Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1794 (12.7.1960)
- Date
- 1960-07-12
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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2 Maries, 12 de Julio de I960 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXI. — No. 1794 Du sollst es weiter sagen (Schluss von Seite 1) und Völker gegen -Völker aufzu. Lächeln. Hc. e zw eifeit niemand mekaaran, was in diesen Bi-ittera bereits vor vielen Jahren geschrieben wurde, dass es m Buenos Aires eine Zentral-helle für die Wieder, erstehung des Neonazismus gegeben hat. Wir gebrauchen t as Wort .Neonazismus’, obwohl wir uns alle darüber im Klaren sein sollten, dass es sich keineswegs um einen .neuen’, sondern um den alten, schäbigen, gefährlichen Nazismus handelt. Hierüber schrieb jüngst Karl Baum, wie die IPN mitte.len, der seinen Ausführungen altes und neues Material zugrunae legt. Dort heisst es: „Das Dürerhaus in Buenos Aires war em Zentrum dieser Emigranten der Strafverfolgten.’' Im Jahre 1947 wurde mit der Publikation einer Zeitscnrift „Der Weg” begonnen, die zunächst keine nazistische Tendenz zeigte, dann aber Immer dreister ganz ungeschminkt Nazipropaganda betrieb. Gerade die „Jüdische Wochenschau” wurde nicht müde, sich mit diesem Organ auseinanderzusetaen, was uns auch eine Reihe anonymer Briefe und Drohungen einbrachte. Plötzlich traten die „Ehemaligen” offen in Erscheinung, die Rudel und von Leers, und wie diese Nazigrössen heissen. Beinahe in jeder Nummer wuree die „Jüdische Wochenschau” zitiert, die allein diesen Kampf austrug, während die anderen glaubten, über diese „unwichtige” Nazi-Puolikation hinweggehen zu können. Endlich beschwerte sich die DAIA in einer Rücksprache mit dem damaligen Präsidenten der Republik, General Perón, der jedoch .bedauerte’, nicht eingreifen zu können, da dies ge" an die Presse- und Meinungsfreiheit verstossen *.*.. Dr FREY * Abogado PUEYRREDON *199 1« uq. nachm. 16—18 Ute ... würde, die in Argentinien garantiert sei (!). Ein aufmerksamer und interessierter Leser machte uns auf eine Veröffentlichung in der „Jüdischen Wochenschau” vom Dezember 1945 aufmerksam, in der unter dem Titel „Wo ist Eichmann?” auch eine genaue Personenbeschreibung gegeben und über die Tätigkeit dieses schweren Kriegsverbrechers berichtet wurde. Vorher und häufig nach dieser Publikation wurden Mitteilungen und Berichte über Eichmann bekannt gegeben. Abc. selbst Juden vergessen und sind dann nicht mehr imstande, auf Fragen der anderen zu antworten, die plötzlich erstaunt darüber sind, wie ein solcher Mensch ausgerechnet im freien Argentinien Unterschlupf finden konnte. Der Fall Eichmann hat nicht nur wegen seiner Begleitumstände in allen südamerikanischen Ländern dikken Staub aufgewirbelt. Nicht jedes Erstaunen der oberen Kreise ist begründet, denn wenigstens einige leitende Persönlichkeiten mussten über den Umfang der Kriegsverbreehen informiert sein. Sie mussten auch wissen, das viele und grausame Kriegsverbrecher in Lateinamerika leben, denn der frühere Abgeordnete Dr. Santander hat in verschiedenen Reden und einem dokumentarischen Werk bis in Einzelheiten hierüber Rechenschaft gegeben. Auch die Revolutionsregierung hatte Kenntnis von diesen Vorängen und Fakten, was Santander in den letzten Wochen immer wieder behauptet und hervorgehoben hat. Dass der Neonazismus eine Weltgefahr darstellt, ergibt sich aus den letzten Untersuchungen, die vom Jüdischen Weltkongress unter der verantwortlichen Leitung von Dr. Nehemia Robinson angestellt worden sind. Man muss damit rechnen, dass eine neue Hetzkampagne eingeleitet wird, wenn es nicht gelingt, die destruktiven Kräfte vorher zu bannen. Bereits jetzt zeigten sich die folgenden „Erscheinungen”: Am 31. Mai dieses Jahres entdeckte man an der Wand der Synagoge in Whitechapel (London) die Inschrift: „Ich will Eichmann!” — Unmittelbar danach demonstrierten Anhänger der „Nazipartei Amerikas” vor dem Weissen Haus in Washington mit Hakenkreuzen r^- und Schildern, auf denen zu i „Ike, hilf dabei, unter dem Vorwand, die Juden vernichten zu wollen, begann auch Hitler seinen zweiten Weltkrieg zu dem ausschliesslichen Zweck, sich die Welt zu unterwerfen. Hierfür dürften die ihm verbündeten Italiener am besten Zeugnis ablegen, die ebenso wie andere unterworfene Länder unter der Peitsche des Nazismus gelitten haben. Während „Der Weg” inzwischen sein Erscheinen eingestellt hat, erwuchs der nazistischen Internationale J. Liebling FOURNIERE — SPERRHOELZER DIAZ VELEZ &224 al 46 1 T. E. 43-234S/0340 y 3021 | j WtWHWVWtWWWW REAL PEN : ¡'Füllhalter i I REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 569 T E. 49-5850 i r °ptica REX DIPL. OPTIKER Sarmiento 829) T. E. 35 - 735«! At&ttka ('h&pe&ux. 