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Jüdische Wochenschau · 1960-06-24 · 1789 (24.6.1960) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Wochenschau
Volume
21 (1960)
Issue
1789 (24.6.1960)
Date
1960-06-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German, Spanish
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Alaska, el 49' Estado de USA PUEYRREDON 2190 — l9 izq. fa J&vuuta J&uojd&a Año XXI. BUENOS AIRES. VIERNES 24 DE JUNIO DE 1960 No. 1789 Nueva York. — Uno de los nombres más queridos y respetados, al convertirse Aleska en el 49“? estado de Estados Unidos, es el de su primer senador, el doctor Ernesi Gruening, originalmente de Nueva York. El doctor Gruening se desempeñó como gobernador del territorio desde 1939 hasta 1953, bregando incesante mente por su estatización. En 1939 se estimaba que alrededor de un centenar de judíos vivian en Alaska, pero otras estimaciones elevaron esa cifra a 500, sobre una población total de 65.000 almas. Los colonizadores judíos son hombres de empresa, científicos, empleados de gobierno, maestros y pescadores. Iroentiniens Klage vor ■ JOACHIM PRINZ AUESSERT SICH New York. — Israel fordert das Recht, Adolf Eichmann abzuurteilen, und dieses Verlangen „überwiegt” das Begehren eines jeden anderen Volkes oder irgendeiner Gruppe von Staaten, so erklärte Dr. Joachim Prinz, der Präsident des Amerikanischen Jüdischen Kongresses, in einer Pressekonferenz. Dr. Prinz traf, als er noch Rabbiner in Berlin war, mehrere Male während der Hitlerzeit mit Eichmann z-usammen, und stellte fest, Eichmann habe die ihm zur Last gelegten Verbrechen nicht „gegen die Menschheit im allgemeinen, sondern im besonderen gegen das jüdische Volk” begangen, so dass Israel nicht nur die rechtliche Basis zur Aburteilung Eichmanns sondern auch ein moralisches Recht und die Verantwortung hierfür besitzt.” I „Es ist angebracht und * korrekt”, führte Rabbiner Prinz aus, „dass Eichmann in Israel gerichtet wird, das als souveräne Nation von dem jüdischen Volk errichtet wurde, welches er zu vernichten versucht hat, und das sich auf der Asche der Millionen unschuldiger Männer, Frauen und Kinder erhebt, die von Eichmann ermordet worden sind. Israel ist von den UN als das Land anerkannt worden, in dem hunderttausend Ueberlebende aus den Konzentrationslagern Eichmanns eine Zuflucht gefunden haben, und viele dieser Menschen tragen in ihrer Haut die blaue Tätowierung, die sie zur Ausrottung in den Todesfabriken Eichmanns bestimmte. Nur in Israel wird der Eichmann- Prozess als moralische 'Lektion der vergeltenden Justiz dienen können.” ■ CHERUT SCHLAEGT RESOLUTION VOR j Jerusalem. — Eine „erkläl rende’ Resolution wurde in * der Knesset von der Cherut vorgeschlagen. Darin heisst es, dass Adolf Eichmann, der „Spezialist” für Juden- Ausrottung, in Israel abgeurteilt werden muss. Obwohl die Cnerut eine Oppositions-Partei ist, so glaubt man doch, dass diese Resolution zur Annahme gelangen dürfte. Bei Vorlage dieses Antrages forderte die Cherut die einstimmige Annahme durch die Knesset, „um die Solidarität des Volkes in diesem Fall zu beweisen.” ■ VERTEIDIGUNG EICHMANNS Frankfurt, a. M. — Erich Schmidt-Leichner, ein frankfurter Anwalt, der als Verteidiger von Naziverbrechen Angeklagter bekannt ist, wird, wie man glaubt in Kürze bekanntgeben, dass er bereit sei, die Verteidigung des Massenmörders Adolf Eichmann zu übernehmen. Diese Nachricht stammt aus verlässlichen Quellen. WIE ICH ES SEHE ...'.—.