Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1796 (19.7.1960)
- Date
- 1960-07-19
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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Martes, 19 de Julio de 1960 LA SEMANA Moskaus Politik im Irak Noch vor einem Jahr konnte man gelegentlich die These hören, Moskau treibe in Europa nur deshalb eine aggressive Politik, um die Aufmerksamkeit der .Weltöffentlichkeit vom Vorderen Orient abzulenken. In diesem Raum wolle es in Ruhe die Friichtt einer emsigen politischen Vorarbeit ernten. Inzwischen hat diese Spekulation jedoch an Ueberzeugungskraft verloren. Einerseits hat der Kreml die Prioritäten in der Rangfolge seiner aussenpolitischen Ziele deutlich zu erkennen gegeben. Andererseits hat der rege und interviewfreudige Krutschew selbst im Laufe der Zeit einige Aeusserungen gemacht, die wie Meilensteine den abschüssigen Weg der Sowjetpolitik im Nahen Osten kennzeichnen. Zu Beginn des vergangenen Jahres erklärte der sowjetische Regierungschef hoffnungsfreudig den Irak aum „fortschrittlichsten“ Land des Orients. Er schien damit in den Flitterwochen Die klassische Bekleidungs - Etage ist neu erstanden SEIT GESTERN: MAIPU 484 (1. Stock - Aufzug) Neue Galerie Maipú (Zwischen Lavalle und Corrientes) Masskleidung Fertigkleidung Aenderungen Maipú 928 Maipú 484 1’ T. E. 31.0357 einer sowjetisch-irakischen Annäherung die Absicht zu bekunden, das Land am Euphrat und Tigris zu einem sowjetischen Brückenkopf im arabischen Raum auszubauen Kaum ein halbes Jahr später wurden jedoch die siegessicheren moskauhörigen Kommunisten in Bagdad angewiesen ihre subversive und gewaltsame Aktivität abzustoppen, sich dem Regierungschef Kassem unterzuordnen oder sich bestenfalls mit ihm in die Macht zu teilen. Schliesslich erklärte Krutschew im Spätherbst, j kein einziges arabisches Land sei heute reif, ein kommunistisches System zu übernehmen. Diese Aeusserung klang in Anbetracht der immer noch überaus starken Position der Kommunisten in Bagdad geradezu sensationell. Es gibt jedoch eine Reihe von Gründen, die es dem Kreml ratsam erscheinen liessen, seine anfangs so stürmische Irakpolitik in ruhigere Bahnen zu lenken. Sie ergeben sich in komplexer Verknüpfung sowohl aus der innenpolitischen Situation im Irak, der sich zuspitzenden Rivalität zwischen Kairo und Bagdad und den allgemeinen Maximen einer neuen übergeordneten weltumspannenden Aussenpolitik Moskaus. Sehr bald muss dem Kreml klar geworden sein, dass die Regierung Kassems so sehr sie auch intern auf eine Hilfestellung der Kommunisten angewiesen war, sich einen eigenen Weg zwischen den 31öcken zum Programm gebahnt hatte. Zwar sponn Bagdad Fäden zu Moskau und suchte seine neutrale Haltung durch die Aufnahme sowjetischer Kredite und die Inanspruchnahme einer weitläufigen Entwicklungshilfe zu untermauern. Man liess jedoch das Verhältnis zum Westen nicht bis auf den Gefrierpunkt erkalten. Am deutlichsten zeigte sich dies ni der respektvollen Haltung Bagdads gegenüber dem westlichen Oelkonsortium im Lande, ISRAEL UND ARGENTINIEN* Muébu. Wqleiunqniv Restaurant »Paso ” “1^3 Paso 452 (al fondo) — T. E. 87-9259 Ünt«r Aufsicht des Vaad Harabonim der KehDla MITTAGS, und ABENDTISCH i , 4 Anrichten von kleinen Festlichkeiten i und Banketten i ********** AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BENO“ BöfO HUTSCKNBCJCER Ar4*. CONSTITtíTKNTWS 4KK* ( Ecke T. e. s* stos r— JETZT AUCH IN BELGRANO CABILDO 774 an der Fed. Lacroze