht. Die Polizeikräfte reichen schon nicht aus, um allen Bürgern hinreichenden Schutz zu bieten. In der von der antisemitischen Kampagne geschaffenen Unruhe regen sich die subversiven Kräfte des Nazismus, des Kommunismus, des Supernationalismus, die alle die Gelegenheit benutzen wollen und werden, um im Trüben zu fischen und die demokratischen Regierungen und Einrichtungen zu stürzen. Wir haben es schon einmal erlebt. Die Brandfackel, die gegen das jüdische Volk geschleudert worden ist, hat gewiss Millionen Juden verzehrt, sie hat auch Millionen Menschen anderer Nationen durch einen Krieg verschlungen, der von den gleichen Hetzern entfesselt worden ist. Der Brand der jüdischen Gotteshäuser wurde erst gelöscht, als ganz Europa in einen furchtbai’en la Semana Israelita Büenuuiario: aparace mm Martes y Vienes Editado por Estrellas Editorial Ltda Verantwortlich: Dr. H. Swartenaky Pueyrredón ¿190 1* uso T E. 83-26X3 A nono- Preise. Argentinien. $ 60.— pro Quartal Trümmerhaufen versunken war. Das ist eine geschichtliche Tatsache, die eine bit. tere Lehre für alle Zeiten gegeben haben sollte. Das sollten die verantwortlichen und verar.twortungsbewuss- , ten Männer und Frauen in I allen Demokratien verste- [ hen, indem sie dazu beilra-' | gen, die Flutwelle des Antl-; semitismus zu bekämpfen, bevor sie alle verschlungen hat. Dr. B. Schwarcz ZAHNARZT ESTOMBA 2283 — 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG NERVENu. GEMUETS- KRANKHEITEN Dr. M. J. Kuhn BULNES 193C. pl. b., X’ T. E. 80-0249 Mont., Mittwoch. Freitag 1T—20 Uhr. Tel. Anmeldung erbeten. Dr. PEDRO HABERFELD PRAKTISCHER ARZT Arzt am Instituto de Investigaciones Médicas der. Universität Buenos Aires hat seine Praxis eröffnet. Ordination: Montag bis Freitag von 15 bis 18, Uhr DELGADO 1324. Höhe ElCano 3500. T. E. 54-8025 Dr. ALBERTO L COHEN ESPECIALISTA DE NIÑOS Pampa 2926 T. E. 73-1116 Solicite hora VARICES - ULCERAS DE LA PIERNA - ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY SARMIENTO 3116 7. 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