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Jüdische Wochenschau · 1960-07-01 · 1791 (1.7.1960) · p. Seite 2

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1791 (1.7.1960)
Date
1960-07-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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4t —'"Viernes. 1° de Julio do 1960 JÜDISCHE WOCHENSCHAU Año XXI. — No. 1791 Vergessene Gipfelkonferenz (Schluss von Seite 1) öif ¡er den Russen un verstau i :h. unnachgiebig und mar hmal sogar geschickt er' .nsireckt?. Dulles handr-Ua nach dem einfachen Pc.. :1p. dass auf einen harten -'.-alz eia harter Keil zu schlagen Sei. Er baute das System der amerikanischen Abwehr durch Errichtung von Plugzeugbasen rund um die Sowjetunion auf, wogegen übrigens gerade jetzt erst wieder Krutschew in der an ihm bekannten drohenden Redeweise gegen Pakistan protestierte. Alle anderen politischen Probleme hatten sich diesem grossen Duiles-Ziel unterzuordnen. Ohne viel eigene Initiative hat sich der Dulies- Nachfolger Herter in diesen polii hen Rahmen eingefügt. Keine neue Idee wurde versucht, um gegen die wachsende Vertiefung der Gegensätze anzukämpfen obwohl sich inzwischen durch die fernöstliche Entwicklung manche Ansatzpunkte hierzu ergeben hätten. Dass die amerikanische Politik nur in diesei Frage der Einkreisung de Sowjetunion konsequent war, ist eine Auffassung, die sich allmählich durchsetzt. Ihre eigene Front haben die Amerikaner vollkommen vernachlässigt. Ihre Bundesgenossen w:rden als ein Faktor untergeordneter Bedeutung behandelt. Es ist nicht nur „Wahlpropaganda“ wenn der ewige Gegenkanf Dr FREY Abofado PUEYRREDOH UM 1* isq nachm. 16—16 Ute REAL PEN|; Füllhalter Í: REPARATUREN ■; Spezi aigeßchäft : CORRIENTES 569 j: T E. «9-5850 r...~f 4 « k t didat für den amerikanischen Präsidentschaftsposten Stevenson darauf verwies, dass die Amerikaner in der westlichen Welt an Sympathien täglich verlieren. Man braucht nur an die Besuche amerikanischer Staatsmänner in südamerikanischen Ländern zu denken oder an die Blamage, die Eisenhower durch die erzwungene Absage seines Besuches in Japan erlitten hat. Irgendetwas an der amerikanischen Rechnung kan.i doch nicht stimmen ... Man kann nicht gegen die Diktatur kämpfen und gleichzeitig mit faschistischen Diktatoren paktieren. Für die geknebelte Freiheit bleibt es dasselbe Unrecht, ob sie in roten Kellern zu Moskau oder in spanischen Zuchthäusern geknebelt wird. Man kann nicht für Menschenrechte eintreien und gleichzeitig einen Ibn Saud wie einen Triumphator empfangen. Man kann nicht für Gerechtigkeit sprechen und in derselben Stunde mit Nasser Geschäfte machen. Wir leben in einem Augenblick, wo es erforderlich ist, zu den Zeitereignissen klar Stellung zu nehmen. Wir leben in einer Stunde, wo man im Angesicht der ungeheuren Gefahr, die der Menschheit von chinesisch-sowjetischer Seite d'-oht, eindeutige Lebensparolen geben muss, damit die . estlichen Völker verstehen, dass sich der Einsatzlohnt. Die Fraternisierung Eisenhowers mit einem politischen Hasardeur wie Tschiang Kaitscheck muss peinlich wirken. Derartige politische Demonstrationen tragen nur dazu bei, das an sich schon erschütterte Vertrauen in die amerikanische Führung weiter zu unterhöhlen. Die amerikanische Hilfsbereitschaft und ein Dollarsegen bedeuten viel für manche kleinere und grössere Staaten. Aber aus dieser Hilfsbereitschaft ein politisches Instrument zur Einordnung der weniger begüterten Nationen zu machen, ist ein untauglicher Versuch, eine feste Front des Westens zu errichten. Diese Bemühungen sind heute umso aussichtsloser, je stärker die Offerten werden, die von den Russen gemacht werden. Um nur ein Beispiel zu erwähnen, sei in die Erinnei rung zurückgerufen, dass | Nasser die Arbeiten am Staudamm von Assuan von den Russen und nicht von den Amerikanern machen j lässt; der ägyptische Diktaj tor hat damit gezeigt, dass j man auch ohne die amerika-; nischen Dollar in dieser zweigeteilten Welt auskommen kann. Im übrigen wird es nur noch wenige Jahre dauern, bis die Chinesen als weitere Kreditgeber auftreten, nachdem sie ihre Industrien in einem niemals vorausgesehenen Umfang aufgebaut haben. Die Amerikaner müssen also erkennen, dass mit der Rolle des Grossfinanziers die politischen Probleme heute nicht mehr zu lösen sind. Man kann vielleicht einzelne Menschen damit gewinnen, dass man ihnen Geld gibt. Völker sind auf diesem Wege kaum oder sehr selten zu beeinflussen. Besonders die jungen Nationen, die erst in den letzten Jahrzehnten ihre politische Unabhängigkeit erworben haben, sind gegen die Geldgeber empfindlich. Die gar militärische Rezessionen zu verlangen. Aus diesem Grunde ist es erforderlich, die unbedingt notwendige Klarheit in westlichen Reihen zu schaffen. Manche Partner werden