Jüdische Wochenschau
- Journal
- Jüdische Wochenschau
- Volume
- 21 (1960)
- Issue
- 1790 (28.6.1960)
- Date
- 1960-06-28
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German, Spanish
- Belongs to
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XXI. — Wo. 1790 — 3T Maries, 28 de Junio de 19B0 Die weiteren Schritte im Fall Eichmann noch rin (Fortsetzung von Seite 1) nis befindet, würde der argentii ischen Botscnafö in Tel Aviv „übergeben” werden, und die Israelis, die schon vorher das Auslieferungsbtgehren stellen würden, könnten in einigen Minuten die Rückgabe des notorischen Kriegsverbrechers erreichen, um ihn dann zu prozessieren. Weder vom argentinischen Botschafter Ma. rio Amadeo noch vom argen, tinischen Aussenmi.iister Golda Meir konnten Einzelheiten hierüber in Erfahrung gebracht werden. Beide werden ihren Standpunkt im Sicherheitsrat vertreten. Die UN-Diplomaten nehmen an, dass diese Lösung die Forderungen Anoadeos nach einer „angewiesenen Wiedergutmachung” für die Verletzung der argentinischen Hoheitsrechte befriedigen dürfte. ■ VOR ABSCHLUSS DER DEBATTE New York. — Vor dem Abschluss der Debatte war Am Freitag, den 16. Juli, verlassen wir unsere Bekleidungs- Etage in der Lavalle Bis dahin können Sie unsere enorme Preisverbilligung ausnutzen. Zweireihige Anzüge, hauptsächlich grosse Grössen, rein lammgarn . . . $ 1.500.— Sportsakkos hauptsächlich Grössen 42 bis 48 . . . $ 550.— Raglan?, reine Wolle, ab .$ 900.— Ulster, ein Posten $ 1.400.— Ueberzieher, ein Posten .... $ 950.— Auf alle anderen Waren #5 % Rabatt bei Barzahlung 15 % Rabatt bei Zahlungserleichterung. Und wenn Sie Masskleidung wünschen, erst recht *u uns! Herzlich willkommen in unneuen Lokal M aip ü 9 8 2 T. E. 31-0357 J LAVALLE 870. T. E. 35-1110 man sich darüber einig, dass die argentinische Resolution mit den von den USA vorgeschlagenen Abänderungen angenommen werden würde. In diesem Projekt ist der weltweiten Verurteilung der Hitlerverbrechen sowie der allgemeinen Hoffnung Ausdruck verliehen, dass der Streitfall der Freundschaft zwischen Argentinien und Israel keinen Schaden zufügen wird. Trotz aller dieser vielversprechenden Aussichten bleibt die Frage offen, welche „angemessene Wiedergutmachung” Argentinien fordert. Israels Aussen minister Golda Meir hat ihrerseits die klare Frage gestellt: „Was versteht Argentinien unter .Wiedergutmachung'? Die Rückstellung Eichmanns? Entschuldigungen, die Israel schon ausgesprochen hat?” Ausser Frau Meir hat keiner der Redner in der Eingangsdebatte diesen Punkt berührt, aber sie waren sich alle darin eingi, dass die staatliche Souveränität eines der Fundamente harmonischer internationaler Beziehungen sei und die Eiehmann zur Last gelegten Verbrechen von einer Ungeheuerlichkeit sind, die alle Begriffe übersteigt. Es geht darum festzustellen, ob Israel, wenn auch nicht verurteilt, so doch verwarnt werden solle. Hierüber wurde nichts mit Präzision verlautbart. Nur Golda Meir stellte die Frage, welche „Wiedergutmachung” Argentinien verlange. Möglicherweise zieht es Argentinien ebenso wie andere Ratsmitglieder vor, über diesen Punkt klüglich zu schweigen und ihn künftigen direkten Verhandlungen zwischen Israel und Argentinien zu überlassen. Es ist jedenfalls sicher, dass Israels Regierung sich niemals dazu bereitfinden wird, Eichmann auszuliefern. Darüber Hessen Frau Meirs pathetische Ausführungen über die entsetzliche Ermordung von sechs Millionen Juden und Eichmanns Rolle bei diesen Verbrechen keinen Zweifel. Sollte es sich um nichts i Malerarbeiten Sektion MAURERARBEITEN Alfredo Stern Virrey del Pino 2639 S T. E. 76-7281 | Restaurant »Paso * “IPD Paso 452 (al fondo) — T. E. 87-9259;: Unter Aufsicht des Vaad Harabonim der Kehilla ¡' MITTAGS, und ABENDTISCH * Anrichten von kleinen Festlichkeiten * und Banketten weiter als um Entschuldi. gungen handeln, so wird der Sicherheitsrat sich darauf beschränken, eine Resolution anzunehmen, in der die Prinzipien des internationalen Rechts, die niemand bestreitet, festgestellt werden, und daher bleibt gewissermassen die Definition der „angemesenen Wiedergutmachung” der springende Punkt des Problems. Bei den Debatten vom Vorabend nahm die Sowjetunion die Gelegenheit wahr, die NATO anzugreifen und diese zu beschuld.gen, den Nazi-Kriegsverbrechern Unterschlupf zu bieten wobei sie darauf verwies, dass der westdeutsche General Hans Speidel ein Nazi ist und ein anderer Kriegsverbrecher, Theodor Oberländer Fliichtlingsminister de. Regierung Adenauer war. Trotz allem aber unterstützte die URRS die Forderung Argentiniens vom juristischen Gesichtspunkt. ■ TEXT DER UN¬ RESOLUTION UN. — Der T?xt der von Argentinien vorgeschlagenen Resolution, über den Fall Eich nann mit den beiden von den USA beantragten Aenderünger, der im Sicherheitsrat mit acht gegen keine Stimme und zwei Stimmenthaltungen angenommen wurde, ist folgender: „Der Sicherheitsrat hat die Beschwerde der Republik Argentinien über die Verletzung ihrer Souveränität durch die Ueberführung von Adolf Eichmann auf israelisches Territorium überprüft. „ln Anbetracht, dass die Verletzung der Souveränität eines Mitgliedstaates mit der UN-Charter unvereinbar ist und die gegenseitige Achtung und gemeinsame Bewahrung der souveränen Rechte der Staaten eine unerlässliche Bedingung für ihr harmonisches Zusammenleben darstellt, unter Berücksichtigung ferner, dass die Wiederholung von Akten wie desjenigen, der zu dieser Situation Anlass gegeben hat, die Verletzung der Prinzipien bedeuten würde, auf die sich die internationale Ordnung gründet, und eine Atmosphäre der Unsicherheit und mit der Erhaltung de Friedens unvereinbaren Misstrauens AUTO - REPARATUR . WERKSTATT „BENO* B®fO 3HUTJCHWBCK» Aré*, constituyentes im j Mwm) i T. E. 91 * S m I Exhumierungen in Mauthausen Jerusalem. — Auf Kosten der französischen Regierung sind in Mauthausen 2800 jüdische Naziopfer exhumiert und in einer besonderen Abteilung des Friedhofes in Mauthausen beigesetzt worden. Der Weltrabbinische Rat in Jerusalem hat nunmehr beschlossen, dass keine weiteren Exhumierungen mehr bewilligt w.rden. (AWZ) Einwanderung nach Australien London. — Ausgenommen Israel, hat Australien mehr jüdische Flüchtlinge aufgenommen als jedes andere : Land in der Welt. Es überwogen Einwanderer aus Polen, doch hat auch Rumänien die Auswanderung nach Australien und Süd. amerika gestattet. (AWZ) schaffen würde, sowie angesichts der weltweiten Verurteilung der Judenverfolgung durch die Nazis und des Interesses der Völker aller Länder, Eichmann für die ihm zur Last gelegten Verbrechen der angemessenen Justiz zugeführt zu sehen, und unter dem gleichzeitigen Hinweis, dass nichts in diesem Vorschlag als eine Verzeihung der grausamen Verbrechen wie der Eichmann zur Last gelegten in. terpretiert werden darf, erklärt der Sicherheitsrat: 1. dass Akte wie der hier zur Beratung stehende dadurch, dass sie die Souveränität eines Mitgliedstaates treLen und daher internationale Reibungen hervorrufen sowie im Wiederholungsfälle den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit gefährden könnten, 2. wird darum ersucht, dass die Regierung Israels aufgrund der UN-Charter und der Bestimmungen des internationalen Gesetzes eine angemessene Wiedergutmachung leistet. 