Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1792 (5.7.1960)
- Date
- 1960-07-05
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German, Spanish
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t — Maries. S de Julio de I960 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXI. — No 179* A Die Zeit nicht verstehen (Schluss von Seite 1) fachung des Geschichtsbildes rri.: dem Abschluss des Altertu ms Lc zeichne'en. S Vier ist, dass der Ruf n; . Gerechtigkeit und Freiheit die Fundamente des Römischen Reiches stärker ersc. iitterte, als die Kriegsrufe aer Germanen oder die Schwerter der Parther. Auch die alte europäische Ordnung aes Feudalismus und des königlichen Gottesgnadentums (der mächtige französische König fasste dieses Prinzip meisterhaft kurz in die Worte: „L’Etat c'esi moi") fiel nicht durch preussische Kanonen oder französische Grenadiere, sondern wurde von denselben bewegenden Kräften der Freiheit und Gerechtigkeit aus ihren Angeln gehoben. In diesem allgemeinen Befreiungsprozess und seinen andauern den Kämpfen befinden auch wir uns heute. Von der Französischen Revolution, die um die Freiheit des Individuums rang, führte ein langer Weg zur Befreiung der Klassen (Sozialismus) zur Befreiung der Nationen (Selbstbestimmungsrecht der Völker) und schliesslich zur Befreiung der Rassen, die wir im Augenblick erleten. Dieser gewaltige Umwandlungsprozess, der das Gesicht der Menschheit verändern wird und der keineswegs nur zu einer Korrektur der poli.ischen Landkarte führt, vollzieht sich wie jedes Entstehen unter ungeheuren Lasten und Schmerzen. Die beiden Weltkriege dieses Jahrhunderts sind Krisenzeichen, Zuckungen der alten, untergehenden Ordnung, die sich im Sturze sträubt und versucht, das Kommende aufzuhalten. Die Unterwelt war aufgestanden — und manchesmal will sie selbst in unseren Tagen ihr Medusenhaupt wieder erheben —, um durch Hass und Gewalt die Freiheit zu knebeln, um den Prozess der Rassenbefreiung aufzuhalten und die Sklaverei als Dr, FREY Abniado PUEYRRiDON 21« 17 lsq nachm. 18—18 Uhr J. Liebling FOURNIERE — SPERRHOELZER DIAZ VELEZ 5224 al 46 T. E. 43-2349/0340 y 3021 REAL PEN Füllhalter REPARATUREN Spezialgeschäft CORRIENTES 56S T E. 49-5850 Optica REX DIPL. OPTIKER Sarmiento 82$ T. E. 35 - 735ój ein Instrument der eigenen Herrschaftsgelüste zu benutzen. In einean furchtbaren Rückfall in die Barbarei versuchte die Konterrevolution das Rad der Zeit zurückzuschrauben. Die blutigen Spuren reichen bis in unsere Tage. Millionen Menschen wurden geopfert und mussten sterben, um das Gleichgewicht wiederherzustellen. Aber noch immer sind div geistigen oder ungeistigen Schlacken jener finsteren Tage nicht überwunden, was wir in diesen Stunden wieder erleben müssen. Aber der Triumph der Wahrheit, der Freiheit und der Gerechtigkeit wird sich nicht aufhalten lassen, ebenso wenig heute wie damals, als alles verloren schien... Nicht alle verstehen die Zeichen der Zeit und das Gebot der Stunde. Afrika erhebt sich, weil die Ketten der Sklaverei von allen Rassen ur#i Völkern zerissen werden. Afrika erhebt sich mit jener Elementargewalt, die nur dem nationalen Willen nach Freiheit innewohnt. Das alte jüdische Wort „Dieses Jahr Knechte das nächste Jahr aber freie Männer“ wurde zur Parole unserer Zeit und nicht nur für uns Juden, die wir uns — aus tiefstem Elend emporsteigend — gegen alle widerstrebenden Mächte diese, unsere Freiheit erkämpft haben. Den gleichen W'eg beschreiten nach uns die afrikanischen Völker und Stämme, mit den gleichen Schwierigkeiten, aber auch ähnlichen Impulsen. Die afrikanische Entwicklung ist nur ein Teil der allgemeinen Umwandlung des Weltbildes. Aber die vielen Gestrigen verstehen die Zeit nicht. Die Südafrikaner glauben