—“ Was er selbst gesagt hat ..von JEHUDA GOTTHEIMER Die Unkenntnis über die Vorgänge im Dritten Reich ist erschreckend. Aus diesem Grunde müssen wir einige Tatsachen in Erinnerungrufen, zumal auch Juden wieder vergessen haben, was vor wenig mehr als 15 Jahren mit Juden geschah. Der Fall Eichmann hat die Gemüter erregt. Man hat formalistische Fragen besprochen und über, die Aktion von Freiwilligen debattiert, die kamen, um der Gerechtigkeit zum Siege zu verhelfen. Dass es bei diesem Vorgehen nicht nach internationalen Spielregeln ging, ist sicher und bedauerlich. Im Angesicht der Ungeheuerlichkeit des Geschehens im Dritten Reich treten diese Nebenerscheinungen in den Hintergrund, die das freund, schaftliche Verhältnis zwi- \ sehen zwei Staaten betroffen haben, die sich in der Verurteilung der Barbarei einig sind. Vielleicht kann kein Mensch darüber richten, ob solche Konflikte zwischen Hoheitsrechten und dem Kampf um eine höhere Gerechtigkeit zu vermeiden sind oder nicht. Gerade deswegen ist es erforderlich, dass jeder weiss, auf welchem Hintergrund sich diese Auseinandersetzungen abspielten. Nicht ein einzelner kann sich das Recht zur Entscheidung anmassen, wohl aber darum bemüht sein, das eingetretene Missverständnis durch eine breite Aufklärung zu beseitigen und auf diesem Wege dazu beitragen, dass die Wellen der Erregung sich glätten, und dass alle Menschen guten Willens begreifen, dass mit der Aburteilung Eichmanns ein Schritt auf dem Wege zur Normalisierung und Reinigung der menschlichen Gesellschaft getan worden ist. Wer war dieser Eichmann, von dem man sagt, er habe sechs Millionen Juden getötet? Hinter der Anonymität und Unvorstellbarkeit dieser statistischen Angaben verbirgt sich das unendliche Leid, der brennende Schmerz, die tiefe Trauer der Ueberle. benden, in der Anonymität dieser Anklage des Mordes an sechs Millionen unschuldigen Menschen verhallen die Schreie und das Entsetzen der ermordeten Männer und Frauen, der Kummer der Greise und das erstickte Leben der Kinder, die von diesem und anderen Hen. kern verfolgt und umgebracht worden sind. Es sind zwar erst wenig mehr als 15 Jahre verstrichen, aber schon haben die Nazis und ihre allzu bereiten Helfershelfer sich aus ihren Schlupfwinkeln hervorgewagt, neue antisemitische Kampagnen entfesselt, ihr Werk der Völkerverhetzung wieder aufgenommen und versucht, neue Zellen zur Wiedererlangung der Macht zu bilden. Die Schmierereien, die um die Jahreswende in vielen Ländern über Nacht an Häuserwänden erschienen, die Terrorakte irregeleiteter Jugendlicher, selbst im freien Uruguay, die Friedhofschändungen und Entweihungen von Gotteshäusern waren nur einige Fingerzeige, die in ihrer dreisten Brutalität die Aufmerksamkeit der Welt auf die Vergangenheit lenk- Ben Gurion und Königin Juliane Amsterdam. — Der Ministerpräsident Israels, David Ben Gurion, der von seiner Gattin und Tochter begleitet war, speiste mit Königin Juliane im königlichen Palast in Sustdäjk. Der Gatte der Königin, Prinz Bernhard, nahm an dem Essen nicht teil, weil seine Aerzte ihm verordnet hatten, wegen seiner kiirzlichen Lungenentzündung sein Zimmer nicht zu verlassen. Später bestieg Ben Gurion ein Flugzeug, um die Polder-Anlagen der Zuider See und das im Bau befindliche gigantische Stauwerk in der Provinz Zeel and zu besichtigen, das jetzt errichtet wird, damit sich die tragischen Ueberschwemmungen vom Jahre 1953, die 1.800 Menschen das Leben kosteten, nicht -wiederholen. Frau Ben Gurion und ihre Tochter wohnten inzwi. sehen einer Sitzung des jährlichen Kongresses der Internationalen Organisation zionistischer Frauen bei, der gegenwärtig im Hotel Vuurse in der Nähe des i Schlosses in Sustdijk tagt. Am Abend des gleichen