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Jüdische Wochenschau · 1960-06-24 · 1789 (24.6.1960) · p. Seite 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1789 (24.6.1960)
Date
1960-06-24
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German, Spanish
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! Was er selbst gesagt hat (Schluss von Seite 1) öffrntlicht. Auf den Seiten 453 ff fir.. en wir folgende Beric'-te tieer den „Judenverr 'er Kr. 1, SS-ObersuKL.Oannf(ihrer Adolf Eichma-.n": L « Sturmbannführer Dr. Wiihei...! Kb.tl teilte ein Gespräche mit, das er Ende August 1944 mit Eichmann gehabt habe. Damals erklärte ihm Eichrtnann, dass in den verschiedenen Vernichtungslagern etwa vier Millionen Juden getötet wurden, während weitere zwei Millionen auf andere Weise den Tod fanden. Der Grossteil davo.i sei durch die Einsatzkommandos der Sicherheitspolizei getötet worden... Eichmanns Vertreter in der Slowakei, der SS-Hauptsturmführer Dieter Wislicenv antwortete auf Fragen des amerikanischen Anklägers Smith Brookhart: „Ich habe Eichmann zuletzt Ende Februar 1945 in Berlin gesehen. Er äusserte damals, dass, wenn der Krieg verloren wäre, er ßelbstmord begehen würde" ... Brookhart: „Sagte er damals irgendetwas über die Zahl der getöteten Juden?” Wisliceny: „Ja, er drückte das in einer besonders zynischen Weise aus. Er sagte: Er würde lachend in die Grube springen, denn das Gefühl, dass er fünf Millionen Menschen auf dem Gewissen habe, wäre für ihn ausserordentlich befriedigend.” Dr, FREY Abogado PÜETRREDON X1M 1* ixq. nachm. 16—!• Ohr I! REAL PEN I; \ Füllhalter;; Spezialgeschäft I : CORRIENTES 569 T E. 49-5850 < ► w » ***** Wislioeny erklärte dann dem Gericht den Apparat der SS zur Judenvernichtung: „Die Abteilung IV-A- 4-b hatte sich mit der Judenfrage für das Reichssicherheitshauptamt zu beschäftigen. Eichmann hatte besondere Vollmachten vom Gruppenführer Müller, dem Chef des Amts IV, und vom Chef der Sicherheitspolizei. Er war verantwortlich für die sogenannte Lösung der Judenfrage in Deutschland und allen von Deutschland besetzten Gebieten.” Wisliceny schilderte dann die Entwicklung und Praxis in den Jahren 1940 bis 1944/45 und gab Einzelheiten bekannt, in welcher J Weise man bei der „Lösung" I der Judenfrage vorging. Dieser Bericht stimmt mit den Darstellungen anderer Naziführer überein. Heydecker und Leeb berichten dann weiter, dass ein Mann in Nürnberg wie kein anderer lähmendes Entsetzen unter Richtern, Verteidigern und Angeklagten verbreitet habe: der Kommandant des Ausrottungslagers Auschwitz Franz Ferdinand Höss. Hier berichtete ein Massenmörder aus erster Hand, schreiben die Historiker. „Die Berge von Aussagen über die Greuel in den Lagern mussten zurücktreten hinter dem, was Höss im Zeugenstand so ruhig von sich gab, als handelte es sich um ganz selbstverständliche Dinge. Er wurde vom Verteidiger des Gestapochefs Kaltenbrunner, Dr. Kurt Kauffmann, befragt: Dr. Kauffmann: „Sie waren von 1940 bis 1943 Lagerkommandant von Auschwitz, stimmt das?1’ Höss: „Jawohl”. Dr. Kauffmann: „Und in dieser Zeit sind Hunderttausende von Menschen dort in den Tod geschickt worden. Ist das richtig?” Höss: „Jawohl”. Dr. Kauffmann: „Ist es weiter richtig, dass Ihnen Eichmann erlkärte, insgesamt seien in Auschwitz über zwei Millionen jüdischer Menschen vernichtet worden ” J. Liebling FOURNIE RE — SPERRHOELZER j DIAZ VELEZ 5224 al 46! T. E. 42-2349/0340 T 3021 | Propiedades Frankenberg berät Sie kostenlos und unverbindlich beim Kauf oder Verkauf von WOHNUNGEN HAEUSER GESCHAEFTEN Manuela Pedraza 2530 pl. b. Dp. B T. E. 70-7244 xAi&ïtka ük ajaa&ux HÜTSALON Jetzt in B e 1 g r a n o jMOLDES 2 5 6 1 \ I T. E. 73-9229 73-9155 Judith Schenkolewski KultuuHckerelcn Schabbosdecken . Tallisbeutel . Käppchen Maszot-Taschen . 