noch immer, gegen den Strom schwimmen und die Gleichberecntigung der Schwarzen lenken zu können. Freiheit kennt jedoch keine „Aber“ und „Wenn“, Freiheit kennt keine Konditionen und Kompromisse. Ein Volk, das frei sein will, I Alaska <2k apeauxk HUTSALON * Jetzt in I Belgrano MOLDES 2 5 6 1 T. E. 73-9229 73-9155 Judith Schenkolewski Kultusstickereien Schab bosdeck en - Tallisbeutel . Käppchen Maszot-Taschen - Hand- und Maschinenstickerei von Bett und Tischwäsche BEBEDERO 2585 T. E. 73-9155 Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSER GESCHAEFTEN Manuela Pedrasa 2530 pl. b. Dp. B T. E. 70-7244 wird seine Zukunft nicht mit Hypotheken belasten wollen, die aus der Freiheit nur noch ein Surrogat der eigenen Berechtigungen machen. Das begreifen die südafrikanischen Herren nicht, die an der „guten alten Zeit“ kleben, wo sie noch allein bestimmten und die anderen, die Schwarzen nur eine gangbare Ware oder eine einfach zu dirigierende Masse waren... Diese unnütze und Tod bringende Auseinandersetzung zwischen Weiss und Schwarz, aus der es nun keinen Ausweg mehr geben wird, hat zu einem unüberbrückbaren Gegensatz geführt. Man wartet nur noch mit Schrecken auf die Endabrechnung. Und sie alle, diese Herren Weissen, sie haben nicht an die Gefahr glauben wollen, die ihnen droht, aber nur deswegen droht, weil sie eine so ungeheure, blutige Schuld auf sich genommen hatten. Jetzt fliehen sie aus dem Inneren Afrikas, des friedlichsten Kontinents, in den doch nur die Weissen die Brandfackel des Krieges, der Unterdrükkung, des Hasses, der Verfolgung, der Rassenunterschiede hineingetragen haben, dieselben Weissen, die jetzt einen Ausweg suchen, um das nackte Leben zu retten... Aber es geht nicht allein um einen Kampf zwischen Schwarz und Weiss, obwohl die Rassenverhetzung nun ihre furchtbaren Früchte te trägt: „Ueberall schlägt einem der erstickende Hauch einer krampfhaften Rassen- Mystik entgegen, welche dä& liebliche Licht Afrikas mit langen Blaustift-Schatten kontrastiert. Sie brauchen nur mit den Leuten dort zu sprechen, um diese irratio. nale Besessenheit zu gewahren, und werden davon betroffen erkennen, dass sie wie in einem tiefen Kerker ihres Ichs, unerreichbar jeder vernünftigen Verstärfdigung, gefangen sind“. So schreibt ein intimer Kenner der afrikanischen Verhältnisse und der dort miteinander ringenden Kräfte. .Irrationale Besessenheit“ umfängt den Blick und verhindert, im letzten Augenblick doch noch einen Ausgleich zu finden. Die Schüsse auf den Südafrikanischen Ministerpräsidenten Verwoerd haben ebenso wie die dauernden Empörungen der Schwarzen und ihr Niederknüppeln durch die Regierungspartei die Aufmerksamkeit der Mohel N. Plaksin Super! 2719 T. E. 76-6784 u. 76-2312 ganzen Welt auf die südafrikanische Frage gelenkt, die am deutlichsten zeigt, wie sich die alten Kräfte gegen die Wellenbewegung in der Geschichte stemmen und die Befreiung der Rassen und Völker aufhalten wollen. Aber diese Schüsse auf den unerbittlichen Repräsentanten einer versunkenen Epoche haben noch mehr bewiesen als Ablehnung und Hass gegen einen Unterdrücker. Denn diese Schliss,' sind nicht von einem Schwarzen, sondern von einem weissen Mann abgefeu-, ert worden, von einem wohl beleumdeten Farmer. Seine Tat hat enthüllt, dass es sich vielleicht doch nicht nm um das mathematisch fein zergliederte Problem der Auseinandersetzung zwischen Schwarz und Weiss handelt, sondern dass auch Fragen dort zur Entscheidung drängen, die nicht unmittelbar an die Rasseprobleme gebunden sind. Die weisse, die europäische Welt hat Afrika immer als einen Kontinent der Reichtümer und der Geheim, nisse betrachtet, aber auch als den „Erdteil der Schwarzen“, der Menschen zweiter oder uritter Kategorie. Deswegen