Tages fand Ben Gurion zu . Ehren ein Bankett statt, das von der Regierung in Den Haag veranstaltet wurde. Schmidt-Leichner ist ge. genwärtig Rechtsbeistand des Hermann Krumey, Eichmanns Adjutanten, der zum dritten Mal als Verantwortlicher für die Massen-Verhaftungen und -Deportationen der ungarischen Juden vor Gericht steht. Dieser Anwalt vertritt ferner den .Rassen - Sachverständigen” Dr. Bruno Beger, der angeklagt ist, für einen Anatomie-Professor der Universität Strasburg eine Sammlung von 130 Skeletten unter dem Naziregime präpariert zu haben. ■ KOMMISSION AUS POLEN Jerusalem. — Polen wird eine aus fünf Personen bestehende Kommission Ende des Monats nach Israel entsenden, um der Regierung Unterlagen zu übergeben, welche auf die Massenausrottung von Juden und Nichtjuden in den Konzentrationslagern Bezug haben, und im besonderen über die Betätigung des „höchsten Nazi . ^pez-ialisten” Adolf Eichmann Aufschluss geben. An der Spitze der Kom. mission wird Prof. Kaminsky, der Präsident der Kommission für. die Bestrafung von Nazi-Kriegsverbrechern in Polen, stehen. Ferner wird ihr Prof. Mark, der Chef des warschauer Instituts für jüdische Geschichte, angehören. Des weiteren hat Polen glaubwürdigen Informationen zufolge dem Wunsch .AusdrutSc gegeben, dass ein polnischer Richter in das Tribunal ein geschlossen wird, das über Eich- La rezón por la que no existen sinagogas u oirás insliluciones judías, se debe a que los colonizadores judíos viven diseminados en toda la amplitud del país; pero, se interesan por todo lo que se refiere a la suerte de otros judíos, como lo evidencian a través de sus contribuciones a las campañas del Joint. En 1939 se hizo un serio intento para establecer allí a judíos refugiados, y con el propósito de posibilitarlo se presentó un proyecto de ley en ambas cámaras del Congreso. La vida judía se manifiesta a menudo a través de la Junta de Beneficencia Judía y la mujer dt un capellán judío fundó una filial de la WIZO en 1952. HERBERT FRANKENSTEIN Alaska, der 49. Staat der USA New York. — Einer der beliebtesten und geachtetsten Namen, seit Alaska sich in den 49. Staat der USA verwandelte, ist der seines ersten Senators Dr. Ernest Gruening, der aus New York stammt. Dr. Gruening war von 1939 bis 1953 Gouverneur des Territoriums und setzte sich unermüdlich für seine Staatwerdung ein. Man schätzt, dass bei einer Gesamtbevölkerun^ von 65.000 Seelen hundert Juden 1939 in Alaska lebten, während andere Schätzungen diese Ziffer mit 590 angeben. Die jüdischen Kolonisatoren sind Geschäftsleute, Wissenschaftler, Regierungsbeamte, Lehrer und Fischer. Der Grund, warum es keine Synagogen oder andere jüdische Institutionen gibt, liegt darin, dass die jüdischen Kolonisatoren über das ganze weite Land verteilt sind, aber sie interessieren sich für alles, was das Schicksal anderer Juden angeht, wie sie dies durch ihre Beisteuerungen zu den Kampagnen des Joint beweisen. 1939 wurde ein ernster Versuch gemacht, dort jüdische Flüchtlinge anzusiedeln, und um dies zu ermöglichen, wurde beiden Kammern des Kongresses ein Gesetzentwurf unterbreitet. Das jüdische Leben manifestiert sich durch den Jüdischen Wohlfahrtsverband, und die Frau eines jüdischen Armeerabbiners hat im Jahre 1952 eine Filiale der WIZO gegründet. HERBERT FRANKENSTEIN mann zu Gericht sitzen soll, da dieser den grössten Teil seiner Verbrechen auf polnischem Territorium begangen hat. * BOTSCHAFTER ZURUECKGEKEHRT Der argentinische Botschafter in Israel Dr. Garcia Arias ist nach Buenos Aires zurückgekehrt, nachdem er in Italien mit Aussenmini. ster Dr. Taboada und in