Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1792 (5.7.1960)
- Date
- 1960-07-05
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
- journal issue
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Año XXI. — No de Julio de Maries. Prof. Heuss über Demokratie Auf Einladung der Professoren Buber, Bergmann, Simon und Schalom sprach Professor Theodor Heuss am 8. Mai im Wise-Auditorium der Jerusalemer Universität über das Thema: „Selbstgestaltung der Demokratie'’. Das grosse Auditorium war von vielen hundert Hörern ■überfüllt, die die Gelegenheit benutzen wollten, um den ersten Präsidenten der Deutschen Bundesrepublik, eine repräsentative Gestalt des geistigen Deutschland, zu hören und den Eindruck seiner Persönlichkeit zu empfinden. Führende Persönlichkeiten des staatlichen und des wissenschaftlichen Lebens und viele hundert Gäste aus allen Teilen des Landes, vor allem aus den Kreisen der deutschen Alija, hatten sich diese Gelegenheit einer Begegnung nicht nehmen lassen. Es war ein Auditorium besonderer Art, und es war ein Zusammentreffen von eigener Atmosphäre in dieser Stadt Jerusalem, im Bezirk der Hebräischen Universität, die ihr geistiges Zentrum NUR NOCH 14 TAGE sind wir in der | Lavalle 870! Nützen Sie diese letzten Tage zu überaus billigen Einkäufen 35 % Rabatt bei Baraahlung 15 % Rabatt bei Zahlungserleicbieruag. Zweireihige Anzüge (alte Produktion) ab $ 1.500.— Sportsakkos (kleine Grössen) . . $ 550.— Mäntel ab .... $ 650.— Restposten Kostüme (kleine Gr.) $ 7-50.— Ohne jede Ausnahme Winter-. Uebergangs- und Sommerkleidung Von den guten bis zu den besten Qualitäten im Preis stark reduziert. Herzlich willkommen in unserem neuen Lokal Maipü 982 T. E. 31-0357 LAVALLE 870. T. E. 35-1110 bildet, in unseren Tagen und unter dem Eindruck all des Vergangenen und einer lebendigen Gegenwart, deren Träger ebenso sehr der deutsche Gast wie seine Hörer waren. Diese Stimmung der Zusammenkunft fand ihren Ausdruck schon in den einleitenden, hebräisch gesprochenen und sodann von ihm ins Deutsche übertragenen Worten Professor Martin Bubers, in denen er vor allem den Menschen Heuss begrüsste, den Mann, der nach Hitler kam. Buber erinnerte daran, dass er selbst, wie Prof. Heuss, den gleichen Friedenspreis erhalten habe; er schilderte in zum Herzen des Gastes wie zum Herzen der Hörer sprechender Art, wie in der Stunde der Verleihung des Preises in der Frankfurter Paulskirche Professor Heuss neben Bubers verstorbener Lebensgefährtin sitzend mit ihr zusammen für ihn jenes andere Deutschland symbolisierte, dem er für den Preis zu danken hatte. Buber schloss seine Ansprache mit dem Hinweis auf die Notwendigkeit des Gespräches zwischen zwei Demokratien, wollen doch die Menschen in Israel, denen ein Auftrag geheissen und verheissen worden ist, die Worte von Prof. Heuss als den Beginn eines solchen Gespräches vernehmen. Prof. Heuss hielt hierauf einen durch vielseiltige Ausblicke auf die Entwicklung der wissenschaftlichen Theorie von Staat und Volk wie auf die Probleme des deutschen Lebens einerseits, des Judentums und Israels andererseits in vielen Farben schillernden Vortrag, in dem er sich erneut und mit starker Emphase als Vertreter eines liberalen Geistes dar. stellte, der nicht in der Abstraktion wirken will, sondern in der Realität des Lebens und angesichts seiner Komplikationen. In den Worten des Vortragenden kam seine tiefe Berührung von der Atmosphäre des Ortes und der Stunde zum Ausdruck, der Atmosphäre des geschichtsbeladenen Jerusalem in der Zeit der Rückkehr seines alten Volkes und seiner Sammlung in einem jungen Staate. Die Wechselbeziehungen