im Zenirum: SARMIENTO 1147 Da diese Grundeinstellung der Regierung Kassems von den nationalistischen Fiihrungs - Elementen und grossen Teilen der Armee getragen wurde, schien der Versuch einer Machtergreifung durch die Kommunisten mit dem Risiko eines blutigen Bürgerkrieges verbunden. Diese Ueberlegungen hätten unter Umständen Moskau von dem Experiment nicht abhalten müssen. Dann kam jedoch die den arabischen Raum beherrschende Zuspitzung in dem Rivalitäts . Verhältnis zwischen Nasser und Kassem, als ein für die weiteren Perspektiven einer politischen Infiltration des Orients ernst zu nehmendes Hindernis hinzu. Nasser machte die prokommunistische Einstellung Kasems zur Trumpfkarte in seiner Kampagne gegen Bagdad. Eine gewaltsame Machtergreifung der Kommunisten im Irak hätte nicht nur der Nasserschen Propaganda recht gegeben, sie hätte auch die ohnedies schlechten politischen Beziehungen zwischen Moskau und Kairo bis zum Zerreissen angespannt. N Im Nahen Osten wären klare Fronten entstanden, die die künftige Politik des Kreml vor harte Aufgaben gestellt haben würden. Schliesslich, selbst wenn man in Moskau auch dieses Risiko in Kauf genommen hätte — die Koexistenz wäre durch einen Handstreich der Kommunisten in Bagdad diskreditiert worden. Zumal über die eigentlichen Initiatoren aller kommunistischen Massnahmen im Irak gerade im arabischen Raunr kaum Zweifel herrscht. Der Anschein einer Koexistenzbe reitschaft und die ständige Versicherung, sich nicht in die Angelegenheiten fremder Länder einzumischen, müssen jedoch glaubwürdig bleiben, da Moskau damit in naher Zukunft weit wichtigere Ziele zu erreichen hofft als nur eine ungewisse Beherrschung eines kleinen Teiles des nahöstliehen Raumes. Derartige Ueberlegungen mögen es gewesen sein, die Krutschew zu dem Entschluss brachten, zunächst eine abwartende Haltung zu den innerarabischen Entwicklungen einzunehmen. Moskau vollführt zur Zeit einen politischen Seiltanz zwischen Kairo und Bagdad. Gleichzeitig werden freilich die Ausgangspositionen weiter ausgebaut Im Irak beherrschen die Kommunisten immer noch weitgehend den politischen Propagandaapparat des Landes, wodurch sie nicht nur ihr. eigene Position zu festigen, sondern auch der Politik des herrschenden Regimes eine unzweideutige Richtung zu geben imstande sind. Experten und technische Berater aus der Sowjetunion und den Satelliten " überfluten das Land und nehmen die Stellen ein, die einst westliche Fachleute imiehatten. Rubelkredite sind gewährt worden, die die Verwirklichring einer ReL.e von wichtigen Entwicklungsprojekten sicherstellen. Dem Ostblock ist somit ein Einbruch gelungen, dessen Folgen noch keineswegs zu übersehen •-.ind. Nach dem heutigen Stand der Dinge sieht es jedoch nicht danach aus, als ob sich der Kreml mit diesen Trümpfen in der Hand in das Dickicht der innerarabischen Zwistigkeiten begeben wolle. Ihm scheint die Balance zwischen Jerusalem. — Nach ihrer Rückkehr aus den USA erstattete Aussenminister Golda Meir dem Ministerrat Bericht über die internationale Lage. Im weiteren nahm sie auf die Beziehungen mit Argentinien Bezug, die durch die Ergreifung des Kriegsverbrechers Adolf Eichmann auf argentinischem Territorium getrübt wurden. Frau Meir beurteilt die Situation optimistisch. Sie gab der Hoffnung Ausdruck, dass diese Frage mit der Zeit gelöst würde und verwies darauf, dass Argentiniens Antwort auf die letzte israelische Note noch ausstehe. Bisher seien nur mündliche Reaktionen des