Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1796 (19.7.1960)
- Date
- 1960-07-19
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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«**•'' A*» — ng 1/90 Beitrag zur grossen Debatte (Schluss von Suite 1) geweL-u wäre. Dass eine demokratische Regierung oder ein freiheitsliebendes Volk wLs.-iitlich Verbrechen Vorschub geleistet habe, darf mar. nicht annehmen. Hierfür liegen auch keine Anhaltspunkte vor. Das bedeutet aber nicht, dass nun jeder seine Hände in Un.chuld waschen könn. te. Die grosse argentinische Zeitung “La Prensa’', neben der ,,La Naciön“ die im Ausland angesehenste Zeitung Argentiniens, die Weltruf geniesst. schreibt zu diesem Thema: „Diese Fälle (wie Eichmann) können nicht mit normalen Fällen von politischem i yl verglichen werden... Sie wurden systema. tisch geführt, und zwar auf Schleichwegen durch die Fälschung von Dokumenten über die Identität. Die Flüchtlinge kamen hier an, indem sie die Gesetze unseres Landes missachteten, manchmal mit Wissen der Rechtsbehörden (Anm. d- Red.: Von uns fett gesetzt). Der Schutz, den man diesen Flüchtlingen gab, wurde durch die Manöver der Diktatur ermöglicht, die Auslieferungsanträge ablehnte. Wenn frühere Regierungs- Tbeamte nicht zur Verantwortung gezogen werden können, und wenn wir dadurch noch immer einen schlechten Ruf haben, so gibt es nichtsdestoweniger noch Zeit genug, die Vergangenheit durch schnelles und sauberes Behandeln künftiger Auslieferungsanträge zu bereinigen“. Diese Ausführungen der „La Prensa“ wurden in der! Ausgabe vom 11?. Juli 1960 der Frankfurter Allgemeinen Zeitung abgedruckt und mit der Ueberschnft „Kriegsvesbrecher zu lange gedeckt“ versehen. Man müsste also versuchen, die Frage zu klären, die von der „La Prensa“ angeschnit- Dr FREY Abofado PUEYRREDON |i« teq webm. IS—ü Ohi ten worden ist, welche Personen die Verfolgung der Nazikriegsverbrecher in Argentinien so lange verhindert haben, und welche Gründe hierfür massgebend gewesen sind. Die Kenntni über den Aufenthalt der Nazi-Kriegsverbrecher in diesem Lande bestand bereits in der Aera der Diktatur. Der frühere Nationaldeputierre Dr. Santander hat die Revolutionsregierung hiervon ausführlich und ausdrücklish unterrichtet, sodass auch die heutige Regierung das Problem gekannt haben muss. Dass die heutige Regierung die Auslieferung von einem oder mehreren Kriegsverbrechern nicht bewilligt hat, dürfte auch nicht bestritten sein. Aus allen diesen Gründen wird es wohl kaum noch angängig sein, die ganze Verantwortung auf die Diktatur abzuwälzen, obwohl dort der Ausgangspunkt z-u suchen ist. Mit der gesenaffenen Rechtslage setzt sich auch unter anderen wichtigen Zeitungen in Buenos Aires das Abendblatt “Crítica" ausführlich auseinander (vgl. Ausgabe vom 12. Juli 11960), das nachdrücklich un.! terstreicht, dass auch argentinische Bürger zu den Opfern Eichmanns gehören. Auch die “Crítica" geht selbstverständlich davon aus, dass die Souveränität eines Landes von jeder Regierung und von jedem Bürger verteidigt werden müsse. Dies verlangt die Würde und Ehre einer Nation. Eichmann aber sei ein Verbrecher, der Völkermord begangen habe, ein Delikt, das von den UN als ein internationales Verbrechen charakterisiert und verfolgt werde. Es handele sieh um ein neues Delikt, dessen Auftreten von keinem Menschen vorauszusehen war: niemand hätte annehmen können, dass solche Verbrechen im 20. Jahrhundert begangen würden. Die “Crítica” begründet ihren Standpunkt, dass Israel ein Recht habe, Eiehmann zu verurteilen, indem sie sich auf Parallel. dern, die aus irgendeinem Iben... Er soll sogar einen Grunde, der sich in der I argentinischen Pass besit- Ver/assung oder den Geset zen! j Maltha. Üh J. Liebling FOURRIERE — SPERRHOELZEB DIAZ VELEZ 6224 al 46 T. E. 43-2349/0340 y 3021 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN!; Spezialgeschäft! 