zwischen Staat und Volk standen im Zentrum der Ausführungen, die Probleme der Befehlsgewalt des Staates und des Gehorsams-Anspruches, die Notwendigkeit einer Rechtsbindung und die daraus sich ergebende demokratische Grundforderung, dass der Herrschafisauf-rag auf Frist gegeben, vom Volke an einen bestimmten Termin gebunden wird. Prof. Heuss unterstrich den weitgehend zivilen Inhalt der Befehlsgewalt, uie nicht auf den militärischen Bezirk beschränkt ist, obwohl er andererseits in einem anderen Zusammenhang etwa die Bedeutung des Deutschen als Kommandosprache im Heer des alten Oesterreich und damit als eines konstituierenden Elementes für den staatlichen Zusammenhalt mit der hebräischen Kommandosprache im Heer Israels und ihrer Bedeutung verglich. Prof. Heuss erörterte die Ungewissheit, die im Begriff des Volkswillens und Volksgeistes liegt und wies auf die Verfälschung der Demokratie hin, die dann zum Vorscheint kommt, wenn „Wählen” nicht mehr „Auswählen” bedeutet, und wenn etwa das Resultat einer Wahl, wie heute in Ost- Deutschland und einst in Nazi-Deutschland, nahe an die Einstimmigkeit heranführt. Dann stehen wir vor dem seelischen Ende aller Demokratie, deren elementarer Liberalismus die Möglichkeit der individuellen Entscheidung postuliert. Die enge Verwandtschaft zwischen Demokratie und ethischen Vorstellungen wurde von Heuss durch das Schlaglicht beleuchtet, dass die Entziehung des Wahlrechtes im Strafrecht verankert ist. Prof. Heuss schilderte die i| Malerarbeiten <: J [ Sektion i' JI MAURERARBEITEN \» \\ AlfredoStern '<> i | jVirrey del Pino 26395 T, E. 76-7281 | wmwwwhwwwvwwwwwwmwwv Restaurant „Paso" Paso 452 (al fondo) — T. E. 87-9259;: Unter Aufsicht des Vaad Harabonim der Kehilla!' MITTAGS, und ABENDTISCH ij Anrichten von kleinen Festlichkeiten :! und Banketten f AUTO . REPARATUR . WERKSTATT j „BEN0“ BEÑO KUTBCHNECKEH Arda. CONSTITUYENTES (Eck« Monroe«) T.E, H Botschaft in Helsinki Jerusalem. — Israel und Finnland haben beschlossen, ihre diplomatischen Vertretungen in den Rang von Botschaften zu erheben. (JTA). Nachruf für Massenverbrecher Linz. — Die mit Verspätung erschienene Aprilnummer der „Plattform” bringt einen Nachruf für den Obersten SS- und Polizeiführer in den besetzten Niederlanden, Hannes Rauter, der am 25. März 1949 in Holland wegen Massenverbrechen an Holländern und Juden hingerichtet wurde. Die „Plattform” schreibt über ihn: „Es hat in der Obersten SS-Führung wenige Männer gegeben, die wie er durchdrungen waren von der germanischen Kameradschaft. In beispielhafter Tapferkeit und Treue hat er sich vor seine Untergebenen gestellt, sein eigenes Leben für das ihre opfernd.” Anschliessend wird der Wortlaut des Abschiedsbrie. fes Rauters, der ein gebürtiger Steirer war, an seine Frau wiedergegeben. Die „Plattform” weiss zu berichten, dass er diesen Brief „wenige Stunden vor seinem stolzen Tod” an seine Frau gerichtet hat. Wer in diesem Brief ein Wort des Bedauerns oder gar Reue sucht, wird dies vergeblich tun — (IPN) Entwicklung der Demokratie seit dem 18. Jahrhundert und unterstrich ihre zugleich sammelnde und sprengende Funktion unter dem Einfluss des Nationalismus unserer Zeit. Von hier aus fand er den Weg zur Behandlung einer Reihe von Erscheinungen des jüdischen Lebens. Er wies u. a. auf die Merkwürdigkeit des orientalischen Charakters der modernen Synagogenbauten hin, die im Gegensatz zu manchen alten gotischen Bauten dieser Art stehen und eine Problematik im Bewusstsein der Emanzipationszeit anzeigen. Er unterstrich auch vor diesem Kreis, dass die deutsche Sicht darin zu bestehen habe, sich der Leistungen von Juden in