New York mit dem ständigen UN-Delegierten Argenti. niens konferiert hatte. (Fortsetzung auf Seite 3) ten, von der man glaubte, sie sei abgeschlossen und werde niemals wieder ihre düsteren Schatten auf eine Gegenwart werfen. Nur 15 Jahre waren vergangen, und doch wagten Nazis und Faschisten, die Wahrheit umzudeuten, die Zahl der Ermordeten als Erfindung darzustellen und durch Bagatellisierung der Tatsachen die Massenmorde an I-illionen Menschen aller Völker, Rassen und Religionen als eine nicht übermäsig wichtige Begleiterscheinung des zweiten Weltkrieges hinzustellen. ’ Man bezweifelte hemmungslos die Authentizität der Dokumentationen, die von Internationalen Gerichtshöfen wie von den Gerichten verschiedener Länder festgestellt worden ist, in denen der Naziterror gewütet und seine blutigen Spuren hinterlassen hat. Was englische Soldaten bei der Befreiung des KZ Bergen Belsen sahen, kann nicht durch Lügen und Entstellungen aus der Welt geschafft werden. Was die Russen und Polen feststellten, als sie Auschwitz und andere Lager befreiten, legt Zeugnis wider die infamen Geschichtsfälschungen ab, die von den Nazis jetzt unternommen werden. Was die Amerikaner in Dachau vorfanden, jkann nicht durch Vermutungen und Behauptungen der interessierten Nazis widerlegt werden, die in verschiedenen Ländern durch eine niederträchtige Propaganda aufgestellt worden sind, eine Propaganda, die im Schut. ze der Demokratie zur Vernichtung der menschlichen Freiheit, der menschlichen Würde und der Gleichberechtigung betrieben worden ist. Soweit ist es bereits wieder gekommen, nur 15 Jahre nach dem Bekanntwerden all der Verbrechen, die im Dritten Reich von entmenschten Menschen begangen worden sind. Niemand ist darauf angewiesen, die Anklagen gegen das Dritte Reich und seine Diener in allgemeinen Beschuldigungen zu erheben, da wir über Angaben verfügen, die von den Nazis selbst gemacht worden sind, von jenen Verbrechern in brauner oder schwarzer Uniform, die ihre Erklärungen in Nürnberg oder anderorts abgaben. Einige von ihnen zeigten Reue, gaben ihre Verbrechen zu, bezichtigten sich selbst der Unmenschlichkeit und bekannten die unermessliche Schuld, die sie auf sich geladen hatten. Eichmann hat sich seinen Richtern entzogen, bis er jetzt ergriffen werden konnte. Dennoch wissen wir von seinen Freunden und Mitarbeitern, von Vorgesetzten und Untergebenen, dass er sich einst stolz zu seinen Taten bekannt hat, bis er durch seine Flucht fünfzehn Jahre hindurch der Justiz die Möglichkeit nahm, den Umfang seiner Verbrechen durch seine Aussagen oder gar durch ein Bekenntnis seiner Schuld lesrzustellen. Bei den Berichten über Eichmann handelt es sich durchaus nicht um Racheakte, die gegen ihn durch belastende Erklärungen verübt worden wären. Die Aussagen stimmen in ihren Einzelheiten so weitgehend überein, dass es ausgeschlossen erscheint, sie seien koordiniert und nur zur eigenen Entlastung ge. macht worden. Hier folgt einiges Material mit Quellenangabe, dessen Richtigkeit nicht beanstandet oder bezweifelt werden kann. Dieses Material dürfte geeignet sein, die gesamte Oeffentlichkeit darüber zu unter, richten, wer dieser Mann gewesen ist, der Jahre lang in Südamerika versteckt war und das Leben eines Biedermannes führte. Im Verlage Kiepenhauer und Witsch (Köln.Berlin) er. schien im Jahre 1958 ein tunfangreiches Werk zweier deutscher Geschichtsforscher, J. J. Heydecker und Johannes Leeb, das Tatsachenmaterial unter dem Titel „Der Nürnberger Prozess ■— Bilanz der tausend Jahre” ver. (Schluss auf Seite 2)

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