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Der Fall Eicnmann hat offensichtlich eine enorme Verwirrung gsschaffen, die dazu führte, dass sich Argentinien an den Sicherheitsrat der UN wandte, obwohl .srael sein Bedruern über den Vorfall ausgesprochen hatte. Dadurch ist der Eindruck ausserhalb des Landes geschaffen worden, als würde sieh Argentinien für einen Kriegsverbrecher einsetzen, ein Eindruck, der bestimmt falsch ist. Immerhin hat sich gezeigt, dass destruktive Kräfte am Werk und von Einfluss sind, die dem Ansehen des Landes schaden. Man braucht sich in diesem Zusammenhang garnicht darauf zu berufen, dass ein Adolf Eichmann doch niemals in Argentinien gelebt habe, sondern ein Rire cardo Klement, der sich nicht in Israel befindet. “Crítica” zitiert dann ein wichtiges Urteil des höchsten argentinischen Gerichtshofes (Corte Suprema de Justicia), der am 18. Mai 1928 entschieden hat. es sei das Recht der Nation darüber zu entscheiden, welche Ausländer ins Land gelassen werden und welche .nicht. Damals hatte es sich um verfolgte Politiker und nicht um einen Kriegsverbrecher vam „Format“ eines Eichmann gehandelt. Der oberste Staatsanwalt der Nation, Dr. González Iramain, bestätigte damals, dass ZU den fundamentalen Rechten des Staates als Ausdruck der Souveränität auch dasjenige gehöre, den Eintritt ins Land von solchen Ausländern zu verhinzen unseres Landes fincet, vom Betreten argentinischen Bodens ausgeschlossen werden. Der Richter fügte damals noch die Worte hinzu: „Im gegenteiligen Falle würde man nickt nur zur Verletzung verfassungsrechtlicher Normen beitragen. sondern auch EIN AT¬ TENTAT GEGEN DIE SOU- VERAENITAET DER NA¬ TION autorisieren, in ihrem unanfechtbaren Recht, den Eintritt von Ausländer«, zuzulassen oder nicht, wie es der Höchste Gerichtshof gesagt hat “. Es sollte nicht notwendig sein, hier auf den gewaltigen Unterschied zwischen dem damals behandelten Fall und dem des Kriegs. Verbrechers Eichmann nochmals hinzuweisei.. Damals handelte es sich um Politiker, die hier ein /-syl suchten, hier um einen entarte, ten Menschen, der den Tod von Millionen betrieben hat. Umso mehr dürften die Gesichtspunkte auch heute noch Geltung haben, d:e im Jahre 1928 vo den höchsten argentinischen Richtern ausgearbeitet worden sind. Die schwere Verletzung der argentinischen Souveränität durch Eichmann und alle gleichgelagerten Fälle steht damit ausser jedem Zweifel. Es ist interessant zu beobachten, wie die Kreise um Eichmann zunächst einmal die Reaktion der Oeffentliehkeit abwarteten, um festzustellen, ob sie ihre Verstecke verlassen können oder nicht. Per Auschwitzer „Arzt“ Mengele wird jetzt; von den argentinischen Polizeibehörden gesucht. Eine Abendzeitung in Buenos Aires teilt“ mit, dass ih- Berichterstatter diesen Kriegsverbrecher auch in anderen südamerikanischen Ländern sucher da man annehmemüsse, dass er entwichen ist. Mengele soll hier unter den Namen Gregori oder Grigori gelebt ha- Wie gemeldet wurde, soll die Eichmann-Familie unmittelbar nach der Ergreifung ihres Oberhauptes verschwunden sein. J-tzf ist die Frau auigetaueht und hat die Stirn gehabt, eine Anzeige gegen Unbekannt wegen Menschenraubes zu erstatten. Sie machte dabei sogar Angaben, wie die Zeitungen meldeten wann ihr Mar.n und wann sie ins Land gekommen seien. Es ist aber nicht mitgeteilt worden, ob die Frau sofort verhaftet worden ist, da sie ja auch eine ganze Reihe schwerer Delikte wie Urkundenfälschung und dergleichen begangen hat. Denn sie hat doch ebenfalls unter dem Namen Klement gelebt. Damit hätte sie, wenn die Stellungnahme des Obersten Gerichtshofes noch gültig wäre, gegen die Souveränität des Land~s verstossen. Man darf mit Spannung diese weitere Entla 'nui Israelita aparace Viernes Biaeinanario ios Martes < Editado nor Estrenas Kaum.aJ Lta„ Verantwort) ted: Dt ti Swarsensky Pueyrreaon ¿191; t' izo 1 ft. 83-2618 A nono-Preise Argentinier«. $ 60.— pro Quartal Judith Schenkolewski Kuliuaatiefcereira Schabboadecken - Tmllte-i peu tel . Käppchen Metro t-Taschen - Handu»d Maschinenstickerei von Bett und Tischwlnetoe BEBEDERO 2666 T. E. 76-615» Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSER geschafften Manuela. Padrnaa 3636 pl. b. Dp. B T. E. W-7244 Mohel N. Plaksin Supnri 2719 T. E. 764764 u. 76-2312 NERVENu. GEMVETS- KRANKHE1TEN Dr. M. J. Kuhn BULNES 1930, pl. b., 1* T. E. 80.0249 Mont., Mittwoch, Freitag 17—20 Uhr. Tel. Anmeldung erbeten. Dr. B. Sch war ez ZAHNARZT ESTOMBA 2263 — 32-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG ESTUDIO JURIDICO Drae. 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