nur durch die Angst vor den Russen, jedoch ohne innere Ueberzeuguug in das grosse Sammellager des Westens gezwängt. Ihnen erscheinen die Amerikaner als das kleinere Uebel. Dies mag auch für viele lateinamerikanische Staaten gelten. Die schwankende amerikanische Haltung zu manchen aktuellen Problemen kam auch bei der Diskussion zwischen Argentinien und Israel vor dem Sicherheitsrat zum Ausdruck. Im Dienste des Friedens wurde eine Formel gefunden, die der argentinischen Forderung wegen der Souveränitätsverletzung durch Israel Rechnung tragen sollte, ohne dabei zu vergessen, dass es sich bei der Festnahme Eichmanns um einen der grössten Mörder der Weltgeschichte handelt. ¿einer der Staaten, die dort zu Gericht sassen, brachte aber den Rechtsstandpunkt zum Ausdruck, der allein in diesem Streit berechtigt gewesen ist, auch Israel nicht. Im übrigen zeigte es sich, dass nicht nur die Deutschen, was sie selbst zugeben, ihre Vergangenheit noch nicht überwunden haben. Seifest in Washington wurde die Geschmacklosigkeit begargen, eine Demonstration mit dem materiellen Wohltaten, die * der .Befreiung' E C3fen fliehen Meinung gekommen ist. Selbst die offizielle Version hat niemals behauptet, dass in dem Bruch der argentinischen Souveränität durch israeliscfe.e Kommandos ein feindseliger Akt Israels gegenüber der befreundeten argentinischen Nation beabsichtigt gewesen wäre. Wir haben an dieser Stelle bereits einmal auf den grossen Unterschied zum amerikanisch-russischen Zwischenfall, der auch vor dem Sicherheitsrat zur Verhandlung k^tn, mit Nachdruck h'ngewiesen. Wir sind durchaus nieh. der Meinung, da^s ¿er Zweck die Mittel heil'gt. Wir wollen aber doch an das Verständnis der argentinischen Demokratie appellieren. dass durch dieses Vorgehen der ganzen demokratischen Welt ein Dienst v n einem noch nicht afeschätzbaren Wert geleistet worden ist. Diese Auffassung haben auch die Amerikaner und andere Mitglieder des Sicherheitsrates durchblicken lassen. Sie haben aber — ihrer nicht sehr glücklichen politischen Linie folgend — nicht den Mut zu einer klaren Entscheidung gehabt und damit die Möglichkeit weiterer Diskussionen offen gelaasen. Inzwischen sind in verschiedenen Ländern — sozusagen im Zuge der Affaire Eichmarn — eine ganze Reihe von Kriegsverbrechern verhaftet worden, die bisher frei herumlaufen konnten. Es ist bekannt, dass auch in la remana Israelita Blaem an ario: aparase tee Martes y Viernes Editado por Estrellas Editorial Ltda Verantwortlich: Dt. ti. Swarsensky Pueyrreaon 21SV lv iZQ 1 & 83-2613 At/onoF re.se. Argentinien. $ 60,— pro Quartal den USA Kriegsverbrtc er geduldet werden. Noch nicht einn.al in der ües.rai'ung der Kriegsverbrechehat aiso die v. estiiehe Welt eme einheitliche Kaitur.g eingenommen. Alle Länder habin sich bisher darin ii-bexboten, l e schändlichen Verbrechen der Nazis zu brandmarken. Diese Unmenschen haben sich durch ihre Verbrechen selbst ausserhalb jedes Cesei3&s gestellt. Und doch naben sie sich jeder Justizentziehen können, weil demokratische Länder sic schätzen oder sieh um sie nicht kümmerten. Auch das ist ein schwerer Fehler der amerikanischen Politik, die erst reagiert, wenn Macht gegen Macht gestellt werden muss. Recht basiert ebenso v. ie Freiheit und Demokratie nicht auf Macht, sondern auf Moral und dem Glauben an den Fortschritt. J. Liebling FOURNIERE — SPERRHOELZEB DIAZ VELEZ 5224 a) «6 { T. £L 43-234S/0340 y 3021 ¡ Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSER GESCHAEFTEN Manuela Pedraza 2530 pl. b. Dp. B T. E. 70-7244 I Maltha <?k HUTSÄLON Jetzt in ] Belgrano MOLDES 2 5 6 1 I T. E. 73-9229 | 73-9155 ihnen in der Kolonialzeit gewährt worden sind, blieben nicht immer in angenehmster Erinnerung. Niemand hört gern von seiner Abhängigkeit, auch nicht von finanzieller. Deswegen ist es heute vielleicht noch notwendiger als früher, die Lebensideale und Ziele der veschiedenen Völker des Westens zu harmonisieren. Das mag schwerer sein, als mit Hilfe von Dollaranleihen zu regieren, Einfluss zu nehmen und politische oder __ Ör. Sdiwarcz Zahnarzt CSTOMBA 2283 - 52L- B toros x 14 PARß JDENTOSF „ telef. VORANMELDUHG manns zu dulden, wogegen man übrigens in Buenos Aires .mit gutem Recht polizeilich ein geschritten ist. Offensichtlich glauben die Amerikaner, es sei ein Zeichen demokratischer Gesinnvng, Kundgebungen für einen Massenmörder zu gestatten. Inzwischen ist von allen Seiten ungeheuer umfangreiches Material über die Schreckenstaten Eichmanns veröffentlicht worden, sedass es selbst in Argentinien trotz der offensichtlichen Verletzung seiner Souveränität zu einem Umsch vung der öf- NERVEN. u. GEMUETS-I KRANKHEITEN i Dr. M. J. Kuhn BULNES 193C, pl. b., 1? T. E. 80-0249 Mont., Mittwoch Freit 17—20 Uhr. 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