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Der Rest der Gesamtzahl der Opfer umfasste ungefähr 100.000 deutsche Juden und eine grosse Anzahl meist jüdischer Einwohner aus Holland, Frankreich, Belgien, Polen, Ungarn, der Tschechosolwakei, Griechenland oder anderen Ländern. Ungefähr 400.000 ungarische Juden wurden allein in Auschwitz im Sommer 1944 hingerichtiet.” — Hierzu sei bemerkt, dass die „Liquidierung” der ungarischen Juden eine besondere Aufgabe Eichmanns gewesen ist, die aus mannigfachen Gründen und unter verschiedenen Aspekten in den vergangenen Jahren beleuchtet und diskutiert worden ist. In Ungarn wütete Eichmann wie ein Satrap, hetzte die Juden, aus denen er Geld durch Versprechungen erpresste, um dann doch immer wieder .neue Bahnladungen in das Lager Auschwitz zu verfrachten. Aber dieses Kapitel des Untergangs der europäischen Judenheit muss in einem Gesamtzusammonhang m dargestellt werden, um die Schuld Eichmanns am Tode der ungarischen Juden deutlicher zu machen. In der Darstellung von Heydecker-Leeb folgen dann die Berichte des Kommandanten Höss über die Vergasung von Juden in Ausch- Dr. B.Sehwarcz ZAHNARZT ESTOMBA 2262 — 52-8214 RAYOS X PARADENTOSE TELEF. VORANMELDUNG wit». Nur aus Rücksicht auf die Nerven unserer Leser drucken wir die folgenden Stellen nicht ab, obwohl es vielleicht richtiger wäre, damit eine breite, auch nichtjüdische Oeffentlichkeit sich ein Bild von der Schwere und der unvorstellbaren Brutalität der von den Nazis und von Eichmann begangenen Verbrechen machen kann, damit alle erkennen und wissen, um wen der Streit geht, der in den letzten Wochen die Gemüter so stark erregte. Höss erzählt, besser gesagt vielleicht, plaudert üoer die Unterhaltungen mit seinem Kollegen, dem Leiter des KZ Treblinka, eines anderen Ausrottungslagers, über die Zweckmässigkeit der Verwendung bestimmter Gase bei der Vernichtung der Juden. Er meint, der andere bediene sich primitiver Methoden, seine Massnahmen seien wirkungsvoller. Er schreibt dann: „Eine andere Verbesserung gegenüber Treblinka war, dass wir Gaskammern bauten, die 2.000 Menschen auf einmal fassen konnten, während die zehn Gaskammern von Treblinka nur je 200 Menschen aufnahmen.” — Dann teilt Höss die Methoden der Auswahl der Opfer mit. Zwei SS-Aerzte wurden dabei beschäftigt, die Gefangenen auszuwählen, die einen zur Zwangsarbeit, die and;ren zum Tode. Die nun folgende Darstellung ist für die Beurteilung des Dr. Josef Mengele interessant, dessen Auslieferung die Bundesrepublik bisher vergeblich von Argentinien verlangte. Höss schreibt: „Die Gefangenen mussten an einem der Aerzte Vorbeigehen, der bei ihrem Vorbeimarsch sofort die Entscheidung fällte. Die Arbeitsfähigen wurden ins Lager geschickt. Andere wurden sofort in die Vernichtungslager verbracht. Kinder in sehr jungen Jahren wurden sofort vernichtet, da sie aufgrund ihrer Jugend un fähig waren zu arbeiten. Sehr häufig wollten Frauen ihre Kinder