wird auch diese Einstellung der afrikanischen Menschen vorerst kaum gewandelt werden: „Der Europäer kam nichi, um Afrikas willen, sondern um aus diesem Lande für sich selbst möglichst viel herauszuschlagen. Ueberzeugt von seiner persönlichen Ueberlegenheit. drängte er sich und seine Lebensweise Afrika auf.. An diesem Spannungsverhältnis ist die europäische Afrika-Politik gescheitert. In einer einzigen Woche wurden drei neue, unabhängige afrikanische Jtaaten geschaffen, gegen drei frühere Kolonialreiche europäischer Mächte. Alle diese neuen Nationen werden durchaus nicht vergessen, was man für sie getan hat, aber vielleicht bewirkt gerade dieses Bewusstsein, dass die Gegensatz« aufrechterhalten bleiben oder gar vertieft werden. Manche Politiker verstehen die Zeit nicht, weil NERVENu. GEMUETS- KRANKHEITEN j Dr. M. J. Kuhn | BULNES 193C, pl. b., 1? f T. E. 80-0249 | Mont., Mittwoch. Freitag j 17—20 Uhr. Tel. 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W'ir haben nach dem ersten Weltkrieg erlebt, wie sich die bis dahin unterdrückten kleineren europäischen Nationen befreiter!; Man nannte sie schlicht „Minderheiten“, obwohl sie in ihrer historischeh Entwicklung und nach ihrem nationalen Charakter mehr als nur eine Minderheit gewesen waren. Dann setzte nach dem zweiten Weltkrieg zunächst die stürmische Entwicklung Asiens ein. In kaum einem Jahrzehnt verschwanden dort alle kolonialen Systeme, die nur noch kleine Enclaven zurückliessen. Das Bild der Erde hat sich nach dem nazistischen Zusammenbruch im Jahre 1945 grundlegend geändert, aber nicht aufgrund irgendwelcher Zufälle, wie manche meinen, nein, sondern als Folge einer geschichtlichen Gesetzmässigkeit und einer Bewegung, die nicht eher zu einer Bewegung, die nicht eher zu einer Stabilisierung der Verhältnisse führen wird, bis sie ihr Ziel wirklich erreicht haben wird. In der Politik, als der Kunst, die bestmögliche la Remana' BUemanano: aparaos tos Martes y Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda V eran twortlich: D*. H. Swarsensky Pueyrredón 2190 1' ixq T £ 83-2613 A nono-Preise. Argentinien. $ 60.— pro Quartal Form des internationalen Zusammenlebens zu finden, hat sich jedenfalls in aer westlichen Welt noch n.cht die Auffassung durchges-izt, dass wir Zeugen der geschilderten Entwicklung zur Befreiung aller Menschen und Völker sind. Ohne Zweifel liegt hier einer der Gründe dafür, dass der Westen im. Gegensatz zum Osten oftmals hinter den Ereisn.ssen herhinkt, und dass er als der „Unterdrücker“ auftritt, während dieser Vorwurf sicherlich mit einem weit grösseren Recht den östlichen Mächten gemacht werden muss. Die Zeit verstehen, bedeutet auch alle jene zu eliminieren, die im Besitz der Macht die Freiheit unterdrückten. Aber das ist nur eine unter den vielen Aufgaben, die denen gestellt sind, die den historischen Prozess in seiner elementaren Urgewalt begreifen. Dr. JACOBO COHEN HIGADO — DIGESTIVO Pampa 2926 T. E. 73-1116 Solicitar hora VARICES — ULCERAS : DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS ' Dn SAUL UMANSKY | SARMIENTO 3116 T. E. 87 1362 | Á jür. BENJAMIN LIPNIZKYj! ZAHNARZT j j ROENTGENSTRAHLEN - ZAHNZIEHEN — BE- I I HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGÜ- ■ T LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG! | Sprechstunden: Dienstag — Donnerstag — Sonnabend j. I nach vorheriger Vereinbarung. 1 I JOSE HERNANDEZ 2518 T. E 76-8673 und 73 05« | Dr. L. KLEIN Médico Magen, und Darmkrankheiten Röntgen - Untersachungen SPRECHSTUNDEN: ‘Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Uhri ¡Es wird gebeten, s:ch vorher telefonisch anzumelden 1 > ■! > ■ >■ i! ¡SANTA FE 1391 T. E. 44 9493 u. 44-1542. 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