Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1795 (15.7.1960)
- Date
- 1960-07-15
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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V Viernes, 15 de Julio de 1960 LA SEMANA I S H A E LITA * Año XXI. — No. 1795 Ein Besuch im Süd - Distrikt Alle Orte, durch die wir mit unserem bequemen Touristen-Autobus fahren, sind mit wehenden, blau-weissen Staatsfahnen reichlich beflaggt, und wenn wir nicht wüssten, dass Anlass dafür der Unabhängigkeitstag ist, würden wir in Versuchung geraten, uns einzubilden, dass auch diese Fahnen zu dem freundlichen Empfang gehören, den man uns in jedem Orte bereitet. Wir machen diese Rundfahrt durch den Süd-Distrikt, von Kirjat Gat über Sderot, Saad, Netiovot, Beer Schewa, Dimona, Kfar Jerucham und Sodom bis Massada nämlich als Innenkommission der Knesset, um die Organisations- und Finanz-Probleme der Ortsverwaltungen des Entwicklungs - Gebietes zu studieren. Dazu wurden wir vom Innenministerium und den Munizipal- und Distrikts-Körperschaften mit übersichtlichem Informations-Material und Landkarten versehen und bekommen nun in jedem Ort Erläuterungen, Beschwerden, Vorschläge und Anträge aus dem Munde der berufenen Vertreter der Oeffentlichkeit zu hören. Es ist eine mobile, zwei Tage dauernde .Sitzung’ der Innenkommission unter Leitung ihres agilen Vorsitzenden Jaakow Riftin, an der w'r drei Journalisten teilnehmen. „Grau, teurer Freund, ist alle Theorie, und grün des Lebens goldner Baum”. An dieses Goethe-Wort aus der Schüler - Szene in „Faust” wird man erinnert, wenn man den Vergleich zwischen dem gedruckten Informationsmaterial, das man in der Knesset bekommt, und dem Einblick zieht, den man in die Entwicklung des Lan- Ton ME IR FAERBER, Tel Aviv Das Flüchtlings jahr Genf. — Mit Flüchtlingsfragen befasste 87 internationale freiwillige Büros haben sich mit dem Ersuchen an die UN gewandt, einen Sonderaufruf für die Fortsetzung der Bemühungen zugunsten der Flüchtlinge zu erlassen, da das Flüchtlingsjahr offiziell am 30. Juni schliesst. Zu den Unterzeichnern dieses Antrages gehören zahlreiche Weltorganisationen, u. a. Joint, Ort, Hias, der Hilfsverein für jüdische Kriegsopfer, das Jüdische Comité für Wiederaufbau und Wohlfahrt, sowie der Schutzverband für jüdische Kinder. (ITA) des auf so einer Exkursion gewinnt, die einen mit dem Leben unmittelbar konfrontiert. Jetzt erst lernte ich verstehen, weshalb Goethe, der Meister der Farbenlehre, den Baum des Lebens g-Sicnzeitig als grün und go'den be zeichnete. Wenn nämlich das Gold, das Budget-Geld für Pflanzungsarbeiten, nicht zur Verfügung steht, so gibt es in Dimona und in Kfar Jerucham nicht nur keinen grünen Baum, sondern nient einmal einen grünen Grashalm. Alles hängt vom Budget ab — und da man sich von den Empfehlungen der Innenkommission positive Beeinflussung des Finanz, ministeriums erwartete, war das Interesse an unserem Be such überall gross. Das 1956 gegründete Städtchen Kirjat Gat hat heute bereits 8.700 Einwohner. Das ist gewiss eine flotte Entwicklung, aber die neun Ortsratsmitglieder unter Leitung ihres Vorsitzenden Gideon Naor (Mapai) sind auch damit nicht zufrieden. Nach der staatlichen Entwicklungsplanung soll der Ort, wenn die Bevölkerung des Landes im zweiten Jahrzehnt auf drei Millionen gewachsen sein wira, 20.000 Einwohner haben. Kirjat Gat will es aber bis dahin auf 30.000 Seelen bringen und drängt daher auf Beschleunigung seiner Entwicklung. Das .Hoheitsgebiet’ des Ortes erstreckt sich über 7.500 Dunam, und sein Budget für 1960/61 in Höhe von 729.000 IL wird zur Hälfte von der eigenen Bevölkerung, zur anderen Hälfte aus Zuwendungen und Anleihen aufgebracht. Ein Drittel des Gebietes ist bereits bebaut, zwei Drittel harren noch der kommenden Dinge. Die 1.950 Familien stammen aus 24 verschiedenen Ländern, 60 Prozent aus Asien und Afrika. 350 Familien waren bereits vor der Staatsgründung im Lande und 30 kamen aus anglosächsischen Ländern. 100 Einwohner werden voll und 40 teilweise vom Sozialamt unterstützt und 90 bekommen Altersrente. Die „Maabara” wurde bis auf die Asbetsthäuschen bereits aufgelöst. Letzthin werden dreistöckige Wohnhäuser errichtet. 