3. wird der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass die traditionell freundschaftlichen Beziehungen zwischen Argentinien und Israel eine Besserung erfahren mögen. ■ BEN GURION ERKLAERTE Den Haag. ■— Der israelische Ministerpräsident, David Ben Gurion, erklärte in einer Pressekonferenz, dass Eichmann seiner gerechten Aburteilung wegen der Ermordung von sechs Millionen Juden entgegensehe. Israel werde Eichmann nicht wieder herausgeben. Auch an eine symbolische Auslieferung an die argentinische Botschaft in Tel Aviv werde nicht gedacht. Diese Prozedur, die provisorische Auslieferung an die argentinische Botschaft und die sofortige Rückgabe an die israelischen Behörden, sei nicht erforderlich, da Eichmann kein argentinischer Bürger ist. Im übrigen unterstrich" Ben Gurion, Eichmann sei nicht durch israelische Funk, tionäre, sondern durch Menschen verhaftet worden, die durch ihn unendliches Leid ertragen hätten. Abschliessend betonte Ben Gurion, er habe grossen Respekt und grosse Sympathie für den argentinischen Präsidenten, Dr. Arturo P'ronäizi. ■ AUESSERUNG FRONDIZIS Brüssel. — Präsident Frondizi erklärte, er sei mit der Entscheidung des Sicher, heitsrates zufrieden, durch welche die Souveränität Argentiniens anerkannt worden ist. Das sei für Argentinien entscheidend gsv. esen. ■ KONFERENZ MIT Dr. AMADEO Brüssel. — Der argentinische Delegierte vor den UN, Dr. Amadeo, begab sich nach Briisel, um dem Präsidenten Dr. Fro.-dizi über die Verhandlungen des Sicherheitsrates persönlichen Be. rieht zu erstatten. Man nimmt an, dass de Delegierte weitere Instruktionen vom Präsidenten erhalten wird. ■ FRONDIZI IN DEUTSCHLAND Bonn. — Der argentinische Präsident werde während seines Besuches in der Bundesrepublik auch Gelegenheit zu einer Rücksprache über den Fall Eichmann haben, wie hier vermutet wird. In allen Kreisen hat die plötzliche Verhaftung des früheren SS-Generals Wilhelm Koppe Aufsehen erregt. ■ INTERNATIONALES GERICHT Washington. — Die Debatte, ob Israel Eichmann aburteilen seile, >der ob der Kriegsverbrecher vor ein internationales Gericn zu stek‘ len se; hält an. Eine grosse' Zeitung in Washing on beschäftigte sich erst jetzt in ihrem Leitartikel mr dieser Frage. Die Zeitung kommt zu dem Ergebnis, dass es ein Irrtum Israels wäre, sich gen gen Eichmanns \burieihmgdurch ein internationales Geji rieht zu wehren. ■ ERKLAERUNG ELEA- NOR ROOSEVELTS New York. — Es scheint mir sthr eigenartig, dass Argentinien sich über e.ine Verletzung seiner Souveränität beschwert. Mir würde es logisch scheinen anzunehmen. dass sich die Argentinier freuen sollten, nicht den Prozess gegen Eichmann führen zu müssen”, erklärte die Witwe des Expräsidenten der USA, Eleanor Rcosevelt. In diesem Artikel heisst es weiter: „Dieser Mensch Eichmanni hat viele der entsetzlichsten Verbrechen begangen, die die Geschichte registriert. Er kann nicht anführenedsuss er auf Befehl gehandelt-ha-t be. Jedwedes Land wäre vor dem Gedanken zurückgeschreckt. etwas mit ihm zu tun zu haben. Er wurde un. ter falschem Namen in Ar-* gentinien gefunden. Die Regierung Argentiniens wusste nichts von ihm. Sie hatte, Eichmann kein Asyl gewährt. Es steht zu hoffen, dass, hätte sie -'s gewusst, sie ihn niemals hereingelassen hätte. Dies ist kein politisches Asyl in der Form, wie ich es verstehe. Darum scheint es mir sehr eigenartig, dass Argentinien sich (Fortsetzung auf Seite 8) ISRAEL - BRIEFMARKEN AN WIEDER VERKAEUFER — ALLE NEU AUSGA¬ BEN ZUM OFFIZIELLEN PREIS Agencia Filatélica oficial del Estado de Israel, VIAMONTE 550, I/B — Buenos Aires, Rep Argentina ESTUDIO JURIDICO INTERNACIONAL Dr. Hardi Swarsensky Asuntos Europeos exclusivamente Sprechstunden: Dienstag, Mittwoch u. Freitag v. 15—19 Uhr Dr. Gunter Frey Asuntos Argentinos y Sudamericanos TESTAMENTE - ERBSCHAFTSSACHEN j VERTRAEGE - VERWALTUNGEN j ::: | - »UKHOZIFF; t#-l! hmI U~U Ufe ¡ f WJÍTIUIIDON *1*9 «m. Av. LAS HKRA8 - f. t. M-Ml* g I I i 9 i 9 i »».a J,