der deutschen Geschichte zu erinnern und zugleich der Leiden all der Ungezählten. In diesem Zusammenhänge knüpfte er erneut an das von ihm geprägte Wort von der „Kollektiv-Scham” der Deutschen an. In der Rückkehr der Juden in ihr altes Land sieht er vor allem den Ausdruck der Heimatsehnsucht, das Streben nach einer Geborgenheit, die man entbehrt hat. Mit einer Bemerkung über den Wert der Möglichkeit, politische Entscheidungen der richterlichen Prüfung zu unterziehen, die in den modernen westlichen Verfassungen niedergelegt ist und eine Schranke gegen den Missbrauch der Macht in der Demokratie bildet, schloss Professor Heuss seine Vorlesung. Im Nähren der veranstaltenden Gruppe von Professoren, die auf dem Podium Platz genommen hatten, dankte Prof. Ernst Simon für diesen Vortrag. Simon schilderte die Rolle von Heuss in den Jahren der Verfolgung und unterstrich, dass Kollektiv-Scham eben von jenen empfunden wird, die persönlich keine Schuld tragen. Er gab einen kurzen Ueberblick über das anonyme Werk, das Prof. Heuss in Deutschland im Widerstand gegen das Regime des Unheils geleistet hat, und schloss mit dem Vortrag eines Gedichtes aus der Feder der verstorbenen Gattin des Gastes, in welchem die Gedanken der Humanität 7: ~e_ i formtem Ausdruck kamen, i denen das Leben und Werk von Heuss gewidmet ist. Diese Zusammenkunft mit dem hervorragenden deutschen Gast war eine vor allem durch ihren emotionellen Eindruck bemerkenswerte Stunde für die ihren Initiatoren Dank gebührt. Verwandte Seelen finden sich Graz. — „Europaruf”, das ¡chcn gestrigen Gesellen her- Organ der „SORBE”, bringt ausgegeben wu-d wie der in seiner Maiausgabe einen „Europaruf'’ der „SORBE”, «i Artikel von ... Horia Sima. Horia Sima war der Chef der rumänischen Eisernen Garde, der Pogromhelden und Mordbuben, für die sogar die SS Hitlers zu wenig faschistisch war. Horia Sima selbst hat nach der rumänischen Kapitulation eine im Dienste Hitlers tätige rumänische Exilregierung in Deutschland gebildet, um weiterzukäimpf.n. Nach dem Kriege verbarg sich Horia Sima unter falschem Namen in Deutschland und Frankreich. Jetzt auf einmal glaubt er den Zeitpunkt gekommen, um auseine Person aufmerksam zu machen. Die Zeitung „Nation Europa”, die in Deutschland erscheint und von den glei- Missionschef bei der EWG Tel Aviv. — Die israelische Regierung hat ihren neuen Botschafter in Belgien A. E. Najar. zum -Missionschef Israels bei der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und bei Euratom ernannt. (AWZ) hat bereitwilligst, die Aulen-’ be übernommen, sich solc e '' Verbündete und Mitarbeiter wie FT: rin Sima zu sichern. Der „Europaruf ’ licss Horia Sima zum „Professor” avancieren und gab als seinen Wohnort Paris an. Seine „Professur” dürf e vermutlich derselben Art sein wie jene des in Aegypten lebenden van Leers. (IPN) Margarets Gatte mit Juden verwandt München. — Der Mann der englischen Prinzessin Margaret, Mr. Armstrong- Jones, hat unter seinen Vorfahren mütterlicherseits Juden aus Bayern. Seine Mutter ist eine Gräfin von Rosse, die ursprünglich eine Fräulein Messel /ar. Arm strong-Jones ist ein Urenkel des londoner Bankiers Lud. wig Messel, dessen Schwester Lina mit Isaac Seligmann verheiratet war. Selig, mann war einer von acht Brüdern, die aus Bayern nach den USA ausgewandert waren. (AWZ) Muéblís _ WuWumum; JETZT AUCH IN BELGRANO CABILDO 774 an der Fed. Lacroze -m Zentrum: SARMIENTO 1147 ¡AHORA EN LA ARGENTINA .. J MARGARINA VEGETAL (PALMIN) Elaborada exclusivamente con aceites vegetales puros seleccionados. PIDALO EN: CASA TAP: Eme. 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