350 für Neueinwanderer und Bausparer errichtete Wohnungen stehen noch leer. Die Verwaltungs-Zentrale für den Lachisch-Distrikt, ein Büro der offiziösen Siedlungs-Gesellschaft Amidar, ein Friedensgericht, eine Inkassostelle für den Mitgliedsbeitrag der Allgemei- Seguros SchotÜaender Versicherungen jeder Art — JUNCAL 2170 T.E.: 82-1732 I AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BENO“ K5N O HUTSCKNECKER Arda. CONSTITUYENTES 4Ô02 (Erke Monaroe) T. E. 51 - no§ nen Arbeitergewerkschaft, eine Station des Magen David Adom mit zwei Ambulanzen, eine Distrikts-Polizeistation, eine Agentur des Innenministeriums für Bevölkerungs - Registrierung, Büros des Volksversicherungs-Institutes und der Elektrizitäts . Gesellschaft, eine automatische Telefonzentrale, zwei Kliniken der Krankenkasse, zwei Advokaten, drei Bankfilialen, Instruktions-Stationen der Wizo und des Verbandes arbeitender Mütter, sowie zwei Buchhaltungsbüros, die sich hier befinden, geben den'; Orte ebenso wie die Fabriksbetriebe fast städtischen Charakter. Daher richtete der Ortsrat ai den Innnenminister das Ersuchen, Kirjat Gat den Status einer Stadt zuzusprechen. 1.400 Einwohner sind in Industrie, Handwerk, Bauwesen, Landwirtschaft. Handel und Dienstleistungen zufriedenstellend beschäftigt, 450 in Notstandsarbe.ten von 8 Stunden und 90 in Notstandsarbeiten von 5 Stunden täg/ch; 12Q. sind Soldaten oder befinden sich sonstiger Gründe wegen ausser, halb des regulären Erwerbslebens. Die voraussichtliche nächste Entwicklung w.rd — nach Zuzug der nächsten Ansiedler und Arbeitsaufnahme weiterer Fabriken Ieinschliesslich der jetzt in Bau befindlichen Zuckerraffinerie — zu 1.950 ständigen Arbeitsplätzen gegenüber 2.600 arbeitsfähigen Einwohnern führen. Daher muss vor allem für weitere 650 Arbeitsplätze Sorge getragen werden. Um die Stadt _ Finanzen steht es nicht gut. Das laufende Jahresdel beziffert sich auf 130.000 lu, und eine sofortige grössere Konsolidierungshilfe scheint dringend erforderlich. Schliesslich hatte und hat der Ort für schnelle Entwicklung des Elektrizitätsnetzes, der öffentlichen Anlagen und Gärten, Strassen und Trottoirs, Sanitätseinrichtungen, Feuerwehr und die sonstigen Munizipaldienste zu sorgen. IN ANDEREN ENTWICKLUNGSORTEN Aehnlicli* wie in dem relativ noch gut basierten Kirjat Gat ist die Lage in Sderot, Netivot, Kfar Jerucham, Dimona und anderen Orten des Entwicklungsgebietes. Je kleiner der Ort, umso grösser seine Sorgen. Allen gemeinsam ist der Wunsch, die Entwicklung möglichst zu beschleunigen, denn ein grosser Ort mit zahlreichen Einwohnern lässt sich rentabler und erfolgreicher verwalten. Sderot, das jetzt 3.509 Einwohner hat, soll binnen acht Jahren auf etwa das Doppelte wachsen. Netivot hat jetzt 3.000 Einwohner und soll im zweiten Jahrzehnt des Staates auf 16.000 und spater sogar auf 25.000 Einwohne, gebracht werden. Dimona, das sich besonders schnell entwickelt hat LA SEMANA ISRAELITA BIS EM AN ARIO INDEPENDIENTE Bs. Aires — PUEYRREDON 2190, 1? i»q. — T. E. 83-2613 20. Tamus 5720 15. Juli I960 und heute 4.500 Einwohner zählt, soll bei ö Millionen Einwohnern des Staates ebenfalls auf 16.000, in fernerer Zukunft sogar auf 30.000 Einwohner wachsen, denn zum Hinterland von Dimona gehören das Pottaschewerk in Sodom' und die Phosphat - Steinbrüche von Oron, wohin viele Einwohner von Dimona zur Arbeit fahren. Andererseits aber leidet Dimona unter 36.000 IL Defizit der Wasserrechnung und kann sich daher .reine öffentlichen Gärten und Pflanzungen leisten. Die grossen Textilwerke, die jetzt hier errichtet werden, sollen nach Fertigstellung 2.000 Arbeiter beschäftigen. Besonders schwer hat Kfar Jerucham zu kämpfen, das bereits 1951 gegründet wurde, also relativ ,alt’ ist, heute aber noch nicht mehr als 1.600 Einwohner hat. Man hofft, den Ort auf 5.000 Einwohner und im dritten Jahrzehnt auf 6.000 vergrössern zu können, aber das wird wohl davon abhängen, ob sich hier eine entsprechende Existenzbasis für die Bevölkerung schaffen lassen wird. In allen Orten des Entwicklungsgebietes sieht man schöne öffentliche Gebäude, hört man von grossen Plänen für zukünftigen Ausbau, trifft man auf viele optimistische Menschen, die die Härten der Gegenwart durchzustehen bereit sind und mit mehr- oder weniger Ungeduld der Ernte der Früchte ihrer Arbeit und ihres Ausharrens während Jahren der Dürre auf schwierigem Terrain entgegensehen. Diese Menschen der Entwicklungsgebiete verdienen £ich aufrichtig, dass sie von der Zukunft nicht enttäuscht und nicht um den Lohn ihrer Arbeit und um Erfüllung ihrer Hoffnungen gebracht werden. Vielen Dank all den Carlton-Kunden und -Freunden, die uns alle die Jahre in der Lavalle 870 besuchten. 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