unter den Kleidern verstecken, aber wenn wir sie fanden, wurden die Kinder natürlich zur Vernichtung geschickt.” — Zu diesem Handwerk gaben sich Aerzte her, unter ihnen der Josef Mengele, der immer noch frei herumläuft. Man lese diesen Bericht zweimal. Es war für einen Höss und alle anderen nazistischen Mörder .natürlich’. NERVEN, u. GEMUETS-! KRANKHEITEN j Dr. M. J. Kuhn j BULNES 1930, pl. b., 1? j T. E, 80-0249 | Mont., Mittwoch. Freitag f 17—20 Uhr. Tel. Anmel-1 düng erbeten. t BERNARDO STERN und JUAN JULIUSBURG AUSFUEHRUNG SAEMTLICHER Malerarbeiten CONDE 2318 T. E. 76 7533 BOMBONERIA ELCA PAMPA 2857 TägL Muh aus eig Hersthellung j BOMBONES m3 ander« Special Räten Jetai in verbeeeerter feiner Qualität Ea wird ins Mans «aUafart. Rufen Sie an: T. B. 72-1462 Inhaberin) AUGUSTA Z. 4a SCHRBINEK Kinder in die Vernichtung zu schicken,.. Der vernehmende Richter in Nürnberg, der diese schriftliche Aussage von Höss verlas, unterbrach sich an dieser Stelle und fragte ihn, ob das alles denn wahr sei. Höss antwortete kaltblütig: Jawohl". Höss, der später nach Polen zur Aburteilung ausgaliefert und dann in Auschwitz erhängt wurde, schrieb während der mehrere Monate dauernden Untersuchungshaft in Krakau seine .Erinnerungen’, in denen er seinen Werdegang, aber auch den mancher anderer SS- Grössen, unter ihnen Eichmann, ausführlich schiderte. Diese Niederschriften wurden vom Institut für Zeitgeschichte herausgegeben und von der Deutschen Verlags- Anstalt gedruckt. Dort heisst es auf S. 122: Ueber die Tötung der russischen Kr.'essa^fc-t Penen an und für sich machte ich mir damcls keine Gc-a.-u ken. Es war befohlen, im hatte es durchzu'ür.ie-i Doch ich muss >agen, aul mich wirkte diese Vergasung beruh gend, ca ja in absehbarer Zeit rr;t der la Semana Israelita Bímduuuoio: aparece kw Martes j Vtenw* Editado por Estrellas Editorial Ltda Verantwortlich: Dr. H Swarsensky Pueyrreaón 2190 iv T E 83.2613 A oono- Preise Argentinien $ 60.— pro Quartal Massenvernichtur.g der Juden begonnen wevd.n muss, te, und noch war weder Eicnn ann noen mtr d:e Art der Tötung dieser zu erws’ - tenden Massen r.aDurch Gas sollte es wohl se:n, abe» wie und was für eir. Gast? Nun wir hatten das Gas und auch den Vorgang ent deckt.” — Aus diesen wenigen Zitaten, die noch durch zahlrciere andere „rgünzt werden können, dürfte sc >on zur Ge. rüge deutlich werde.-, welche Verbrechen von Eichmann regf.gen worden sind. ESTUDIO JURIDICO Dras. Silvia Ruth Weissberg — Luisa Graetzer Bürgerschaft — Räumungsklage Ley 14.821 Inkasso von Dokumenten — Familienrecht Scheidung — Nachlass Sprechstunden von 18—20 Uhr HIPOL1TO YRIGOYEN 2570. 4o piso. T. E. 47-77« Dr. ALBERTO L COHEN ESPECIALISTA DE NIÑOS Pampa 2926 T. E. 73-1116 Solicite hora VARICES — ULCERAS DE LA PIERNA — ARTERIOSCLEROSIS Dr. SAUL UMANSKY f SARMIENTO 3116 T. E. 87 13621 Dr. BENJAMIN L1PNIZKY | ZAHNARZT I ROENTGENSTRAHLEN - ZAHNZIEHEN - BE-? HANDLUNG MIT GASBETAEUBUNG - REGU- > LIERUNG DER ZAHNSTELLUNG; Sprechstunden- Dienstag — Donnerstag — Sonnabend | nach vorheriger Vereinbarung.! JOSE HERNANDEZ 2518 T. E 76-8673 und 73-0500 i Dr. L. KLEIN Médico ¥ * Magen, und Darmkrankheiten | Röntgen -Untersuchungen ¿ SPRECHSTUNDEN: ¿Montag, Dienstag, Mittwoch u. Freitag von 15—19 Ubrjl ¿Es wird gebeten, »cb vorher telefonisch anzumelden > ■ ¿SANTA FE 1391 T. 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