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Unter anderen Parolen musste man lesen: „Tod den Juden" und „Wir wollen Eichmann”. — In der gleichen Zeitspanne wurde der Synagogenwächter in Wien angerufen, die Synagoge werde in die Luft fliegen, um Eichmann zu rächen. — Die schwersten Terrorakte ereigneten sich in Montevideo, wo Bombenanschläge gegen Synagogen und Häuser jüdischer Vereinigungen erfolgten. Eine angeblich für die israelische Botschaft in Uruguay gedachte Bombe explodierte und zerriss die Attentäter. — Schliesslich wurde auch ein Bombenanschlag in Miami (USA) verübt, der einer1 jüdischen Zeitung zugedacht war. — Die Nazikreise machten sich den Disput zwischen Argentinien und Israel, der bereits den Sicherheitsrat der UN beschäftigt hat, zunutze in dem Glauben, bei den argentinischen Behörden Schutz für ihre subversiven Vorhaben zu finden, was natürlich eine" Fehlspekulation gewesen ist. Immerhin wäre es gut, wenn alle demokratischer- Kräfte sich in dem Bestreben zusammenfinden würden, eine einheitliche Abwehrfront gegen diesen neuen Ansturm der braunen Pest zu schaffen. Denn nach all den gemachten Erfahrungen sind zwar die Juden die ersten Opfer und die sichtbare Zielscheibe dieser antisemitischen Aktionen, die sich im übrigen aber gegen alle aufbauenden und demokratischen Kreise richten. Denn ein unerwartet tatkräftiger Helfer, der seine antisemitische Hetzpropaganda durch die Post in alle x-,änder lanziert. Offensichtlich ohne jedes System werden Adressen ausfind'g genu-cht, unter denen sich natürlich auch ungewollt manche Juden befinden, die dann plötzlich das Material Abergs in einem Briefumschlag erhalten. Nicht alle diese Briefe kommen aus Schw ,tn, was beweist, dass Aberg in vielen Ländern seine Agenten beschaffst, in einem neuen Pamphlet greift Aberg mit vehementer Unverschämtheit den Jüdischen Weltkongress an, den er als das Zentrum des Judentums in seinem Kam; f um die Weltherrschaft bezeichnet. In dieser Zusammei~i„ng werden deschwedischen Regierun; Vorwürfe gemacht, dass sie die Abhaltung einer Tagung des Jüdischen Weltkongresses im vergangenen Jahr in Stockholm gestattet habe. (Wie erinnerlich, hatte die schwedische Regierung sogar das Parlament für diese jüdische Weltkonferenz zur Verfiigung gestellt). Die antisemitischen Beschuldigungen, die Aberg erhebt, sind immer die gleichen. wie gesagt von Cicero bis Aberg... Nicht hierüber soll nochmals gesprochen werden. Wohl aber muss man die Haltung der schwedischen Regierung einer erneuten Prüfung unterziehen, die sich einem Verbot der Abergschen Briefversände mit dem Argument widersetzt, dass das Postgeheimnis nicht verletzt werden dürfe. Der Hinweis auf die Antwort Perons, er könne den „Weg” nicht verbieten, weil dies gegen die Pressefreiheit verstösst, liegt allzu nahe, obwohl wir durchaus die völlig anders gearteten Motive der schwedischen Regierung zu würdigen wissen. Aber es kommt doch schliesslich nicht nur auf Motive an. Entscheidend ist und bleibt der Effekt. Unter dem Schutz des Postgeheimnisses, das nicht verletzt werden darf, kann einer der grössten Hetzer seelenruhig sein Handwerk treiben. Im übrigen müsste doch die schwedische Regierung auch andere Handhaben zu einem Vorgehen gegen Aberg haben, der doch nicht allein postalische Bestimmungen missbraucht sondern gegen internationale Vorschriften verstösst, vielleicht auch gegen die schwedischen Gesetze, indem >r zum Völkerhass aufreizt. Neben einer gross angela Semana Israelita Bisemanario: aparaos io« Martes y Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda Verantwortlich: Dz. H. Sw&rsensky Pueyrredón 2190 1* íxq T. E 8341613 A Pono- Preise: Argentinien: $ 60.— pro Quartal legte.. Aufklärungsarbeit, die von jüdischer Seite zu leisten ist, wird es erforder- . lieh sein, dass sich die de. mokratischen Regierungen, mit dem erneut auf tretenden Phänomen eines weltweiten Antisemitismus beschäftigen und die erforder. liehen Mittel anzuwenden um dieser — nicht nur den Juden — drohenden Gefahr zu steuern. Jetzt ist es ncch Zeit. Mohel N. Plaksin Super! 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 NERVENu. GEMUETS- KRANKHEITEN Dr. M. J. Kuhn BULNES 193C, pl. b., 1? T. E. 80-0249 Mont., Mittwoch. Freitag 17—20 Uhr. Tel. Anmeldung erbeten. Dr. B.Schwarcz ZAHNARZT \ ESTOMBA 2283 - 52-8214? RAYOS X i PARAMENTOSE * TELEF. i VORANMELDUNG I ESTUDIO JURIDICO Dras. 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