argentinischen Ausserxministeriums bekannt geworden, in denen nichts mehr von einer Rückstellung Eichmanns erwähnt wurde. Sie nehme daher an, dass sich Argentinien mit der „moralischen Wiedergutmachung’’ zufrieden gebe, die Israel bei der Debatte im Sicherheitsrat geleistet hat. Frau Meir betonte, dass sie in engem Kontakt mit dem israelischen Botschafter Dr. Levavi in Buenos Aires stehe. Offiziell wurde die Nachricht von ihrer bevorstehenden Reise nach Argentinien dementiert. VERTEIDIGER EICHMANNS Jerusalem. — Die Polizeibehörden teilten mit, dass Eichmann den kölner Anwalt Robert Servatius. zu seinem Verteidiger bei dem bevorstehenden Prozess in Jerusalem gewählt habe. Eichmann hatte die Wahl zwischen drei Rechtsanwälten, die ihm vorgeschlagen wurden DER PROZESS Jerusalem. — Justizminister Pinchas Rosen äusserte in einem Interview, das von einer israelischen Zeitung veröffentlicht wurde, die Regierung seines Landes beabsichtige nicht, „Richter aus dem Ausland zur Teilnahme am Prozess gegen den Exnazi Adolf Eichmann offiziell einzuladen. Dagegen würden ausländische Richter, welche als Beobachter dem Prozess beiwohnen wollen, eine freundliche Aufnahme finden.” Wegen der grossen Zahl von Journalisten, die zum Eichmann-Pro. .ess — der im nächsten Jahr stattfinden Kairo und Bagdad und die antiweslliche Tendenz eines positiven Neutralismus vorerst zu genügen. Das Interesse, die Diplomatie unu die politische Propaganda der Sowjets konzentriert sich daher in letzter Zeit weit mehr auf ein anderes mohammedanisches Land, den Iran. Dessen prowestliche Einstellung und Zugehörigkeit zum CENTO- Pakt an den Grenzen des Sowjetimperiums, bleibt dem Kreml ein Dorn im Auge. Schon jetzt es es Moskau gelungen, Bagdad in die Kampagne gegen das Regime des Schah einzuspannen. Man darf sicher sein, dass der Kreml, in welcher Form auch immer, rücksichtslos die erreichte Ausgangsposition im Irak nutzen wird, falls cs eines Tages zu einer Erschütterung der politischen Lage im Iran kommen sollte. soll — erwartet werden, und der beschränkten Zahl von Sitzen im Gerichtssaal, gehte, man an die Installation einer Bildfunk - Anlage, um der Presse zu ermöglichen, in einem benachbarten Saal im Justizgebäude den Verhandlungen zu folgen. BELASTUNGS-MATERIAL Jerusalem. — Glaubwürdi. gen Angaben zufolge verfügt das 6. Büro der Krimi, nalpolizei, das mit den Vorbereitungen der Anklage ge-’ gen Eichmann betraut ist, über 120 Befehle zur Ausrottung von Juden, die von dem ehemaligen Obersturmbannführer eigenhändig unterzeichnet sind. EICHMANN BETEUERT UNSCHULD Jerusalem. — Eichmann erklärte den Polizei-Inspektoren, die ihn vernehmen, er sei „keiner Kriegsverbrechen gegen die Juden schuldig”, wie das israelische Blatt „Lamerjaw” berichte, te. — Ein israelischer Richter muss die Präventivhaft Eichmanns um weitere vierzehn Tage verlängern, bis die Voruntersuchung beendet ist. ¡AHORA EN LA ARGENTINA...! VEGETAL (PALMIN) Elaborada exclusivamente con aceites vegetales pmos seleccionados. PIDALO EN: Almacén FRANCISCO VESTER, Rivadavia 11.576. Puestos 32/36. „ "EL COMERCIAL". Av. Libertador San Martín 1457. San Isidro. Fiambrería "EL CANO". El Cano 3064. Capital. „ "EUROPEA". Monroe 4987. Capital. „ "MUELLER", Mendoza 2441. Capital. „ "REINHEIMER", Hipólito Yrigoyen 1102, Martínez. „ "SAN AGUSTIN". Las Heras 2376. Capital „ "VIENA”, Azcuénaga 1114, Vicente López Proveedutía "PIAGGIO", Sarmiento 801. 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